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Thesis (M.A.), 2003, 139 Pages
Author: Christoph Kohlhöfer
Subject: German Studies - Miscellaneous
Details
Tags: Motiv, Doppelgängers, Postmoderne, Analyse, Films, Fight, Club
Year: 2003
Pages: 139
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 68 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45401-8
ISBN (Book): 978-3-638-77302-7
File size: 884 KB
Eine Analyse des Films Fight Club im Hinblick auf die Entstehung des Doppelgängermotivs im postmodernen Kapitalismus
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Abstract
Die umfangreiche Arbeit setzt das Motiv des Doppelgängers in David Finchers Film "Fight Club" in den Kontext einer Konsumgesellschaft und Warenkultur. Mit verschiedenen Theorien der Postmoderne werden diese gesellschafts- und kulturpolitischen Aspekte beschrieben. Zentrale Bedeutung erfährt hierbei die postmoderne Identitätsproblematik. Detailgenaue Analysen von Kernmotiven und Schlüsselszenen veranschaulichen und verdeutlichen den Untersuchungsgegenstand.
Excerpt (computer-generated)
Wissenschaftliche Hausarbeit
zur Erlangung des akademischen Grades eines Magister Artium der Universität Hamburg
Das Motiv des Doppelgängers in der Postmoderne - dargestellt anhand einer Analyse des Films FIGHT CLUB
vorgelegt von Christoph Kohlhöfer
2003
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung ... 1
2. Das Motiv des Doppelgängers ... 3
2.1. Dualität ... 3
2.2. Zwillinge ... 5
2.3. Die literarische Entwicklung ... 6
2.4. DER DOPPELGÄNGER – Fjodor Dostojewskij ... 9
2.4.1. Dostojewskijs Doppelgängerthematik ... 13
2.5. DER SELTSAME FALL DES DR. JEKYLL UND MR. HYDE – Robert Louis Stevenson ... 15
2.5.1. Stevensons Doppelgängerthematik ... 22
2.6. Zusammenfassung ... 24
3. Die Postmoderne ... 25
3.1. Kurze Geschichte des Begriffs ‚Postmoderne’ ... 26
3.2. Jameson: die Kultur der Postmoderne ... 33
3.3. Baumann: die Ungewissheit in der Postmoderne ... 40
3.4. Zusammenfassung ... 45
3.5. Zur Erläuterung: zum Begriff des Subjekts ... 47
3.6. Postmoderne und Film ... 49
4. Die Darstellung des Motivs des Doppelgängers in FIGHT CLUB – eine Analyse ... 52
4.1. Der Vorspann – Die Setzung der Thematik ... 54
4.2. Die Darstellung des gesellschaftlichen Umfelds ... 57
4.2.1. Namenlosigkeit und die erhöhte Anzahl der Namen ... 57
4.2.2. Die materiellen Namen/das Kapital/die Oberfläche ... 60
4.2.3. Soziale Distanz ... 65
4.2.4. Der Zerfall von Männlichkeit – Die Verwirrung der sexuellen Identität ... 68
4.2.4.1. Männlichkeit ... 69
4.2.4.2. Der verschwundene Vater ... 73
4.2.4.3. Die symbolische Kastration ... 76
4.2.5. Zusammenfassung ... 82
4.3. Die Spaltung in der schizophrenen Erfahrung ... 83
4.3.1. Wahnsinn ... 84
4.3.2. Die schizophrene Struktur ... 86
4.3.3. Das Zerreißen der Signifikantenkette ... 88
4.3.4. Depersonalisation ... 93
4.3.5. Der Doppelgänger – Die Figur Tyler Durden ... 95
4.3.5.1. Ideal-Ich ... 97
4.3.5.2. Kompensation ... 99
4.3.6. Zusammenfassung ... 102
4.4. Die Destruktion als produktives Element ... 103
4.4.1. Die Destruktion des Körpers ... 104
4.4.1.1. Der ‚maskuline’ Faustkampf ... 104
4.4.1.2. Fragmentierung ... 105
4.4.1.3. Das verborgene Fleischlich-Organische ... 107
4.4.1.4. Bewusstsein durch Schmerz ... 109
4.4.2. Die Zerstörung der Symbole der Zivilisation ... 111
4.4.2.1. Die manipulativen Strukturen ... 111
4.4.2.2. Die widerständigen Vorläufer ... 114
4.4.2.3. Mayhem ... 116
4.4.2.4. Die ‚reine’ Destruktion ... 117
4.4.2.5. Das Kollektivsubjekt ... 119
4.4.2.6. Die ‚befreiende’ Destruktion ... 123
4.4.3. Zusammenfassung ... 125
5. Fazit: der Doppelgänger als Wiederhersteller des Subjekts ... 126
6. Literaturverzeichnis ... 130
7. Anhang ... 134
7.1. Ausgewählte Produktionsdaten ... 134
7.2. Ausgewählte Bilddokumentation ... 134
„I got a dark side, baby and it likes to come out. Come on, walk in the shadow with me. We all got a dark side, baby.“ Mother Tongue, DARK SIDE (2003)
1. Einleitung
Evan The Bomber Bosley heißt der Sieger im Schwergewicht 2002. Der Wettbewerb nennt sich ‚Toughest Man of Southern West Virgina’. Hier trifft man(n) sich und schlägt sich. Es ist ein Boxkampf ohne Boxer. In der amerikanischen Provinz findet der Wettbewerb regelmäßig statt. Teilnehmen kann jeder. Der Zuspruch ist groß. Von Teilnehmern und Zuschauern werden die Kämpfe als „willkommene Unterbrechung eines monotonen, zermürbenden Alltags“ verstanden. Die Kämpfer suchen in den Kämpfen ein anderes Leben und sich selbst. (vgl. Böhm 2002: 53) Wie sehr jener Bericht aus der Wochenzeitung DIE ZEIT mit dem Motiv des Doppelgängers in der Postmoderne wie es in dem Film FIGHT CLUB dargestellt ist zusammenhängt, werden die folgenden Ausführungen dieser Arbeit verdeutlichen. Offensichtlich in dem erwähnten Zeitungsbericht wird jedoch der Wunsch der Kämpfenden nach einem neuartigen Leben und einem neuartigen Lebensgefühl, welches, so scheint es, mit Gewalt gegen den eigenen Körper versucht wird, herzustellen. Dies ist eine Thematik auf die ich während der Analyse des Films noch zurückkommen werde, denn die Funktion und die Erscheinung des Doppelgängers weisen hiermit eine enge Verbundenheit auf. Ziel dieser Arbeit ist es, genau jene Funktion sowie Entstehungsgrund des Doppelgängers in der Postmoderne herauszuarbeiten. Geschehen soll dies anhand einer Analyse des Films FIGHT CLUB (1999), da sich dieser Film mit der Figur des Doppelgängers in einer komplexen Form auseinandersetzt. Trotz einer ausführlichen Analyse wird es dennoch nicht möglich sein, den Film in seiner gesamten Komplexität zu berücksichtigen. Daher werde ich mich auf die für dieses Thema wichtigsten Punkte beschränken. Geklärt werden sollen demnach die Fragen nach der Art des Doppelgängers, dessen Entstehungsgrund, Ausdruck und Funktion. Möglicherweise lässt sich am Ende dieser Arbeit anhand des untersuchten Beispiels ein Rückschluss ziehen, weshalb sich das Motiv des Doppelgängers gegenwärtig in einer großen Anzahl von Mainstreamproduktionen wiederfinden lässt.
Zunächst soll sich in Kapitel 2 mit den Ursprüngen des Motivs des Doppelgängers auseinandergesetzt werden. Hierin sollen erste Definitionen über die Erscheinung des Doppelgängers in der Literatur erfolgen. Nach einer allgemeinen Einführung werde ich mich konkret mit zwei Werken auseinandersetzen, die für die Entwicklung des Motivs des Doppelgängers von entscheidender Bedeutung sind. Hierbei sollen erste Fragen nach der ursprünglichen Verwendung und der Funktion des Doppelgängers geklärt werden.
Anschließend werde ich mich in einem theoretischen Teil (Kapitel 3) mit der Postmoderne beschäftigen, denn die Frage nach dem Motiv des Doppelgängers in der Postmoderne lässt sich ohne eine Erwähnung von Theorien über die Postmoderne nicht klären. In einem ersten Schritt werde ich mich mit der Geschichte des Terminus beschäftigen, um dann zu den theoretischen Ausführungen überzugehen. Hierbei werde ich mich auf zwei Theorien beschränken, die ich allerdings etwas ausführlicher wiedergeben werde. Hierbei handelt es sich um theoretische Überlegungen von Fredric Jameson und Zygmunt Baumann. Diese beiden Ausführungen habe ich ausgesucht, da es sich bei beiden um grundsätzliche und gesamtgesellschaftliche Erklärungsansätze handelt. Beide Theorien müssen als analytischer Hintergrund verstanden werden.
Die Zusammenhänge werden innerhalb des analytischen Teils (Kapitel 4) deutlich werden. Hierin werde ich zunächst auf die Darstellung des Umfeldes des Protagonisten eingehen, denn hier sind die Entstehungsgründe des Doppelgängers angelegt. Anschließend werde ich mich mit aufgezeigten schizophrenen Strukturen beschäftigen, um von diesen auf die Figur des Doppelgängers zu schließen. Den Ausdruck und die Funktion des Doppelgängers wird den letzten Analyseteil beschäftigen. Während der Analyse werde ich an gegebenen Stellen kurz auf andere Filme verweisen, die gleiche oder ähnliche Thematiken behandeln, um aufzuzeigen wie sehr sich solche Thematiken in der gegenwärtigen populären Kultur ausdrücken. Aus demselben Grund werde ich die einzelnen Analyseteile mit Zitaten aus der Populärkultur beginnen.
Die Aufgabe des Doppelgängers, die eng verknüpft ist mit dem Zweck der Verwendung des Motivs des Doppelgängers in der Postmoderne, werde ich im abschließenden Teil noch einmal herausstellen. Spätestens hier dürfte denn auch die Verbindung zwischen der Verwendung des Motivs des Doppelgängers in der Postmoderne und den Wünschen Evan The Bomber Bosleys deutlich sein.
2. Das Motiv des Doppelgängers
Das Motiv des Doppelgängers hat eine lange Tradition. Eine wirklich ausführliche historische Betrachtung unter Berücksichtigung aller Einflüsse und Veränderungen kann daher an dieser Stelle nicht vorgenommen werden. Doch sollen die hauptsächlichen und augenscheinlichen Beispiele hier verdeutlicht werden. Nachdem ich kurz auf die Historie des Motivs eingehen werde, werde ich anhand zweier Beispiele des Doppelgängerdramas aus dem 19. Jahrhundert, welche für die Entwicklung des Doppelgängermotivs von maßgeblicher Bedeutung sind, nämlich Fjodor Dostojewskijs DER DOPPELGÄNGER (DVOJNIK) sowie Robert Louis Stevensons DER SELTSAME FALL DES DR. JEKYLL UND MR. HYDE (THE STRANGE CASE OF DR. JEKYLL AND MR. HYDE), thematische Merkmale des Doppelgängermotivs aufzeigen. 1
[...]
1 Bei Internetrecherchen trifft man heute auf der Suche nach dem Thema des Doppelgängers auf eine Reihe okkulter Beschäftigungen mit diesem, welche den (‚wahrhaftig’ gesehenen, erlebten) Doppelgänger als Beweis einer transzendentalen Ebene betrachten. Dieser ‚geheimnisvoll mysteriöse’ Strang dürfte genauso wie die Kategorie der zahlreichen Verschwörungstheorien Ausdruck einer allgemeinen Verunsicherung und Ungewissheit sein, auf die ich später noch zurückkommen werde. Dem ‚transzendentalen’, ‚paranormalen’ Strang soll hier keine weitere Erläuterung zukommen.
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