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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2004, 23 Pages
Author: Magister Justyna Wieczorek-Hecker
Subject: German - German as a Foreign Language / Second Language
Details
Institution/College: Dresden Technical University (Institut für Germanistik)
Tags: Darstellung, Lernproblems, Trennbare, Verben, DaF-Unterricht, Grammatik, Spracherwerb
Year: 2004
Pages: 23
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 14 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45417-9
ISBN (Book): 978-3-638-66001-3
File size: 233 KB
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Abstract
Das Ziel jedes Fremdsprachenlernens ist es, in der jeweiligen Sprache kommunizieren zu können. Um das Deutsche gut zu beherrschen, muss man also viele Einzelaspekte der Sprache kennen zu lernen. Zu den Einzelaspekten, die im Alltag des Fremdsprachenunterrichts immer präsent sind, gehört die Grammatik. Die Frage nach dem Wert bzw. Unwert grammatischer Erklärung für das Sprachenlernen wird in der Fremdsprachendidaktik sehr kontrovers diskutiert. Die Überlegungen reichen von der Feststellung, ohne Grammatik sei eine Fremdsprache überhaupt nicht zu erlernen (so Vertreter der traditionellen GÜM) -, bis zu der Ansicht, Grammatik habe im FU nichts zu suchen (so Anhänger der „direkten Methode“ auf behavioristischer Grundlage). In dem kommunikativorientierten FU spricht man dagegen vom kommunikativen Grammatikunterricht. Das bedeutet, dass die grammatischen Strukturen nicht bloß eingeführt und geübt werden. Den Lernenden wird nicht nur gezeigt, wie eine Struktur gebildet wird, sondern vor allem in welcher kommunikativen Situation man sie oft verwendet und wozu man die gelernte Form besonders häufig braucht. So erhält die Grammatik eine andere Rolle beim Fremdsprachenerlernen: sie ist Mittel und nicht Zweck, ein „Werkzeug“ für sprachliches Handeln (vgl. Funk / Koenig 2003, 52; Götze in: Kast / Neuner 1998, 66-67). In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit dem Aspekt der Trennbarkeit bzw. Untrennbarkeit von Verben auseinandersetzen. Zuerst wird die Darstellung des grammatischen Phänomens in ausgewählten Grammatiken (Kapitel 2) und Lehrwerken (Kapitel 3) analisiert. Im Kapitel 4 folgt die didaktische Aufarbeitung dieses Lernproblems. Dabei werden mögliche Lernschwierigkeiten beim Erlernen der (un)trennbaren Verben sowie Lehr- und Lernziele konkretisiert werden. Anschließend wird ein Vorschlag für einen Unterrichtsverlauf dargeboten, indem der analysierte grammatische Aspekt unter didaktischer Sicht aufarbeitet wird.
Excerpt (computer-generated)
Der TU Dresden
Institut für Germanistik
Lehrbereich: Deutsch als Fremdsprache
Darstellung des Lernproblems Trennbare Verben
von: Justyna Wieczorek-Hecker
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Die trennbaren Verben – Darstellung in Grammatiken 4
2.1. Duden-Grammatik 4
2.2. Helbig /Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht 4
2.3. Hall / Scheiner: Übungsgrammatik für Fortgeschrittene. Deutsch als Fremdsprache 5
3. Didaktische Umsetzung der „trennbaren Verben“ in DaF – Lehrwerken 6
3.1. Deutsch aktiv Neu 1A, Ein Lehrwerk für Erwachsene, Lehrbuch & Arbeitsbuch 6
3.2. Deutsch konkret 1, Ein Lehrwerk für Jugendliche, Lehrbuch & Arbeitsbuch 7
3.3. Mit uns leben 1. Ein Kursbuch für Aussiedler 8
4. Konzeption zur didaktischen Aufarbeitung des Lernproblems „trennbare Verben“9
4.1. Linguistische Beschreibung der „trennbaren Verben“ 9
4.2. Lernschwierigkeiten 10
4.3. Lehr- und Lernziele 11
4.4. Unterrichtsverlauf 12
4.4.1. Vorbereitungsphase – kommunikative Einbettung 12
4.4.2. Präsentation des Lehrstoffes 12
4.4.3. Systematisieren / Regelfindung / Regelformulierung 14
4.4.4. Üben 16
5. Zusammenfassung 21
Literaturverzeichnis 23
1. Einleitung
Das Ziel jedes Fremdsprachenlernens ist es, in der jeweiligen Sprache kommunizieren zu können. Um das Deutsche gut zu beherrschen, muss man also viele Einzelaspekte der Sprache kennen zu lernen. Zu den Einzelaspekten, die im Alltag des Fremdsprachenunterrichts1 immer präsent sind, gehört die Grammatik. Die Frage nach dem Wert bzw. Unwert grammatischer Erklärung für das Sprachenlernen wird in der Fremdsprachendidaktik sehr kontrovers diskutiert. Die Überlegungen reichen von der Feststellung, ohne Grammatik sei eine Fremdsprache überhaupt nicht zu erlernen (so Vertreter der traditionellen GÜM) -, bis zu der Ansicht, Grammatik habe im FU nichts zu suchen (so Anhänger der „direkten Methode“ auf behavioristischer Grundlage).
In dem kommunikativorientierten FU spricht man dagegen vom kommunikativen Grammatikunterricht. Das bedeutet, dass die grammatischen Strukturen nicht bloß eingeführt und geübt werden. Den Lernenden wird nicht nur gezeigt, wie eine Struktur gebildet wird, sondern vor allem in welcher kommunikativen Situation man sie oft verwendet und wozu man die gelernte Form besonders häufig braucht. So erhält die Grammatik eine andere Rolle beim Fremdsprachenerlernen: sie ist Mittel und nicht Zweck, ein „Werkzeug“ für sprachliches Handeln (vgl. Funk / Koenig 2003, 52; Götze in: Kast / Neuner 1998, 66-67). In der vorliegenden Arbeit werde ich mich mit dem Aspekt der Trennbarkeit bzw. Untrennbarkeit von Verben auseinandersetzen. Zuerst wird die Darstellung des grammatischen Phänomens in ausgewählten Grammatiken (Kapitel 2) und Lehrwerken (Kapitel 3) analisiert. Im Kapitel 4 folgt die didaktische Aufarbeitung dieses Lernproblems. Dabei werden mögliche Lernschwierigkeiten beim Erlernen der (un)trennbaren Verben sowie Lehr- und Lernziele konkretisiert werden. Anschließend wird ein Vorschlag für einen Unterrichtsverlauf dargeboten, indem der analysierte grammatische Aspekt unter didaktischer Sicht aufarbeitet wird.
2. Die trennbaren Verben – Darstellung in Grammatiken
Bei diesem Punkt beschränke ich mich auf einige der bekanntesten Grammatiken für DaF- Unterricht: Duden-Grammatik bearbeitet von Eisenberg, Deutsche Grammatik von Helbig / Buscha und die Übungsgrammatik für Fortgeschrittenen der Autoren Hall / Scheiner. Bei der Auswahl habe ich mich nach den verschiedenen Arten und Typen von Grammatiken gerichtet, da davon abhängig, kann das grammatische Wissen unterschiedlich präsentiert werden.
2.1. Duden-Grammatik
Duden-Grammatik ist für Muttersprachler als Nachschlagewerk konzipiert, es handelt sich dabei um eine Problemgrammatik, d.h. sie gibt Verweis auf andere Autoren. Sie charakterisiert sich durch relativ hohes Sprachniveau, ist deduktiv und es werden keine Übungen dargebracht. Die trennbaren Verben sind in Kürze und Abstraktheit angesprochen. Sie werden nicht als gesondertes grammatisches Phänomen dargestellt, sondern sind im Kapitel: „Der Laut und die Lautstruktur des Wortes. Wortbetonung. Abgeleitete Wörter“ und dann im Teil: „Die Wortbildung. Zusammensetzung – zwischen Ableitung (Pseudokompositum) und fester Wortverbindung“ zu finden. Mit Ausnahme von Betontheit (für Anfängerstufe sowieso nur schwer einzusetzen) sind es keine konkreten Regeln für den Gebrauch der (un)trennbaren Verben erwähnt worden. Der Begriff „(Un)Trennbarkeit“ ist nicht mal im Inhaltsverzeichnis enthalten. Ich halte die Duden-Grammatik von Eisenberg, in Hinsicht der Darstellung der trennbaren Verben, nicht als vorteilhaft zum nochmaligen Nachschlagen für die Lernenden.
2.2. Helbig /Buscha: Deutsche Grammatik. Ein Handbuch für den Ausländerunterricht
Diese Grammatik wurde speziell für den Unterricht „Deutsch als Fremdsprache“ entwickelt. Es handelt sich dabei um eine Resultatsgrammatik (Weg zur Regel wird nicht erklärt). Sie bietet leicht verständliche Regeln und trennt deutlich zwischen Wichtigem und Unwichtigem. Dies wird anschaulich bei der Darstellung der (un)trennbaren Verben, die in folgende Unterkapitel gliedert werden:
- Trennung bei den finiten und den infiniten Formen
- Bedingungen für Trennbarkeit
- Trennbarer Verbteil und selbständiges Wort
- Verben, Substantive und Adjektive als erste Teile zusammengesetzter Verben.
Man erkennt schon nach dem klaren Aufbau, dass dieser grammatische Stoff sehr konkret, anschaulich (mit verschiedenen Beispielen) und ausführlich bearbeitet wurde. Die Autoren gehen von der Frage aus: Wann kommt überhaupt die Trennung des trennbaren Verbteils zustande? Danach erläutern sie die Regeln der Trennbarkeit, und gehen zu dem Aspekt über: trennbarer Verbteil kann als selbständiges Wort eintreten. Diese Reihenfolge finde ich als sehr gelungen, weil man hier eine klare Progression spürt, anschließend wird das Wissen, dass andere Wortarten als erste Teile zusammengesetzter Verben vorkommen, vermittelt. Es handelt sich hier um eine Lernergrammatik, bei der die lernpsychologischen Kategorien, wie z. B. Verstehbarkeit und Anwendbarkeit berücksichtigt werden. Man soll auch betonen, dass sich bei Helbig / Buscha nicht um eine totalitäre Darstellung handelt, also es wurde eine Auswahl betroffen, die man meiner Ansicht an als geglückt betrachten kann.
2.3. Hall / Scheiner: Übungsgrammatik für Fortgeschrittene. Deutsch als Fremdsprache
[...]
1 Weiter abgekürzt: FU
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