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Autor: M.A. Erwin Maier
Fach: Kunst - Architektur, Baugeschichte, Denkmalpflege
Details
Institution/Hochschule: Universität Regensburg (Institut für Kunstgeschichte)
Tags: Botschaftsgebäude, Diplomatenviertel, Pariser, Platz, Hauptseminar, Neue, Architektur, Berlin
Jahr: 2004
Seiten: 78
Note: 1,2
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 4537 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45481-0
Textauszug (computergeneriert)
SS 2003
HS 31513
Neue Architektur in Berlin
Botschaftsgebäude im Diplomatenviertel (Tiergarten) und dem Pariser Platz
Botschaft der Vereinigten Staaten von Mexiko
Botschaft Indiens
Botschaft der Republik Österreich
Botschaft von Großbritannien
Botschaft Frankreichs
Erwin Maier
Inhaltsverzeichnis
1. Vorbemerkungen ... 4
2. Pariser Platz und Diplomatenviertel ... 5
3. Botschaft der Vereinigten Staaten von Mexiko ... 8
3.1 Lage ... 8
3.2 Teodoro Gonzáles de León und Francisco Serrano ... 9
3.3 Gebäude ... 9
4. Botschaft Indiens ... 11
4.1 Lage ... 12
4.2 Léon Wohlhage Wernik ... 12
4.3 Gebäude ... 13
5. Botschaft der Republik Österreich ... 14
5.1 Lage ... 15
5.2 Hans Hollein ... 15
5.3 Gebäude ... 16
6. Botschaft von Großbritannien ... 19
6.1 Lage ... 20
6.2 Michael Wilford Associates ... 20
6.3 Wettbewerb ... 21
6.4 Gebäude ... 22
7. Botschaft Frankreichs ... 26
7.1 Lage ... 26
7.2 Christian de Portzamparc ... 27
7.3 Wettbewerb ... 28
7.4 Gebäude ... 30
8. Inwieweit sind die Architekturen der Botschaftsbauten „ländertypisch"? ... 33
9. Abbildungsverzeichnis ... .. 38
10. Medienverzeichnis ... 75
10.1 Monographien ... 75
10.2 Zeitschriftenartikel ... 76
10.3 Internetseiten ... 77
1. Vorbemerkungen
Meine Arbeit hat die neuen Botschaftsbauten in Berlin zum Thema, dies sind allesamt Gebäude, die erst vor kurzer Zeit1 fertig gestellt worden sind. Aus diesem Grund gestaltete sich die Medienrecherche zum Teil recht aufwändig; so sind wegen ihrer Aktualität teilweise Bücher noch nicht in den Bestand der Bibliothek aufgenommen2, in manchen Veröffentlichungen ist aufgrund deren Erscheinungsdatums ein von der Ausführung abweichender Planungszustand wiedergegeben3 und Internetseiten sind zum Teil erst in den letzten Monaten um einen Beitrag zur Baugeschichte erweitert worden4. Um der Aktualität der Bauten Rechnung zu tragen habe ich deshalb zusätzlich zu Büchern und Artikeln in Architekturzeitschriften auch Internetseiten bei meiner Recherche herangezogen. Um dem Anspruch der Arbeit gerecht zu werden, habe ich schon im Vorfeld nur solche Seiten selektiert, die aufgrund ihres Informationsgehalts und ihrer Referenzen verlässlich sind, wie z. B. www.baunetz.de oder die offiziellen Seiten der Botschaften. Da es sich bei der Aufgabenstellung nicht um eines, sondern um fünf Themen handelt, musste ich gewichten, um den Rahmen nicht zu sprengen. Ich gehe in meiner Arbeit detailliert auf die Botschaften Frankreichs und Großbritanniens ein, bei denen ich auch konkurrierende Wettbewerbsentwürfe vorstelle. Aus Platzgründen kann ich die Botschaftsgebäude Mexikos, Indiens und Österreichs nicht in aller Ausführlichkeit behandeln5, gebe ihnen aber trotzdem genügend Raum, um den Architekturen gerecht zu werden.
2. Pariser Platz und Diplomatenviertel
„Die Geschichte diplomatischer Vertretungen in Berlin ist vergleichsweise lang, sie greift bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück, als die Stadt Hauptstadt von Preußen war“6. Logierten die Bevollmächtigten seinerzeit in Wohnungen oder Hotels in der Wilhelmstraße und Unter den Linden, kristallisierten sich in den letzten drei Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts zwei bevorzugte Standorte für diplomatische Vertretungen in Berlin heraus: Zum einen der Bereich Pariser Platz, Unter den Linden, Wilhelmstraße und Leipziger Platz, zum anderen das ehemalige Alsenviertel7. Die Gegend um die Wilhelmstraße war ideal wegen ihrer Lage zur Reichskanzlei und den Schaltstellen der Macht, das Alsenviertel bot sich aufgrund seiner gediegenen Stadtpalais, die von den Diplomaten gerne bezogen wurden8 und seiner Nähe zum Reichstagsgebäude an.9
Als weiterer Botschaftsstandort bildete sich in den zwanziger Jahren das Tiergartenviertel heraus. Die kritische Wirtschaftslage nach 1918 ließ viele Hausbesitzer ihre quartiertypischen Großvillen verkaufen, somit wurde eine größere Anzahl von repräsentativen Bauten dort vakant; zeitgleich ließen neue Aufgaben den Raumbedarf der Botschaften ansteigen10. In der Folge siedelten viele Botschaften in das Tiergartenviertel um und machten so das Quartier zur „ersten Adresse der Diplomatie“11 in Berlin.
Im Zuge der Planungen für die „Welthauptstadt Germania“ verdichteten die Nationalsozialisten 1938 das Tiergartenviertel zum „Diplomatenviertel“12.
[...]
1 Die Britische Botschaft ist im Februar 2000 eröffnet worden, die Botschaft der Vereinigten Staaten von Mexiko im November 2000, die Indische im Januar 2001. Im Juli 2001 folgte dann die Österreichische Botschaft und schließlich im Oktober 2002 die Französische, deren offizielle Einweihung erst im Januar 2003 erfolgte.
2 Aus der Reihe „Die neuen Architekturführer“ aus dem Stadtwandel Verlag ist das Heft über die Britische Botschaft und die Französische Botschaft noch nicht in den Bestand aufgenommen.
3 Im 1999 erschienenen Buch „Bundeshauptstadt Berlin“ von Ulf Meyer, ist beispielsweise die Französische Botschaft mit einer Fassadengestaltung abgebildet, die von der ausgeführten abweicht, im Architekturführer Berlin, Auflage 2001, und in der Publikation „Foreign Affairs“ ist die Britische Botschaft sechs- statt fünfstöckig abgebildet, die Französische Botschaft mit abweichender Befensterung und differierender Attikazone dargestellt.
4 Die Ausführungen über den Bau der Französischen Botschaft sind erst im Sommer 2003 in den Internetauftritt implementiert worden, ebenso die Ausführungen über die Geschichte der Österreichischen Botschaft.
5 Im Gespräch mit Herrn Prof. Dr. Schöller am Referatstermin, dem 04.06.2003 und bei der Berlinexkursion am 08.07.2003 vereinbart.
6 Redecke, Sebastian, Stern, Ralph (Hrsg.), Foreign Affairs, Neue Botschaftsbauten und das Auswärtige Amt in Berlin, Berlin, Basel, Boston 1997, S. 10.
7 Das ehemalige Alsenviertel beschreibt den Bereich nördlich des heutigen Platzes der Republik.
8 Zu dieser Zeit ist kein einziges Gesandtschaftsgebäude neu gebaut worden, vorhandene Gebäude wurden zu Residenzen ausgebaut.
9 Vgl. Redecke, Sebastian, Stern, Ralph (Hrsg.), Foreign Affairs, Neue Botschaftsbauten und das Auswärtige Amt in Berlin, Berlin, Basel, Boston 1997, S. 12.
10 Hinzu kamen beispielsweise Aufgaben des konsularischen Dienstes, also Pass- und Reiseformalitäten.
11 Redecke, Sebastian, Stern, Ralph (Hrsg.), Foreign Affairs, Neue Botschaftsbauten und das Auswärtige Amt in Berlin, Berlin, Basel, Boston 1997, S. 14.
12 Dies war nötig geworden, weil einige der bestehenden Botschaftsgebäude den Planungen im Wege standen und abgerissen werden sollten. Da eine Enteignung, wie bei Privatpersonen üblich, für die diplomatischen Missionen nicht in Frage kam, wurden den Ländern im Tausch gegen bestehende Gebäude Neubauten im westlichen Tiergartenviertel angeboten. Die meisten Staaten hatten kein Interesse an einer „Ghettoisierung“ im neu geschaffenen „Diplomatenviertel“, mussten aber dem Druck der Nationalsozialisten nachgeben. Im zweiten Weltkrieg wurde die Bebauung des Viertels nahezu vollkommen vernichtet, nur 16 von 529 Gebäuden stehen heute noch.
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