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Kaiser Ludwig der Bayer und Friedrich der Schöne von Habsburg

Scholary Paper (Seminar), 2004, 18 Pages
Author: Annette Schießl
Subject: History - Middle Ages, Early Modern

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 18
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 21  Entries
Language: German
Archive No.: V48937
ISBN (E-book): 978-3-638-45506-0

File size: 430 KB


Excerpt (computer-generated)

Kaiser Ludwig der Bayer und Friedrich
der Schöne von Habsburg

von: Annette Schießl

WS 2003/2004, 1. Semester

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 3

2. Die gemeinsame Jugend von Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen am Habsburger Hof 3

3. Die Auseinandersetzung zwischen Ludwig und Friedrich 4

3.1 Ludwigs Wechsel zur habsburgerfeindlichen Politik im Zuge der Niederbayern-Angelegenheit 4
3.2 Die Königswahl 1314 6
3.3 Der Kampf der Gegenkönige bis zur endgültigen Entscheidung 7
3.4 Die Entscheidungsschlacht bei Mühldorf und deren Auswirkungen 10

3.4.1 Die Schlacht von Mühldorf 10
3.4.2 Friedrichs Gefangenschaft 11
3.4.3 Langfristige Folgen der Schlacht von Mühldorf 11

4. Der Versöhnungsprozess zwischen Ludwig und Friedrich bzw. den Habsburgern 12

4.1 Die Verträge von Trausnitz, München und Ulm 12
4.2 Ludwigs Motive für sein Verhalten 13
4.3 Die Beziehung zwischen Ludwig und Friedrich nach den Verträgen 14

5. Schluss 15

6. Literaturverzeichnis 16

6.1 Quellen 16
6.2 Literatur 16

7. Abbildungsverzeichnis 18



 

1. Einleitung

Kein anderer deutscher Herrscher im Spätmittelalter hat wohl so polarisiert wie Ludwig der Bayer, ein König bzw. Kaiser, der zum einen als ein „Ausbund nahezu aller Laster“1 dargestellt wird, zum anderen bei manchen Geschichtsschreibern die Hochachtung erfahren hat, dass sie ihn „als einen wahrhaft christlichen Herrscher“2 bezeichneten. Offenbar muss die Verhaltensweise des Wittelsbacher relativ vielfältig gewesen sein, um solch völlig unterschiedliche Meinungen über ihn aufkommen zu lassen. So scheint es interessant, einmal das Leben dieses Kaisers näher zu betrachten, das so viele verschiedene Brennpunkte aufweist. Vor allem der lodernde Streit mit der Kurie ließ Ludwig den Bayern zu einer umstrittenen Berühmtheit werden, aber etwa auch die Auseinandersetzung mit seinem Bruder Rudolph prägte sein Leben. Ebenfalls ein besonderer Dreh- und Angelpunkt war die Beziehung zu seinem habsburgischen Vetter Friedrich dem Schönen, die für die politische Laufbahn des Herrschers von entscheidender Bedeutung war. Wichtige Abschnitte in Ludwigs Leben waren oft eng mit der Beziehung zu dem Habsburger verknüpft. Welches Verhältnis bestand aber zwischen den beiden? Gibt es Phasen, in denen sich die Beziehung zwischen dem Wittelsbacher und dem Habsburger verändert hat? Und nicht zuletzt: Welche Konsequenzen resultierten aus deren Verlauf? All diesen zentralen Fragen soll in dieser Arbeit auf den Grund gegangen werden. Um den Verlauf des Verhältnisses zwischen den Vettern untersuchen zu können, ist es natürlich nötig, die politischen Ereignisse, an denen Ludwig und Friedrich maßgeblich beteiligt waren, näher ins Auge zu fassen. Eine relativ umfassende Forschungs- und Quellenlage ermöglicht es, die Beziehung der beiden konsequent nachzuvollziehen. Lediglich die gemeinsame Jugend der beiden Vettern in Wien ist wenig dokumentiert und daher auch in der vorliegenden Arbeit nicht ausführlich dargestellt.

2. Die gemeinsame Jugend von Ludwig dem Bayern und Friedrich dem Schönen am Habsburger Hof

Dazu, wie es den Wittelsbacher an den Habsburger Hof, den Ort, an dem sich Ludwig und Friedrich näher kennen lernten, verschlug, sei nur wenig gesagt: Nach dem Tod von Ludwigs Vater Ludwig II. hielt Mechthild von Habsburg, Ludwigs Mutter, endgültig nichts mehr länger in München. Auseinandersetzungen mit ihrem Sohn Rudolph gaben ihr den entscheidenden Anstoß, zusammen mit ihrem zweiten Sohn Ludwig nach Wien umzusiedeln.3 Ohne Zweifel ist, dass der spätere Kaiser dort zusammen mit seinen habsburgischen Vettern Leopold und Friedrich aufwuchs. Abgesehen von einer Diessener Quelle ist nichts Sicheres über diesen Zeitabschnitt in Ludwigs Leben überliefert 4, doch durch diese kann man sich zumindest ein grobes Bild von der gemeinsamen Erziehung der Jungen machen: „filius Ludovicus Dux adhuc puerulus Viennae literis erat applicatus, nec non cum filiis Austriae Principis disciplinis honestioribus et morum gravitate imbuebatur, in per progressum temponis ad summum Romani Imperii culmen prae cunctis terrarum Principibus eligeretur.“5 Im Angesicht der spärlichen Überlieferungen über die Beziehung zwischen Ludwig und seinen habsburgischen Vettern lässt sich Gertrud Benker zu Mutmaßungen hinreißen: „Man könnte sich denken, daß es manches Auftrumpfen und Rangeln gab zwischen ihnen, Wettbewerb und Zorn über kleine Niederlagen”. 6 Schmid spricht allerdings davon, dass Ludwig und Friedrich „Jugendfreunde“7 waren, also eine durchaus freundschaftliche Beziehung pflegten.

3. Die Auseinandersetzung zwischen Ludwig und Friedrich

3.1 Ludwigs Wechsel zur habsburgerfeindlichen Politik im Zuge der Niederbayern-Angelegenheit

Die möglicherweise recht freundschaftliche Beziehung zwischen den beiden Vettern blieb allerdings nicht lebenslang bestehen. Zwar behielt Ludwig auch nach dem Tod seiner Mutter einen habsburgerfreundlichen Kurs bei – schließlich war er „zunächst auf die Unterstützung durch seinen Onkel König Albrecht I. gegen seinen Bruder Rudolph angewiesen”8 –, doch sobald er sich einen politischen Vorteil daraus verschaffen konnte, zögerte er nicht, sofort die Seiten zu wechseln. Diese Situation ergab sich am Tag des 9. Septembers 1312, an dem der niederbayerische Herzog Otto III. starb. Mit dessen Tod übernahm Ludwig die Vormundschaft über seine Vetter, den noch unmündigen Herzögen Heinrich XIV., Heinrich XV. und Otto IV. und damit gleichzeitig die niederbayerische Regentschaft. Zu dieser Zeit konnte Ludwig sein diplomatisches Fingerspitzengefühl unter Beweis stellen, indem er eine Gratwanderung zwischen der Partei der Niederbayern und die der Habsburger vollzog. Diese waren einander nämlich feindlich gesinnt, so dass Ludwig nicht ohne Komplikationen gleichzeitig mit beiden zusammenarbeiten konnte. Aus diesem Grund versuchte der Wittelsbacher zunächst Niederbayern und Habsburg einander anzunähern9, was auch von einstweiligem Erfolg gekrönt war:

[...]


1 Schmid, Ludwig, S.5

2 Pertz, Quellen, S.103

3 Vgl. Schmid, Ludwig, S.7

4 Vgl. Schlögl, Jugendgeschichte, S.195

5 Oefele, Scriptores, S.650

6 Benker, Ludwig, S.22

7 Schmid, Ludwig, S.9

8 Ebenda.

9 Vgl. Hundt, Ludwig, S.75


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