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Humortheorien der Gegenwart Anton C Zijdervelds Theorie der concepts of humor and laughter

Scholary Paper (Seminar), 2005, 13 Pages
Author: Karoline Schulte-Frohlinde
Subject: Communications: Miscellaneous

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 13
Grade: 2.3
Bibliography: ~ 8  Entries
Language: German
Archive No.: V48969
ISBN (E-book): 978-3-638-45530-5

File size: 219 KB


Excerpt (computer-generated)

Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Institut für Kommunikationswissenschaft
Reflexionskurs: „Humor in den Medien“
Wintersemester 2004/2005

Humortheorien der Gegenwart Anton C Zijdervelds
Theorie der concepts of humor and laughter

von: Karoline Schulte-Frohlinde

 


Inhalt

1 Einleitung: Warum ältere Theorien auf ihre Gültigkeit überprüft werden müssen 3

2 Die Theorie der `concepts` - Ein Modell der Cultural Studies 5

3 The Concept of Humor – feste Charakteristika des Themenkomplexes Humor 6

3.1 The Humorous Play 8
3.2 Humor als eine Konstitutive der Gruppendynamik 9

4 The Concept of Laughter – Lachen als Sprache des Humors 10

5 Schlussbemerkung  11

Literatur




 

1 Einleitung

Warum ältere Theorien auf ihre Gültigkeit überprüft werden müssen Anton C. Zijdervelds Überlegungen zum Lachen und zum Humor basieren auf den Unzulänglichkeiten und Auslassungen der drei bis dato markantesten Theorieansätze. Weder der antike Überlegenheitsansatz noch die Inkongruitätstheorie nach Kant und Schopenhauer oder die Entladungstheorie nach Freud bindet alle Aspekte des Themenfeldes Humor mit ein. Sie alle sind ungeeignet den Kontext insgesamt zu erfassen und eine schlüssige Zusammenhangsthese aufzustellen und zu verifizieren.

In der Antike versuchte sich bereits der griechische Philosoph Platon an einer Definition von Humor. Er diagnostiziert eine dem Humor grundsätzlich anhängige Schlechtigkeit und zeichnet in Ansätzen das paradoxe und ambivalente Wesen von Humor an sich auf. Platon bietet zudem den sogenannten Überlegenheitsansatz an, der besagt, dass Humor in Situationen entsteht, in denen eine oder mehrere teilnehmende Personen sich einer weiteren Person in irgendeinem Aspekt überlegen fühlen.1 Sowohl Platon als auch Aristoteles erkennen bereits die schmerzlose Komponente von Humor. Während Platon das „Problem Humor“ noch dramaturgisch inszenierte, wählt Aristoteles bereits eine theoretische und eher wissenschaftliche Textform.2 Platon, Aristoteles und Cicero sind die Wegbereiter für eine bestimmte Art und Weise der Wahrheitssuche.3 Ein Forschungsgegenstand wird in seine einzelnen Bestandteile zerpflückt, die dann definiert und beschrieben werden. Diese Art der Theoriebildung kann insofern problematisch werden, als dass eine universelle Erfassung des Gegenstandes, unter anderem aufgrund der ständigen Veränderung des Forschungsgegenstands zum Beispiel durch Einwirken von Kulturprogrammen, nicht möglich ist. Die Aufklärer Hobbes, Hutcheson und Harley firmen den Überlegenheitsansatz noch, wobei sie ihn um weitere Details und generelle Charakteristika ergänzen, die auch in der Gegenwart noch Bestandteil einer allgemeinen Humortheorie sind. Aus ebendiesen Vorschlägen beziehen Kant und Schopenhauer ihre Ideen zur Formulierung von Ansätzen, die auf Inkongruitäten beruhen, also erhellenden, schmerzlosen Erwartungsenttäuschungen. Beide treiben jedoch auch die Aufsplittung des Komplexes Humor in voneinander unterscheidbare definierbare Themengebiete (z.B. Komik, Humor, Scherz) voran. Da es sowohl Überschneidungen bei der Beschreibung der Phänomene gibt als auch Veränderungen im Ablauf derselben, sind die Resultate dieser Ordnungsversuche jedoch nur Definitionen von Einzelphänomenen, von denen keine end-gültig angewandt werden kann. Auch die Entladungstheorie nach Freud ist im Original eine Sackgasse. Er unterscheidet genau wie seine Vordenker Witz, Humor und Komik als drei voneinander trennbare Sinnsysteme und reduziert Humor auf die Gleichung Lustgewinn durch Gefühlsaufsparung. Freuds zentrale Akzentuierung liegt auf der „Abweisung des Anspruchs der Realität und der Durchsetzung des Lustprinzips“4 durch das Über-Ich.

Dieses am Schlingerkurs der Theorienbildung ableitbare Unvermögen, den Forschungsgegenstand universell zu erfassen, liegt maßgeblich daran, dass alle oben genannten Theorien den Komplex nicht als Ganzes behandeln, sondern versuchen, Komik , Witz und Humor und deren verschiedene Aspekte und Charakteristika als logisch trennbare und voneinander unabhängige Bereiche zu definieren. Komik, Witz und Humor sind als Schlüsselbegriffe der Ansätze nicht allgemein anwendbar und nicht ohne weiteres auf die Realität übertragbar, sondern nur auf einzelne, zugeschnittenen und vor allem bereits beschriebene Situationen. Humoristische Begebenheiten werden nicht ansatzweise allgemein definiert oder analysiert.

[...]


1 Vgl. Platon: Philebos. Seiten 62-66. Quelle: www.e-text.org/text/Platonj%20-%20Philebos.pdf [Stand 10.September 2004]

2 Vgl. Aristoteles: Nikomachische Ethik. Buch IV, Kap.14 Quelle: http://gutenberg.spiegel.de/aristote/nikomach/nikomach.htm [Stand 10.September 2004]

3 Vgl. Marcus Tullius Cicero: De Oratore. Über den Redner. Stuttgart. [Auszüge aus Buch II, Nr. 216-240]

4 Freud, Siegmund (1948): Der Humor. In Des.: Gesammelte Werke. Vierzehnter Band. Frankfurt a.M. S.385


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