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Seminararbeit, 2005, 20 Seiten
Autor: Markus Pietsch
Fach: Soziologie - Arbeit, Beruf, Ausbildung, Organisation
Details
Institution/Hochschule: Universität Hamburg (Institut Soziologie)
Tags: Brain, Drain, Brain, Gain, Kann, Deutschlands, Wirtschaft, Zuwanderung, Mobilitäts-, Arbeitsmarktforschung
Jahr: 2005
Seiten: 20
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 13 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-45585-5
Dateigröße: 261 KB
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Textauszug (computergeneriert)
„Brain Drain“ „Brain Gain“ – Kann Deutschlands
Wirtschaft auch ohne Zuwanderung wachsen?
von: Markus Pietsch
Semester: 7
Inhaltsverzeichnis
1. „Brain Gain“ forcieren und „Brain Drain“ stoppen – Ein Weg zu mehr Wachstum und Beschäftigung 1
2. „Brain Grain“ – Migration als Selektionsprozess des Humankapitals 2
2.1 „Brain Drain“ - „Brain Gain“ 2
2.2 Globale Auswirkungen von „Brain Drain“ und „Brain Gain“ 4
2.2.1 Afrikas Mediziner wandern aus – Indiens Informatiker sorgen für Wirtschaftswachstum in Indien 4
2.3 Die Einwanderungspolitik in den U.S.A- erfolgreiches Vorbild? 6
2.4 Wirtschaftliche Bedeutung der Migration von Einwanderern für Indien und die U.S.A. 8
2.5 Einwanderungspolitik in Deutschland – Die Green Card –Warum eine Einwanderungspolitik für Hochqualifizierte notwendig ist? 9
2.6 Ein Vergleich: Die deutsche „Greencard“ vs. Greencard und H-1b-Visum 11
3. Mangel an hochqualifizierten Arbeitskräften auf dem Arbeitsmarkt- Hochqualifizierte sind notwendig um Wachstum und Beschäftigung zu erhalten 13
4. Resümee 14
5. Literaturverzeichnis
1. „Brain Gain“ forciere n und „Brain Drain“ stoppen – Ein Weg zu mehr Wachstum und Beschäftigung
Deutschland ist ein Einwanderungsland. Spätestens seit der Einführung der „Green Card“ kursierte diese Botschaft durch die deutsche Zeitungs-, und Fernsehlandschaft. Doch gilt dies auch für Wissenschaftler und Hochqualifizierte? Glaubt man der Presselandschaft werden ausländische Fachkräfte vergleichsweise wenig erfolgreich durch die „Green Card“ als Einwanderungsland angesprochen. Vielmehr scheint es immer mehr deutsche Nachwuchsführungskräfte und Wissenschaftler in die Vereinigten Staaten, Groß Britannien oder die Schweiz zu ziehen. So wanderte jeder siebte deutsche Promovierte in die U.S.A ab, 30% davon bleiben dauerhaft, so die Süddeutsche Zeitung1. Die wissensbasierte Gesellschaft Deutschland ist auf Produktivitätsfortschritte und Innovation angewiesen, um international konkurrenzfähig zu bleiben. Wissen ist ein zentraler Produktions- und Standortfaktor von heute und besonders von morgen. Deutschland muss deshalb den Wissenskapitalabfluss stoppen und Zuwanderung von Hochqualifizierten fördern, vor allen Dingen, wenn man die zukünftige demografische Entwicklung Deutschlands in diesem Kontext betrachtet.
In dieser Hausarbeit soll Theorien zur Migration von Hochqualifizierten skizziert werden. Beispielhaft sollen die Auswirkungen vom „Brain Drain“ an Indien, als positives Beispiel und Afrika als negatives Beispiel aufgeführt werden. Am Beispiel der Vereinigten Staaten von Amerika, soll gezeigt werden welche positiven Auswirkungen die Zuwanderung von Hochqualifizierten haben kann bzw., dass Zuwanderung unter bestimmten Vorraussetzungen nötig seien muss. Im Weiteren werden die Einwanderungspolitik Deutschlands und der U.S.A. kurz vorgestellt. Die beiden Einwanderungspolitiken sollen durch Vergleich aufzeigen, weshalb die deutsche „Green Card“ Initiative im Vergleich zum amerikanischen Visum Nachteile aufweist. Außerdem soll geprüft werden, ob die deutsche Einwanderungspolitik ursächlich für das begrenzte Interesse an Deutschland als Einwanderungsland ist. Abschließend wird erläutert weshalb eine positive Einwanderungspolitik dringend notwenig ist.
2. „Brain Grain“ – Migration als Selektionsprozess des Humankapitals
2.1 „Brain Drain“ - „Brain Gain“
Mit dem Begriff „Brain Drain“ bezeichnet man den Abfluss besonders qualifizierter und intelligenter Menschen aus einem Land, mit „Brain Gain“ deren Zuwanderung. Ursächlich für die Migration können sowohl wirtschaftliche als auch politische Gründe sein. Viele solcher Einwanderungswellen haben in den Zuwanderungsländern zu wirtschaftlichen und kulturellen Blütezeiten geführt, während in den Abwanderungsländern der Verlust von talentierten Köpfen oft zu erheblichen Problemen geführt hat. Erstmal wurde der Begriff „Brain Drain“ in den sechziger Jahren im Zusammenhang mit der Abwanderung von hochqualifizierten, englischen Arbeitskräften in die Vereinigten Staaten benutzt.2 Ende der 1960er versuchten Anhänger der Dependenz- und Modernisierungstheorien die zunehmende Abwanderung Hochqualifizierter aus Entwicklungsländern als Erklärung für deren Unterentwicklung heranzuziehen. Die Dependenztheorien versuchen Unterentwicklung als Folge von westlichen Weltmachtsstrukturen, die Entwicklungsländer in politischer und wirtschaftlicher Abhängigkeit hielten, zu erklären. Im Zusammenhang mit „Brain Drain“ wird nicht nur die Verwendung von Rohstoffen als Ausbeute verstanden, sondern auch die Abwerbung von qualifizierten Fachkräften. D.h. die Industrieländer können sich Fachkräfte der ärmeren Länder sichern, ohne sich an den Ausbildungskosten zu beteiligen. 3 Die Abwanderung von Hochqualifizierten wurde auch im Rahmen der Modernisierungstheorie diskutiert. Im Gegensatz zur Dependenztheorie wurde die Abwanderung von Eliten und Hochqualifizierten nicht uneingeschränkt negativ gewertet. Die neoklassische Wirtschaftstheorie versteht die Abwanderung als ein Resultat von Angebot und Nachfrage auf dem internationalen Arbeitsmarkt. Nach der klassischen Lehre wird der Produktionsfaktor Arbeit an dem Ort eingesetzt, an dem dieser am effektivsten verwertet werden kann. In diesem Fall ist die Abwanderung von Hochqualifizierten nicht unbedingt eine negative Folge für das Geberland. Eine Einschränkung des „Brain Drain“ durch staatliche Maßnahmen z.B. würde zur Verzerrung von Angebot und Nachfrage führen und das optimale Arbeitsmarktgleichgewichtes zerstören.4 Ursächliche für die Abwanderung von Eliten sind in diesem Fall auch weniger die Aufnahmebestimmungen und die Politik der Aufnahmeländer, sondern die Bedingungen, die in den Abgabeländern vorherrschen. D.h. die Abwanderung von Eliten ist oftmals das Resultat fehlender Einsatz- und Entfaltungsmöglichkeiten in den Entwicklungsländern bzw. Geberländern. Oft sind z.B. politische und wirtschaftliche Instabilität, sowie eine schlechte Arbeitmarktlage Auslöser der Abwanderung. Modernere Wirtschaftstheorien, wie z.B. die Wachstumstheorie gehen davon aus, dass die Abwanderung von Humankapital negative Folgen für das Abwanderungs-, bzw. Entwicklungsland hat.
[...]
1 Vgl. Süddeutsche Zeitung vom 11.08.03
2 Vgl. Hunger, Uwe, Vom Brain Drain zum Brain Gain – Die Auswirkung von Hochqualifizierten auf Abgabe und Aufnahmeländer, Münster 2003, S. 15.
3 Vgl. Ebenda S.10.
4 Vgl. Ebenda S. 11.
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