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Autor: Timo Rahmann
Fach: Politik - Pol. Systeme - Politisches System Deutschlands
Details
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (Otto-Suhr-Institut)
Tags: Image, Standortfaktor, Chancen, Probleme, Stadtimagekampagnen, Kommunen, Stadtentwicklung, Kassen
Jahr: 2003
Seiten: 25
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 42 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 282 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45620-3
Textauszug (computergeneriert)
Freie Universität Berlin
Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaften
Hauptseminar: „Stadtentwicklung – bei leeren Kassen?“
September 2003
Image als Standortfaktor - Chancen und Probleme
von Stadtimagekampagnen für Kommunen
von: Timo Rahmann
Inhaltsverzeichnis
I.) Einleitung 3
II.) Ein Wettstreit der Städte? 4
III.) Die Relevanz der weichen Standortfaktoren 6
IV.) Die Rolle von Bildern und Images 9
V.) Exkurs: Städterankings 11
VI.) Stadtimagekampagnen und die Beeinflussung von Bildern 12
VII.) Fallbeispiel: Kassel 15
VIII.) Schlussbetrachtung 19
IX.) Verwendete Literatur 23
I.) Einleitung
Die Situation der Städte und Gemeinden in Deutschland ist in den letzten Monaten vorwiegend im Zusammenhang mit der leidenschaftlich geführten Debatte um die Gemeindefinanzreform in den Blickpunkt von Öffentlichkeit und Wissenschaft gelangt. Auch in den Diskussionen um die Reformvorhaben der Regierung, beispielsweise hinsichtlich des Vorziehens der Steuerreform, wurden häufig auch die Auswirkungen die Kommunen thematisiert. Die derzeitige Lage der kommunalen Gebietskörperschaften ist – und dies ist keine neue Erkenntnis – besonders in finanzieller Hinsicht schon seit längerem besorgniserregend. Die ve rzweifelten Appelle der Vertreter von Städten und Gemeinden an die Bundesregierung mit einer tiefgreifenden Reform die finanzielle Situation der Kommunen zu verbessern gingen quer durch alle Parteien und die gesellschaftlich-politischen Interessenverbände. Doch das Ergebnis ist aus Sicht der Gemeinden recht mager ausgefallen. Viele Kommunen haben begonnen neue Wege zu bestreiten, um aus eigener Kraft ihre Handlungsfähigkeit in Teilen wieder herzustellen. Hierzu gehört der gesamte Komplex des umstrittenen Cross-Border-Leasing, aber natürlich auch das altbekannte outsourcing und der Bereich der Public-Private-Partnerships. Hier liegen Chancen, aber auch Risiken.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich vor allem mit den sogenannten weichen Standortfaktoren und als einen Teil dessen mit den bestehenden Bildern und Images von Städten und den Möglichkeiten, diese zu beeinflussen. In einem ersten Schritt soll der stattfindende Wettstreit der Städte betrachtet werden, um daraufhin die Relevanz von weichen Standortfaktoren und Images in diesem Zusammenhang näher zu beleuchten. Die besondere Bedeutung von Städteranking soll nur kurz in einem Exkurs Erwähnung finden, um den anschließend zu diskutierenden Themen der Stadtimagekampagnen und der Erläuterung des Fallbeispiels mehr Raum zu geben. Da der Themenkomplex der Standortfaktoren inhaltlich eng mit der Regionalen Wirtschaftsförderung verzahnt ist, werden diese beiden Aspekte immer wieder gemeinsam aufgegriffen. Eine eigene Analyse der wirtschaftlichen Lage der Kommunen insgesamt soll an dieser Stelle nicht stattfinden, vielmehr geht es darum, den Versuch zu unternehmen die unbewusst immer wieder ins Spiel gebrachten Aspekte des Stadtimage zu erläutern, zu differenzieren und auf ihre Praktikabilität zu überprüfen. In der Schlussbetrachtung sollen einige Argumente nochmals zur Sprache kommen und neue Fragen aufgeworfen werden.
II.) Ein Wettstreit der Städte?
Das Schlagwort der Städtekonkurrenz hat im Laufe der 1990er Jahre zunehmend andere Leitbilder der Stadtentwicklung verdrängt. Der Stereotyp der ständig prosperierenden Metropole, voller neuer Wachstumsschübe und Ideen, wurde immer mehr zum Ideal der Stadt und zum Ziel der Entwicklungsstrategien der Planer. Der Konkurrenzgedanke wird fast allgegenwärtig, wenn man sich die Anhäufung von sogenannten Städterankings beziehungsweise von Städtehitlisten bewusst macht. Die öffentlichkeitswirksame Vergabe und mediale Verarbeitung von Großereignissen (Olympische Spiele, Weltmeisterschaften, kulturelle Großveranstaltungen und Ausstellungen) trägt das Ihrige dazu bei, dass sich das Bild des erbitterten Wettstreites der Städte und Gemeinden in den Köpfen festsetzt.1 Hinter diesem Wettbewerb verbirgt sich das Ringen um die knapper werdende Ressource der wirtschaftlichen Investoren, aber auch um finanzkräftige Besucher. Selbst um die Einwohner entbrennt durch die größer gewordene soziale Mobilität der Menschen eine Auseinandersetzung – ein Problem mit dem vor allem die ostdeutschen Kommunen zu kämpfen haben, denn hier findet nach wie vor eine selektive Abwanderung in westdeutsche Kommunen statt. Eine positive, wenn auch oftmals sehr subjektive, Positionierung im Wettbewerb der Städte gilt als Sinnbild beziehungsweise Vorbote einer fortschrittlichen Entwicklung.
Leicht entsteht der Eindruck, dass es vor allem die Großstädte sind, die sich in zum Teil weltweiter Stadtkonkurrenz befinden und von internationalen wirtschaftlichen Entwicklungsprozessen massiv beeinflusst werden. Richtig ist, dass ihre weitere Entwicklung entscheidend davon abhängt, wie sie sich in einem großräumigen internationalem Städtesystem positionieren. 2 Die Diskussion konzentriert sich jedoch zumeist auf den stattfindenden Wettbewerb weniger Metropolen, die auch unter der Bezeichnung „global cities“ firmieren. 3 Die sogenannten „global cities“ kämpfen in einer durch die Globalisierung von den Schranken der einzelnen Nationalökonomien befreiten Handelswelt um die Vormachtstellung im internationalen Konkurrenzsystem der Städte. So oder so ähnlich sieht das in der Literatur gezeichnete Bild der Städtekonkurrenz oft aus.4 Hierbei wird jedoch vergessen, dass der Großteil der Standortentscheidungen, um die es in der Diskussion von Fragen der Städtekonkurrenz letztlich immer geht, nicht von den in den „global cities“ operierenden „global players“ getroffen werden, sondern von mittelständischen Unternehmen mit zum Teil weniger als zehn Beschäftigten – und diese Entscheidungen wirken eher auf regionale Wirtschafträume als auf die Weltmärkte. 5 Die Debatte um den Wettstreit der Städte greift also zu kurz, wenn sie sich ausschließlich mit Fragen der Globalisierung beschäftigt, denn dieser findet sowohl international als auch in nationalstaatlichen und regionalen Räumen statt.
[...]
1 Vgl.: Häußermann, /Siebel,, 1993
2 Vgl.: Krätke, 1998, S. 378
3 Der Global City Ansatz geht davon aus, dass die Art und Weise der Integration einer Stadt in das weltwirtschaftliche System ihre ökonomisch-soziale und baulich-räumliche Entwicklung bestimmt. ; Vgl.: Sassen, S., Metropolen des Weltmarkts, Die neue Rolle der Global Cities, Frankfurt a. M./New York, 1996
4 Vgl.: Diverse Beiträge in: Iglhaut, 1994
5 Vgl.: Naßmacher, 1999, S. 375
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