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Internet- und Onlinespielsucht bei Kindern und Jugendlichen

Examination Thesis, 2006, 153 Pages
Author: Maike Wörsching
Subject: Regional History and Geography (Basic Primary School Pedagogy)

Details

Category: Examination Thesis
Year: 2006
Pages: 153
Grade: 1
Bibliography: ~ 51  Entries
Language: German
Archive No.: V49119
ISBN (E-book): 978-3-638-45647-0

File size: 405 KB
Notes :
Der erste Teil der Arbeit beschäftigt sich mit der Fachliteratur zu den Themen Sucht im Allgemeinen und Internetsucht. Im zweiten Teil wird in einer empirischen Studie untersucht, welche Auswirkungen erhöhter Internetgebrauch auf das Leben ausgewählter Jugendlicher haben kann.



Excerpt (computer-generated)

Universität Frankfurt
Wissenschaftliche Hausarbeit für das Lehramt an Grundschulen
eingereicht dem Amt für Lehrerausbildung
Fach: Sachunterricht (Biologie)
-Erste Staatsprüfungen-

Internet- und Onlinespielsucht bei Kindern und Jugendlichen

eingereicht von:
Maike Wörsching

November 2005

 

INHALT

1.) EINLEITUNG ... 5

2.) DER SUCHTBEGRIFF ... 7
2.1) Sucht oder Abhängigkeit? ... 8
2.2) Einteilung der Süchte ... 9
2.3) Charakteristik einer Sucht ... 11
2.4) Faktoren und Motive einer Sucht ... 14

3.) INTERNETSUCHT ... 17
3.1) Daten zur Internet- und Computernutzung ... 18
3.2) Internetsucht – Fakt oder Fiktion? Ein Forschungsüberblick ... 21
3.2.1) Internetsucht ist möglich ... 22
3.2.2) Internetsucht gibt es nicht ... 24
3.3) Erscheinungsbild der Internetsucht ... 26
3.3.1) Anzeichen für die Internetsucht ... 27
3.3.2) Warum macht das Internet süchtig? ... 29
3.3.3) Welche Bereiche des Internet sind besonders betroffen? ... 33
3.3.4) Auswirkungen der Internetsucht ... 35
3.3.4.1) Soziale Auswirkungen ... 35
3.3.4.2) Gesundheitliche Auswirkungen ... 36
3.3.4.3) Berufliche und schulische Auswirkungen ... 36
3.3.5) Wann ist man internetsüchtig? ... 38
3.4) Internetsucht bei Kindern und Jugendlichen ... 41
3.4.1) Betroffene Bereiche ... 43
3.4.1.1) Computer- und Onlinespiele ... 43
3.4.1.2) Kontakte knüpfen ... 45
3.4.2) Interventionsmöglichkeiten für Eltern betroffener Kinder ... 47

4.) EMPIRISCHE STUDIE ZUM PROBLEMBEWUSSTSEIN JUGENDLICHER BEZÜGLICH IHRES INTERNET- UND ONLINESPIELE-KONSUMS ... 51
4.1) Fragestellung ... 52
4.2) Charakterisierung des Interviews ... 53
4.3) Überlegungen beim Erstellen der Interviewfragen ... 54
4.4) Interviewfragen ... 59
4.5) Vorgehensweise bei der Erhebung ... 62
4.5.1) Zugang zum Untersuchungsfeld ... 62
4.5.2) Durchführung der Interviews und Aufzeichnung ... 62
4.5.2.1) Angaben zur Person ... 63
4.5.2.2) Einleitung ... 63
4.5.2.3) Leitfaden ... 63
4.6) Überlegungen zur Interpretation der Interviews ... 64
4.6.1) Transkription ... 64
4.6.2) Redigierte Aussagen ... 65
4.6.2.1) Selektieren der bedeutungstragenden Aussagen ... 65
4.6.2.2) Auslassen von Redundanzen und Füllseln ... 66
4.6.2.3) Transformieren in unabhängige Aussagen des Interviewpartners ... 66
4.6.2.4) Paraphrasieren ... 66
4.6.3) Auswertung der Interviews ... 67
4.7) Interpretation der Interviews ... 68
4.7.1) Redigierte Aussagen der interviewten Jugendlichen ... 68
4.7.1.1) Redigierte Aussagen Felix ... 68
4.7.1.2) Redigierte Aussagen Marcel ... 71
4.7.1.3) Redigierte Aussagen Gerrit ... 74
4.7.1.4) Redigierte Aussagen Anne ... 76
4.7.1.5) Redigierte Aussagen Marc ... 79
4.7.1.6) Redigierte Aussagen Timm ... 82
4.7.1.7) Redigierte Aussagen Sebastian ... 84
4.7.1.8) Redigierte Aussagen Harry ... 88
4.7.2) Auswertung der Aussagen der interviewten Jugendlichen ... 91
4.7.2.1) Welches Vorwissen haben die Jugendlichen zum Thema Sucht und nehmen sie diese als eine reale Problematik wahr? ... 91
4.7.2.2) Was sind die Hauptaktivitäten der Befragten am Computer und im Internet? ... 94
4.7.2.3) Welche Bedeutung haben digitale Unterhaltungsmedien im Leben der Jugendlichen? ... 97
4.7.2.4) Welchen Einfluss haben die Eltern auf den Computer- und Internetkonsum der Jugendlichen? ... 99
4.7.2.5) Sehen die Jugendlichen ein Problem in ihrem Computer- und Internetkonsum? ... 101
4.7.2.6) Deuten Computer- und Internetgebrauch der Befragten auf eine Suchtgefährdung hin? ... 104
4.8) Zusammenfassung der Ergebnisse ... 108

5.) RESÜMEE ... 111

6.) AUSBLICK ... 115

7.) LITERATURVERZEICHNIS ... 116

8.) ANHANG ... 123
8.1) Transkript Felix ... 124
8.2) Transkript Marcel ... 129
8.3) Transkript Gerrit ... 132
8.4) Transkript Anne ... 135
8.5) Transkript Marc ... 138
8.6) Transkript Timm ... 141
8.7) Transkript Sebastian ... 144
8.8) Transkript Harry ... 148
8.9) Auszug aus dem SciFi-Forum [http://www.scififorum. de/showthread.php?t=2732] vom 19.04.2001 ... 151

 

1.) EINLEITUNG

Computer und Internet gewinnen in der heutigen Gesellschaft rapide an Einfluss und Bedeutung. Medienwissenschaftler und Pädagogen, aber auch Eltern und Vorgesetzte betrachten diese Medien aber immer häufiger als zweischneidiges Schwert. Vor einigen Jahren als Informations-, Bildungs- und Kommunikationsmedium gelobt, beklagen sie nun die negativen Begleiterscheinungen. So wird der Internetnutzer ständig reizüberflutet und verliert bisweilen die Übersicht. Auch wird das Internet oft ungeniert als Mittel zur Agitation eingesetzt oder bietet Raum für Menschen mit gewissen Vorlieben, die in der Gesellschaft nicht oder kaum akzeptiert werden würden.

Weiterhin taucht in diesem Zusammenhang immer wieder der Vorwurf auf, das Internet verursache Abhängigkeiten oder mache gar süchtig. Besonders anfällig dafür seien Kinder und Jugendliche, die etliche Stunden am Tag surfen, chatten oder spielen. Mit meiner Studienarbeit versuche ich, dem „Suchtfaktor Internet“ ein Stück weit auf den Grund zu gehen. Sollten diese Vorwürfe nämlich zutreffen, hätte dies weit reichende Konsequenzen für den Schulalltag. Denn nachlassende Konzentrations- und Leistungsfähigkeit gehen oft mit einem suchtartigen Verhalten einher. Weiterhin sähen sich in diesem Fall auch Lehrer und Lehrerinnen mit einer neuartigen Problematik konfrontiert, was von ihnen verlangen würde, sich darüber in dem Maße zu informieren, dass sie im Stande sind, eine Diagnose zu stellen und Präventions- oder Interventionsmaßnahmen anzubieten.

Problematisch war für mich das Fehlen einer zufrieden stellenden und allgemeingültigen Definition der Computer- und Internetsucht in der Literatur. Dieses Phänomen – sofern es existiert – ist noch zu jung, um wissenschaftlich schon in aller Konsequenz untersucht zu sein. Nachdem ich einen grundlegenden Überblick zum Suchtbegriff geschaffen habe, habe ich daher zunächst vorhandene Suchtdefinitionen auf ihre Vereinbarkeit mit Begleiterscheinungen von exzessivem Internetkonsum hin überprüft. Die daraus gewonnenen Ergebnisse verwende ich im Anschluss in einer ergebnisoffenen Studie. Ich habe einen Fragenkatalog zu den Themenkomplexen Sucht und Internet ausgearbeitet. Dieser diente in Interviews mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen als Grundlage, um deren Internetgebrauchsgewohnheiten kennen zu lernen und heraus zu finden, ob sie bezüglich einer Suchtgefährdung Probleme bei ihrem Internetkonsum feststellen. Diese Aussagen haben zwar keinen repräsentativen Charakter, stellen aber insofern eine Vertiefung des Themas dar, als dass auch die nicht-wissenschaftlichen Meinungen dargestellt werden können. Dabei wird eine Diskrepanz der Anschauungen hinsichtlich des Gefahrenpotenzials des Internet deutlich werden.

Abschließend werde ich die Ergebnisse der Befragung mit dem theoretischen Teil der Arbeit vergleichen und kritisch reflektieren. Dies ist Grundlage für die in einem Ausblick fest gehaltenen Äußerungen zur Notwendigkeit einer weiteren intensiven Forschung in diesem Bereich.

2.) DER SUCHTBEGRIFF

Der Begriff Sucht taucht im täglichen Leben sehr oft auf. Primär werden damit vermutlich Süchte assoziiert, deren weit reichende Folgen nahezu jedem bekannt sind, wie beispielsweise die Drogensucht oder die Alkoholsucht. Weiterhin existiert das Wort Sucht auch in Zusammenhang mit von der Norm abweichenden Verhaltensweisen, wie Arbeitssucht, Spielsucht oder auch die Internetsucht, auf die ich im weiteren Verlauf der Arbeit noch detailliert eingehen werde.

Nicht vergessen sollte man die unter Menschen eher alltägliche Eifersucht, Habsucht oder Geltungssucht. Solange diese nicht in einer extremen Form auftreten, werden sie jedoch eher selten als krankhaft und von der Norm abweichend eingestuft. Diese täglichen Berührungspunkte führen wohl oft auch dazu, dass Verhaltensweisen, die nach Meinung der bereffenden Person übermäßig praktiziert werden, schnell spaßeshalber als „Sucht“ eingestuft werden, beispielsweise wenn ein Familienmitglied zu lange vor dem Fernseher sitzt.

Wann es sich nun genau um eine Sucht im medizinischen Sinn handelt, welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede die einzelnen Süchte haben und welche Auswirkungen diese haben können, soll im Folgenden geklärt werden. Im ersten Schritt muss dazu der Unterschied zwischen dem Wort Sucht und dem ebenfalls häufigen Begriff der Abhängigkeit erörtert werden. Das bildet die Basis, um die verschiedenen Süchte weiter zu differenzieren und Motive oder Faktoren einer Sucht zu benennen.

2.1) SUCHT ODER ABHÄNGIGKEIT?

Die Begriffe Sucht und Abhängigkeit werden häufig synonym verwendet. Im Rahmen meiner Recherche stellte sich allerdings heraus, dass es unterschiedliche Auffassungen gibt, ob es sich nun wirklich um dasselbe handelt oder nicht. So lässt sich in der Pschyrembel nachlesen, dass Sucht lediglich ein umgangssprachlicher Ausdruck für Abhängigkeit ist (vgl. Pschyrembel 1998, S. 1503). Dagegen vertritt Werner Stangl auf seiner Website die Meinung, dass der Mensch von Geburt an von vielen Dingen wie Nahrung, Luft und dergleichen abhängig ist. Darum müsse Abhängigkeit nicht von vorneherein etwas Negatives sein, wobei die Sucht schon eher im Extremen angesiedelt sei. Nach Stangl ist nicht jeder Abhängige gleichzeitig auch süchtig (vgl. Stangl).

Eher in der Mitte bewegt sich Seifried Seyer, indem er den beiden Begriffen unterschiedliche Schwerpunkte zuordnet. So rückt für ihn beim Begriff Sucht eher die Krankheit in den Vordergrund, während die Abhängigkeit eine Relationsbeziehung zwischen dem Körper und seinen Bedürfnissen betont. Abhängigkeit bedürfe allerdings einer Spezifikation wie „psychisch“ oder „physisch“ (vgl. Seyer 2004, S.1). Nach Karla Etschenberg wurde der klassische Suchtbegriff, der sich bis dahin ausschließlich auf die stoffgebundene Drogensucht bezog, 1964 auf Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation zu Gunsten des Begriffs Abhängigkeit aufgegeben. Wie schon erwähnt, wird Abhängigkeit immer spezifiziert, je nachdem ob sie eher im körperlichen oder im seelischen Bereich existent ist. Der Begriff Sucht dagegen würde weiterhin für stoffungebundene Süchte, die man auch als Verhaltenssüchte bezeichnet, verwendet werden. Etschenberg ist jedoch der Auffassung, dass der Begriff Sucht im Bereich einer stoffgebundenen psychischen Abhängigkeit treffender wäre, um die Vielschichtigkeit der Problematik zu fassen, da das Wort Abhängigkeit eher den pharmakologisch-medizinischen Aspekt des Problems betont (vgl. Etschenberg 2003, S. 4).

[...]


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