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Management-Strategien internationaler Unternehmen in der VR China - Joint Ventures versus Wholly Foreign-owned Enterprises

Diploma Thesis, 2005, 119 Pages
Author: Andreas Lentzsch
Subject: Economics / Business: Business Management, Corporate Governance

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2005
Pages: 119
Grade: 1.7
Bibliography: ~ 130  Entries
Language: German
Archive No.: V49131
ISBN (E-book): 978-3-638-45658-6

File size: 524 KB


Excerpt (computer-generated)

FREIE UNIVERSITÄT BERLIN
Fachbereich Wirtschaftswissenschaft
Diplomarbeit zur Erlangung des Grades
Diplom-Volkswirt

Managementstrategien internationaler Unternehmen in der VR China
Joint Ventures versus Wholly Foreign-Owned Enterprises

eingereicht von:
Andreas Lentzsch

November 2005

 

Inhaltsverzeichnis

I. Abbildungsverzeichnis ... 3

II. Abkürzungsverzeichnis  ... 4

1. Einleitung ... 6
1.1 Problemstellung  ... 7
1.2 Ziel und Gang der Untersuchung  ... 7

2. Investitionsstandort Volksrepublik China ... 9
2.1 Politischer Transformationsprozess  ... 9
2.2 Rechtliche Rahmenbedingungen ... 13
2.3 Ökonomische Situation  ... 16
2.3.1. Bruttoinlandsprodukt  ... 16
2.3.2. Außenhandel  ... 18
2.3.3. Ausländische Direktinvestitionen  ... 20
2.4 Kulturelle Aspekte: „Guanxi“ und „Mianzi“  ... 22
2.5 Zwischenfazit  ... 25

3. Strategien des Managements internationaler Unternehmen – Darstellung des Untersuchungsgegenstandes ... 26
3.1 Internationale Unternehmensstrategie ... 27
3.2 Internationale Markteintrittsstrategie ... 27

4. Die Transaktionskostentheorie  ... 31
4.1 Grundlagen der Transaktionskostentheorie ... 32
4.1.1. Transaktion ... 32
4.1.2. Transaktionskosten ... 33
4.2 Einflussgrößen auf die Höhe der Transaktionskosten ... 35
4.2.1. Verhaltensannahmen ... 36
4.2.2. Umweltmerkmale ... 38
4.3 Koordinationsformen der Transaktion: Markt und Hierarchie  ... 47
4.4 Zwischenfazit  ... 50

5. Equity Joint Ventures (EJV) in der VR China  ... 52
5.1 Grundlagen: Abgrenzung EJV von CJV ...  53
5.2 Voraussetzungen  ... 55
5.3 Motive  ... 60
5.3.1. Seitens der chinesischen Unternehmen ... 60
5.3.2. Seitens der internationalen Unternehmen  ... 60
5.4 Der Prozess eines EJV in der VR China  ... 61
5.4.1. Ex ante: Initiierungsphase ... 61
5.4.2. Ex ante: Verhandlungs- bzw. Gründungsphase  ... 66
5.4.3. Ex post: Betriebs- und Kontrollphase  ... 76
5.4.4. Ex post: Beendigungsphase  ... 83
5.5 Zwischenfazit  ... 85

6. Wholly Foreign-Owned Enterprises (WFOE) in der VR China  ... 87
6.1 Grundlagen ... 87
6.2 Voraussetzungen  ... 89
6.3 Motive  ... 90
6.4 Der Prozess eines WFOE in der VR China ... 91
6.4.1. Ex ante: Initiierungsphase ... 91
6.4.2. Ex ante: Verhandlungs- und Gründungsphase ... 91
6.4.3. Ex post: Betriebs- und Kontrollphase  ... 93
6.4.4. Ex post: Beendigungsphase  ... 97
6.5 Zwischenfazit  ... 98

7. Gegenüberstellung: EJV versus WFOE  ... 98
7.1 Vorteile: EJV versus WFOE  ... 99
7.2 Nachteile: EJV versus WFOE ... 100
7.3 Strategiealternativen ... 101
7.3.1. Vom EJV zum WFOE ... 102
7.3.2. EJV und WFOE  ... 104
7.4 Fazit ... 105

III. Literaturverzeichnis ... 107

 

1. Einleitung

Epochale Umbrüche haben eine unangenehme Eigenschaft: Sie werden in der Regel als solche nicht sofort wahrgenommen. Der wirtschaftliche Wiederaufstieg der VR China1 hingegen hat mittlerweile fast jeden Haushalt und jedes Unternehmen erfasst. Derzeit wundert sich kaum noch ein Konsument darüber, dass sein Mobiltelefon oder sein Notebook im „Reich der Mitte“ produziert worden ist. Dass diese Produkte aber immer noch das ihm vertraute Label eines internationalen Unternehmens tragen zeigt nur, wie sehr die Weltwirtschaft bereits von dem Standort China profitiert hat. So wird allenthalben davon ausgegangen, dass der Zuwachs an Effizienz, den die chinesische Volkswirtschaft in den vergangenen zwei Jahrzehnten vorzuweisen hatte, fast ausschließlich auf das Konto der internationalen Investoren geht (Baron et al., 2005: 24). Für die internationalen Unternehmen ist dies jedoch nur die eine Seite derselben Medallie. Denn China verfügt auch noch über einen der attraktivsten Binnenmärkte weltweit, den es zu erschließen gilt.

Voraussetzung hierfür war zunächst die wirtschaftliche Öffnung der Volksrepublik, die durch wirtschaftspolitische Reformmaßnahmen umgesetzt worden ist (vgl. Deng, 2001: 63). Hiernach ist die Zahl internationaler Unternehmen aus aller Welt, die sowohl von den chinesischen Produktionsbedingungen als auch von der Attraktivität des chinesischen Binnenmarktes überzeugt sind und die darin ihr Zielgebiet einer geschäftlichen Expansion gefunden haben, ständig gewachsen (Meng, 2003: 1). Aus eigener Notwendigkeit heraus nutzen die Chinesen hierbei geschickt die Kräfte der Globalisierung und des Kapitalismus nach ihren eigenen Vorstellungen und für ihre eigenen Zwecke. Denn die Entscheidung der internationalen Unternehmen für den Standort der VR China wird auch zukünftig durch die Sachzwänge erleichtert, denen sie auf den Weltmärkten unterworfen sind. Diese ergeben sich durch den gegenwärtigen Globalisierungsprozess, auf den im Rahmen verknüpfter Weltwirtschaftsstrukturen mit neuen strategischen Ausrichtungen seitens der Unternehmen reagiert werden muss. Nur so lässt sich vor dem Hintergrund eines zunehmenden Wettbewerbsdrucks auf internationalen Märkten weiterhin erfolgreich operieren. Hierzu bedarf es der Entwicklung und Umsetzung nachhaltiger Erfolgsstrategien durch die Unternehmen, um hinsichtlich der bestehenden internationalen Kapitalmobilität und des internationalen Standortwettbewerbs wirtschaftliche Erfolge in verschiedenen Ländern langfristig zu sichern. Dies zu erreichen macht in zunehmendem Maße Direktinvestitionen in den jeweiligen Zielmärkten notwendig. Vor diesem Hintergrund lassen sich insbesondere so komplizierte Märkte wie die der VR China besser erschließen (vgl. Gutowski, 2003: 5; Gutowski, 1998: 1).

1.1 Problemstellung

Die meisten internationalen Unternehmen würden die Behauptung unterschreiben, dass der Markteintritt mittels Direktinvestition in der VR China keine strategische Option, sondern eher eine strategische Notwendigkeit für die Zukunft darstellt (Teng, 2004: 381). Die Frage, die sich viele internationale Unternehmen stellen ist also nicht die, ob überhaupt ein Investment in der VR China getätigt werden soll, sondern wie sie ihr Engagement in den weltweit komplexesten Märkten der VR China am erfolgreichsten strukturieren und managen sollten (Mechem, 2004: 6; vgl. Schlevogt, 2000b: 201). Hieran knüpft das Ziel der Untersuchung an, wonach sich anschließend der Gang der Untersuchung ausrichtet.

1.2 Ziel und Gang der Untersuchung

Ziel der vorliegenden Arbeit wird es sein, die beiden hauptsächlich gewählten Markteintrittsstrategien mit Direktinvestitionen in der VR China, nämlich das Equity Joint Venture (EJV)2 und das 100%ige Auslandsunternehmen (WFOE)3 hinsichtlich der Koordination von Transaktionen und deren Kosten im chinesischen Umfeld einander gegenüberzustellen. Die Analyse soll schließlich eine Entscheidungshilfe bei der Wahl der effizientesten Strategie für das Management eines internationalen Unternehmens in der VR China sein.

Der Erreichung des Zieles ordnet sich der Gang der Untersuchung unter, welche in sieben Kapitel unterteilt ist. Im Anschluss an die oben vollzogene Einführung in die Thematik beginnt die Analyse im zweiten Kapitel mit der Beschreibung des Investitionsstandorts VR China, die sich sowohl in politische und rechtliche als auch ökonomische und kulturelle Aspekte gliedert. Im dritten Kapitel werden der Gegenstand der Untersuchung und daran anschließend die zu analysierende Hauptfrage der Arbeit hergeleitet. In einem vierten Kapitel wird die der Arbeit zugrunde liegende Theorie näher erläutert. Sie kommt erstmalig in Kapitel fünf zur Anwendung in dem der Autor die Koordination von Transaktionen innerhalb eines EJV in der VR China analysiert. In derselben prozessualen Art und Weise wird im darauf folgenden sechsten Kapitel das WFOE in der VR China untersucht. Nachdem beide Strategien erörtert worden sind, können sie im siebten Kapitel einander abschließend gegenübergestellt werden.

2. Investitionsstandort Volksrepublik China

Die Beschreibung des Investitionsstandortes VR China beinhaltet in einem ersten Schritt den politischen Transformationsprozess, auf dem sich das Land in den letzten Jahren befindet. Hieran soll deutlich werden, wie sich die Investitionsmöglichkeiten für internationale Unternehmen im Zuge dieses Prozesses verändert haben und auf welchem politischen Weg sich die Volksrepublik derzeit befindet. Die Umsetzung dieses politischen Prozesses kommt in den rechtlichen Rahmenbedingungen zum Ausdruck, welche einerseits die Wahl der Unternehmensform beeinflussen und die Grundlage für die erzielten ökonomischen Ergebnisse bilden. Letztere weisen zudem darauf hin, mit welcher allgemeinen Konkurrenzsituation ein Investor auf den Märkten der VR China derzeit rechnen kann. Nicht minder wichtig für die solide Vorbereitung eines China-Engagements ist die Berücksichtigung einiger kultureller Aspekte, der hier Folge geleistet werden soll. Denn unabhängig von der Wahl einer China-Strategie kann sich dieser kein internationales Unternehmen entziehen.

[...]


1 Die Termini „China“ und „Volksrepublik China (VR China)“, beziehen sich – falls nicht ausdrücklich anders angegeben – auf das Gebiet der Volksrepublik China exklusive der Sonderverwaltungszonen Hongkong SAR und Macau. Taiwan wird ebenfalls nicht unter diesen Begriff subsumiert. In der Literatur wird deshalb auch häufig der Begriff „Mainland China“ verwendet.

2 Im Folgenden wird der englische Begriff des „Equity Joint Venture“ (EJV) verwendet.

3 Im Folgenden wird der englische Begriff des „Wholly Foreign-Owned Enterprise“ (WFOE) verwendet.


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