Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Die Humanität als Leitidee in Goethes Schauspiel "Iphigenie auf Tauris" am Beisp... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Die Humanität als Leitidee in Goethes Schauspiel "Iphigenie auf Tauris" am Beispiel der Protagonistin

Termpaper, 2005, 10 Pages
Author: Alexander Eggert
Subject: German Studies - Modern German Literature

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 10
Grade: 19/20 Punkten (= Note 1)
Bibliography: ~ 5  Entries
Language: German
Archive No.: V49176
ISBN (E-book): 978-3-638-45696-8
ISBN (Book): 978-3-638-59785-2
File size: 145 KB

Abstract

Der mythologische Stoff der Iphigenie wurde mehrere Male zum Gegenstand der Literatur. Die aus der Antike erhaltene Fassung "Iphigenie bei den Taurern" des Euripides sowie dessen posthum erschienene "Iphigenie in Aulis" bilden dabei die Bezugspunkte beim Wiederaufgreifen des Iphigenie- Mythos bei unter anderem Racine und Gluck, und auch Goethe orientierte sich am euripideischen Werk für sein Schauspiel "Iphigenie auf Tauris", das er 1779 für den Weimarer Hof zum Anlass der Taufe der herzoglichen Tochter Luise Auguste Amalie fertigte. [gl. Morsch, Hans: Aus der Vorgeschichte von Goethes Iphigenie, in: Vierteljahrsschrift für Literaturgeschichte 4 (1891), S. 114] Diese Fassung, in rhythmischer Prosa geschrieben, erfuhr 1786 eine letzte Überarbeitung durch Goethe auf dessen Italienreise, welche in der Literaturgeschichte den Übergang in die Weimarer Klassik markiert. Die allgemeine Beschäftigung mit der vor allem griechischen Antike und ihren Objektivationen und Subjektivationen in dieser Zeit resultierte aus dem klassischen Verständnis, diese als Zustand der Vervollkommnung von Einheit und Harmonie im gemeinschaftlichen Zusammenleben sowie auch in der Individualität anzusehen, was der deutsche Idealismus aufgriff. Das für die Weimarer Klassik Wesentliche an dieser philosophischen Einstellung ist dessen Fokussierung auf den Menschen und dem ihm immanenten seelischmoralischen Vermögen - die Humanität. [Für einen Epochenüberblick vgl. die Begriffe "Humanismus", "Klassik" und "Weimarer Klassik" in: Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Herausgegeben von Günther und Irmgard Schweikle. Zweite, überarbeitete Auflage. Stuttgart 1990.] Menschlichkeit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit sind demnach als die Leitideen dieser Richtung der Literatur zu bezeichnen. Goethes Schauspiel "Iphigenie auf Tauris" dahingehend zu analysieren, ist Aufgabe und Anspruch dieser Arbeit. Dabei soll die endgültige goethische Fassung der "Iphigenie auf Tauris" Gegenstand der sich anschließenden Rezension sein.


Excerpt (computer-generated)

Christian-Albrechts-Universität zu Kiel
Institut für Neuere Deutsche Literatur und Medien
Seminar: Einführung in die Literaturwissenschaft
Wintersemester 04/05

Die Humanität als Leitidee in Goethes Schauspiel

„Iphigenie auf Tauris“

am Beispiel des Götterbildes der Protagonistin

von

Alexander Eggert

 

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 1

2. Formanalyse ... 2
2.1. Aufbau und formale Aspekte ... 2
2.2. Analyse der semantischen Räume ... 2

3. Der Humanitätsgedanke am Beispiel Iphigenies Götterverständnisses ... 3

4. ‚Iphigenie auf Tauris’ – Ideendrama der Humanität ... 6

5. Literaturverzeichnis ... 7

 

 

1. Einleitung

Der mythologische Stoff der Iphigenie wurde mehrere Male zum Gegenstand der Literatur. Die aus der Antike erhaltene Fassung „Iphigenie bei den Taurern“ des Euripides sowie dessen posthum erschienene „Iphigenie in Aulis“ bilden dabei die Bezugspunkte beim Wiederaufgreifen des Iphigenie- Mythos bei unter anderem Racine und Gluck, und auch Goethe orientierte sich am euripideischen Werk für sein Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“, das er 1779 für den Weimarer Hof zum Anlass der Taufe der herzoglichen Tochter Luise Auguste Amalie fertigte.1

Diese Fassung, in rhythmischer Prosa geschrieben, erfuhr 1786 eine letzte Überarbeitung durch Goethe auf dessen Italienreise, welche in der Literaturgeschichte den Übergang in die Weimarer Klassik markiert. 

Die allgemeine Beschäftigung mit der vor allem griechischen Antike und ihren Objektivationen und Subjektivationen in dieser Zeit resultierte aus dem klassischen Verständnis, diese als Zustand der Vervollkommnung von Einheit und Harmonie im gemeinschaftlichen Zusammenleben sowie auch in der Individualität anzusehen, was der deutsche Idealismus aufgriff. Das für die Weimarer Klassik Wesentliche an dieser philosophischen Einstellung ist dessen Fokussierung auf den Menschen und dem ihm immanenten seelischmoralischen Vermögen – die Humanität.2

Menschlichkeit und die freie Entfaltung der Persönlichkeit sind demnach als die Leitideen dieser Richtung der Literatur zu bezeichnen. Goethes Schauspiel „Iphigenie auf Tauris“ dahingehend zu analysieren, ist Aufgabe und Anspruch dieser Arbeit. Dabei soll die endgültige goethische Fassung der „Iphigenie auf Tauris“ Gegenstand der sich anschließenden Rezension sein.

2. Formanalyse

2.1. Aufbau und formale Aspekte

Goethes „Iphigenie“ hält sich an die antiken Vorgaben, gemessen an den Ansprüchen der „Poetik“ des Aristoteles: Das Drama weist eine symmetrisch aufgebaute geschlossene Form mit Fünf-Akt-Struktur auf, in der die drei Einheiten von Ort, Zeit und Handlung genauso verwirklicht werden wie die Ständeklausel. Eine Symmetrie findet sich ebenso in der Konstellation der Figuren, in welcher Iphigenie zwischen Thoas/Arkas und Orest/Pylades steht. Auch die klassischen Bestandteile der Tragödie, Anagnorisis und Peripetie, werden vom Autor aufgegriffen und zur Mittelachse des Schauspiels. Die aristotelische Forderung nach einer sprachlich erhabenen, anziehenden Form ist gleichermaßen durch die Verwendung des Blankverses gegeben, wobei dieses Versmaß bisweilen unterbrochen wird, um gezielt einzelne Passagen hervorzuheben.3

Nicht konform hingegen ist das Fehlen eines Chors, der jedoch, wenn auch nicht ganz konsequent, durch einen Monolog ersetzt wird4, um vermutlich den Blick auf die Gemütslage nicht zu verstellen, indem der Chor als Instanz dazwischengeschaltet wird und somit für die Figuren denkt bzw. sich äußert, was konträr zum idealen Weltbild, das die individuelle Entwicklung des Menschen voranstellt, stünde.

[....]


1 Vgl. Morsch, Hans: Aus der Vorgeschichte von Goethes Iphigenie, in: Vierteljahrsschrift für Literaturgeschichte 4 (1891), S. 114.

2 Für einen Epochenüberblick vgl. die Begriffe „Humanismus“, „Klassik“ und „Weimarer Klassik“ in: Metzler Literatur Lexikon. Begriffe und Definitionen. Herausgegeben von Günther und Irmgard Schweikle. Zweite, überarbeitete Auflage. Stuttgart 1990.

3 Als Beispiel sei Orests geglaubte Begegnung mit den Ahnen im Tartaros (3. Aufzug, 2. Auftritt) sowie das Lied der Parzen (5. Aufzug, 1. Auftritt) angeführt.

4 Entweder erstreckt sich der Monolog über einen ganzen Auftritt, nachdem die Handlung davor vorangeschritten ist, oder die Figur steht allein (vgl. Regieanweisung).


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:


This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/49176/die-humanitaet-als-leitidee-in-goethes-schauspiel-iphigenie-auf-tauris
please wait Please wait