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Autor: Joachim Waldmann
Fach: Rhetorik / Phonetik / Sprechwissenschaft
Details
Institution/Hochschule: Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Tags: Schleiermacher, Wesen, Religion, Schleiermacher, Religion, Reden, Gebildeten, Verächtern
Jahr: 2005
Seiten: 14
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 5 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 190 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45711-8
Textauszug (computergeneriert)
Eberhard Karls Universität Tübingen
Seminar für Allgemeine Rhetorik
Proseminar: Schleiermacher – Über die Religion
Wintersemester 2004/05
Semesterzahl: 2
Schleiermacher - Über das Wesen der Religion
von: Joachim Waldmann
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Das Wesen der Religion nach Schleiermacher 3
2.1. Die Eigenständigkeit der Religion gegenüber Philosophie und Moral 3
2.2. Was ist Religion 4
2.2.1. Das Universum 4
2.2.2. Anschauung und Gefühl 5
2.2.3. Gemüt und Sinn 7
2.2.4. Konkretisierung der Anschauung: Natur, Menschheit und Geschichte 8
2.3. Zusammenfassung 11
3. Die Utopie 12
4. Schlussbemerkung 13
Literaturverzeichnis 14
Hat von Euch jeder seinen Ring von seinem Vater: So glaube jeder sicher seinen Ring den echten. – Möglich;
dass der Vater nun die Tyrannei des Einen Rings nicht länger in seinem Hause dulden wollen! – Und gewiss;
Dass er euch alle drei geliebt, und gleich geliebt. (Lessing – Nathan der Weise)1
1. Einleitung
Mit seinem Projekt Weltethos will Hans Küng zur Schaffung einer friedlicheren Welt beitragen. Wenn er darin schreibt: „Kein Weltfriede ohne Religionsfriede“2, so könnte ein Religionsverständnis im Sinne Schleiermachers dazu einen wichtigen Beitrag leisten.
2. Das Wesen der Religion nach Schleiermacher
Der Begriff „Religion“ wurde im ausgehenden 18. Jahrhundert zwar von aller Welt verwendet, seine genaue Bedeutung war jedoch nur unscharf umrissen. Schleiermacher schlägt daher für seine Zeit recht unkonventionelle Wege ein, wenn er sich in der zweiten Rede daran macht, die Frage: Was ist Religion? zu beantworten und somit eine Begriffsbestimmung zu liefern. 3 Er möchte seinen Lesern zeigen, dass der Religion „eine eigne Provinz im Gemüte angehört“4. Dazu hält er es für notwendig, die Umrisse der Religion, ihre Gestalt, klar zu zeichnen, sie also gegenüber anderen Disziplinen abzugrenzen. Es soll deutlich werden, dass sie „ein himmlisches Wesen“5 besitzt. Das erste Problem, das sich beim Versuch einer Bestimmung des Begriffs Religion ergibt, ist, dass die Religion laut Schleiermacher nirgends mehr unvermischt angetroffen werden kann. Überall wo man hinsieht, ist sie durch Metaphysik, also Philosophie, und Moral verdünnt. Schleiermacher grenzt daher im folgenden die drei Bereiche gegeneinander ab und weist ihnen ihr jeweiliges Gebiet zu.
2.1. Die Eigenständigkeit der Religion gegenüber Philosophie und Moral
Mengt aber und rührt, wie Ihr wollt, dies geht nie zusammen.6 Metaphysik, Moral und Religion speisen sich alle aus einer gemeinsamen Quelle; oder anders gesagt, sie haben alle „denselben Gegenstand“, den „gleichen Stoff“7, von dem sie ausgehen. Diesen Stoff nennt Schleiermacher: das Universum. Allein damit ist es jedoch noch nicht getan, denn soll aus diesem Stoff etwas entstehen, so bedarf es des Menschen und seines Verhältnisses zu dem Stoff, also zum Universum. Dieser gemeinsame Bezugspunkt ist nach Schleiermacher auch der Grund für die gegenseitige Durchmischung der drei Bereiche. Damit sich Religion also von den anderen zwei Disziplinen unterscheiden kann, muss sie den gegebenen gleichen Stoff einerseits anders behandeln, eine eigene Methodik anwenden, andererseits muss das Verhältnis von anderer Art sein. Die Metaphysik „klassifiziert das Universum“8, sie unterteilt, bestimmt, setzt und erklärt. Sie sucht nach Gründen, Gesetzen, nach letzten Ursachen und ewigen Wahrheiten. Die Religion aber darf sich nicht „in dieses Gebiet […] versteigen“, sich nicht „in ein Unendliches […] verlieren“9. Die Moral dagegen „entwickelt […] ein System von Pflichten“, sie erschafft Handlungsgebote, einen „Kodex von Gesetzen“10. Auch dies darf die Religion nicht aus dem Universum ableiten. So stellt sich – nach dieser Negativbestimmung, auf welche Weise die Religion das Universum nicht behandeln darf – nun freilich die Frage nach der ihr gemäßen Herangehensweise.
2.2. Was ist Religion?
Nicht der hat Religion, der an eine heilige Schrift glaubt, sondern, welcher keiner bedarf und wohl selbst eine machen könnte.11
2.2.1. Das Universum
[...]
1 Lessing, Nathan der Weise, S. 82
2 Hans Küng, Projekt Weltethos, S. 13
3 Kurt Nowak, Schleiermacher, S. 97
4 Schleiermacher, Über die Religion, S. 37
5 ebd., S. 39
6 ebd., S. 44
7 ebd., S. 41f.
8 ebd., S. 42
9 ebd., S. 42
10 ebd., S. 43
11 ebd., S. 122
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