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Bedeutung der P 300 in der Psychologie

Scholary Paper (Seminar), 1998, 4 Pages
Author: Daniel Pagels
Subject: Psychology - Biological Psychology

Details

Event: Seminar: Methoden der biologischen Psychologie
Institution/College: http://www.uni-jena.de/ (Psychologie)
Tags: Bedeutung, Psychologie, Seminar, Methoden, Psychologie
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 1998
Pages: 4
Language: German
Archive No.: V4920
ISBN (E-book): 978-3-638-13002-8

File size: 52 KB
Notes :
Sehr dichte Arbeit.


Abstract

Eine P 300 – Amplitude im EEG tritt auf wenn nach einem Stimulus eine aufmerksamkeitsabhängige kognitive Leistung erfolgt. Ein verdeutlichendes Experiment dazu ist das Oddball-Paradigma. Dabei werden mehrere Reize dargeboten, und es sollen nicht zugehörige oder anders nicht in das Gesamtbild gehörende Items behalten werden. Die positive auslenkung der P3 wird um so stärker, je seltener und außergewöhnlicher, verrauschter oder unsicherer ein Reiz wahrgenommen wird. Allerdings kann eine P3 auch später als 300 ms gedeutet werden. Das heißt teils weit nach der Antwortreaktion.


Excerpt (computer-generated)

Institut für Psychologie
Seminar: Methoden der biologischen Psychologie

Bedeutung der P 300 in der Psychologie

Daniel Heß

Einleitung

Eine P 300 – Amplitude im EEG tritt auf wenn nach einem Stimulus eine aufmerksamkeitsabhängige kognitive Leistung erfolgt. Ein verdeutlichendes Experiment dazu ist das Oddball-Paradigma. Dabei werden mehrere Reize dargeboten, und es sollen nicht zugehörige oder anders nicht in das Gesamtbild gehörende Items behalten werden. Die positive auslenkung der P3 wird um so stärker, je seltener und außergewöhnlicher, verrauschter oder unsicherer ein Reiz wahrgenommen wird. Allerdings kann eine P3 auch später als 300 ms gedeutet werden. Das heißt teils weit nach der Antwortreaktion.

Invasive EEG- Ableitungen an Epilepsipatienten zeigten, daß die Generierung der P 3 in der Nähe des Hippokampus erfolgt Grundlegende Prozesse die zu dieser Erscheinung führen sind aber noch nicht geklärt. Theorien gehen davon aus, daß

a) der Abschluß einer kognitiven Operation erfolgte
b) eine Kontextualisierung nach beendigung einer Operation erfolgt oder
c) die P 3 den Abschluß eines Informationsverarbeitungsprozesses darstellt.

Die P 300 - allgemeine Betrachtungen

Verschiedene Forschungen zeigten einen Zusammenhang zwischen der P 300 Amplitude und der Speicherung von Erinnerungen. Ausgehend davon, daß das Kurzzeitgedächtnis ständig Informationen über die Umgebung erhält und verarbeitet ( dienen zur Bestätigung des Umfeldes, bzw zur Korrektur bei Veränderungen ). Sind diese Veränderungen stark vom erwarteten Zustand abweichend, tritt eine verstärkte P 300 auf. Das bedeutet besonders bei der Überarbeitung von Gedächtnisinhalten des Arbeitsgedächtnisses, d.h. bei einer Korrektur der vorhandenen Informationen über unsere Umwelt. Diese P 3 ist in ihrer Ausprägung direkt proportional zum Maß der Veränderung die festgestellt wurde. Eine Messung der P 3 während dieses Updating- Prozesses läßt Aussagen darüber zu, in wieweit ein eingetroffenes Ereignis erwartet wurde. Je unerwarteter das Ereignis, desto stärker die P 300. In einem Test von Kuris, Fabiani und Donchin ( 84) wurden Wörter dargeboten. Dabei waren einige Wörter abweichend von der allgemein vorhandenen Norm ( Länge, Inhalt, Eigenschaften). Festgestellt wurde dabei, daß die P 3 bei seltenen Wörtern am stärksten war.

Außerdem konnten diese später auch am besten reproduziert werden. Die Untersuchenden folgerten daraus: eine starke P 300 Amlitude bedeutet auch bessere Behaltensleistung. Sie unterschieden daraufhin zwei Behaltensstrategien:


a) Wiederholen der Wörter um sie zu behalten
b) Einbinden der Wörter in Kontext ( Geschichte, Bilder )

Obwohl beide eine stärkere P 3 bei ungewöhnlichen Worten zeigten, war die P 300 bei erstmaliger Wiederholung durch Typ a) stärker ausgeprägt. Eine spätere Wiederholung der Wörter zeigte diesen Effekt nicht mehr. Diese Untersuchungen zeigten aber, daß im Prinzip alle Menschen auf ungewöhnliche Reize reagieren, unabhängig von ihrer Behaltensstrategie. Unterschiede in der Behaltensleistung erklärten die Untersuchenden dadurch, daß a- Typen ihre ganze Konzentration auf die Manifestierung der Wörter im KZG richten. Bei Typ b) ist der Merkprozeß überschattet durch den Versuch einen Kontext herzus tellen ( geteilte Aufmerksamkeit ). Später wurden vergleichbare Untersuchungen mit geänderter Versuchsanleitung durchgeführt. Die Versuchsleiter gaben die Art des Lernens vor (Wiederholen / Kontextbildung) und verlangten später die Reproduktion. Die wurden die Ergebnisse aus dem o.g. Versuch bestätigt. Allerdings stellte man fest, daß die Länge des Wortes mit entscheidend ist zur Repräsentation.

[...]


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