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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 28 Pages
Author: Inga Plümer
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Tags: Funktion, Versammlung, Bambach), Entwicklung, Textkompetenz
Year: 2005
Pages: 28
Grade: 1 (sehr gut)
Bibliography: ~ 18 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45720-0
File size: 250 KB
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Excerpt (computer-generated)
Universität Kassel, Fachbereich Germanistik
Seminar: „Kindertexte lektorieren“
Semester: Winter 2004 / 2005
Über die Funktion der Versammlung (Heide Bambach)
bei der Entwicklung von Textkompetenz
von: Inga Plümer
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Textkompetenz 4
2. 1. Was ist Textkompetenz? 4
2. 2. Merkmale von Textkompetenz 4
2. 3. Entwicklung von Textkompetenz 6
2. 4. Zur Entwicklung von Schreibkompetenz 10
3. Die Versammlung 14
3. 1. Beschreibung der Versammlung 14
3. 2. Beispieltexte aus der Versammlung 18
3. 2. 1. Verena: „Die Herde“
3. 2. 2. Sanna: „Die Geschichte von dem Elefanten Bongo“ 22
3. 3. Funktion der Versammlung bei der Entwicklung von Textkompetenz 23
4. Fazit 25
5. Literaturverzeichnis 27
1. Einleitung
Während des Wintersemesters 2004/2005 besuchte ich das Seminar „Kindertexte lektorieren“. Die Inhalte und Ziele der Sitzungen bestanden unter anderem darin, Kindertexte zu verstehen und zu analysieren, aber auch linguistische und literaturwissenschaftliche Zugriffsweisen kennen zu lernen. In der Sitzung vom 09. 12. 2004 wurde das Thema „Schreibkompetenzen wachsen lassen“ behandelt. Hierzu lernten wir eine Form des Präsentierens von Kindertexten kennen: Heide Bambach, Lehrerin an der Laborschule Bielefeld, hat eine Unterrichtsmethode entwickelt, bei der Kinder Texte schreiben und gestalten mit dem Ziel, diese in der „Versammlung“ vorzustellen. In der folgenden Arbeit werde ich die Funktion dieser Versammlung bei der Entwicklung von Textkompetenz untersuchen. Hier stellen sich insbesondere die folgenden Fragen:
- Was versteht man unter „Textkompetenz“? Und wie entwickelt sich Textkompetenz?
- Was charakterisiert Lernprozesse beim Textschreiben?
- Was genau ist die Versammlung?
- Ist das Textschreiben für die die Versammlung eine sinnvolle Möglichkeit um Lernprozesse bei der Entwicklung von Textkompetenz zu erwecken?
Zunächst wird definiert, was unter „Textkompetenz“ zu verstehen ist, wie sich die Entwicklung dieser vollzieht und wie Lernprozesse beim Textschreiben aussehen. Anschließend werde ich zusammenfassen, wie die „Versammlung“ genau funktioniert. Es wird erläutert, wie sich die Kinder in der Arbeitsphase vor der Versammlung auf diese vorbereiten, wie Heide Bambach den Verlauf und die Vorgehensweise der Versammlung schildert, und wie die Kinder beim Vorstellen ihrer Texte aufeinander eingehen. Auch sollen einige Beispiele von Kindertexten, die für die Versammlung entstanden sind, vorgestellt werden. Am Ende der Arbeit werde ich die bereits gewonnenen Erkenntnisse über Textkompetenz auf die von Heide Bambach vertretene Form des Schreibens übertragen und dann schlussfolgern, inwiefern die „Versammlung“ tatsächlich Textkompetenz fördert und wo es zu Problemen und Schwierigkeiten kommen kann.
2. Textkompetenz
2. 1. Was ist Textkompetenz?
„Textkompetenz“ bedeutet sowohl Texte produzieren zu können als auch Texte anderer zu verstehen (vgl. Portmann-Tselikas 2002, S. 14 ff.). Hinter dieser knappen Aussage steckt jedoch noch wesentlich mehr. Denn was versteht man unter dem Produzieren von Texten? Man ist sich heutzutage darüber einig, dass es bei dem Schreiben von Texten um mehr geht als um das korrekte Abschreiben oder Wiedergeben von bereits verfassten Texten. Vielmehr steht das adäquate Formulieren und Aufschreiben von eigenen Ideen und Gedanken im Vordergrund (vgl. Weinhold 2005). Ziel ist, dass der Rezipient diese beim Lesen nachvollziehen und verstehen kann, sich der Autor also sinngemäß ausdrückt. Das wiederum bedeutet aber auch für den Rezipienten des Textes, dass er kompetent und unvoreingenommen genug sein sollte, sich in die Lage des Autors zu versetzen. Die Bereitschaft dazu ist erforderlich, um die Perspektive, aus der der Text geschrieben wurde, einzunehmen und sich damit auseinander zu setzen; und um die Aussage(n) verstehen zu können. Im Idealfall sind diese Aussagen anregend für das weitere schriftliche, sprachliche und gedankliche Handeln des Lesers oder Zuhörers: Durch das Einlassen auf den Text und durch die Annahme einer anderen Perspektive wird der Rezipient geprägt und entwickelt sich ein Stück weiter. Textkompetenz setzt also sowohl gekonnte Textproduktion als auch Textverstehen voraus (vgl. Portmann-Tselikas 2002). Darüber hinaus weist Dehn (1999, S. 135) auch darauf hin, dass Textkompetenz ebenso das mündliche Erzählen und Argumentieren meint – Textkompetenz bezieht sich also nicht nur auf Schriftlichkeit, sondern auch auf Mündlichkeit.
2. 1. 1. Merkmale von Textkompetenz
Beschäftigt man sich mit dem Begriff „Textkompetenz“, so wird in der Fachliteratur häufig darauf verwiesen, dass ein guter, verständlicher Text „Kohärenz“ aufweisen sollte. Doch was versteht man unter „Kohärenz“ und den häufig damit in Verbindung gebrachten Begriffen „Kohäsionsmittel“ und „Präsuppositionen“? Zunächst soll kurz erläutert werden, was Kohäsionsmittel sind. Schulte (2000, S. 40) definiert diese als „(…) sprachliche Merkmale (…), die den Text sprachsystematisch gestalten, ihn verweben.“. Man könnte es also so verstehen, dass Kohäsionsmittel Verbindungen innerhalb des Textes herstellen. Darüber hinaus dienen Kohäsionsmittel aber auch dazu, Verweise oder Verknüpfungen (zu anderen Texten) herzustellen.1 Vorhandene oder auch nicht vorhandenen Kohäsionsmittel beeinflussen die Haltung des Rezipienten gegenüber dem Text: Sind viele Kohäsionsmittel in einem Text enthalten, so empfindet der Leser den Text eher als kohärent und umgekehrt verhält es sich so, dass bei fehlenden Kohäsionsmitteln der Text als nicht kohärent erscheint und der Leser den Text auch nicht weiter nach möglicher Kohärenz untersucht (vgl. Schulte 2000, S. 40). Als „Geländer“ oder „Halteseile“, die beim Verstehen und Lesen eines Textes hilfreich sind , kann man sich Kohäsionsmittel bildlich gut vorstellen (Ebd.).
[...]
1 Schulte (2000) verweist an dieser Stelle auch auf Nussbaumer (1991, S. 101 ff.), der Kohäsionsmittel in vier Gruppen aufteilt: Verweis- und Zeigemittel, Verknüpfungsmittel, Textstrukturierende Mittel und Textuelle Einpassung.
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