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Termpaper, 2004, 16 Pages
Author: Marco De Martino
Subject: Politics - Political Theory and the History of Ideas Journal
Details
Institution/College: LMU Munich (Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft)
Tags: Jean-Jacques, Rousseau, Abhandlung, Ursprung, Grundlagen, Ungleichheit, Menschen, Grundkurs, Politische, Theorie, Semester
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45799-6
ISBN (Book): 978-3-638-88852-3
File size: 135 KB
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Abstract
Bereits in der Einleitung seiner “Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen” rückt Jean-Jacques Rousseau das zentrale Objekt seines Werks in den Vordergrund: den Menschen und seine Entwicklung vom Naturzustand zur Zivilisation1. Im ersten Teil seiner fiktiv-anthropologischen Darstellung versucht der Genfer Philosoph darzulegen, wie der Mensch im Naturzustand gelebt haben soll. Der zweite Teil, auf den sich diese Arbeit bezieht, geht auf die Auswirkungen der Vergesellschaftung des Menschen, die Entwicklung des Eigentumsbegriffs und die daraus resultierende Ungleichheit ein. Denn “für [Rousseau] ist derjenige, der als erster gesagt hat: «Ceci est à moi», der wahre Erfinder der Gesellschaft.“2 Anhand von Rousseaus Zweitem Diskurs soll also belegt werden, wie die Errichtung einer von Ungleichheit geprägten Gesellschaft durch die Zerstörung der natürlichen Ordnung vonstatten gegangen sein soll und in welche Stufen sie sich unterteilen lässt. Außerdem wird beleuchtet, inwiefern man seine Thesen als indirekten Angriff auf das Herrschaftssystem des absolutistischen Frankreichs und einen Aufruf zum Umsturz werten kann.
Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Geschwister-Scholl-Institut für Politische Wissenschaft
Grundkurs: Politische Theorie
Jean-Jacques Rousseau, Abhandlung über den Ursprung und
die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen
von: Marco De Martino
Inhalt
1. Einleitung 3
2. Vergesellschaftung und Austritt aus dem Naturzustand 3
2.1 Erste Formen von Zivilisation 3
2.2 Ende des Naturzustands 4
2.3 Arbeitsteilung als endgültiger Schritt in die Abhängigkeit 5
3. Die drei Stufen der Ungleichheit 6
3.1. Die erste Form der Ungleichheit: Reichtum 6
3.1.1 Die Entwicklung von Eigentum und Entfremdung des Menschen von sich selbst 6
3.1.2 Verlust der individuellen Freiheit als Folge der Vergesellschaftung 7
3.1.3 Errichtung einer von Ungleichheit geprägten Gesellschaftsordnung 8
3.2 Die zweite Form der Ungleichheit: Macht 8
3.2.1 Das ‘établissement politique’ als Betrug der Reichen an den Armen 8
3.2.2 Errichtung von Magistratsämtern 9
3.3 Die dritte Form der Ungleichheit: Herrschaft 10
3.3.1 Bildung eines Herrschaftssystems in Erbfolge 10
3.3.2 Festigung der Willkürherrschaft durch Verbreitung von Ungleichheit im Volk 11
4. Eintritt in den negativen Naturzustand 11
5. Kritik an der Gesellschaft und dem absolutistischen Herrschaftssystem des französischen Königreichs und Aufruf zu Revolution 12
5.1 Gesellschaftskritik anhand idealisierter Darstellung des ’Wilden’ 12
5.2 Versteckte Kritik am französischen Königshaus 13
5.3 Aufforderung zur Revolution 15
1. Einleitung
Bereits in der Einleitung seiner “Abhandlung über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen” rückt Jean-Jacques Rousseau das zentrale Objekt seines Werks in den Vordergrund: den Menschen und seine Entwicklung vom Naturzustand zur Zivilisation1. Im ersten Teil seiner fiktiv-anthropologischen Darstellung versucht der Genfer Philosoph darzulegen, wie der Mensch im Naturzustand gelebt haben soll. Der zweite Teil, auf den sich diese Arbeit bezieht, geht auf die Auswirkungen der Vergesellschaftung des Menschen, die Entwicklung des Eigentumsbegriffs und die daraus resultierende Ungleichheit ein. Denn “für [Rousseau] ist derjenige, der als erster gesagt hat: «Ceci est à moi», der wahre Erfinder der Gesellschaft.“2
Diese Hausarbeit soll anhand von Rousseaus Zweitem Diskurs belegen, wie die Errichtung einer von Ungleichheit geprägten Gesellschaft durch die Zerstörung der natürlichen Ordnung vonstatten gegangen sein soll und in welche Stufen sie sich unterteilen lässt. Außerdem wird beleuchtet, inwiefern man seine Thesen als indirekten Angriff auf das Herrschaftssystem des absolutistischen Frankreichs und einen Aufruf zum Umsturz werten kann.
2. Vergesellschaftung und Austritt aus dem Naturzustand
2.1 Erste Formen von Zivilisation
Nach Rousseau zeichnet sich der ursprüngliche Zustand des Menschen vor allem durch völlige Autarkie und Gleichgültigkeit gegenüber seinen Artgenossen aus. Allein um seine Erhaltung bemüht, kümmere sich der natürliche Mensch lediglich um die Beschaffung von Nahrung und die Befriedigung seines Fortpflanzungstriebs. Diese “Begierde” sei jedoch “bar jeder Empfindung des Herzens” und ein “rein animalischer Akt“3. Später habe es dann zwar bereits Zusammenschlüsse zwischen Menschen gegeben, allerdings nur, aus “Liebe zum Wohlbefinden”, d.h., wenn ein “[gemeinsames] Interesse ihn auf die Hilfe seiner Mitmenschen zählen lassen konnte”4. Außerdem seien diese Vereinigungen von Unverbindlichkeit geprägt gewesen. Wenn an diesem Punkt der Entwicklung des menschlichen Wesens Konflikte auftraten, seien diese zwar unter anderem auch mit “offener Gewalt”1 ausgetragen, jedoch ohne größere Folgen, “denn die Voraussicht galt ihnen nichts (...) sie dachten nicht einmal an den folgenden Tag”2. Mit der Entwicklung erster sprachlicher Strukturen, die sich allerdings noch in dem Artikulationsrahmen von Tieren befunden hätten, seien nun schnellere Fortschritte einher gegangen. Die allmähliche Ausprägung handwerklicher Fähigkeiten und somit des Hausbaus habe die Entstehung von Familien, also erster sozialer Strukturen, bewirkt und eine erste Art von Eigentum eingeführt3.
Langsam seien nun “Muße” und “Bequemlichkeit” und in Folge “Verweichlichung” als “erstes Joch“ der Menschheit über diese gekommen4. Rousseau sieht die Gefahr der neu gewonnenen Annehmlichkeiten des Lebens vor allem darin, dass “ihr Verlust viel qualvoller [war], als ihr Besitz wohltuend”5, obwohl sie objektiv betrachtet nicht lebensnotwendig seien.
2.2 Ende des Naturzustands
Mit zunehmender Vergesellschaftung durch die Entstehung lockerer Dorfgemeinschaften habe man nun stärkere emotionale Regungen und “das Gefühl von Vorlieben” entwickelt und zwischenmenschliche Kontakte hätten sich intensiviert, um den Menschen in die nach Rousseau “beständigste” und “glücklichste” Epoche zu führen6: “So lange sie sich nur Arbeiten zuwandten, die einer allein ausführen konnte, und nur solchen handwerklichen Künsten, die nicht das Zusammenwirken mehrerer Hände nötig machten, lebten sie so frei, gesund, gut und glücklich, wie sie es ihrer Natur nach nur sein konnten, und genossen untereinander weiterhin die Wonnen eines unabhängigen Umgangs miteinander.” 7 Das Ende des Naturzustandes habe sich hier jedoch bereits angebahnt, da das Leben in Gemeinschaft unweigerlich erstmals Wertvorstellungen in den menschlichen Geist injiziert habe. Plötzlich habe “das öffentliche Ansehen (...) einen Wert [erhalten]. (...) Aus (...) ersten Bevorzugungen erwuchsen einerseits die Eitelkeit und die Verachtung, andererseits die Scham und der Neid”1.
[...]
1 Rousseau, S. 31
2 vgl. www.raffiniert.ch/
3 Rousseau, S. 74
4 a.a.O., S. 75
1 Rousseau, S. 77
2 ebd.
3 vgl. a.a.O., S. 78
4 vgl. a.a.O., S. 79
5 a.a.O., S. 80
6 vgl. .a.O., S. 83
7 a.a.O., S. 84
1 Rousseau, S. 81
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