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Autor: Paul Raymond Schilling
Fach: Wirtschaft - Rechnungswesen, Bilanzierung, Steuern
Details
Institution/Hochschule: Technische Universität Kaiserslautern (Lehrstuhl für Unternehmensrechnung und Controlling)
Tags: Segmentberichterstattung, IAS/IFRS, Seminarreihe, Bilanzierung, IAS/IFRS
Jahr: 2006
Seiten: 30
Note: 1.7 (Beste vorgelegte Arbeit)
Literaturverzeichnis: ~ 12 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 441 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45821-4
ISBN (Buch): 978-3-638-68467-5
Zusammenfassung / Abstract
Bedingt durch die verstärkten internationalen Geschäfte von großen Unternehmen hat die Vermittlung und Verarbeitung von Informationen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In wirtschaftlichen Kreisen spricht man von einer Kapitalmarkt induzierten Unternehmenspublizität, dem Business Reporting1, da vor allem Unternehmen, welche auf Fremdkapital angewiesen sind, gegenüber ihren Geldgebern Rechenschaft über die finanzielle Lage des Unternehmens ablegen müssen. Die Investoren, welche sich früher mit Auszügen aus der Gewinn und Verlustrechnung [GVR] oder der Unternehmensbilanz zufrieden gaben, fordern zunehmend umfangreichere Informationen, um die Risiken ihrer Investitionen besser abschätzen zu können. Auf Grund dieser stetig wachsenden Informationsnachfrage entwickelte sich aus dem internen Rechnungswesen das Business Reporting, mit dem Ziel, den Informationsdurst des Kapitalmarktes zu stillen. In der Literatur ist die Rede von einer Abkopplungsthese2 (Trennung von Zahlungsbemessung und Informationsfunktion); man ging davon aus, dass die Entwicklung der Informationsfunktion als eigenständiges Instrument der beste Weg sei, der Informationsnachfrage der Investoren nachzukommen. Ein solches Informationsinstrument ist auch die Segmentberichterstattung, welches dazu dient, die Erfolgspotenziale und Risikostrukturen eines Unternehmens, vor allem börsennotierter Mutterunternehmen, aufzuzeigen3. In diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder die Frage auf, inwiefern sich internes und externes Rechnungswesen annähern sollten und ob es aus kostentechnischen Gründen eventuell möglich wäre ihnen ein gemeinsames Berichtswesen zugrunde zu legen ohne aber dadurch die geforderten Kriterien der „relevance“ und „reliability“4 zu verletzen. Was genau die Gründe der Segmentberichterstattung sind, welche Ziele man mit ihr verfolgen will, welche die ihr zugrunde liegenden Konzepte sind und inwiefern sich europäische und US amerikanische Standards voneinander unterscheiden soll im Rahmen dieser Arbeit näher betrachtet werden.
Textauszug (computergeneriert)
Segmentberichterstattung nach IAS/IFRS
von: Paul Raymond Schilling
Inhalt
1 Einleitung 1
2 Gründe und Ziele der Segmentberichterstattung 3
3 Konzepte der Segmentberichterstattung 5
3.1 Traditionelle Konzeptionen der Segmentberichterstattung 5
3.2 Neuere Konzeptionen der Segmentberichterstattung 6
3.2.1 Der Management Approach 7
3.2.2 Der Risk and Reward Approach 8
3.2.3 Der Risk and Opportunities Approach 8
3.2.4 Vor- und Nachteile der neueren Konzeptionen zur Segmentberichterstattung 9
4 Berichterstattung nach deutschem Bilanzrecht 11
5 Berichterstattung nach IAS 14 13
5.1 Abgrenzung der Segmente nach IAS 14 13
5.1.1 Aufteilung in Geschäftssegmente 14
5.1.2 Aufteilung in Regionen 15
5.2 Bestimmung der Segmente mit Berichtspflicht 17
5.2.1 Zusammenfassung von ähnlichen Segmenten 17
5.2.2 Vorgehensweise bei vertikal integrierten Segmenten 18
5.2.3 Behandlung von unwesentlichen Segmenten 19
6 Kritische Betrachtung der Berichterstattung nach IAS 14 21
Literatur 23
Anhang
Abkürzungsverzeichnis
AcSB Accounting Standards Board
AICPA American Institute of Certified Public Accountants
CICA Canadian Institute of Chartered Accountants
DRSC Deutsches Rechnungslegungs Standards Committee
FASB Financial Accounting Standards Board
KonTraG Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich
IAS International Accounting Standards
IASC International Accounting Standards Committee
US-GAAP US-Generally Accepted Accounting Principles
[...]
1 Einleitung
Bedingt durch die verstärkten internationalen Geschäfte von großen Unternehmen hat die Vermittlung und Verarbeitung von Informationen in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. In wirtschaftlichen Kreisen spricht man von einer Kapitalmarkt induzierten Unternehmenspublizität, dem Business Reporting1, da vor allem Unternehmen, welche auf Fremdkapital angewiesen sind, gegenüber ihren Geldgebern Rechenschaft über die finanzielle Lage des Unternehmens ablegen müssen. Die Investoren, welche sich früher mit Auszügen aus der Gewinn und Verlustrechnung [GVR] oder der Unternehmensbilanz zufrieden gaben, fordern zunehmend umfangreichere Informationen, um die Risiken ihrer Investitionen besser abschätzen zu können. Auf Grund dieser stetig wachsenden Informationsnachfrage entwickelte sich aus dem internen Rechnungswesen das Business Reporting, mit dem Ziel, den Informationsdurst des Kapitalmarktes zu stillen. In der Literatur ist die Rede von einer Abkopplungsthese2 (Trennung von Zahlungsbemessung und Informationsfunktion); man ging davon aus, dass die Entwicklung der Informationsfunktion als eigenständiges Instrument der beste Weg sei, der Informationsnachfrage der Investoren nachzukommen. Ein solches Informationsinstrument ist auch die Segmentberichterstattung, welches dazu dient, die Erfolgspotenziale und Risikostrukturen eines Unternehmens, vor allem börsennotierter Mutterunternehmen, aufzuzeigen3. In diesem Zusammenhang taucht auch immer wieder die Frage auf, inwiefern sich internes und externes Rechnungswesen annähern sollten und ob es aus kostentechnischen Gründen eventuell möglich wäre ihnen ein gemeinsames Berichtswesen zugrunde zu legen ohne aber dadurch die geforderten Kriterien der „relevance“ und „reliability“4 zu verletzen. Was genau die Gründe der Segmentberichterstattung sind, welche Ziele man mit ihr verfolgen will, welche die ihr zugrunde liegenden Konzepte sind und inwiefern sich europäische und US amerikanische Standards voneinander unterscheiden soll im Rahmen dieser Arbeit näher betrachtet werden.
2 Gründe und Ziele der Segmentberichterstattung
Früher diente die Rechnungslegung eines Unternehmens vor allem dazu, nach außen einen „true and fair view“ der ökonomischen Lage eines Unternehmens zu vermitteln. Diese Rechenschafts- und Zahlungsbemessungsfunktion ist auch im deutschen Steuer- und Handelsrecht lange Zeit das zu Grunde liegende Konzept des externen Rechnungswesens gewesen5. Bei der Segmentberichterstattung wird ein Unternehmen nun in verschiedene Segmente unterteilt, um so den Investoren bereichsspezifische Informationen liefern zu können. Ein Segment ist hierbei ein abgrenzbarer Bereich des Unternehmens welcher sich bezüglich diverser Kriterien von anderen Bereichen unterscheidet. Die Segmentberichterstattung ist also im Gegensatz zum Financial Accounting unternehmensspezifisch, da das Management hat hier zu einem Großteil die Möglichkeit hat, genau die Informationen nach Außen zu propagieren, welche Kapitalgeber zu Investitionen in das Unternehmen bewegen könnte. Hierzu zählen vor allem segmentbezogene Gewinn und Verlustzahlen, welche den Investoren einen genaueren Einblick in das Unternehmen verschaffen können. Bei der Segmentierung wird also das wirtschaftliche Potenzial eines Unternehmens rechnerisch zerlegt um die ökonomische Lage durch die Menge der Segmentberichte darstellen zu können (Business-Sicht)6. Diese Informationen liefern den Kapitalgebern sowohl eine globale, als auch eine detaillierte Auskunft über Chancen und Risiken ihrer Investitionen. Neben der externen Informationskommunikation dient die Segmentberichterstattung aber auch dem Management der Unternehmung bei strategischen und operativen Entscheidungen, welche sich durch die detaillierten Informationen ein genaues Bild vom Input/Output Verhältnis der verschiedenen Segmente machen können. Dies erklärt auch, wieso viele kleinere Unternehmen, welche im Gegensatz zu börsennotierten Unternehmen nicht zu einer Segmentberichterstattung verpflichtet sind, sich in den letzten Jahren immer häufiger für die Anfertigung einer solchen entschieden haben. Die Segmentberichterstattung ist also in gewisser Hinsicht sowohl Teil des internen als auch des externen Rechnungswesens. Dieses Verhalten wurde von Prof. Dr. Hans-Joachim Böcking unter dem Begriff der Konvergenzthese7 analysiert und soll anhand der folgenden Abbildung veranschaulicht werden.
Abbildung 1: Konvergenz von internem und externem Rechnungswesen8 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
3 Konzepte der Segmentberichterstattung
[...]
1 Vgl. AICPA, (1994).
2 Vgl. Böcking, 1994, S. 1 und 13ff.
3 Vgl. Böcking, 1998, S. 92.
4 Im Conceptual Framework des FASB und im Framework des IASC wird umfangreich auf auf die Bedeutung von relevance und reliability eingegangen. Vgl. SFAC No. 2, Par. 32-90; IAS 1, Par 15b; Framework des IASC F 26-38
5 Vgl. Currle, M., 2000, S. 259
6 Vgl. Currle, M., 2000, S. 260
7 Vgl. Böcking, H.-J., 1999, S. 509ff.
8 In Anlehnung an Böcking, 1999 S. 514
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