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Autor: Margret Jonas
Fach: Sprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend)
Details
Institution/Hochschule: Universität Mannheim
Tags: Kommunikationsmodelle, Organonmodell, Bühler, Kommunikationsmodell, Jakobson, Einführung, Sprachwissenschaft
Jahr: 2005
Seiten: 8
Note: 1,2
Literaturverzeichnis: ~ 10 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 250 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45822-1
ISBN (Buch): 978-3-638-59792-0
Zusammenfassung / Abstract
In dieser Arbeit sollen die beiden Kommunikationsmodelle, das "Organonmodell" von Karl Bühler und das "Kommunikationsmodell" von Roman Jakobson, beschrieben und anschließend einer vergleichenden Betrachtung unterzogen werden. Kommunikationsmodelle versuchen, die komplexe Wirklichkeit des Kommunikationsprozesses in ihren wesentlichen Faktoren zu erfassen und darzustellen. Sie sind damit nur vereinfachende Modelle der Wirklichkeit, nicht die Wirklichkeit selbst. Karl Bühler entwarf im Rahmen seiner Sprachtheorie (1934) das Organonmodell, ein zentrales Sprach- bzw. Zeichenmodell, das sich mit den Funktionen von Sprache befasst. Er nannte es Organonmodell in Anlehnung an Platons Metapher der Sprache als Werkzeug (griechisch: Organon). [Vgl. Lexikon der Sprachwissenschaft (1983): 365.] Sprache ist demnach ein Hilfsmittel, mit dem eine Person einer anderen einen Sachverhalt mitteilt, um sie zu informieren oder um eine Verhaltensänderung zu bewirken. [Vgl. Brockhaus (1991): 261.] Laut Bühler hat Sprache drei konstitutive, diakritische Funktionen: die Ausdrucksfunktion, die Appellfunktion und die Darstellungsfunktion, die seiner Meinung nach "den Kosmos der reinen Sprache restlos konstituieren." [Bühler (1927): 51, zit. n. Busse (1975): 207.] Roman Jakobson erweiterte in seinem Aufsatz Linguistik und Poetik (1960) Bühlers dreigliedriges Organonmodell (1933) zu einem Sprachmodell mit sechs Funktionen. Demzufolge spielen in jeder sprachlichen Kommunikation sechs Faktoren eine Rolle: der Sender, der Empfänger, der Kanal, die Botschaft, der Kontext und schließlich der Code, der von allen Kommunikationsteilnehmern beherrscht werden muss [Vgl. Pelz (2000): 28.].
Textauszug (computergeneriert)
Universität Mannheim, Lehrstuhl Romanistik II
Tutorium / EPS: „Einführung in die romanische Sprachwissenschaft“
Wintersemester 2005/2006
1. Fachsemester
Kommunikationsmodelle: Organonmodell von Bühler
und Kommunikationsmodell von Jakobson
von: Margret Jonas
INHALT
1 EINLEITUNG 1
2 BESCHREIBUNG DER KOMMUNIKATIONSMODELLE 2
2.1 DAS ORGANONMODELL VON BÜHLER 2
2.2 DAS KOMMUNIKATIONSMODELL VON JAKOBSON 5
3 SCHLUSSBETRACHTUNG 6
4 BIBLIOGRAPHIE 8
1 EINLEITUNG
In dieser Arbeit sollen die beiden Kommunikationsmodelle, das Organonmodell von Karl Bühler und das Kommunikationsmodell von Roman Jakobson, beschrieben und anschließend einer vergleichenden Betrachtung unterzogen werden. Kommunikationsmodelle versuchen, die komplexe Wirklichkeit des Kommunikationsprozesses in ihren wesentlichen Faktoren zu erfassen und darzustellen. Sie sind damit nur vereinfachende Modelle der Wirklichkeit, nicht die Wirklichkeit selbst. Karl Bühler entwarf im Rahmen seiner Sprachtheorie (1934) das Organonmodell, ein zentrales Sprach- bzw. Zeichenmodell, das sich mit den Funktionen von Sprache befasst. Er nannte es Organonmodell in Anlehnung an Platons Metapher der Sprache als Werkzeug (griechisch: Organon).1 Sprache ist demnach ein Hilfsmittel, mit dem eine Person einer anderen einen Sachverhalt mitteilt, um sie zu informieren oder um eine Verhaltensänderung zu bewirken. 2
Laut Bühler hat Sprache drei konstitutive, diakritische Funk tionen: die Ausdrucksfunktion, die Appellfunktion und die Darstellungsfunktion, die seiner Meinung nach „den Kosmos der reinen Sprache restlos konstituieren.“3 Roman Jakobson erweiterte in seinem Aufsatz Linguistik und Poetik (1960) Bühlers dreigliedriges Organonmodell (1933) zu einem Sprachmodell mit sechs Funktionen. Demzufolge spielen in jeder sprachlichen Kommunikation sechs Faktoren eine Rolle: der Sender, der Empfänger, der Kanal, die Botschaft, der Kontext und schließlich der Code, der von allen Kommunikationsteilnehmern beherrscht werden muss.4
2 BESCHREIBUNG DER KOMMUNIKATIONSMODELLE
2.1 Das Organonmodell von Bühler
Das konkrete Sprechereignis bildet für Karl Bühler den Ausgangspunkt seiner Untersuchung der menschlichen Sprache.5 Zu einer Kommunikationssituation gehören nach Bühler drei Hauptelemente: ein Sprecher (Sender), ein Hörer (Empfänger) und ein Gegenstand (Referent), auf die sich die Sprache bezieht. Bühler kommt zu der Feststellung, dass die Leistung des sprachlichen Zeichens dreifach ist.6 Außerdem stellt er fest, dass sie abhängig ist von der Gesprächssituation, in der das Zeichen geäußert wird, sowie dem sozialen Rollenspiel, welches dieser Situation zugrunde liegt.
[Es gibt drei] semantische [...] Funktionen des (komplexen) Sprachzeichens. Es ist Symbol kraft seiner Zuordnung zu Gegenständen und Sachverhalten, Symptom (Anzeichen, Indicum) kraft seiner Abhängigkeit vom Sender, dessen Innerlichkeit es ausdrückt, und Signal kraft seines Appells an den anderen Hörer, dessen äußeres oder inneres Verhalten es steuert wie andere ‚Verkehrszeichen’.7
Organonmodell der Sprache von Karl Bühler (1934): 28. [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Erklärung des Modells:
[...]
1 Vgl. Lexikon der Sprachwissenschaft (1983): 365.
2 Vgl. Brockhaus (1991): 261.
3 Bühler (1927): 51, zit. n. Busse (1975): 207.
4 Vgl. Pelz (2000): 28.
5 Busse (1975): 213.
6 Vgl. Bühler (1934): 28.
7 Bühler (1934): 28.
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
21.04.2007 17:55:07
Schade, dass die Autorin dies nicht zu erkannt haben scheint. Das Organon-Modell von Bühler ist ein Zeichenmodell und kein Kommunikationsmodell. Vllt. einfach ein kleiner Tipp, für die Interessenten, die sich für diese Arbeit interessieren.
09.09.2008 19:37:10
Als Semiotikerin und Kommunikationswissenschaftlerin schließe ich mich der Frau Celen an. Die Autorin hat es nicht erkannt, dass das Organon-Modell definitiv ein Zeichenmodell ist.