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Arbeitslosigkeit in Deutschland - Folgen, Entwicklung und Ursachen

Autor: Andreas Mellenthin
Fach: Wirtschaft - Volkswirtschaftslehre

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Details

Kategorie: Diplomarbeit
Jahr: 2006
Seiten: 93
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 99  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1414 KB
Archivnummer: V49369
ISBN (E-Book): 978-3-638-45842-9
Anmerkungen :
Corinna

Zusammenfassung / Abstract

Arbeitslosigkeit ist in Deutschland wie in vielen anderen Ländern eines der größten Probleme der Gesellschaft. Diese Angelegenheit gehört daher zu den am meisten behandelten Themen in Politik und Öffentlichkeit. Die Arbeitslosigkeit gefährdet nicht nur die Gesellschaftsordnung, sondern führt mitunter auch zu sozialen Spannungen. Die daraus resultierende Belastung für den Staatshaushalt sowie die ungenutzten Humanressourcen und die negativen Folgen für die betreffenden Personen zwingen zu praktikablen Lösungen, die Abhilfe schaffen sollen. Der Autor legt dazu vorerst eine Definition und eine Abgrenzung der Arbeits- und Erwerbslosigkeit fest und beschreibt anschließend fachkompetent die Folgen für die öffentlichen Haushalte und die betroffenen Personen. Weiterhin wird die Entwicklung des Arbeitsmarktes in der Bundesrepublik Deutschland sowie in der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik aufgezeigt und ein detaillierter Blick auf die aktuelle Lage geworfen. Im Fokus dieses Buches liegt jedoch die systematische Aufarbeitung und Gewichtung der Ursachen. Andreas Mellenthin geht dabei auch auf Ursachen ein, die häufig in der Öffentlichkeit angeführt werden, aber nachweislich nur in kleinem Umfang auftreten oder gänzlich für diese Problematik ausgeschlossen werden können. Dieses Buch richtet sich an Wirtschaftswissenschaftler, Interessenten aus dem Bereich Politik und natürlich auch an Mitarbeiter der Arbeitsagenturen sowie an alle Personen, die sich abseits der öffentlichen Debatten ein Bild von diesem Thema machen wollen.

Textauszug (computergeneriert)

Fachhochschule Stralsund
Studiengang „Betriebswirtschaftslehre“
Diplomarbeit zur Erlangung des Diplomgrades
„Diplombetriebswirt (FH)“

„Arbeitslosigkeit in Deutschland – Folgen, Entwicklung und Ursachen“

eingereicht von:
Andreas Mellenthin

Dezember 2005

 

Inhaltsverzeichnis

ABBILDUNGSVERZEICHNIS ... 1
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS ... 2
EINLEITUNG ... 3
AUSBLICK ... 4

1. GRUNDLAGEN ... 6
1.1 DEFINITION DER ARBEITS- UND ERWERBSLOSIGKEIT ... 6
1.1.1 Definition der Arbeitslosigkeit nach International Labour Organization ... 7
1.1.2 Definition der Arbeitslosigkeit nach Bundesagentur für Arbeit ... 8
1.2 PROBLEM DER VERZERRUNG ... 9

2. FOLGEN DER ARBEITSLOSIGKEIT  ... 11
2.1 FOLGEN FÜR DIE ÖFFENTLICHEN KASSEN UND SOZIALSYSTEME ... 11
2.2 FOLGEN FÜR DEN BETROFFENEN  ... 14
2.2.1 Die finanziellen Folgen  ... 15
2.2.2 Die psychisch-sozialen Folgen  ... 16
2.2.3 Die gesundheitlichen Folgen  ... 19

3. DIE ENTWICKLUNG DES ARBEITSMARKTES ... 21
3.1 DIE ENTWICKLUNG DES ARBEITSMARKTS IN DER DDR ... 21
3.2 DIE ENTWICKLUNG DES ARBEITSMARKTS IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND ... 22
3.2.1 Phase des Wiederaufbaus  ... 23
3.2.2 Phase der Vollbeschäftigung ... 24
3.2.4 Phase der Massenarbeitslosigkeit  ... 26
3.2.4.1 Die Entwicklung des Arbeitsmarktes in Gesamtdeutschland nach der Wiedervereinigung ... 28

4. AKTUELLE ARBEITSMARKTLAGE IM DETAIL  ... 32

5. URSACHEN DER ARBEITSLOSIGKEIT ... 39
5.1 GESAMTWIRTSCHAFTLICHE URSACHEN DER ARBEITSLOSIGKEIT  ... 39
5.1.1 Friktionelle Arbeitslosigkeit  ... 39
5.1.2 Konjunkturelle Arbeitslosigkeit durch Nachfrageschwankungen  ... 40
5.1.2.1 Rolle der privaten Konsumgüternachfrage ... 42
5.1.2.2 Rolle der Investitionsgüternachfrage ... 44
5.1.2.3 Die Rolle der Staatsnachfrage und Staatsverschuldung ... 46
5.1.2.4 Rolle des Außenbeitrags ... 48
5.1.3 Wachstumsdefizitäre Arbeitslosigkeit durch „gestörte“ Angebotsbedingungen ... 49
5.1.3.1 Stagnationsarbeitslosigkeit versus falsche Rahmenbedingungen  ... 51
5.1.3.2 Die Lohninduzierte Arbeitslosigkeit  ... 52
5.1.3.3 Einfluss von sonstigen Kosten, Wechselkursen und staatlichen Interventionen ... 55
5.1.4 Strukturelle gesamtwirtschaftliche Arbeitslosigkeit  ... 56
5.1.4.1 Technologische Fortschritte als Ursache für Arbeitslosigkeit ... 56
5.1.4.2 Kapitalmangel als Ursache für Arbeitslosigkeit  ... 59
5.1.4.3 Demographische Entwicklungen als Ursache für Arbeitslosigkeit ... 60
5.1.4.4 Globalisierung als Ursache für Arbeitslosigkeit  ... 63
5.1.5 Zusammenfassung der gesamtwirtschaftlichen Betrachtung  ... 64
5.2 TEILWIRTSCHAFTLICHE URSACHEN ... 65
5.2.1 Saisonale Arbeitslosigkeit ... 65
5.2.2 Strukturalisierte konjunkturelle Arbeitslosigkeit  ... 67
5.2.3 Strukturelle teilwirtschaftliche Arbeitslosigkeit  ... 67
5.2.3.1 Strukturwandelbedingte Arbeitslosigkeit  ... 68
5.2.3.1.1 Branchenspezifische Arbeitslosigkeit  ... 68
5.2.3.1.2 Regionale Arbeitslosigkeit  ... 72
5.2.3.2 Personenbezogene Arbeitslosigkeit ... 73
5.2.3.2.1 Berufs- und qualifikationsspezifische Arbeitslosigkeit  ... 74
5.2.3.2.2 Altersspezifische Arbeitslosigkeit  ... 75
5.2.3.2.3 Geschlechtsspezifische Arbeitslosigkeit ... 76
5.2.3.2.4 Nationalitätsbedingte und gesundheitsbedingte Arbeitslosigkeit ... 77
5.2.4 Zusammenfassung der teilwirtschaftlichen Betrachtung ... 77

6. FAZIT  ... 79

LITERATUR- UND QUELLENVERZEICHNIS ... 81

 

Einleitung

„Arbeit ist schwer, ist oft genug ein freudloses und mühseliges Stochern; aber nicht arbeiten - das ist die Hölle.“ (Thomas Mann (1875-1955), dt. Schriftsteller) Arbeitslosigkeit ist in Deutschland wie in vielen anderen Ländern eines der größten Probleme der Gesellschaft. Es gefährdet nicht nur die Gesellschaftsordnung, sondern führt mitunter auch zu sozialen Spannungen. Die daraus resultierende Belastung für den Staatshaushalt sowie die ungenutzten Humanressourcen und negative Folgen für die betreffenden Personen, zwingen zu praktikablen Lösungen die Abhilfe schaffen.

Das Thema Arbeitslosigkeit gehört daher zu den am meist behandelten Themen in Politik und Öffentlichkeit. Oft wird die Problematik in der Öffentlichkeit nur auf die Zahl der Arbeitslosen sowie wenigen Ursachen und Lösungsansätze beschränkt und bietet somit nicht die Grundlage für eine konstruktive öffentliche Debatte, die jedoch angesichts von 4,531 Millionen1 Arbeitslosen mehr als notwendig ist.

Arbeitslosigkeit ist aber nicht nur ein gesellschaftliches Problem. Für jeden einzelnen Arbeitslosen bedeutet es Belastungen in vielerlei Hinsicht. Egal wie schwer und beanspruchend eine Arbeit auch ist, keine Arbeit zu haben ist oftmals viel schwieriger hinsichtlich der gesundheitlichen, sozialen, finanziellen und psychischen Folgen die dadurch entstehen. Thomas Mann hat es in dem oberen Zitat auf den Punkt gebracht und sicherlich spricht er damit vielen Menschen aus der Seele.

Ausblick

Diese Arbeit teilt sich in fünf Schwerpunkte. Nach einer allgemeinen Definition der Arbeits- und Erwerbslosigkeit und deren statistischen Abgrenzung wird auf die Folgen für die öffentlichen Träger und die einzelnen Betroffenen eingegangen. Um das Ausmaß der Arbeitslosigkeit in Deutschland aufzuzeigen wird die Entwicklung des Arbeitsmarktes in den letzten Jahrzehnten beschrieben und die augenblickliche Situation im Detail betrachtet. Da Arbeitslosigkeit keiner Willkür unterliegt, sondern auf verschiedene Ursachen zurückzuführen ist, werden im letzten Kapitel typische Ursachen benannt, klassifiziert und, soweit dies möglich ist, gewichtet.

Der 1. Abschnitt befasst sich mit der Definition der Arbeits- und Erwerbslosigkeit. Hierbei werden die zwei geläufigsten Methoden beschrieben. National hat in erster Linie die Methode der Bundesagentur für Arbeit einen großen Stellenwert. Um international vergleichbare Statistiken zu erhalten ist jedoch vor allem die Methode der International Labour Organization nötig. In Deutschland werden die dafür notwendigen Daten vom Statistischen Bundesamt erhoben und spiegeln sich in deren Arbeitsmarktstatistik wieder. Da beide Methoden nicht das ganze Ausmaß der Arbeitslosigkeit wiedergeben, wird auch auf das Problem der Verzerrung eingegangen und damit die Aussagekraft der Statistiken hinterfragt.

Mit den Folgen der Arbeitslosigkeit befasst sich das 2. Kapitel. Es werden die Konsequenzen für die öffentlichen Träger sowie die individuellen finanziellen, gesundheitlichen sowie psychisch-sozialen Probleme, die bei den Betroffenen entstehen, erläutert.

Der nächste Abschnitt geht auf die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in Deutschland ein. Von der Gründung der Bundesrepublik Deutschland bis in unsere aktuelle Zeit werden verschiedene Phasen der Entwicklung unterschieden und erläutert. Auch auf die besondere Rolle der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wird eingegangen.

Nachdem die Entwicklung seit der Gründung der Bundesrepublik aufgezeigt wurde, wird im darauf folgenden Kapitel die aktuelle Lage auf dem Arbeitsmarkt detaillierter analysiert. Hier geht es vor allem darum, ein genaues Bild der jetzigen Situation zu erhalten.

Im letzten Kapitel werden die verschiedenen Ursachen für Arbeitslosigkeit abgegrenzt und beschrieben. Hierbei wird eine Unterteilung in gesamtwirtschaftliche und teilwirtschaftliche Ursachen vorgenommen. Da jede Ursache in ihrer Dimension anders zu bewerten ist, wird auch Auskunft über ihr jeweiliges quantitatives Ausmaß gegeben, um so eine gewisse Gewichtung zu ermöglichen.

1. Grundlagen
1.1 Definition der Arbeits- und Erwerbslosigkeit

Nach der allgemeinen Theorie der Wirtschaftswissenschaften ist Arbeits- und Erwerbslosigkeit definiert durch die Differenz, die entsteht, wenn das Arbeitskräfteangebot höher als die Arbeitskräftenachfrage ist. Die Begriffe Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit werden im allgemeinen Sprachgebrauch häufig inhaltlich gleich behandelt. Die amtliche Arbeitsmarktstatistik ordnet die Begriffe aber unterschiedlichen Konzepten zu. Die Arbeitslosenstatistiken werden in Deutschland von der Bundesagentur für Arbeit2 herausgegeben. Die Erwerbslosenstatistiken beruhen auf international anerkannten Kriterien der International Labour Organization3 und werden vom statistischen Bundesamt4 ermittelt. Nach beiden Konzepten ist eine Person erwerbs- bzw. arbeitslos, wenn sie eine bestimmte Periode ohne Arbeitsplatz ist, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht und Arbeit sucht. Unterschiede zwischen den Konzepten ergeben sich nur durch verschiedene Erhebungsmethoden und Abgrenzungen. Im Folgenden werden beide Konzepte näher vorgestellt.

In dieser Arbeit wird aber die gebräuchliche Vorgehensweise verwendet, bei der die Begriffe Arbeitslosigkeit und Erwerbslosigkeit die gleiche Bedeutung haben und alle Personen einschließt die keinen offiziellen Arbeitsplatz haben, dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und Arbeit suchen.

1.1.1 Definition der Arbeitslosigkeit nach International Labour Organization

Die International Labour Organization verwendet Kriterien zur Ermittlung der Erwerbslosigkeit, die international anerkannt und angewandt werden, wodurch ein Vergleich verschiedener Länder miteinander ermöglicht wird. Nach diesen Kriterien gilt als erwerbslos, wer zwischen 15 und 74 Jahre alt ist und zur Zeit der Befragung weder selbstständig war noch einer, mit Einkommen verbundener, abhängiger Tätigkeit nachging. Darüber hinaus muss die Person in den letzten vier Wochen vor der Befragung aktiv nach einer Tätigkeit gesucht haben. Der zeitliche Umfang der gesuchten Tätigkeit ist dabei unwichtig. Außerdem muss die Möglichkeit bestehen, eine gefundene Anstellung innerhalb von zwei Wochen annehmen zu können. Die Meldung bei einer Agentur für Arbeit oder einem Träger der Grundsicherung ist hier nicht nötig. [destatis_ilo]

Die Daten werden mit Hilfe einer telefonischen Befragung erhoben. Hierbei werden 30 000 zufällig ausgewählte Personen im Alter von 15 bis 74 Jahren gemäß den ILODefinitionen befragt. Die Daten werden dann für eine Hochrechnung auf die Gesamtbevölkerung verwendet. Diese statistische Schätzung weist allerdings Messungenauigkeiten auf, die als Standardfehler bezeichnet werden. Die Höhe dieses so genannten Standardfehlers, wird über mathematische Methoden ermittelt und gibt in Form einer Wahrscheinlichkeit an, in welcher Höhe das „tatsächliche“ Ergebnis vom Ergebnis der Stichprobe abweichen kann. Der Standardfehler für die Zahl der Erwerbslosen wird in den Veröffentlichungen zur ILO-Arbeitsmarktstatistik5 mit ausgewiesen. [destatis_ilo]

[...]


1 aktueller Stand im November 2005, Quelle: Bundesagentur für Arbeit

2 Die Bundesagentur für Arbeit (BA) ist die Institution, die in Deutschland für die Arbeitsverwaltung und -förderung zuständig ist. Sie ist eine bundesunmittelbare Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Selbstverwaltung mit Sitz in Nürnberg. Sie untersteht der Rechtsaufsicht des Bundesministeriums für Wirtschaft und Arbeit.

3 Die ILO wurde am 11.4.1919 gegründet und ist seit dem 14.12.1946 eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen mit Sitz in Genf. Es ist das Internationale Arbeitsamt der Vereinten Nationen.

4 Das Statistische Bundesamt Deutschland erhebt, sammelt und analysiert Informationen zu fast allen Belangen des Lebens in Deutschland und bereitet sie auf und stellt sie dar. Es ist eine Bundesoberbehörde und dem Bundesministerium des Innern unterstellt.

5 Arbeitsmarktstatistik die vom statistischen Bundesamt, auf Grundlage der Definitionen der International Labour Organization, erstellt wird.

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