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Scholarly Research Paper, 2005, 21 Pages
Author: Ulrike Tremmel
Subject: Social Pedagogy / Social Work
Details
Institution/College: Munich University of Applied Sciences
Tags: Bürgerschaftliches, Engagement, Vergleich, Theorien, Werte, Normen, Geschichte, Sozialen, Arbeit
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 1,0
Bibliography: ~ 8 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-45854-2
ISBN (Book): 978-3-638-76451-3
File size: 206 KB
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Abstract
Nach einem allgemeinen Blick auf die Geschichte des bürgerschaftlichen Engagements und dir Ordnungsmodelle nach Anheier/Toepler wird die Freiwilligenarbeit in drei europäischen Ländern – nämlich in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland – genauer beleuchtet. Am Ende werden die erfolgreichen Ansätze heraus gearbeitet und auch beschrieben, welche davon in Europa weiter entwickelt werden. Um Missverständnissen vorzubeugen, sei hier gleich gesagt, dass im folgenden Text der Begriff des Bürgers – wie der des Menschen – immer auch in der weiblichen Form gedacht und gemeint, nicht aber geschrieben wurde.
Excerpt (computer-generated)
Bürgerschaftliches Engagement im europäischen Vergleich
von: Ulrike Tremmel
SS 2005
1 Einführung 2
2 Entstehung und Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements 2
2.1 Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement im europäischen Kontext 2
2.2 Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements im gesellschaftlichen Wandel 3
2.3 Engagierte gestern und heute 3
3 Ordnungsmodelle 4
3.1 Das etatistische Ordnungsmodell 5
3.2 Das sozialdemokratische Ordnungsmodell 5
3.3 Das korporatistische Ordnungsmodell 6
3.4 Das liberale Ordnungsmodell 6
4 Großbritannien 7
4.1 Staatliche Voraussetzungen 7
4.1.1 Bürgerschaftliches Engagement als mitgestaltendes Element des Sozialstaats 7
4.1.2 Staatliche Oberhand in Fragen der Engagementförderung 7
4.2 Aktuelle Projekte 9
4.2.1 „Make a difference“ auf vielen Ebenen 9
4.2.2 Der Warner Report 10
4.2.3 Millennium Volunteers 10
5 Niederlande 10
5.1 Staatliche Voraussetzungen 10
5.1.1 Traditionslinien des bürgerschaftlichen Engagements 10
5.1.2 „Ride the trend“ auf allen Ebenen 11
5.2 Aktuelle Projekte 12
5.2.1 Das Programm der sozialen Aktivierung 12
5.2.2 Spezialisierte Maßnahmen in der Freiwilligenarbeit 13
5.2.3 Veränderte Strukturen 13
6 Deutschland 14
6.1 Staatliche Voraussetzungen 14
6.1.1 Mehr als Ehrenamt 14
6.1.2 Förderung durch den Staat 15
6.2 Aktuelle Projekte 16
6.2.1 Enquete-Kommission 16
6.2.2 Aktion Tagewerk 16
6.2.3 Förderung von Engagement 17
7 Europäische Perspektiven 18
1 Einführung
Im Folgenden werde ich nach einem allgemeinen Blick auf die Geschichte des bürgerschaftlichen Engagements und dir Ordnungsmodelle nach Anheier/Toepler die Freiwilligenarbeit in drei europäischen Ländern – nämlich in Großbritannien, den Niederlanden und Deutschland – genauer betrachten. Am Ende arbeite die erfolgreichen Ansätze heraus und welche davon in Europa weiter entwickelt werden. Um Missverständnissen vorzubeugen, sei hier gleich gesagt, dass ich im folgenden Text den Begriff des Bürgers – wie den des Menschen – immer auch in der weiblichen Form denke und meine, aber nicht schreibe.
2 Entstehung und Entwicklung des bürgerschaftlichen Engagements
2.1 Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement im europäischen Kontext
Bei dem deutschen Begriff des Ehrenamtes, der in den anderen Ländern völlig unbekannt ist und auch schlecht zu übersetzen, handelt es sich um einen geschichtlich geprägten Be griff. Schon zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde in Preußen „die Entstehung von Kommunen als selbstverwaltete lokale Gemeinwesen“ (EK 2002: 32) gefördert und im Rahmen dieser Selbstverwaltung wurden die Bürger ehrenamtlich für ihre Gemeinde tätig. Diese Tätigkeiten gereichten den Ehrenamtlichen zur Ehre, sie waren gesellschaftlich anerkannt und aufgrund ihrer festgelegten Verantwortlichkeit auch amtlich. Im Laufe der Zeit bürgerte sich der Begriff des Ehrenamts für viele unentgeltliche Tätigkeiten im Gemeinwesen, in Vereinen und Organisationen ein, auch wenn nicht alle diese Tätigkeiten den Merkmalen der Ehre und des Amtes entsprachen – wie etwa die Trainertätigkeit im Verein.
Um aber auch eine internationale Vergleichbarkeit zu erreichen und alle Formen der Mitwirkung am Gemeinwesen, auch etwa Spenden, Mitwirkung in Selbsthilfegruppen, in Umweltorganisationen und ähnliches, zu erfassen, wurde der Begriff des Engagements eingeführt. Bürgerschaftliches Engagement im Speziellen beinhaltet auch noch die gesellschaftstheoretische Ebene. Im Zentrum steht der Bürger, also das Mitglied eines Gemeinwesens. „Bürgergesellschaft ist die Vision einer politischen Gemeinschaft, in der nicht allein oder vorrangig der Staat und seine Institutionen für die Zukunft der politischen Gemeinschaft Verantwortung tragen. Bürgergesellschaft heißt, sich von der Vorstellung der Allzuständigkeit des Staates zu verabschieden, zuzulassen und zu fordern, dass (...) Bürger in größerem Maße für die Geschicke des Gemeinwesens Sorge tragen. Bürgergesellschaft ist eine Gesellschaft selbstbewusster und selbstverantwortliche Bürger, eine Gesellschaft der Selbstermächtigung und Selbstorganisation“ (EK 2002: 33). Der Begriff Bürgerschaftliches Engagement ist also ein Kunstbegriff, bei dem schwerpunktmäßig herausgestellt werden soll, dass es sich um freiwillige, unentgeltliche und gemeinschaftsbezogene Tätigkeiten handelt, also nicht um Arbeit oder auch nicht um rein individuelle Freizeitaktivitäten.
2.2 Bedeutung des bürgerschaftlichen Engagements im gesellschaftlichen Wandel
Das Engagement der Bürger hat auch immer etwas mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zu tun. Das Ehrenamt als solches war im 19. Jahrhundert noch politisch besetzt, später wurde dies auch auf Vereine, Kirchen und soziale Dienste ausgeweitet. Heute ist es jede Form der unentgeltlichen Tätigkeit für da Gemeinwesen, die vom einzelnen freiwillig geleistet wird. Neben den Einsparungen für den Staatshaushalt verfolgt jede Regierung und jede Zeit auch ihre eigenen Ideologien im Zusammenhang mit dem bürgerschaftlichen Engagement. So ist es etwa in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit wichtig, den Menschen sinnvolle Beschäftigungen anbieten zu können und damit auch den Verbleib in der Gesellschaft zu sichern. Dazu können bürgerschaftliche Engagements beitragen, wenn sie auf die individuellen Bedürfnisse passen. So kann das Bürgerengagement in seiner heutigen Form verstanden werden als „der soziale Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält“ (EK 2002: 59).
2.3 Engagierte gestern und heute
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