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Konsum und Medien in Paul Smails Roman "Ali le magnifique"

Scholary Paper (Seminar), 2005, 19 Pages
Author: Christian Werner
Subject: Romance Languages - French Literature

Details

Institution/College: University of Würzburg
Tags: Konsum, Medien, Paul, Smails, Roman
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 19
Grade: 1*
Bibliography: ~ 14  Entries
Language: German
Archive No.: V49455
ISBN (E-book): 978-3-638-45907-5

File size: 440 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität Würzburg
Institut für romanische Philologie
Proseminar: Der französischsprachige Roman der Gegenwart
3. Fachsemester, WS 2004/2005

Konsum und Medien in Paul Smails Roman
"Ali le magnifique"

von: Christian Werner

 


Inhalt

1. Allgemeines zu Autor und Roman

1.1. Informationen über den Autor 3
1.2. Zur Entstehung des Romans

1.2.1. Der Fall Sid Ahmed Rezala als thematische Vorlage 3
1.2.2. Der lange Weg zur Veröffentlichung des Romans 4

2. Die société de consommation

2.1. Geborgenheitsgefühl 4
2.2. Wichtige Produkte

2.2.1. Bedeutung der Kleidung 5
2.2.2. Fetischcharakter der Produkte 6

2.3 Der Konsum in der Sprache des Protagonisten 8

3. Die société du spectacle

3.1. „Être star“ – Alis Karrierewunsch 9
3.2. Alis Wachträume 10
3.3 Die Medienwelt in der Sprache des Protagonisten 12
3.4. „Être star“ - Alis Karrieretraum als allgemeine Tendenz in der heutigen Jugend 13

4. Kritik an Konsum und Medien 14

5. Intermedialität 15

6. Die Thematik des Konsums und der Medien zu Beginn des 21. Jahrhunderts 17

Bibliographie 19


 

 

1. Allgemeines zu Autor und Roman

1.1. Informationen über den Autor

Als 2003 Jack-Alain Légers neuester Roman On en est là erschien, ist seitdem auch das Geheimnis um das Pseudonym Paul Smaïl offiziell gelüftet1. Unter der Rubrik „du même auteur“ fanden sich auch die vier Romane, die Léger unter dem Pseudonym Paul Smaïl innerhalb von vier Jahren veröffentlichte: Vivre me tue (1997), Casa, la Casa (1998), La passion selon moi (1999) und Ali le magnifique (2001). Léger scheint ein gewisses Faible für Spiele mit Identitäten zu haben, darauf lässt zumindest die Tatsache schließen, dass er zuvor schon unter zwei weiteren Pseudonymen, nämlich Melmoth und Dashiell Hedayat publizierte2. Ansonsten ist über den Autor, der sich dem französischen Literaturbetrieb bewusst entzieht nur wenig bekannt. Seit dem Erscheinen des ersten Romans von Paul Smaïl hat dieser sein Gesicht hinter einer ägyptischen Totenmaske, einem Fayum-Potrait, versteckt3, das auf dem Titelblatt von Vivre me tue abgedruckt war. Auch in Ali le magnifique weist er darauf hin (S.197). „Je n’aurai pas de visage, sinon celui d’un portrait de Fayoum […] qui me ressemble, semble-t- il“. Smaïl gibt an, nur für sein literarisches Schaffen beurteilt werden zu wollen, und deshalb seine Anonymität zu wahren (S.197).

1.2. Zur Entstehung des Romans

1.2.1. Der Fall Sid Ahmed Rezala als thematische Vorlage4

Als motivische Vorlage benützt der Autor den Fall des tueur des trains, Sid Ahmed Rezala, der 1999 ganz Frankreich in Atem hielt. Rezala wurde 14.5.1979 in El Biar/Algerien geboren, 1994 immigrierte er nach Frankreich und wohnte in Marseille. 1999 tötete er drei Frauen in Zügen und wurde nach langer Fahndung am 11.1.2000 in Portugal festgenommen, als er sich auf die Kanarischen Inseln absetzen wollte. In portugiesischer Haft beging er am 28.6.2000 Selbstmord, indem er sich durch ein von ihm gelegtes Feuer erstickte. Viele Aspekte des Kriminalfalles Rezala lassen sich im Roman Ali le magnifique wieder finden, angefangen beim Vornamen des Protagonisten Sid Ali Benengeli, bis hin zu Einzelheiten wie der im Roman geschilderten Nachstellung des Mordes an einer der Frauen mit anschließender Ausstrahlung im Fernsehen (S.25f.), die die Ermittlungsrichter tatsächlich nachspielen ließen. Dass auch Rezala in gleichem Maße wie Smaïls Romanheld von Konsum und Medien gesteuert wurde, ist wohl zweifelhaft.

1.2.2. Der lange Weg zur Veröffentlichung des Romans

Als Ali le magnifique im Januar 2001 erschien, hatte der Autor Jack-Alain Léger eine wahre Odyssee hinter sich5. Zunächst sollte der Roman nämlich am 29.8.2000 bei den Éditions Calmann-Lévy erscheinen. Der Vertrag war unterschrieben, das Buch im Druck und die Buchhändler über die Neuerscheinung informiert. Nachdem der Verleger an der Spitze des Verlages abgelöst worden war, wurde Léger von dessen Nachfolger, Jean-Etienne Cohen- Séat, darüber informiert, dass der Roman in seiner vorliegenden Form nicht erscheinen werde. Als Grund hierfür wurde der Selbstmord Sid Ahmed Rezalas angeführt, was Léger jedoch nur als einen Vorwand ansah. Tatsächlich wurde er wenig später von Cohen-Séat dazu aufgefordert, seinen Roman nach dessen Wünschen zu überarbeiten, wobei unter anderem die Figuren der erwähnten Politiker (Chirac, Chèvenement,…) komplett aus dem Manuskript gestrichen werden sollten. Léger sah sich gezwungen, einen Anwalt zu konsultieren. Letztendlich war ein Wechsel des Verlages unvermeidlich. Im Januar 2001 konnte Ali le magnifique bei Denoël in der Form, wie es sich der Autor gewünscht hatte, also unzensiert, erscheinen.

2. Die Société de consommation

2.1. Geborgenheitsgefühl

[...]


1 Vgl. Ruhe, S.207.

2 Intervista a Paul Smaïl o Jacques-Alain Léger o Melmoth o Dashiell Hedayat o... In: Tuttolibri, 21.2.2003

3 Vgl : Ruhe, S.205.

4 www.humanite-presse.fr/journal/2000-01-12/200-01-12-218141; http://monsite.wanadoo.fr/T.E.S.F.2/page2.html

5 Smaïl, Paul: Ali le magnifique. Chronique d’une tentative de censure déjouée.


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