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Studienarbeit, 2004, 18 Seiten
Autor: Susann Colditz
Fach: Ethik
Details
Institution/Hochschule: Berufsakademie Sachsen in Breitenbrunn (Sozialpädagogik)
Tags: Ethische, Betrachtungen, Organspende, Ethik
Jahr: 2004
Seiten: 18
Note: 2,4
Literaturverzeichnis: ~ 9 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-45919-8
Dateigröße: 253 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Ethische Betrachtungen der Organspende
von: Susann Colditz
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Organspende zu Lebzeiten
2.1. Lebendorganspende 4
2.2. Lebendspende Ethik 5
2.3. Organspende und Psyche 6
3. Postmortale Organspende
3.1. Organentnahme vom Leichnam 7
3.2. Interessengruppen
3.2.1.Interessen des Organempfängers 7
3.2.2.Interessen der Angehörigen 8
3.2.3.Interessen des Leichnams 8
3.2.4.Interessen der Gesellschaft 8
3.3. Hirntod 8
3.4. Wann ist der Mensch wirklich Tod? 9
4. Organmangel und Organallokation
4.1.Eurotransplant 11
4.2.Organmangel 11
4.3.Fairness bei Organverteilung 13
5. Vorraussetzung und ethische Bewertung der Organtransplantation
5.1.Entscheidung zur Organspende 13
5.2.Organtransplantation: ethisch - moralischer Grenzgang 14
5.3.Ist es erlaubt? Verletzt es die Würde? Berührt es die Identität? 15
6. Schluss 15
7. Literaturverzeichnis 17
8. Abbildungsverzeichnis 18
1. Einleitung
Die Organtransplantation ist ein Fachgebiet der Medizin, dass sich über viele Jahre hinweg entwickelt hat. Der Durchbruch gelang den Medizinern vor 50 Jahren am Peter Bent Brigham Hospital in Boston. Die Bostoner Chirurgen verpflanzten erstmals erfolgreich die gesunde Niere eines Mannes in den Körper seines Bruders. Die ersten geglückten Leber- sowie Herztransplantationen erfolgten Jahre später. Im Jahr 1999 schreibt Nicola Siegmund-Schultze, dass seither mehr als 600000 innere Organe von Mensch zu Mensch übertragen worden (Siegmund-Schultze 1999, S. 9). Im Oktober 2004 stehen in Deutschland, laut der Transplantationsstatistik von Eurotransplant (Abb. 1) rund 11300 Menschen für Niere, Leber oder Herz auf der Warteliste.
[Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
In dieser Arbeit möchte ich darstellen warum die Organtransplantation in der Gesellschaft ein so umstrittenes Fachgebiet ist. Dazu möchte ich bestimmte Ansichten und Denkweisen verschiedener Ethiker und Philosophen nutzen. Weiterhin sollen Vorrausetzungen für eine Spende bzw. für den Empfang eines neuen Organs, der Grenzgang zwischen Ethik und Moral und auch das Thema Hirntod beschrieben werden. Wenn es um die Möglichkeiten der Organtransplantation geht, habe ich mich auf Niere, Leber und Herz beschränkt, da diese drei, die in Deutschland am meisten benötigten Organe neben der Lunge sind.
2. Organspende zu Lebzeiten
2.1. Lebendorganspende
Niere, Leber, Pankreas, Lunge und Dünndarm sind die inneren Organe, die auch von Lebendspendern transplantiert werden, wobei die Niere am häufigsten verpflanzt wird. Aufgrund des Risikos der Gesundheitsschädigung eines lebenden Spenders wird diese Form der Organspende nicht bevorzugt angewendet. In Deutschland ist die Lebendspende, laut §8 des Transplantationsgesetzes, nur zwischen Blutsverwandten und emotional Nahestehenden, aber nicht biologisch Verwandten zulässig. Wobei auch hier Diskussionen vorhanden sind, welche Personen als emotional nahestehend gelten und welche nicht. Diese Spenden sind nur dann möglich wenn die Risiken, denen der Spender ausgesetzt wird, nicht erheblich und vor allem kalkulierbar sind. Diese Entscheidung liegt dann in den Händen der Ärzte. Aber warum lassen sich Gesunde freiwillig zu Patienten machen? Nicola Siegmund-Schultze gibt auf diese Frage mehrere Antworten. Sie schreibt in ihrem Buch, dass vor allem in den Anfängen der Transplantationsmedizin der Grund in der reduzierten Abstoßungsreaktion bei eng blutsverwandten liegt. Als neue Immunsuppressiva die Langzeitfunktionsrate der von Toten übertragenen Organe erhöhten, änderten sich auch in der Gesellschaft die Gründe: Heute liegen die Ursachen vor allem in dem Mangel an Organen, in einem unzureichenden organisiertem Beschaffungs- und Verteilungssystem und nicht ausreichenden Dialysemöglichkeiten (Siegmund-Schultze 1999, S. 99).
Bis dem lebenden Spender ein Organ entnommen werden kann, müssen für die behandelnden Ärzte einige Fakten klar sein. So müssen sie sich davon überzeugt haben, dass die Person über ein gewisses Hintergrundwissen verfügt und sich so ein Bild über die Risikofaktoren machen kann. Dabei soll ihnen auch die Aufklärung über den Vorgang der Organspende und der Risikofaktoren durch den Arzt helfen. Die Aufklärung sollte dabei stark individuell angepasst verlaufen, da jede Person einen anderen Stand an Wissen mitbringt. Dabei wird vorrausgesetzt, dass der verständige Erwachsene eine Ahnung davon hat was Krankheit und Gesundheit bedeutet und er eine Vorstellung davon hat was es heißt, ein Organ zu spenden und mit nur einem Organteil weiterzuleben. Weiterhin kommt es darauf an ob der potentielle Spender seine Entscheidung vor sich selbst und vor allem vor anderen verantworten kann. Ärzte müssen bei ihrer Aufklärung auch Unterschiede zwischen den Spendern machen, die nur zugunsten einer nahestehenden Person spenden wollen und denen, die ihr Organ spenden. um einen fremden Menschen das Leben zu retten. Johannes S. Ach schreibt, dass den Patienten unbedingt Freiraum zu einer autonomen Entscheidung gelassen werden muss, für ihn ist eine Entscheidung nur dann autonom wenn der Entscheidungsvorgang unter Bedingungen der Handlungsfreiheit abläuft (Ach 2000, S. 107). Diese Handlungsfreiheit ist für ihn nicht vorhanden, wenn der Patient zu einer Entscheidung gezwungen wird, etwa durch Gewalt, Drohungen, finanzielle bzw. kommerzielle Anreize oder durch Manipulation.
2.2. Lebendspende und Ethik
[...]
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