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Autor: Anna Perlina
Fach: Russistik / Slavistik
Details
Tags: Gespräch, Anna, Achmatova, Osip, Mandel’štam
Jahr: 2004
Seiten: 31
Note: 1
Literaturverzeichnis: ~ 22 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 730 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-45973-0
Die Prinzipien der Dialogizität sowie der Intertextualität bilden einen gemeinsamen Leitfaden im Werk von Anna Achmatova und Osip Mandeltam. Und gerade die Verfolgung dieses Leitfadens lässt das Werk jedes der Beiden nur unter Berücksichtigung des Schaffens des jeweils anderen in vielerlei Hinsicht begreiflich werden.
Textauszug (computergeneriert)
Hausarbeit
zum literaturwissenschaftlichen Seminar
Anna Achmatova
Slavistisches Seminar der Friedrich-Wilhelm-Universität Bonn
Wintersemester 2003/04
Zum Thema:
Das lyrische Gespräch zwischen
Anna Achmatova und Osip Mandel′stam
[Sonderschrift...]1
vorgelegt von
Anna Perlina
Hauptfach: Medienwissenschaft
1. Nebenfach: Vergl. Literaturwissenschaft
2. Nebenfach: Slavistik
[Sonderschrift in Downloaddatei enthalten]1
Gliederung
Einleitung 3
I. Intertextualität und die akmeistische Poesieauffassung 5
II. Wort, Stimme, Dialog 7
II.1.1. [Sonderschrift...] (Mandel′stam) - eine Interpretation 7
II.1.2. Dichtergespräch oder Liebesdialog? 10
II.2.1. [Sonderschrift...] (Achmatova) - eine Interpretation 11
II.3. Wort, Stimme, Dialog - Zusammenfassung der Ergebnisse 14
III. Terrorzeit und Dichterschicksal 15
III.1. Leben und Werk - Verschmelzung der Grenzen 15
III.2. Bilanz: Terrorzeit und Dichterschicksal 20
IV. Zeit und das akmeistische Dichtergespräch 21
Abschließende Betrachtung 23
Literaturverzeichnis 24
Anhang
Einleitung
Von allen Dichtern - Zeitgenossen Achmatovas war Osip Mandel′stam derjenige, der ihr am nächsten stand. Es geht dabei nicht um ihre "biographische" Nähe (sie waren eng befreundet) und auch nicht um die Verwandtschaft ihrer poetischen Systeme (die waren grundverschieden), sondern um die Ähnlichkeit der bedeutendsten Ideen, die ihrem Schaffen und ihrem Leben zugrunde lagen. Gerade sie entschieden über Länge und Intensität des geistigen Dialogs, den beide Dichter miteinander führten.
Swierszcz, Literarische Persönlichkeit von A.A., S. 177.
Als Gegenstand einer kritischen Auseinandersetzung mit den Wechselbeziehungen im lyrischen Werk von Anna Achmatova und Osip Mandel′stam sind die unterschiedlichsten thematischen Schwerpunkte denkbar. Es erscheint beispielsweise möglich und sinnvoll über die Umsetzung Achmatovas und Mandel′stams akmeistischer Konzepte oder über die Verarbeitung ihrer Schicksale im lyrischen Schaffen zu sprechen. Man könnte auch versuchen, die Ähnlichkeiten zweier sehr unterschiedlicher poetischer Systeme herauszustellen. Im Zentrum dieser Arbeit sollen aber einige für die beiden Dichter grundlegende Ideen und Konzepte stehen, welche ihr gesamtes Schaffen prägten. Von besonderem Interesse ist dabei das Dialogkonzept jedes der Beiden, welches sie in ihrer Lyrik umsetzten, sowie das lyrische Gespräch, das die beiden jahrzehntelang miteinander führten.
Am 25 August 1923 schreibt Mandel′stam in einem Brief an Achmatova:
[Sonderschrift...]2
Ein ähnliches ununterbrochenes Gespräch entwickelt sich in den Gedichten Achmatovas, beginnend mit ihrer frühen Liebeslyrik und setzt sich bis zu den letzten Versionen von Poema bez geroja fort. Mandel′stam verwandelt sich in ihrem poetischen System in die symbolische Figur eines Dichters. Auf eine ähnliche Weise wird auch die Gestalt Achmatovas in seine Dichtung integriert, nur erscheint sie dort viel früher und wird stärker stilisiert.3
Vor diesem Hintergrund werden die Gemeinsamkeiten in der Lyrik der beiden Dichter sowie ihre gegenseitige Beeinflussung anhand ausgewählter Beispielwerke eingehend betrachtet. Allerdings bleiben die Unterschiedlichkeit ihrer poetischen Systeme sowie die Differenz der formalen Konzepte ihrer Werke bei meiner Aussagebildung vorwiegend unberücksichtigt.4
I. Intertextualität und die akmeistische Poesieauffassung5
[Sonderschrift...]6
Der Akmeismus ist eine stark metapoetisch orientierte literarische Richtung. Im Vordergrund der akmeistischen Literaturauffassung steht eine spezifische Kulturphilosophie mit der Hervorhebung der Rolle des Gedächtnisses im schöpferischen Prozess. Durch den betonten dialogischen Charakter der akmeistischen Lyrik und der Überzeugung der Akmeisten von der Verwandtschaft der Dichter aller Zeiten praktizieren sie in ihrem Schaffen eine literarische Theorie, welche sich erst Jahrzehnte später entwickelt - die Intertextualitätstheorie.
[....]
1 Nas .etvero, AAss.
2 Achmatova, Listki iz dnevnika, S. 29.
3 Vgl. (?)wierszcz, Literarische Persönlichkeit von A.A., S. 177.
4 Diesen selektiven Darstellungsrahmen führe ich auf Musatov zurück. Er befindet die Differenzen zwischen den poetischen Systemen Achmatovas und Mandel’stams für zu weit reichend um sich sinnvoll mit ihren Gemeinsamkeiten beschäftigen zu können. Diese Auffassung wird von (?)wierszcz unterstützt. (Vgl. Musatov, Achmatova i Mandel’stam, S. 357 sowie (?)wierszcz, Literarische Persönlichkeit von A.A., S. 177.)
5 Vgl. die Darstellung in diesem Kapitel mit Lachmann, Gedächtnis und Literatur, S. 111ff sowie Burkhart, Weltkultur, S. 214f.
6 Mandel’stam, O sobesednike, S. 281.
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