Register or log in at GRIN

Your e-mail-address or password is wrong
Register now
For new authors: free, easy and fast
This will be used as your user name, please specify a valid e-mail address

Lost password

Your e-mail-address or password is wrong

Request a new password
Kommunistische Abrechnung mit Kriegsverbrechern, Kollaborateuren, 'Volksfeinden'... close

Please wait

Please install the Adobe Flash Player if no e-book is displayed.

Kommunistische Abrechnung mit Kriegsverbrechern, Kollaborateuren, 'Volksfeinden' und 'Verrätern' in Jugoslawien während des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach (1943-1950)

Diploma Thesis, 2002, 176 Pages
Author: Dr. phil. Michael Portmann
Subject: History - National Socialism, World War II

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2002
Pages: 176
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 367  Entries
Language: German
Archive No.: V49575
ISBN (E-book): 978-3-638-45990-7
ISBN (Book): 978-3-638-70864-7
File size: 2139 KB

Abstract

Mit der hier vorliegenden Arbeit soll der Versuch unternommen werden, einen in der westlichen Forschung bisher unbefriedigend aufgearbeiteten Themenkomplex - die kommunistische Abrechnung mit Kriegsverbrechern, Kollaborateuren und „Verrätern“ in Jugoslawien während des Zweiten Weltkrieges und unmittelbar danach - im Sinne einer Synthese in groben Zügen darzustellen. In keinem anderen später kommunistischen Satellitenstaat Ost- und Südosteuropas war die Bestrafung von Kriegsverbrechern und Kollaborateuren und die Abrechnung mit „Volksfeinden und Spionen“ derart eng mit der totalen Machtübernahme durch die Kommunistische Partei verknüpft wie in Jugoslawien. Unter dem Motto „Abrechnung“ sind auf dem Gebiet Jugoslawiens im Zeitraum von 1943 bis 1950 schätzungsweise 180'000 Menschen umgekommen. Die überwältigende Mehrheit dieser Menschen starb ohne vorhergehende Gerichtsverhandlung, ohne dass ihre Schuld festgestellt und ihnen das Recht auf Verteidigung zugestanden worden wäre.


Excerpt (computer-generated)

Universität Wien

Kommunistische Abrechnung mit Kriegsverbrechern, Kollaborateuren,
 „Volksfeinden“ und „Verrätern“ in Jugoslawien
während des Zweiten Weltkriegs und unmittelbar danach
(1943-1950)


Diplomarbeit zur Erlangung des Magistergrades der Philosophie
aus der Studienrichtung Geschichte

Michael Portmann
 

 

 

Inhaltsverzeichnis

1 Vorwort ... 5

2 Einleitung ... 6

2.1 Thematik ... 6
2.2 Methoden ... 8
2.3 Literatur und Forschungslage ... 9

I. Hauptteil: Vorgeschichte ... 17

3 Krieg und Bürgerkrieg ... 17

3.1 Die Aufteilung Jugoslawiens ... 17
3.2 Zwischen Kollaboration und Widerstand: Zur Lage in Slowenien ... 18
3.3 Der "Unabhängige Staat Kroatien" (NDH) ... 24
3.3.1 Entstehung und Trägerschichten ... 24
3.3.2 Zum Programm der usta(?)e: Inhalt, Realisierung und Konsequenzen ... 26
3.3.3 Die "Volksdeutschen" im NDH: Von den Tätern zu den Opfern? ... 28
3.3.4 Die katholische Kirche im NDH ... 32
3.4 Die Aufteilung Serbiens ... 35
3.4.1 Die deutsche Militärverwaltung in Serbien ... 35
3.4.2 Die ungarischen Annexionsgebiete ... 39
3.5 Titos Partisanen im Kampf ... 41

4 Die kommunistische Machtübernahme ... 47
4.1 Etappen und politische Organe ... 47
4.2 Entwicklung der militärischen und zivilen Gerichtsbarkeit ... 54

II. Hauptteil: Abrechnung und Vergeltung ... 60

5 Gesetze und Institutionen ... 60
5.1 Vorbemerkungen ... 60
5.2 Gesetzliche Grundlagen ... 61
5.3 Die Kriegsverbrecherkommissionen: Struktur und Tätigkeit ... 69
5.4 "OZNA sve dozna": Die kommunistische Geheimpolizei ... 75
5.5 Die Spezialeinheit der Armee: Der KNOJ ... 77

6 Opfergruppen ... 81
6.1 Die Italiener in Istrien, Dalmatien und Julisch-Venetien: Verfolgung und Flucht ... 81
6.2 Die Ausschaltung nationaler Kräfte in Serbien ... 84
6.3 Zum Schicksal der Jugoslawiendeutschen in Kroatien, Bosnien und der Vojvodina ... 87
6.3.1 Staatsrechtliche Prämissen ... 89
6.3.2 Die "volksdeutsche" Bevölkerung in Slawonien und Syrmien ... 91
6.3.3 Repressionen im Banat, der Bačka und der Baranja ... 94
6.3.4 Die Deportation in die Sowjetunion ... 97
6.3.5 Die Deutschen in den Arbeitslagern ... 98
6.4 Die Verfolgung und Teilaussiedlung von Magyaren ... 101
6.5 Die Vernichtung der četnici ... 108
6.6 "Bleiburg" und die Todesmärsche ... 111
6.7 Die Abrechnung mit slowenischen Gegnern des Volksbefreiungskampfes ... 119
6.8 Die Vertreibung der Deutschen aus Slowenien ... 123
6.9 Die katholische Kirche im kommunistischen Jugoslawien ... 125
6.9.1 Slowenien ... 125
6.9.2 Kroatien ... 128
6.10 Prozesse gegen Kriegsverbrecher, Kollaborateure und "Volksfeinde" ... 136
6.11 Die Diskriminierung und Ausschaltung politischer Gegner ... 139

7 Schlussüberlegungen ... 142

Anhang ... 147

8 Abkürzungsverzeichnis ... 147

9 Personenregister mit Kurzbiografie ... 150

10 Bibliografie ... 157

10.1 Gedruckte Quellen ... 157
10.2 Amtliche Blätter ... 160
10.3 Memoiren und Belletristik ... 160
10.4 Journalistische Literatur ... 161
10.5 Monografien und Aufsätze ... 162

 

1. Vorwort

- Danksagung (in der Kaufversion enthalten) -

2.Einleitung

2.1 Theamtik


„Der Vollständigkeit wegen muss man noch hinzufügen: dieses Prinzip [der Abrech-nung, Anm. des Autors] ist weder ausschliesslich kommunistisch noch jugoslawisch. Auf dem Balkan hat Abtrünnigen und Aufrührern schon immer solch ein Schicksal geblüht. Und das ist auch anderswo so - seltener in Europa, denn dort sind auch die Rebellen und Aufstände seltener.“

Mit der hier vorliegenden Arbeit soll der Versuch unternommen werden, einen in der westlichen Forschung bisher unbefriedigend aufgearbeiteten Themenkomplex - die kommunistische Abrechnung mit Kriegsverbrechern, Kollaborateuren und „Verrätern“ in Jugoslawien während des Zweiten Weltkrieges und unmittelbar danach - in seiner Gesamtheit im Sinne einer Synthese in groben Zügen darzustellen. Gleich einleitend sei davor gewarnt, dass die Behandlung einer derart gro?en Anzahl von Teilaspekten - die teilweise wahrscheinlich einzeln ausreichend Stoff für eine Arbeit dieses Umfangs böte - zwangsläufig auf Kosten der wissenschaftlichen Tiefgründigkeit gehen muss und auch wird. Dennoch habe ich mich aus wie mir scheint respektablen Gründen entschieden, dieses Risiko einzugehen: Bis heute existiert meines Wissens keine Gesamtdarstellung über die kommunistischen Abrechnungs- und Vergeltungsmassnahmen nach dem Zweiten Weltkrieg, weder in einer westlichen noch in einer südslawischen Sprache. Zwar sind in Slowenien nebst zahlreichen Artikeln in den 1990er Jahren einige ausgezeichnete Überblickswerke dazu publiziert worden, diese beschränken sich verständlicherweise aber auf die Darstellung der Ereignisse in Slowenien. Von kroatischen und serbischen Historikern sind mir bis anhin überhaupt keine vergleichbaren Arbeiten bekannt. Da ich der festen Überzeugung bin, dass „Abrechnung und Vergeltung“ in Jugoslawien unbedingt als Einheit beschrieben und bewertet werden sollten, ist in diesem Punkt dringender Handlungsbedarf auszumachen; umso mehr überdies, als in den nächsten Jahren von slowenischen, kroatischen, bosniakischen und/oder serbischen Wissenschaftern keine Gesamtdarstellung zu erwarten sein dürfte und diesbezügliche Desiderata vorläufig bestehen bleiben dürften. Ein derartiger Überblick bietet sich auch deswegen an, weil das vermutlich aufschlussreichste Archiv - jenes der kommunistischen Geheimpolizei OZNA (Odeljenje za za(?)titu naroda/Abteilung zum Schutze des Volkes) resp. UDBA (Uprava dr(?)avna bezbednosti/Staatssicherheitsverwaltung) in Belgrad - seine Tore selbst für serbische Historiker noch immer verschlossen hält und frühestens im Jahr 2003 mit seiner Öffnung gerechnet werden kann. Aus diesem Grund ist die quellenbasierte Beschäftigung mit Einzelaspekten zur Zeit leider noch nicht möglich. Zu guter Letzt erachtete ich es persönlich für unabdingbar, mir vor der angestrebten Inangriffnahme eines Dissertationsprojekts inhaltlich und bibliographisch Übersicht zu verschaffen.

Sich der Einleitung anschließend folgt ein knapper Abriss zur vorhandenen Sekundärliteratur und zur aktuellen Forschungslage. Obwohl mit Sicherheit nicht alle zum Thema relevanten Bücher, Artikel und Aufsätze verzeichnet, geschweige denn rezipiert werden konnten, sei an dieser Stelle eine erste vorsichtige Einschätzung zum Stand der Dinge vorgenommen. Die Deskription der Ereignisse in Jugoslawien während des Zweiten Weltkriegs ist Teil des dritten Kapitels. Da von wenigen Ausnahmen abgesehen die Vorgänge zwischen 1941 - 1945 in diesem Raum sowohl in der westlichen als auch - wenngleich etwas weniger ausgewogen - in der jugoslawischen Historiographie zufrieden stellend bearbeitet wurden, habe ich ver-ucht, mich vornehmlich auf diejenigen Gesichtspunkte zu konzentrieren, die zu kennen für das Verständnis der kommunistischen Abrechnungsmassnahmen und ihrer Bewertung meines Erachtens unverzichtbar sind. Nur wenn der vier Jahre andauernde, mit teilweise kaum vorstellbarer Grausamkeit und Härte geführte Krieg und Bürgerkrieg stets vor Augen gehalten wird, können - vielleicht - die ebenfalls furchtbaren Vergeltungsakte der kommunistischen Partisanen kontextgerecht eingeordnet und sogar verstanden werden.

Der vierte Part der Arbeit soll der Skizzierung der politischen und rechtlichen Entstehung und dem Aufbau der zentralen Organe und Institutionen des künftig kommunistisch gelenkten Staates gewidmet sein, auch in diesem Punkt möglichst im Zusammenhang der Revancheakte. Die zentrale Frage muss hierbei sein, welche Rolle bestimmte Behörden bei der Abrechnung mit den kommunistischen Gegnern spielten und inwiefern sie sogar eigens dafür geschaffen worden waren.
In Kapitel sechs sollen in chronologischer Reihenfolge die Vergeltungsaktionen skizziert und beschrieben werden, nachdem ich zuerst auf den rechtlichen Rahmen eingegangen bin und den Aufbau und die Tätigkeit zum einen der „Staatskommission zur Feststellung der Verbrechen des Okkupanten und seiner Helfer“ (DKZ=Dr(?)avna komisija za utvrđivanje zločina okupatora i njegovih pomagača) und zum andern der kommunistischen Geheimpolizei (OZ-NA resp. UDBA) umrissen habe. Beide Institutionen müssen als zentral in Bezug auf das hier vorliegende Thema angesehen werden und verdienen dementsprechende Beachtung.

In den Schlussbemerkungen schließlich werden die wichtigsten Erkenntnisse thesenartig zusammengefasst und gleichzeitig wage ich ein vorläufiges Verdikt über die kommunistischen Strafmassnahmen. Dazu müssen zum einen die dieser Vergeltungspolitik zu Grunde liegenden Ursachen und Motive geklärt werden und zum zweiten darf der Versuch nicht ausbleiben, die Frage nach den Verantwortlichen und Schuldigen zu stellen und zu beantworten. Zudem soll diskutiert werden, welchen Einfluss das Klima von Vergeltung und Repres-ion auf die Machtübernahme durch die Kommunisten hatte und welche Hypothek der „Abrechnungsfuror“ (Völkl) für das künftige Zusammenleben im sozialistischen Jugoslawien darstellte.

 

[...]


1. Zitiert aus: Đilas, Milovan, Der Krieg der Partisanen. Memoiren 1941-1945, Wien u.a. 1978, S. 570.

2. Vgl. Vodu(?)ek Starič, Jera, Prevzem oblasti 1944-1946, Ljubljana 1992; Jančar, Drago (ed.), temna stran mese-ca. kratka zgodovina totalitarizma v sloveniji 1945-1990, Ljubljana 1998. In Ljubljana und Kranj fand parallel zur Veröffentlichung des Bandes in den Jahren 1998/1999 eine gleichnamige Ausstellung statt, die durchaus ge-teilte Reaktionen in der Bevölkerung provozierte. Die polarisierenden Auseinandersetzungen um diese Thematik nicht nur in Slowenien sind ein eindeutiger Hinweis darauf, dass weder im kommunistischen Jugoslawien noch in den Nachfolgestaaten - und hier mit abnehmender Qualität und Quantität von Nordwesten nach Südosten - mit ausreichend Wille und Konsequenz an die Aufarbeitung der jüngeren Vergangenheit herangegangen worden ist.

3. Als Bosniake (Bo(?)njak, Plural: Bo(?)njaci) wird heute explizit ein bosnisch (bosanski, früher serbokroatisch) sprechender Bürger Bosnien-Herzegowinas genannt, der sich zum muslimischen Glauben bekennt, im Gegen-satz zu bosnischen Kroaten oder bosnischen Serben, die der katholischen, respektive der serbisch-orthodoxen Konfession angehören. Als Synonym für Bosniake wird allgemein, und in der Literatur auch häufiger, der Begriff „bosnischer Muslime“ oder im Kontext nur „Muslime“ verwendet. Als Bosnier (Bosanac ,Plural: Bosanci) wird heute vom staatsrechtlichen Standpunkt her jeder Bürger von Bosnien-Herzegowina tituliert, unabhängig davon, in welcher Teilrepublik er wohnt und welche ethnische, religiöse oder konfessionelle Zugehörigkeit er für sich selbst reklamiert.

4. Zu diesem Umstand erschwerend hinzu kommt, dass offenbar während der Bombardierung durch die Nato im Frühjahr 1999 Teile der Bestände zerstört wurden, wie ich von Prof. Du(?)an T. Bataković persönlich erfahren habe. Da ihm der Zugang bisher verwehrt blieb, vermochte auch er den dadurch entstandenen Schaden nicht abzuschätzen.

 


Comments

No comments yet

Add Comment
Your comment is reviewed before being published

Other users also were interested in the following titles:

Erstellen einer schriftlichen Hausarbeit

Author: Claudia Nickel
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2006 Download as PDF-file for 4,99 EUR

Grundtechniken wissenschaftlichen Arbeitens

Author: Maik Philipp
Presentations, Models, Tutorials, Instructions, 2004 Download as PDF-file for 5,99 EUR

This text can be quoted and accessed from this url:

http://www.grin.com/e-book/49575/kommunistische-abrechnung-mit-kriegsverbrechern-kollaborateuren-volksfeinden
please wait Please wait