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PISA 2000 - didaktische und integrative Konsequenzen einer internationalen Bildungsstudie

Scholary Paper (Seminar), 2002, 18 Pages
Author: Melanie Jürgens
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies

Details

Event: Seminar: Aufgaben und Probleme der Fremdsprach- und Zweitsprachdidaktik
Institution/College: Christian-Albrechts-University of Kiel (Germanistisches Institut)
Tags: PISA, Konsequenzen, Bildungsstudie, Seminar, Aufgaben, Probleme, Fremdsprach-, Zweitsprachdidaktik
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2002
Pages: 18
Grade: 2+
Language: German
Archive No.: V4986
ISBN (E-book): 978-3-638-13037-0

File size: 168 KB
Notes :
Die vorliegende Hausarbeit befasst sich mit dem ersten Zyklus der PISA-Studie und erörtert mögliche didaktische sowie integrative Konsequenzen für Schulen.125 KB



Excerpt (computer-generated)

PISA 2000 - didaktische und integrative Konsequenzen einer internationalen Bildungsstudie

von Melanie Jürgens


Gliederung

I. Einleitung S.1

II. Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse der PISA- Ergebnisse S.3

III. Mögliche didaktische Konsequenzen der PISA-Studie
 für den Unterricht an deutschen Schulen S.5

IV. Schulische Integration sowie schulische Leistung
 von ausländischen Kindern in Deutschland S.7

V. Beispiel eines Integrationsversuches
 ausländischer Kinder in den deutschen Schulalltag S.11

VI. Zusammenfassung S.14

VII.Bibliographie S.15

I. Einleitung

Die PISA-Studie ist die größte und anspruchsvollste internationale Schulstudie der Bildungsgeschichte. Auftraggeber ist die OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung); Teilnehmer sind 32 Staaten, davon sind 28 Mitgliedsstaaten der OECD. PISA steht für Programme for International Student Assessment - ein Programm, das den teilnehmenden Ländern Indikatoren zur Verfügung stellen soll, die Auskunft über ihre Ressourcenausstattung, die Effizienz ihrer Bildungssysteme sowie die Kompetenzen 15-jähriger Schüler geben sollen. Das Zauberwort der PISA-Studie ist Anschlußfähigkeit. Es geht in erster Linie um die Erfassung von Basiskompetenzen. PISA versucht demnach keineswegs, den Horizont moderner Allgemeinbildung zu vermessen oder auch nur die Umrisse eines internationalen Kerncurriculums nachzuzeichnen. Im Hintergrund der internationalen Rahmenkonzeption von PISA steht das angelsächsische Literacy-Konzept, das heißt, daß die PISA-Studie nicht die Beherrschung des im Curriculum vorgesehenen Lehrstoffs abfragt, sondern vor allem wichtige Kenntnisse und Fähigkeiten, die man im Erwachsenenleben benötigt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Beherrschung von Prozessen, dem Verständnis von Konzepten sowie der Fähigkeit, innerhalb eines Bereiches mit unterschiedlichen Situationen umzugehen. Desweiteren ist auch die Untersuchung von fächerübergreifenden Kompetenzen integraler Bestandteil von PISA.

Der Schwerpunkt des ersten PISA-Durchgangs war die Lesekompetenz. Lesekompetenz im Sinne PISAs bedeutet, geschriebene Texte unterschiedlicher Art zu verstehen, über sie zu reflektieren, sie zu bewerten, sie in einen größeren Zusammenhang einordnen zu können sowie für verschiedene Zwecke sachgerecht zu nutzen. Neben der Lesekompetenz wurden auch die mathematische und naturwissenschaftliche Grundbildung und fächerübergreifende Kompetenzen (bei PISA 2000: selbstreguliertes Lernen) getestet. Meines Erachtens ist jedoch die Lesekompetenz das Musterbeispiel für eine fächerübergreifende Schlüsselqualifikation, durch deren Bewältigung auch die beiden anderen getesteten Kompetenzen (Mathematik und Naturwissenschaften) besser gemeistert werden können. Die PISA-Ergebnisse deuten auch auf eine positive Korrelation der Basiskompetenzen hin, was ein Zeichen dafür sein könnte, daß Lesekompetenz der Statthalter für andere basale Kompetenzen ist.

Im Frühsommer 2000 wurden in 32 Staaten jeweils zwischen 4500 und
10000 Schüler im Alter von 15 Jahren getestet. Für Deutschland bedeutete dies genau, daß 5000 Schüler an 219 Schulen getestet wurden, wobei die Auswahl der Schüler dem Zufallsverfahren überlassen war.

Neben den Testfragen beantworteten die Kinder einen Fragebogen zu ihrem
persönlichen Hintergrund, und die Schulleiter beantworteten Fragen zu ihrer Schule. Somit ist die PISA-Studie die erste Bildungsstudie, die versucht, einen Zusammenhang zwischen sozioökonomischem Status und Bildungsniveau herauszuarbeiten.
In Deutschland sind in einem zweiten PISA-Durchgang, der nationalen Erweiterungsstichprobe PISA-E, zusätzlich mehr als 50000 Schüler des neunten Jahrgangs getestet worden. Die Ergebnisse dieses Leistungsvergleichs zwischen den Bundesländern werden am 30.6.2002 veröffentlicht werden. Die nationale Erweiterung der PISA-Studie wird außerdem Ausschluß geben über fächerübergreifende Problemlösekompetenzen, was auch Teil des nächsten PISA-Zyklus′ sein wird, jedoch erscheinen die nationalen Ergebnisse deutlich früher.

Weitere PISA-Erhebungen werden in den Jahren 2003 (Schwerpunkt
Mathematik) und 2006 (Schwerpunkt Naturwissenschaften) folgen.

Kurze Zusammenfassung der Ergebnisse

Die Ergebnisse des ersten PISA-Zyklus′ wurden im Dezember 2001 veröffentlicht. Die Empörung in Deutschland, dem sogenannten Land der Dichter und Denker, war überwältigend. Das deutsche Bildungswesen wurde durch die PISA-Studie in eine tiefe Sinnkrise gestürzt. Die Suche nach Ursachen war groß und reichte von Motivationsmangel der deutschen Schüler über den großen Ausländeranteil bis hin zu der kurzsichtigen Annahme, daß Gesamtschulen wohl doch die besseren Schulen sind. Auch die Frage, ob deutsche Schüler überhaupt richtig lernen, beschäftigt derzeit noch sowohl Politiker als auch Eltern und Lehrer.

[...]


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