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Autor: Christian Laukat
Fach: Medien / Kommunikation - Rundfunk und CD
Details
Institution/Hochschule: Universität Leipzig (Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft)
Tags: Stationen, Deutschen, Hörspiels, Einblick, Geschichte, Hörspiels, Deutschland, Beispiele, Einführung, Medienwissenschaft
Jahr: 2005
Seiten: 55
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 615 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-46257-0
ISBN (Buch): 978-3-638-71973-5
23 Seiten Hausarbeit plus 35 Seiten Anhang
Zusammenfassung / Abstract
„Hörfunk und Fernsehen leisten aufgrund ihrer alltäglichen Präsenz, ihrer hohen Reichweiten und Nutzungsquoten und ihrer außerordentlichen Informationskapazität einen wesentlichen Beitrag zur inhaltlichen Bestimmung der Ziel- und Wertvorstellungen einer Gesellschaft.“ (KELLER 1992: 7, zit. nach TEICHERT 1981: 396) Die Betrachtung eines Mediums, das in der Lage ist Einfluss auf die gesamte Gesellschaft zu üben, birgt einen ganz besonderen Reiz. Daher ist auch die Untersuchung der Gattung Hörspiel, die neben dem Feature die einzige arteigene Kunstform des Hörfunks ist und die Besonderheit aufweist an ein technisches Medium gebunden zu sein, besonders anregend. Die Arbeit gibt mit Hilfe von einigen ausgewählten Werken einen chronologischen Überblick über die Stationen des deutschen Hörspiels. Abschluss bildet eine kleinere Analyse des gegenwärtigen Hörspielprogramms, um zu verdeutlichen, dass trotz zahlreicher neuer Tendenzen auch alle Formen, die sich zuvor entwickelten, weiter existieren. Veränderungen der Medienlandschaft in Deutschland sowie neue Nutzungs- und Rezeptionsverhalten haben natürlich großen Einfluss auf die derzeitige Situation, führten aber nicht zum Aussterben des Hörspiels, dessen Grundlage am 29.Oktober 1923 geschaffen wurde und dessen Geschichte fast genau ein Jahr später am 24.Oktober 1924 mit dem ersten deutschen Hörspiel „Zauberei auf dem Sender“ von Hans Flesch beginnt.
Textauszug (computergeneriert)
Universität Leipzig
Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft
Seminar: Einführung in die Medienwissenschaft SS 2005
Fachsemester: 2
Stationen des Deutschen Hörspiels - Ein Einblick in die
Geschichte des Hörspiels in Deutschland anhand
ausgewählter Beispiele
von: Christian Laukat
Inhaltsverzeichnis
1. Eine neue Ära beginnt - 1 -
2. Das Hörspiel als originäre Kunstform - 2 -
2.1 Herausbildung des Begriffes - 3 -
2.2 Ausdrucksmittel des Hörspiels - 3 -
2.2.1 Sprache - 4 -
2.2.2 Musik und Geräusch - 5 -
3. Von der Bühne in den Äther: 1923-1933 - 5 -
3.1 „Zauberei auf dem Sender“ – der Beginn - 6 -
3.2 „Der Narr mit der Hacke“ - 7 -
4. Ideologie und Agitation: 1933-1945 - 8 -
5. Blütezeit des Hörspiels nach 1945 - 10 -
5.1 „Draußen vor der Tür“ – die Initialzündung - 11 -
5.2 „Träume“ - 12 -
6. Neues Medium, neue Wege nach 1960 - 13 -
6.1 Das Neue Hörspiel - 13 -
6.2 „Fünf Mann Menschen“ - 14 -
6.3 Das O-Ton Hörspiel - 14 -
7. Endstation Gegenwart - 15 -
Programmanalyse - 16 -
Schlussbetrachtung - 17 -
Quellen - 19 -
Anlagen
1. Eine neue Ära beginnt
29. Oktober 1923, 20 Uhr: "Achtung, Achtung, hier ist die Sendestelle Berlin im Vox-Haus auf Welle 400 Meter. Meine Damen und Herren, wir machen Ihnen davon Mitteilung, dass am heutigen Tage der Unterhaltungsrundfunkdienst mit Verbreitung von Musikvorführungen auf drahtlos-telefonischem Wege beginnt." (BERLINER ZEITUNG 29.10.2003: 12) Dies waren die ersten Worte im Deutschen Hörfunk, der am 29.10.1923 seinen regelmäßigen Sendebetrieb aufgenommen hat und jetzt seit über 80 Jahren sendet. Der Hörfunk hat seitdem seine Bedeutung stets vergrößert und gehört heute zu den wichtigsten und einflussreichsten Massenmedien. Diese Bedeutung bezieht sich jedoch nicht nur auf die einzelnen Medien untereinander oder die Beziehung zwischen Radio und seinen Nutzern, sondern umfasst ein viel größeres Feld: „ Hörfunk und Fernsehen leisten aufgrund ihrer alltäglichen Präsenz, ihrer hohen Reichweiten und Nutzungsquoten und ihrer außerordentlichen Informationskapazität einen wesentlichen Beitrag zur inhaltlichen Bestimmung der Ziel- und Wertvorstellungen einer Gesellschaft.“ (KELLER 1992: 7, zit. nach TEICHERT 1981: 396)
Die Betrachtung eines Mediums, das in der Lage ist Einfluss auf die gesamte Gesellschaft zu üben, birgt einen ganz besonderen Reiz. Daher ist auch die Untersuchung der Gattung Hörspiel, die neben dem Feature die einzige arteigene Kunstform des Hörfunks ist und die Besonderheit aufweist an ein technisches Medium gebunden zu sein, für mich äußerst anregend und es viel mir leicht mich mit der Thematik auseinander zusetzen. In meiner Arbeit möchte ich die Entwicklung des Deutschen Hörspiels chronisch betrachten und anhand ausgewählter Beispiele besonders gelungener oder bedeutender Hörspiele die Stationen der Kunstform mit ihren jeweiligen Besonderheiten herausarbeiten. Wie der Titel bereits erwähnt, soll es sich um einen Einblick in die Geschichte des Hörspiels handeln, daher erhebt meine Arbeit, auch wegen des sehr umfangreichen Themas, keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn ich vom Deutschen Hörspiel spreche, beginne ich meine Darstellung in der Weimarer Republik und gehe über eine kürzere Betrachtung der Nationalsozialistischen Phase bis hin zur Nachkriegszeit und lege dann mein Augenmerk vor allem auf das frühere Westdeutschland und auf die heutige Bundesrepublik, klammere dabei gewissermaßen die Entwicklung in der ehemaligen DDR aus. Gründe dafür sind zunächst die anfänglich sehr ähnlichen Entwicklungen in beiden Teilen Deutschlands nach dem Krieg, sowie der Fakt, dass nach der Wiedervereinigung die weitere Entwicklung des Hörspiels quasi an das bestehende westdeutsche Hörspiel anknüpft und die ostdeutsche Ausprägung dieser Kunstform gewissermaßen als eine Art Intermezzo gesehen werden kann, in der das Hörspiel weniger als Kunst, sondern im Dienste der politischen Überzeugungen entwickelt und gefördert wurde. Meine Auffassung in diesem Punkt wird auch von Teilen der Wissenschaft unterstützt: „ Jenseits der Mauer, wird auch im Hörspiel nur trostloser ‚sozialistischer Realismus’ im Dienste der Planerfüllung getrieben“ (SCHWITZKE 1963: 78) Jedoch gehe ich in meinen Ausführungen nicht soweit die Existenz eines ostdeutschen Hörspiels zu bestreiten (vlg. WÜRFFEL 1978: 186)
Um die derzeitige Situation des Hörspiels zu charakterisieren möchte ich eine kurze Analyse des Hörspielprogramms vom August 2005 durchführen. Als Grundlage dafür dienen die mir von Herbert Piechot und seiner Hörspieldatenbank „Hördat“ (www.hoerdat.de) zur Verfügung gestellten Daten. Ziel dieser Programmanalyse ist es meiner Arbeit einen der Chronologie entsprechenden Abschluss zu geben, sowie zusammenfassend zu zeigen, dass alle sich entwickelten Formen und Tendenzen der arteigenen Kunstform des Hörfunks weiter existieren und von Bedeutung sind. Veränderungen der Medienlandschaft in Deutschland sowie neue Nutzungs- und Rezeptionsverhalten haben natürlich großen Einfluss auf die derzeitige Situation, führten aber nicht zum Aussterben des Hörspiels, dessen Grundlage am 29.Oktober 1923 geschaffen wurde und dessen Geschichte fast genau ein Jahr später am 24.Oktober 1924 mit dem ersten deutschen Hörspiel „Zauberei auf dem Sender“ von Hans Flesch beginnt.
2. Das Hörspiel als originäre Kunstform
Um meiner Arbeit die nötige theoretische Grundlage zu geben, wird in diesem Kapitel zum einen der Begriff betrachtet, zum anderen die möglichen Instrumente der Kommunikation, die im Hörspiel verwendet werden können. Die Begriffsbestimmung ist notwendige Voraussetzung, um alle weiteren Betrachtungen dem Hörspiel zuzuordnen. Die Ausarbeitung der Ausdrucksmittel erfolgt, da spätere Beispiele in weitere Untergruppen der Gattung Hörspiel eingeordnet werden und die Eigenschaften der Kommunikationsinstrumente maßgeblich zu dieser Einordnung beitragen.
2.1 Herausbildung des Begriffes
„Der Begriff Hörspiel gestattet jedem, alles, was er will oder kann, darunter zu verstehen. […] Ist Hörspiel das hörbar gemachte Schauspiel? Die Übersetzung des Seelendramas ins Akustische […] Muß es vor dem Mikrophon spielen wie das Schauspiel vor dem Parkett? Muß es überhaupt spielen? Oder ist es Zeitung, die statt Buchstaben Stimmen in die Ohren der Hörer druckt? Vermittelt es Erkenntnisse? Dient es der Belehrung und zugleich der Unterhaltung? […] Man sendet unter Stimmen aufgeteilte Aufsätze, hymnische Selbstgespräche, überlegte und festgelegte Streitgespräche, Songs, Zwiegesänge, Anrufungen der Elemente, Balladen, Fragegespräche, Auftritte. Hörberichte, Lyriken, Urkunden, Zeugnisse, Belehrungen und Traumdichtungen... das alles gibt es, und es gibt niemanden, der behaupten kann, ein einziger dieser Bestandteile sei für das Hörspiel verboten.“ (DÖHL 1996: 10, zit. nach SCHIROKAUER 1931)
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