Ausschlaggebend für die Entscheidung wohin die Reise gehen soll ist meist die Destination an sich, dabei werden die touristischen Angebote der Destination vom Reisenden als ein umfassendes Produkt wahrgenommen. Mit der zunehmenden Mobilität der Reisenden und den Möglichkeiten Distanzen schneller und günstiger zurückzulegen als dies noch vor einigen Jahren möglich war, man denke nur an die strukturellen Veränderungen im Flugverkehr, nimmt auch die Konkurrenz zwischen den einzelnen Destinationen zu. Sie werden durch die höhere Erreichbarkeit einerseits zwar für eine größere Anzahl von Reisenden ein potentielles Reiseziel, andererseits gibt es für die Reisenden aber auch eine größere Anzahl von erreichbaren Reisezielen, so dass die Konkurrenz zwischen den Destinationen sich verstärkt hat. Aus diesem Grunde ist es sehr wichtig, wie eine Destination sich darstellt, welche Schwerpunkte sie in der Angebotsgestaltung setzt und welche Zielgruppen angesprochen werden. LAWS (1995, 104) formuliert die Aufgabe eines Destinationsmanagers wie folgt: „attracting sufficient (…) visitors to provide the economic demand needed by all the area’s tourism businesses, and crucially, ensuring that visitors are satisfied with their experiences.” In der vorliegenden Arbeit soll auf die Thematik des Destinationsmanagements am Beispiel Tasmaniens eingegangen werden. Dabei soll vor allem der Natur- und der Kulturtourismus berücksichtigt werden. Im ersten Teil der Arbeit erfolgt ein generell gehaltener Teil über die theoretischen Hintergründe und die Aufgaben des Destinationsmanagement erfolgen. Darauf folgt ein Überblick über Tasmanien, hierbei wird - in Bezug auf die Themenwahl - das Augenmerk besonderes auf die Natur, Kultur und Geschichte Tasmaniens gerichtet. Anschließend wird das Thema Tourismus in Australien beleuchtet, wieder verstärkt mit Blick auf den Natur- und Kulturtourismus, Angebot und Nachfrage derselbigen sollen aufgezeigt werden. Die Vermarktung und Darstellung Tasmaniens und die Zielsetzung im Marketing wird ebenfalls beleuchtet und abschließend bewertet.
Natur- und kulturtourismuswirtschaftliches
Destinationsmanagement am Beispiel von Tasmanien
von: Barbara Boron
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung 1
2 Destinationsmanagement 2
3 Tasmanien 4
3.1 Natur – Flora und Fauna 5
3.2 Geschichte und Kultur 9
4 Tourismus in Tasmanien 12
4.1 Naturtourismus in Tasmanien 14
4.2 Kulturtourismus in Tasmanien 15
4.3 Destinationsmanagement in Tasmanien 16
5 Fazit 20
Literaturverzeichnis 21
Anhang
1 Einleitung
Ausschlaggebend für die Entscheidung wohin die Reise gehen soll ist meist die Destination an sich, dabei werden die touristischen Angebote der Destination vom Reisenden als ein umfassendes Produkt wahrgenommen.1 Mit der zunehmenden Mobilität der Reisenden und den Möglichkeiten Distanzen schneller und günstiger zurückzulegen als dies noch vor einigen Jahren möglich war, man denke nur an die strukturellen Veränderungen im Flugverkehr, nimmt auch die Konkurrenz zwischen den einzelnen Destinationen zu. Sie werden durch die höhere Erreichbarkeit einerseits zwar für eine größere Anzahl von Reisenden ein mögliches Reiseziel, andererseits gibt es für die Reisenden auch eine größere Anzahl von erreichbaren Reisezielen. Aus diesem Grunde ist es sehr wichtig, wie eine Destination sich darstellt, welche Schwerpunkte sie in der Angebotsgestaltung setzt und welche Zielgruppen angesprochen werden. LAWS formuliert die Aufgabe eines Destinationsmanagers wie folgt: „attracting sufficient (…) visitors to provide the economic demand needed by all the area’s tourism businesses, and crucially, ensuring that visitors are satisfied with their experiences.” 2 In der vorliegenden Hausarbeit soll auf die Thematik des Destinationsmanagements am Beispiel Tasmaniens eingegangen werden. Dabei soll vor allem der Natur- und der Kulturtourismus berücksichtigt werden.
Nach dieser Einleitung wird in Kapitel zwei ein etwas generell gehaltener Teil über die theoretischen Hintergründe und die Aufgaben des Destinationsmanagement erfolgen. In Kapitel drei wird ein Überblick über Tasmanien gegeben und in Bezug auf die Themenwahl das Augenmerk besonderes auf die Natur, Kultur und Geschichte Tasmaniens gerichtet. Im folgenden Kapitel vier wird der Tourismus in Tasmanien näher betrachtet. Es wird wieder verstärkt auf die beiden Aspekte Naturtourismus und Kulturtourismus eingegangen, Angebote und ihre Nachfrage sollen aufgezeigt werden. Ebenso soll darauf eingegangen werden wie Tasmanien sich darstellt und was die Ziele des Destinationsmanagements in Tasmanien sind. In Kapitel fünf soll ein Fazit gezogen und eine Bewertung des Destinationsmanagements in Tasmanien gegeben werden.
2 Destinationsmanagement
Wie schon in der Einleitung beschrieben ist die Destination3 oft ausschlaggebend bei der Auswahl des Reiseziels, ihr fällt somit in der Tourismuswirtschaft eine besondere Bedeutung zu. Der folgende kurze Überblick soll die Komplexität und einige Problemfelder des Destinationsmanagement aufzeigen. KASPAR nennt Destinationen „Kristallisationspunkte touristischen Geschehens“ und weist sie mit ihren touristischen Attraktionen als „Ziel- und Mittelpunkte des Tourismus“ aus.4 Unter einer Destination werden die natürlichen Angebote und alle abgeleiteten Angebotsfaktoren gefasst, die speziell dem Tourismus dienen. 5 Nach FREYER umfassen Destinationen die „verschiedenen touristischen Zielgebiete, von kleinen Kommunen über Städte, Regionen bis zu Ländern und Ländergruppen. Ferner beinhaltet der Begriff Destination oftmals die verschiedenen Marketingträger wie öffentliche Ämter, Fremdenverkehrsvereine und –verbände (…). Im Rahmen der Tourismuswirtschaft nehmen Fremdenverkehrsorte oder touristische Destinationen eine Zwitterfunktion zwischen Leistungsträgern, Reiseveranstaltern und Reisemittlern ein.“6 Destinationsmanagement kann auf verschiedenen Ebenen erfolgen. Auf lokaler Ebene erfolgt diese Aufgabe in Zusammenarbeit mit den touristischen Leistungsanbietern vor Ort; Destinationsmanagement wird von Verkehrsämtern und Verkehrsvereinen durchgeführt.7 Ebenso gibt es Destinationsmanagement auf Regional-, Landes-, und Nationalebene; je höher die Ebene, desto mehr stehen beratende, forschende und vermarktende Tätigkeiten im Vordergrund.
Die touristischen Attraktionen und Einrichtungen einer Destination müssen dem Reisenden vorgestellt werden, damit er sie nachfragen kann. Diese Aufgabe wird nicht nur von den einzelnen Leistungsanbietern durchgeführt, sondern auch von den Tourismusorten und –verbänden. Die Übernahme dieser Aufgabe durch die Tourismusverbände und –vereine ist auch deshalb der Fall, weil die kleineren lokalen und regionalen Leistungsanbieter gar nicht die Ressourcen haben, um ihre Dienstleistungen außerhalb ihres unmittelbaren Aktionsradius zu bewerben. 8 Oft stellen die Tourismusverbände und -vereine keine eigenen konkreten Leistungen her, vielmehr erwirken sie eine Verknüpfung und Bündelung der touristischen Angebote zu einem Gesamterlebnis und sind Anlaufstelle für touristische Informationen, sowohl von Nachfrager-, als auch von Anbieterseite.9 Die regionalen Gegebenheiten bestimmen den Schwerpunkt in der Angebotsstruktur, daraus abgeleitet ergeben sich für die Destinationen verschiedene Tätigkeiten:10
- Pflege und Verbesserung der Infrastruktur, des Orts- und Erscheinungsbildes
- Marketingaufgaben (Marktforschung, Angebotsgestaltung, Vertrieb, Öffentlichkeitsarbeit etc.)
- Beratung, Information und Betreuung der Gäste
- Entwicklung, Organisation und Durchführung örtlicher Veranstaltung
- Schutz natürlicher Ressourcen
Diese Aufgaben stellen gewissermaßen das Leistungsprofil der Destinationen dar. Dabei ist zu beachten, dass Gestaltungsmöglichkeiten der natürlichen und abgeleiteten Angebotsfaktoren nur begrenzt möglich sind. So lassen sich die natürlichen Angebotsfaktoren (z.B. Klima, Landschaftsbild) nur bedingt beeinflussen. Eine Möglichkeit auf die natürlichen Angebotsfaktoren Einfluss zu nehmen ist beispielsweise der Naturschutz. Auch auf die Mentalität und Einstellung der Bevölkerung zum Tourismus ist nur ein begrenzter Einfluss z.B. in Form von Öffentlichkeitsarbeit und Binnen-Marketing möglich. 11 Um für die Destination/ Region angemessenes Destinationsmanagement betreiben zu können, ist wie bei jedem modernen Marketing ein planvolles Vorgehen Voraussetzung. Planvolles Vorgehen umfasst die Schritte: Analyse und Bewertung der aktuellen Situation, Prognose der zukünftigen Entwicklungen des Umfeldes, Festlegung der Ziele und der zu ergreifenden Maßnahmen, Implementierung und Kontrolle derselben.12 Hierbei ergibt sich die Problematik, dass im Destinationsmanagement Ziele angestrebt werden können, die nicht unbedingt von allen Leistungsträgern in der Destination verfolgt werden, da für einzelne Leistungsanbieter andere Interessen im Vordergrund stehen könnten; Interessenkonflikte sind somit nicht immer auszuschließen.
3 Tasmanien
[...]
1 Vgl. Roth, Peter; Schrand, Axel (Hrsg.) (2003): Touristikmarketing – Reiseveranstalter, Verkehrsträger, Tourismusdestinationen, München,. S. 46.
2 Laws, Eric (1995): Tourist Destination Management – Issues, Analysis and Policies, London, S. 104.
3 Destination wird als ‚touristische Region’ definiert und folglich in dieser Hausarbeit synonym verwendet. Das englische Wort destination wird auch mit Zielort, Reiseziel. Ausflugsziel und Bestimmungsort übersetzt. In der deutschsprachigen Tourismusliteratur ist der Begriff Destination nicht so stark verbreitet wie in der angelsächsischen Literatur.
4 Kaspar, Claude (1991): Die Tourismuslehre im Grundriss, Bern, S. 48.
5 Vgl. Freyer, Walter (2001): Tourismus-Marketing – Marktorientiertes Management im Mikro- und Makrobereich der Tourismuswirtschaft, München, S. 462 f..
6 Freyer, Walter (2001), S. 23 vgl. auch Bieger, Thomas (Hrsg.) (2005): Management von Destinationen, München, S. 55 ff.. Eine graphische Darstellung zur Schematisierung von Destinationen kann Anhang 1: Schematisierung von Destinationen S. VI entnommen werden.
7 Immer häufiger werden die Verkehrsvereine und Verkehrsämter in die Rechtsform einer GmbH überführt, auch aus haftungstechnischen Gründen, z.B. wenn Reiseveranstaltertätigkeiten wahrgenommen werden.
8 Vgl. Laws, Eric (1995), S. 104.
9 Vgl. Roth, Peter; Schrand, Axel (Hrsg.)(2003), S. 46.
10 Vgl. Roth, Peter; Schrand, Axel (Hrsg.)(2003), S. 47.
11 Vgl. Freyer, Walter (2001), S. 462 f..
12 Vgl. Laws, Eric (1995), S. 105.
Gesamte Abrufe:
Barbara Boron hat den Text Natur- und kulturtourismuswirtschaftliches Destinationsmanagement am Beispiel von Tasmanien veröffentlicht
29.01.2006 16:30:43
Barbara Boron hat einen neuen Text hochgeladen
29.01.2006 16:30:43
Einbetten
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:
DOI
Keine Kommentare