Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Untertitel: Ein kurzer Überblick
Autor: Susanne Zehnter
Fach: Pädagogik - Heil- und Sonderpädagogik
Details
Institution/Hochschule: Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover
Tags: Lese-Rechtschreibschwierigkeiten, Sekundarstufe, Leserechtschreibschwierigkeiten, Klasse
Jahr: 2004
Seiten: 13
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 8 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 216 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-46279-2
Textauszug (computergeneriert)
Universität Hannover
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Institut für deutsche Sprache und ihre Literatur und ihre Didaktik
Seminar: LRS – Leserechtschreibschwierigkeiten Klasse 1-10
LRS in der Sekundarstufe
von: Susanne Zehnter
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 3
2. Probleme und Entstehungsfaktoren in der Sekundarstufe I 3
3. Allgemeine Fördermaßnahmen 6
4. Fördermaßnahmen in speziellen Bereichen 8
4.1. Lesen 8
4.2. Handschrift 9
4.3. Abschreiben 9
4.4. Verfassen von Texten 10
4.5. Rechtschreibung 10
5. Zusammenfassung 11
Literaturverzeichnis 12
1. Einleitung
Das Thema Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS) in der Sekundarstufe verdient in mehrer Hinsicht seine Aufmerksamkeit. Zum einen können beim Wechsel von der Grundschule in die Sekundarstufe durch unterschiedliche Bedingungsfaktoren Probleme beim Lesen und Rechtschreiben verstärkt werden oder erst hier in Erscheinung treten. Dies erfordert eine genaue Betrachtung der Barrieren bei diesem Wechsel. Zum anderen muss der Gedanke, dass eine Förderung in dieser Altersstufe nicht mehr möglich ist und somit den Kindern ein bleibendes Etikett anhaftet, überwunden werden. Im Folgenden werde ich zunächst auf die Probleme und Entstehungsfaktoren von LRS in der Sekundarstufe eingehen und anschließend einige Fördermöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen anführen.
2. Probleme und Entstehungsfaktoren in der Sekundarstufe I
Wie schon beschrieben stellt der Wechsel von der Grundschule in die Sekundarstufe eine besondere Herausforderung für viele Schüler dar. Ein Grund dafür ist, dass man nicht an die Lernvoraussetzungen, die die Kinder aus der Grundschule mitbringen, anknüpft, was Grundlage für das Gelingen des Unterrichts ist.
Tymister beschreibt „alle Schüler so weit wie möglich mit ihrer Lebenswelt, mit ihren Interessen und Bedürfnissen, mit ihren Problemen und Erfolgen, selbstständig handelnd, also sprechend, hörend, schreibend, lesend (verstehend), aber auch bastelnd und werkend, spielend und feiernd in das Unterrichtsgeschehen zu integrieren.”1 als Ziel eines offenen, handlungsorientierten und kommunikativen Unterrichts. Oftmals fehlen jedoch die Kenntnisse über die Lerninhalte in der Grundschule, insbesondere die des Deutschunterrichts. Gerade Gymnasiallehrer setzen zum Beispiel das Beherrschen der Orthografie voraus und entbinden sich damit von der Verantwortung einer weiteren Förderung in diesem Bereich und ignorieren damit mögliche Schwierigkeiten. Der Schriftspracherwerb muss jedoch als Prozess verstanden werden, in dem unterschiedliche Lernvoraussetzungen und Entwicklungstempi zu Leistungsunterschieden führen. Wenn „…der Abstand zwischen den Kindern innerhalb einer Klasse […] bis zu drei Entwicklungsjahren.“2 betragen kann, so ist es verständlich, dass auch in der Sekundarstufe erhebliche Unterschiede bezüglich des Entwicklungsstandes der Kinder wieder zu finden sind. Das plötzliche Schreiben von langen und ungeübten Diktaten, die zur Leistungsmessung betragen sollen, stellt des Weiteren eine Herausforderung für viele Schüler dar. Auf diesen Punkt werde ich später noch einmal näher eingehen. Neben diesen Faktoren, die zu einer Verstärkung oder zur Entstehung von Schwierigkeiten beim Lesen und Rechtschreiben führen können, haben die Kinder teilweise bereits negative Erfahrungen gemacht, die sie in ihr Selbstbild übernommen haben. Gerade wenn eine Etikettierung durch dem Schüler nahe stehende Personen wie die Eltern, Mitschüler und Lehrer geschieht, sind die Schüler selbst schnell von ihrem Unvermögen bezüglich der Rechtschreibung überzeugt.
Diese negative Etikettierung verdeutlicht Lösel3 anhand eines Schaubildes: Lösel beschreibt, wie bestimmte Abweichungen von den Normvorstellungen des Lehrers zu einer negativen und verzerrten Wahrnehmung des Schülers führen. Was der Norm entspricht, ist in der Schule weitestgehend mittelschichtsorientiert. Diese kollidiert unter Umständen mit der Lebenswelt des Schüles, beeinflusst dessen Beurteilung und bringt eine bestimmte Behandlung des Schülers hervor. Dieser übernimmt das von ihm erwartete Verhalten in sein Selbstbild und verhält sich dementsprechend. Der Kreislauf beginnt vom Neuen und spitzt sich immer weiter zu. Bezieht man dieses Schema nun auf den Prozess des Lese- und Rechtschreiblernens, so herrschen bestimmte Vorstellungen, was ein Schüler zu einem bestimmten Zeitpunkt gelernt haben soll, vor. Diese Vorstellungen sind normorientiert und berücksichtigen nicht die möglichen Unterschiede innerhalb der Entwicklung, wie oben beschrieben. Weicht der Schüler von dieser Norm ab, so nimmt der Lehrer dieses wahr und ordnet ihn auf seine Leistung bezogen ein.
[...]
1 Tymis ter, H.J. in: Naegele / Valtin: LRS – Legasthenie in den Klassen 1-10, Band 2, Beltz Verlag, Weinheim und Basel 2001
2 Scheerer-Neumann, G. : Lese-Rechtschreibschwierigkeiten: Analyse und Förderung (gesammelte Beiträge), Potsdamer Studien zur Grundschulforschung Heft 29, Potsdam 2002
3 Lösel in : Werning, R. Lütje -Klose,B.: Einführung in die Lernbehindertenpädagogik – München 2003
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: