Bitte warten
Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.
Autor: Matthias Teichert
Fach: Soziologie - Familie, Frauen, Männer, Sexualität, Geschlechter
Details
Jahr: 2002
Seiten: 32
Note: 15 Punkte
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 218 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-13047-9
Textauszug (computergeneriert)
Elterliche Gewalt gegen Kinder
von Matthias Teichert
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Der involvierte Personenkreis
1.1. Definition Kind
1.1.1. Definition der UN-Konvention
1.1.2. Juristische Definition
1.1.3. Psychologische Definition
1.1.3.1. Reifeentwicklung im frühen Kindesalter
1.1.3.1.1. Bindungsphase
1.1.3.1.2. Lösungsphase
1.1.3.1.3. Leitbildphase
1.2. Definition Familie
2. Rechte des Kindes - Pflichten der Eltern
2.1. Grundlagen im Familienrecht
3. Theoretische Aspekte der Gewalt
3.1. Definition Gewalt
3.1.1. Triebtheorie
3.1.2. Aggressions - Frustrations - Theorie
3.1.3. Katharsis - Hypothese
3.1.4. Lerntheorie
3.2 Formen der Gewalt
3.3 Ursachen
3.3.1. Risikofaktoren
3.3.2. Besonderheiten beim sexuellen Mißbrauch
3.3.3. Besonderheiten bei Vernachlässigung
3.4. Historischer Rückblick
4. Wer sind die Opfer - wer sind die Täter?
4.1. Physische Gewalt
4.2. Sexuelle Gewalt
4.3. Täter
5. Folgen von Gewalt
5.1. Typische Anzeichen nach körperlichen Mißhandlungen
5.2. Psychische Folgen
5.3. Folgen von sexueller Gewalt
6. Intervention
7. Rechtliche Grundlagen
7.1. Kindesentzug
7.2. Strafgesetzbuch
8. Prävention
Schlußbetrachtung
Literaturverzeichnis
Einleitung
Familiäre Gewalt steht heute mehr denn je im öffentlichen Interesse. Es vergeht kein Tag ohne eine Berichterstattung der Medien über neue Fälle von Mißhandlungen. Läßt sich dieses vermehrte Interesse der Gesellschaft darauf zurückführen, daß physische, psychische und sexuelle Mißhandlung heute mehr vertreten ist als in früheren Zeiten? Familiäre Gewalt ist ein sehr komplexes Thema und aufgrund der bestehenden Tabuisierung ein sehr schwer zu fassender Bereich. Dies ist der Grund, weshalb ich mich bei der Ausarbeitung des Referats nur auf den engsten Kreis der Familie beschränkt habe, nämlich die Gewaltanwendung der Eltern gegen ihre Kinder. Gerade hier herrscht eine enorm hohe Dunkelziffer, aber schon die Anzahl der gemeldeten Fälle läßt durchblicken, daß die Anwendung von Gewalt in der Familie keine Seltenheit ist. Die Dunkelziffer macht auch genaue wissenschaftliche Untersuchungen teilweise sehr schwierig, da unter anderem eine exakte Festlegung der betroffenen Gewaltopfer nicht möglich ist. Die Untersuchungen beruhen zum größten Teil auf Schätzungen. Erschreckend ist die Tatsache, daß davon auszugehen ist, daß jedes 10. Kind Opfer von einer Form der Gewaltanwendung in schwerer Ausprägung in Zusammenhang mit der Familie betroffen ist. An dieser Stelle muß die Frage gestellt werden: "Ist die Familie der gefährlichste Ort für Kinder?".
Eine umfassende Beschäftigung mit dem Thema Gewaltanwendung gegen Kinder ausgehend von den Eltern ist sehr wichtig, um dem Mißbrauch wirkungsvoll vorbeugen zu können bzw. ihn bereits in Frühphasen zu erkennen. Dieses Referat soll erläutern, warum es in der Familie zu gewalttätigen Handlungen kommen kann. Liegt es daran, daß es sich bei den schlagenden Eltern um Monster handelt oder sind es ganz "normale" Menschen? Außerdem soll es einen Einblick verschaffen, daß es außer der körperlichen Gewalt noch andere Mißhandlungsformen gibt. Wenn man an Gewalt gegen Kinder denkt, so ist das meistens in Verbindung mit körperlicher Gewalt. Es gibt jedoch noch andere Mißhandlungsformen, die leider nicht so offensichtlich sind, aber teilweise noch schlimmere Schäden verursachen. Es ist erschreckend, daß in dieser Hinsicht die elterliche Phantasie keine Grenzen kennt.
Das schwierige Thema des sexuellen Mißbrauch habe ich, wenn nötig gesondert behandelt, da es sich teilweise von den anderen Gewaltformen unterscheidet.
Vor der Auseinandersetzung mit diesen Themen muß man sich mit grundlegenden Begriffen und Themen ein wenig beschäftigen. Gerade bei Gewalt gegen Kinder müssen alle eine Rolle spielenden Faktoren berücksichtigt werden. Die ersten 3 Kapitel stellen in diesem Referat die Fundamente dar, auf denen alle weiteren Ausführungen beruhen. Hier geht es vor allem um die Definition einiger Begriffe. Wichtig ist vor allem das Wissen, was Gewalt ist und wie es zu ihrer Entstehung kommt.
1. Der involvierte Personenkreis
1.1. Definition Kind
Wir alle durchlaufen Lebensphasen und werden in ihnen mit unterschiedlichen Problemen konfrontiert. Die wichtigsten Merkmale der menschlichen Existenz sind: körperliche Veränderungen, Persönlichkeitsveränderungen, die Entwicklung von kognitiven Fähigkeiten, Veränderungen unser Emotion und unserer Einstellung.
An dieser Stelle muß zunächst der Begriff Kind definiert werden. Es gibt viele verschiedene Definitionen mit unterschiedlichen Schwerpunkten, von denen ich mir drei aus verschiedenen Richtungen ausgewählt habe.
1.1.1. UN-Konvention über die Rechte des Kindes (Artikel 1): Kinder sind im Sinne der Konvention alle Menschen bis zum Alter von 18 Jahren. [Günther Deegnener 1998, Kindesmißbrauch erkennen, helfen vorbeugen, S. 208]
1.1.2. Die juristisch Definition lautet: Ein Kind ist der Abkömmling seiner Eltern, ohne eine Einschränkung durch das Alter. Schlußfolgernd bleibt man ein Leben lang das Kind seiner Eltern.
[...]
Kommentare
Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden: