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Die Amerikaner als 'Weltpolizisten'

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 22 Pages
Author: Martin Weinberg
Subject: Politics - International Politics - Region: USA

Details

Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2005
Pages: 22
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 12  Entries
Language: German
Archive No.: V50067
ISBN (E-book): 978-3-638-46369-0
ISBN (Book): 978-3-638-64077-0
File size: 205 KB
Notes :
Die Arbeit behandelt die sich nach der Wiederwahl Bushs ergebende Situation der USA, die problematische Situation im Irak berücksichtigend stellt sie die Frage nach der Weltpolizistenrolle der modernen USA.


Abstract

Die USA und ihre Rolle als Weltpolizist Seit dem Ende des kalten Krieges wird den USA in der weltweiten Diskussion mit vorwurfsvollem Unterton vorgehalten, sich in den unterschiedlichsten Zusammenhängen als Weltpolizist aufzuspielen. Bisweilen hört man das Stichwort Weltpolizist auch in der inter-amerikanischen Debatte um die Außenpolitik des Landes. Im Zuge dieser Seminararbeit sollen Sachverhalte näher beleuchtet werden, bei denen der Verdacht nahe liegt, dass sich die USA in die Rolle eines Weltpolizisten begeben haben, beziehungsweise welche Umstände sie als einen solchen erscheinen ließen. Der Ausdruck „Weltpolizist“ beschreibt im Kern eine Ordnungskraft, die den Globus wohlwollend beobachtet bis irgendwo ein Unrecht geschieht und daraufhin regulierend eingreift, um einen Zustand von Gerechtigkeit wiederherzustellen. Im allgemeinen Sprachgebrauch findet der Begriff allerdings eher im negativen Sinne Verwendung, indem er die Einmischung einer Macht, in einen fremden, der eigenen Heimat fernen, Konflikt oder Sachverhalt, ohne unmittelbar selber betroffen zu sein, suggeriert. Tatsächlich erscheint es auf den ersten Blick einfach, sich ein paar Fakten aus der Geschichte herauszupicken um mit ihnen diesen Vorwurf zu untermauern. Wie bei vielen Dingen ist es aber auch hier so: Je näher man hinschaut desto sichtbarer werden die komplexen Vernetzungen von Reaktion und Gegenreaktion, von weiser Voraussicht und fatalem Irrtum, von Macht und Ängsten. Die Arbeit beginnt mit einem historischen Rückblick auf wichtige militärische Eingriffe der Amerikaner im Ausland, danach folgen weitere Rückblicke auf den kalten Krieg und den Anbruch der Zeit nach dem kalten Krieg. Hiernach werden Betrachtungen der Gegenwart und Zukunft der USA, der neuen Feindbilder und zuletzt der Rüstung angestellt.


Excerpt (computer-generated)

INSTITUT FÜR POLITISCHE WISSENSCHAFT
DER RHEIN.-WESTF. TECHNISCHEN HOCHSCHULE AACHEN
Hauptseminar: Amerika nach der Wahl
Wintersemester 2004/2005

Die Amerikaner als “Weltpolizisten”

von: Martin Weinberg

 


Inhalt

1. Einleitung S. 3

2. Historischer Rückblick S. 4

- Der erste Weltkrieg S. 4
- Der zweite Weltkrieg S.5
- Der kalte Krieg S. 6
- Die „post cold war“ Ära  S. 8

Unter Präsident George Herbert Bush  S. 8
Unter Präsident William Jefferson Clinton .S. 9

3. Gegenwart und Zukunft S. 11

- Neokonservative S. 12
- Realisten S. 13
- Die Liberalen S. 14

4. „Good guys“ und Dämonen S. 16

5. Das schwache Europa, das starke Amerika S. !7

- Rüsten sich die USA kaputt ?  S. 19

6. Fazit S. 20

Literaturverzeichnis S. 22




 

1. Einleitung

Seit dem Ende des kalten Krieges wird den USA in der weltweiten Diskussion mit vorwurfsvollem Unterton vorgehalten, sich in den unterschiedlichsten Zusammenhängen als Weltpolizist aufzuspielen. Bisweilen hört man das Stichwort Weltpolizist auch in der inter-amerikanischen Debatte um die Außenpolitik des Landes.

Im Zuge dieser Seminararbeit sollen Sachverhalte näher beleuchtet werden, bei denen der Verdacht nahe liegt, dass sich die USA in die Rolle eines Weltpolizisten begeben haben, beziehungsweise welche Umstände sie als einen solchen erscheinen ließen. Der Ausdruck „Weltpolizist“ beschreibt im Kern eine Ordnungskraft, die den Globus wohlwollend beobachtet bis irgendwo ein Unrecht geschieht und daraufhin regulierend eingreift, um einen Zustand von Gerechtigkeit wiederherzustellen. Im allgemeinen Sprachgebrauch findet der Begriff allerdings eher im negativen Sinne Verwendung, indem er die Einmischung einer Macht, in einen fremden, der eigenen Heimat fernen, Konflikt oder Sachverhalt, ohne unmittelbar selber betroffen zu sein, suggeriert.

Tatsächlich erscheint es auf den ersten Blick einfach, sich ein paar Fakten aus der Geschichte herauszupicken um mit ihnen diesen Vorwurf zu untermauern. Wie bei vielen Dingen ist es aber auch hier so: Je näher man hinschaut desto sichtbarer werden die komplexen Vernetzungen von Reaktion und Gegenreaktion, von weiser Voraussicht und fatalem Irrtum, von Macht und Ängsten. Die Arbeit beginnt mit einem historischen Rückblick auf wichtige militärische Eingriffe der Amerikaner im Ausland, danach folgen weitere Rückblicke auf den kalten Krieg und den Anbruch der Zeit nach dem kalten Krieg. Hiernach werden Betrachtungen der Gegenwart und Zukunft der USA, der neuen Feindbilder und zuletzt der Rüstung angestellt.

2. Historischer Rückblick

Richten wir erst einmal den Blick auf die kriegerischen Auslandsaktivitäten der USA des vergangenen Jahrhunderts, um zu schauen ob die USA aus einem Sendungswillen heraus der Welt den American Way of Life missionarisch aufzuzwingen in der Fremde aktiv wurden, ob pragmatische Gründe für Interventionen vorlagen oder man sich tatsächlich zum Weltpolizisten berufen fühlte.

Der erste Weltkrieg

Der erste Weltkrieg, das erste Engagement der USA in der alten Welt, brachte umwälzende Effekte für die USA mit sich. Nachdem im Sommer 1915 der Handel der USA mit den Mittelmächten aufgrund der englischen Seeblockade völlig zum Erliegen gekommen war, blieben als Großkunden nur noch England und Frankreich übrig.1 2Der Bedarf dieser beiden Länder war allerdings so hoch, dass sie die USA aus der Wirtschaftskrise, in der sie sich befanden, herausrissen. Nachdem die finanziellen Mittel der gegen Deutschland kämpfenden Länder erschöpft waren, brachen die Amerikaner mit ihrer „cash and carry“ Maxime, nach der Waren nur an im Krieg befindliche Länder verkauft werden durften, wenn diese bar bezahlten und die Waren auf eigenen Schiffen abtransportieren konnten. Nun durften amerikanische Privatbanken den Alliierten Kredite gewähren. Das Geschäft lief so gut, dass die USA vom Nettoschuldner zur größten Gläubigernation der Welt wurden.3 Ab diesem Punkt war aber auch klar: Wenn die Deutschen den Krieg gewinnen würden, würde Niemand die immensen Kredite zurückzahlen. Ihr Eintritt in diesem Krieg erfolgte schließlich aufgrund dieser finanziellen Verstrickung und aufgrund des innenpolitischen Drucks. Die öffentliche Meinung befürwortete wegen des uneingeschränkten U-Boot Krieges der Deutschen und wegen eines durch die Briten abgefangenen Telegramms an Mexiko, in dem der deutsche Außenminister den Mexikanern ihre nördlichen Besitzungen im Falle eines gemeinsamen Sieges über die USA zurück versprach4, den Kriegseintritt.

Der zweite Weltkrieg

[...]


1 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.36

2 Anmerkung: Die Blockade forderte auf Deutscher Seite nach Schätzungen 700 000 Hungertote ebd.

3 Vgl.: Junker, Detlef: Von der Weltmacht zur Supermacht; BI-Taschenbuchverl., 1995, S.36

4 Vgl.: Bender, Peter: Weltmacht Amerika – Das neue Rom; Klett-Cotta, Stuttgart 2003, S.73
 


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