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Hauptseminararbeit, 2003, 33 Seiten
Autor: Nicole Rösingh
Fach: Geschichte - Frühgeschichte, Antike
Details
Institution/Hochschule: Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Tags: Grenz-, Außenpolitik, Augustus, Osten, Westen, Imperiums, Grundsätzliche, Defensive, Eroberungspolitik, Prinzipat, Augustus
Jahr: 2003
Seiten: 33
Note: 2-
Literaturverzeichnis: ~ 16 Einträge
Sprache: Deutsch
ISBN (E-Book): 978-3-638-46421-5
Dateigröße: 261 KB
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Textauszug (computergeneriert)
Universität Oldenburg
Hauptseminar: Der Prinzipat des Augustus
WS 2002/2003
Die Grenz- und Außenpolitik des Augustus im Osten und
Westen des römischen Imperiums: Grundsätzliche
Defensive oder Eroberungspolitik?
von: Nicole Rösingh
- Inhaltsverzeichnis –
1. Einleitung
1.1. Fragestellung 1
1.2. Quellenlage 1
1.3. Forschungsstand 3
2. Bestimmende Faktoren der augusteischen Außenpolitik 4
3. Grenz- und Außenpolitik im Osten
3.1. Die Armenienfrage und der Ausgleich mit dem parthischen Großreich 7
3.2. Die Propagandistische Umsetzung des Partherausgleiches im Sinne der augusteischen Ideologie 11
3.3. Bilanz der außenpolitischen Maßnahmen 15
4. Grenz- und Außenpolitik im Westen
4.1. Die Niederlage des Lollius 16 v. Chr. – Antriebsfaktor einer Expansion? 18
4.2. Die Germanienfeldzüge des Drusus von 12-9 v. Chr. 20
4.3. Germanien – eine römische Provinz? 23
4.4. Die Niederlage des Varus und ihre Folgen 26
5. Schluss 28
Quellen- und Literaturverzeichnis 31
1. Einleitung
1.1. Fragestellung
„His ego nec metas rerum nec tempora pono. Imperium sine fine dedi.“1 Mit diesen Worten lässt Vergil in seinem Nationalepos den römischen Weltherrschaftsanspruch durch den höchsten Gott Jupiter legitimieren, in dem dieser den Römern ein Reich ohne Grenzen verspricht. Damit hat der Dichter die ideologischen Grundlagen für eine in alle Himmelsrichtungen umgreifende Expansion geschaffen, mit dem höheren Ziel, „der gesamten Erde die Segnungen des römischen Friedens und der römischen Gerechtigkeit zu bringen.“2
Unter Augustus hat diese Vorstellung schließlich ihren Höhepunkt erfahren, da es dem ersten Princeps wie keinem anderem Herrscher zuvor oder danach gelungen ist, dem Imperium eine größere territoriale Ausdehnung zu bescheren. Doch welche Antriebskräfte waren es tatsächlich, die Augustus zu den zahlreichen Vorstößen über alle Grenzen des Reiches hinaus motiviert haben? Verfolgte er einen defensiven Kurs mit seiner Außenpolitik, um lediglich dem neuen Sicherheitsbedürfnis der von ihm geschaffenen Monarchie gerecht zu werden? Oder sah sich Augustus in der natürlichen Nachfolge seines Großonkels und Adoptivvaters Caesar, der durch seine enorme Annexionspolitik in Gallien, die imperialistischen Bestrebungen der ausgehenden Republik vorangetrieben hatte? Der erste Teil der Arbeit wird sich zunächst kurz mit den für die römische Außenpolitik bestimmenden Faktoren auseinander setzen, um zu ergründen, welche Zielsetzungen sich daraus im entstehenden Principat entwickelt haben. Im zweiten Komplex soll schließlich exemplarisch anhand der Grenz- und Außenpolitik in Parthien und Germanien untersucht werden, ob bzw. welche jeweiligen Konzepte Augustus in diesen Gebieten verfolgte hat und inwieweit er damit jeweils Erfolg gehabt hat.
1.2. Quellenlage
Die folgende Ausarbeitung wird sich im Wesentlichen auf drei antike Quellen stützen: die „Res Gestae Divi Augusti“ des Augustus, die „Vita Caeseris“ von Sueton und die „Historia Romana“ von Velleius Paterculus. Das autobiografische Werk des Augustus wurde wahrscheinlich um 13 n. Chr. zusammen mit seinem Testament endgültig abgefasst. Das erste Exemplar war vor seinem Grabmal, dem Mausoleum Augusti, angebracht worden. Erhalten sind heute nur noch zwei Abschriften im Tempel der Roma und des Augustus in Ancyra auf Lateinisch und Griechisch.
Die Res Gestae sind die wohl wichtigste Quelle in Bezug auf das Leben und Wirken des Princeps. Er wollte mit seinem Tatenbericht der Öffentlichkeit zeigen, was er Großes geleistet hatte. Augustus beschreibt seinen Eintritt in die Politik, die Leistungen für die Plebejer von Rom, darunter die Errichtung von diversen Bauten und Veranstaltung von Spielen sowie die Auszeichnungen, die ihm von Volk und Senat verliehen worden waren. Ein besonderes Augenmerk richtet er auf das von ihm Erreichte innerhalb seiner Reichs- und Außenpolitik, in dem er sich u.a. rühmt, dass er ein Gebiet befriedet habe, das von Cadiz bis zur Elbe reichen würde.3 Was Augustus niedergeschrieben hat entspricht zwar generell der Wahrheit, doch ist es verständlich, dass er einige Punkte aus seiner Vergangenheit verschwiegen bzw. seinen Vorstellungen entsprechend dargestellt hat. Zu diesen Punkten darf man u.a. den Friedensschluss mit dem parthischen Großkönig Phraates V. zählen, der, obwohl er seine Souveränität durchaus behaupten konnte, von ihm als abhängiger Vertragspartner dargestellt wurde.
Die Kaiserviten des römischen Biografen C. Suetonius Tranquillus gelten aufgrund ihrer nahezu vollständigen Überlieferung als wichtige Quelle der Kaiserzeit. Sueton (um 70 – 140 n. Chr.) gehörte dem Ritterstand an und trat unter Trajan in den kaiserlichen Dienst. In der Regierungszeit von Hadrian brachte er es bis zum Kabinettssekretär und Kanzleichef, wodurch ihm der Zugang zu wichtigen Archiven möglich wurde. Sie waren die Grundlage, der um 120 n. Chr. in acht Büchern herausgegebenen Kaiserviten. Sueton stellte die Fakten teilweise sehr planlos und unkritisch zusammen. Dabei folgen die Viten im Wesentlichen einem sehr stereotypen Schema und zeichnen sich durch einen sehr einfachen und klaren Stil aus. Dem Autor ging es bei seiner Darstellung weniger um die kritische Geschichtsschreibung, sondern um den Informations- und Unterhaltungswert.
Eine lange Zeit eher unterschätzte Quelle ist die „Historia Romana“ von C. Velleius Paterculus (um 20 v. – nach 30 n. Chr.). In Form eines knappen Kompendiums gibt der aus Kampanien stammende Geschichtsschreiber einen Abriss über die römische Geschichte von ihren mythischen Anfängen bis zur Zeit von Tiberius. Velleius hat sein Werk in zwei Bücher unterteilt. Das erste reichte bis zur Zerstörung Karthagos 146 v. Chr., das zweite geht bis in das Jahr 30 n. Chr. Besonders der zweite Teil ist für die heutige Forschung von nicht geringer Bedeutung, da Velleius unter Tiberius als Legat in Germanien sowie in Pannonien gewirkt hat und somit für viele Ereignisse als Zeitzeuge gelten kann. Dies betrifft in besonderem Maße den Zeitabschnitt der Eroberung des freien Germaniens. Die Verwendung der „Historia“ galt lange als problematisch, da die Schilderung des frühen Principats sowie die Darstellung von Tiberius häufig in einer kritiklosen Verherrlichung gipfeln. 4 Dennoch darf vor allem der zeitgeschichtliche Wert der Quelle nicht außer Acht gelassen werden. Die Darstellung kann vielmehr „als eine willkommene Ergänzung, als ein Korrektiv unserer Vorstellungen über den frühen Prinzipat [betrachtet werden]“, wie es Marion Giebel im Nachwort der von ihr übersetzten „Historia“ formuliert hat.5
1.3. Forschungsstand
[...]
1 Vergil, Aeneis, 1; zitiert nach: Dahlheim, S. 82 f.
2 Ebenda, S. 83.
3 Res Gestae 26.
4 Velleius gehörte der Munizipalaristokratie an, der unter Augustus neben den stadtrömischen Rittern viele Aufstiegs- und Entfaltungsmöglichkeiten zuteil wurden. Vor diesem Hintergrund ist die positive Bewertung des Principats nur folgerichtig. Sie entspricht seiner Loyalität gegenüber den Herrschenden, denen er aufrichtige Bewunderung und Dank zollte.
5 C. Velleius Paterculus: Historia Romana. Römische Geschichte. Lateinisch/ Deutsch. Übersetzt und hg. von Marion Giebel. Stuttgart 1989, S. 373.
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