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Organisations- und Finanzierungsstruktur privater Rundfunkunternehmen in Deutschland/Europa

Scholary Paper (Seminar), 2005, 21 Pages
Author: Alex Trimborn
Subject: Communications: Media Economics, Media Management

Details

Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 25  Entries
Language: German
Archive No.: V50174
ISBN (E-book): 978-3-638-46445-1

File size: 286 KB


Excerpt (computer-generated)

Universität zu Köln
Hauptseminar Rundfunkökonomie
WS 05/06, Fachsemester: 13

Organisations- und Finanzierungsstruktur privater
Rundfunkunternehmen in Deutschland/Europa

von: Alex Trimborn

 


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung 1

1.1 Definitionen 1
1.2 Das duale Rundfunksystem in Deutschland  1

2. Organisationsstruktur des privaten Rundfunks  2

2.1 Die Landesmedienanstalten 2
2.2 Der Rundfunkstaatsvertrag 3
2.3 Aufbau eines privaten Rundfunkunternehmens am Beispiel von RTL 4

3. Finanzierungsstruktur-/möglichkeiten eines privaten Rundfunkunternehmens 6

3.1 Werbefinanzierung 7
3.2 Sonstige Finanzierungsformen 9
3.3 Entgeltfinanzierung  10

4. (Privater) Rundfunk in Frankreich 11

4.1 Entwicklung und Status Quo 11
4.2 Strukturen in Frankreich (Conseil Supérieur de l′Audiovisuel)  12
4.3 Unterschiede zu Deutschland 14

5. Zusammenfassung und Schlussfolgerung 15

Literaturverzeichnis 17
 



 

1. Einleitung

Thema dieser Arbeit ist zu zeigen wie private Rundfunkunternehmen in Deutschland aber auch in Europa organisiert und finanziert werden. Dies erfolgt anhand einiger einleitender Erklärungen der Begriffe, sowie der Rahmenordnung, der die auf diesem Markt existierenden Unternehmen unterliegen. Anschließend werden im Kernteil die Struktur, Aufbau und Ziele eines privaten Rundfunkunternehmens beleuchtet. Darauf aufbauend wird der Vergleich zwischen Deutschland und seinem direkten Partner, Frankreich, auch anhand von Beispielunternehmen erbracht und bewertet.

1.1 Definitionen

„Rundfunk“ umfasst, entgegen dem umgangssprachlichen Gebrauch dieser Vokabel sowohl den Hörfunk, als auch das Fernsehen1, wobei der Schwerpunkt dieser Arbeit sich mit letzterem befasst. Ein privates Rundfunkunternehmen steht im Wettbewerb zu anderen sich am Markt befindlichen Unternehmen, unterliegt gesetzlichen Bedingungen2 und finanziert sich primär durch Werbe- oder Entgeltfinanzierung. Es handelt sich um kundenorientierte, privatwirtschaftliche, wettbewerbsorientierte, gewinnmaxierende Unternehmen. Es dient der Unterhaltung und der kulturellen Zusatzversorgung.

1.2 Das duale Rundfunksystem in Deutschland

In Deutschland besteht seit Mitte der 80er Jahre das sog. duale Rundfunksystem, welches das parallele Bestehen öffentlich-rechtlicher sowie privat-rechtlicher Rundfunkanstalten bedeutet. Hierbei sprach der Gesetzgeber den Öffentlich-rechtlichen die „Grundversorgung“ der Bevölkerung an bildenden und unterhaltenden Programmen und den Privaten die „Zusatzversorgung“ zu.3 Zu Grundversorgung sind vor allem die Bereiche Information, Bildung (Kultur), und Unterhaltung zu zählen. Zusatzversorgung ist somit all das, was über die vorangehend inhaltlich beschriebene Versorgung hinausgeht, wobei Grundversorgung nicht gleichzusetzen ist mit Mindestversorgung. So, dass Überschneidungen sowohl möglich, als auch erwünscht sind. Die Koexistenz resultiert aus der Historie der Manipulation während der deutschen NS-Zeit, dem Artikel 5 des Deutschen Grundgesetzes4 und ist auf breite Meinungsvielfalt ausgerichtet. Somit konnten seit 1984 auch erstmals Übertragungsfrequenzen an private Rundfunkanstalten vergeben werden, die vorher nur den Öffentlichen vorbehalten waren. Hierbei sind als Pioniere Sat 1 und (damals noch) RTL plus zu nennen. Damals waren die terrestrischen Übertragungsfrequenzen begrenzt und somit knapp.5 Durch den Fortschritt insb. auf dem Gebiet der Kabeltechnologie wurde diese Knappheit schnell überwunden und der Weg in die Zukunft geebnet. Mittlerweile existieren unterschiedliche Möglichkeiten der Rundfunkübertragung via Kabel, Satellit und der digitalen Ausstrahlung, aber auch die Sendervielzahl ist rapide angestiegen. Ziel der Privaten ist im Gegensatz zu den Öffentlich-rechtlichen die Gewinnmaximierung.

2. Organisationsstruktur des privaten Rundfunks

2.1 Die Landesmedienanstalten

Die Gesetzgebung des Rundfunks in Deutschland ist Sache der Länder. Somit besitzt mit Ausnahme von Berlin/Brandenburg jedes Bundesland eine Landesmedienanstalt. Die Landesmedienanstalten sind staatsferne, beaufsichtigende Institution sowohl für Fernseh- als auch Hörfunkveranstalter6. Die Landesmedienanstalten agieren primär auf Basis des Rundfunkstaatsvertrages, der jeweiligen Landesmediengesetze und der entsprechenden sich ergebenden Richtlinien zu Jungendschutz, Werbung und Förderung; sie sind also staatlichen Weisungen in keinster Weise verpflichtet. Sie wirken an der Fortentwicklung des „Dualen Rundfunksystems“ in den Ländern Deutschlands mit. Somit vergeben sie Lizenzen an private Rundfunkunternehmen und üben Kontrolle über diese aus7. Sie haben z.B. die ständige Möglichkeit zur Prüfung von Unterlagen der einzelnen Anstalten. Die 15 LMA bilden auf nationaler Ebene eine zusätzliche Interessenvertretung, die Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten. Sie wurde im März 1994 gegründet, um Kompetenz- und Kommunikationsdefizite zwischen den einzelnen LMA zu beseitigen. Auch Fragen zu Programm, Recht, Technik, Forschung und Finanzierung betreffen den Aufgabenbereich der Arbeitsgemeinschaft der LMA (ALM). Es wird immer eine Medienanstalt (LMA) für die Dauer von zwei Jahren als geschäftsführende Anstalt gewählt.8 Die LMA finanzieren sich hauptsächlich aus einem Anteil von 2% der öffentlichrechtlichen Rundfunkgebühren. Sie sind nicht, wie es im öffentlich-rechtlichen Modell der Fall ist, in der Lage Personal und Finanzen der Privaten zu beeinflussen9.

[...]


1 Vgl. Pürer, Heinz, 2003, S.247.

2 auf die später noch genauer eingegangen wird.

3 Vgl. Berg, Klaus, 1987, S. 265.

4 Duales Rundfunksystem, Wikipedia, http://de.wikipedia.org/wiki/Duales_Rundfunksystem.

5 Vgl. Seidel/Schwertzel, 1998, S.16.

6 Vgl. Bundeszentrale f. pol. Bildung, 1992, S. 92.

7 Vgl. Arbeitsgemeinschaft der Landesmedienanstalten, http://www.alm.de/index.php?id=5.

8 Vgl. Platho, Rolf, 1999, S.51.

9 Vgl. Stuiber, Heinz-Werner, 1998, S.759ff.


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