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Autor: Monika Skolud
Fach: Medien / Kommunikation - Interpersonale Kommunikation
Details
Institution/Hochschule: Freie Universität Berlin (FB Publizistik- und Kommunikationswissenschaften)
Tags: Luhmann, Vertrauen, Eine, Methode, Reduktion, Komplexität, Möglichkeiten, Grenzen, Gefahren, Reduktion, Trauen-Vertrauen-Misstrauen, Kommunikation
Jahr: 2006
Seiten: 18
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 179 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-46476-5
Textauszug (computergeneriert)
Freie Universität Berlin
Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaften
:Trauen-Vertrauen-Misstrauen in der Kommunikation
Fachsemester: 4, Wintersemester 2005/06
Luhmann: Vertrauen. Eine Methode der Reduktion sozialer
Komplexität - Möglichkeiten, Grenzen und
Gefahren dieser Reduktion
von: Monika Skolud
INHALTSVERZEICHNIS
1. Vertrauen 3
1.1 Der Vertrauensbegriff in der Literatur 3
1.2 Der Vertrauensbegriff bei Luhmann 4
1.2.1 Der Bezug zur Zeit 4
1.2.2 Vertrautheit 4
1.2.3 Generalisierung von Erwartungen durch Vertrauen 5
1.2.4 Persönliches Vertrauen und Systemvertrauen 6
2. Vertrauen und Komplexität 7
2.1 Komplexität 7
2.2 Vertrauen als Reduktion von Komplexität 9
2.3 Vertrauen nach Luhmann: Versuch einer Definition 10
3. Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren der Reduktion sozialer Komplexität durch Vertrauen 11
3.1 Möglichkeiten der Reduktion sozialer Komplexität durch Vertrauen 11
3.2 Grenzen und Gefahren der Reduktion sozialer Komplexität durch Vertrauen 12
4. Schluss 14
4.1 Zusammenfassung 14
4.2 Fazit 16
5. Literaturverzeichnis 17
Vorwort
Vertrauen ist ein alltägliches Phänomen, dass sämtliche Lebensbereiche durchzieht. Was Vertrauen ist, ist nicht leicht zu bestimmen. Einige Aspekte des Vertrauens möchte ich in meiner Arbeit voran stellen. Vertrauen ist ein zweistelliger Operator. Es hat ein Gegenüber und verlangt eine Aktion des Partners. Indem ich vertraue, gehe ich ein Risiko ein. Ich habe die Erwartung, dass der andere mein Vertrauen nicht enttäuscht. Vertrauen kann man nicht verschenken, denn es muss angenommen werden. Vertrauen hat eine Voraussetzung, die z.B. in einer Einschätzung durch (Lebens-) Erfahrung besteht. Vertrauen basiert auf einer Erwartung und ist in die Zukunft gerichtet. Mit dem Wissen aus der Vergangenheit wird eine Einschätzung vorgenommen und dann vertraut. Vertrauen hat mit Zuwendung, Zuneigung zu tun und besitzt folglich eine emotionale Komponente. Es gibt einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt von Vertrauen. Vertrauen ist ein Prozess und Vertrauen hat die Eigenschaft nicht berechenbar zu sein. „Der Wissende kann vollständig auf Vertrauen verzichten. Dem Nichtwissenden hingegen fehlt jegliche Grundlage für Vertrauen.“1
Vertrauen ist, nach Simmel2 eine Mischung aus Wissen und Nichtwissen, die Menschen praktisches Handeln ermöglicht. Vermöge diese Mischung ist Vertrauen in letzter Konsequenz immer unbegründbar. Durch die Alltäglichkeit des Begriffs des Vertrauens und seine nichthinterfragte Selbstverständlichkeit ist eine Bestimmung, die diesem komplexen Begriff gerecht wird, im Rahmen dieser Arbeit, nicht zu leisten. Festzustellen ist, dass Vertrauen ein soziales Phänomen ist und auf gesellschaftlicher Ebene als kulturelle Ressource verstanden werden kann.
Die Arbeit bezieht sich auf den Aspekt des Vertrauens als Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität. Auf der Grundlage des Buches ‚Vertrauen. Ein Mechanismus der Reduktion sozialer Komplexität’ von Niklas Luhmann werde ich zunächst dem Phänomen des Vertrauens in der Literatur nachgehen und den Vertrauensbegriff bei Luhmann darstellen. Im zweiten Schritt expliziere ich soziale Komplexität, untersuche die Formulierung: Vertrauen als Reduktion sozialer Komplexität und wie Luhmann Vertrauen definiert. Der dritte Teil zeigt die Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren der Reduktion sozialer Komplexität auf, der vierte Abschnitt umfasst die Zusammenfassung und das Fazit.
1. Vertrauen
1.1 Der Vertrauensbegriff in der Literatur
In der Literatur über Vertrauen gibt es sehr unterschiedliche Ansätze sich dem Phänomen des Vertrauens zu nähern. Eine entscheidende Differenz bildet die gewählte Perspektive. Die wichtigsten Untersuchungsperspektiven sind die der Soziologie, der Psychologie und der Kommunikationswissenschaft. Darüber hinaus unterscheidet sich die Literatur in der Betrachtung entweder des persönlichen oder des generalisierten, des Systemvertrauens bzw. als Verständnisebene des zwischenmenschlichen und des systemischen Vertrauens. Die Literatur bezieht sich zum Teil auf die Ursachen für das Zustandekommen von Vertrauen. So meint Schottlaender:
„Vertrauen resultiert aus bisheriger Erfahrung und der Hoffnung auf das Gute im Menschen“.3
Uwe Laucken stellt die Erwartungs- und Planungssicherheit in den Vordergrund wenn er schreibt, dass es beim Vertrauensbegriff letztlich:
„... um Erwartungs- und Planungssicherheit in (sozialen) Beziehungen in einem riskanten und nichtvorhersehbaren Interaktionsraum...“4 geht.
Den verschiedenen Vertrauensdefinitionen ist gemein, dass sie vier Aspekte für die Konstituierung des Vertrauens anführen. Erstens den Aspekt des Vorhandenseins eines Risikos, zweitens den Aspekt der Information, drittens die Erwartung und viertens die Zeitperspektive.
Vertrauen ist immer mit einem Risiko behaftet, andernfalls handelt es sich nicht um Vertrauen, sondern um Kontinuitätserwartung, Hoffnung oder Gewohnheit. Vertrauen bietet die Möglichkeit in Austauschbeziehungen mit einem Risiko oder Unsicherheit umzugehen. Es ermöglicht sicheres Entscheiden und Handeln in Situationen, in denen nicht alles bis zum Letzten recherchiert und durchkalkuliert werden kann, da es mehr Informationen gibt als der Mensch verarbeiten kann. Anstelle von konkretem Wissen treten Erwartungen. Ohne Erwartungen gibt es keine Handlungsmotivation und Vertrauen ist eine Handlung. Diese Erwartungen beziehen sich auf etwas, dass in der Zukunft liegt. Somit ist Vertrauen eine Handlung, die ein Risiko eingeht, da auf Information verzichtet wird, die Erwartungen impliziert und in die Zukunft gerichtet ist.
1.2 Der Vertrauensbegriff bei Luhmann
[...]
1 Volken-Reinert, Thomas: Elemente des Vertrauens. Interdiffusion in den Transformationsländern als Paradigmatest. Bern, 2002. Seite 83
2 Simmel, Georg: Soziologie. Untersuchungen über die Formen der Vergesellschaftung. München, 1922. Seite 263
3 Schottlaender, Rudolf: Theorie des Vertrauens. Berlin, 1957. Seite 8
4 Laucken, Uwe: Zwischenmenschliches Vertrauen. Rahmenentwurf und Ideenskizze. Oldenburg, 2001. Seite 18
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