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Die Entwicklung und Erprobung von Unterrichtsmaterialien zum Umgang mit Wüstenrennmäusen in der Schule

Autor: Miriam Hamke
Fach: Biologie - Didaktik

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Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 94
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 26  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 446 KB
Archivnummer: V50219
ISBN (E-Book): 978-3-638-46481-9

Textauszug (computergeneriert)

Universität Flensburg
Schriftliche Hausarbeit zur Ersten Staatsprüfung für die Laufbahn der Realschullehrerinnen und -lehrer in Schleswig-Holstein

Die Entwicklung und Erprobung von Unterrichtsmaterialien zum Umgang mit Wüstenrennmäusen in der Schule

von Anne H.
2005

 

Inhaltsangabe

Vorwort ... 1

1. Einleitung ... 2

2. Ziele ... 4

3. Sachinformation ... 4
3. 1 Entdeckungsgeschichte ... 5
3. 2 Taxonomie der Mongolischen Rennmaus ... 6
3. 3 Körperbau und Aussehen ... 7
3. 4 Haltung und Versorgung ... 8
3. 4. 1 Käfigeinrichtung ... 8
3. 4. 2 Futter ... 10
3. 4. 3 Wasser ... 11
3. 4. 4 Gruppengröße und –konstellation ... 11
3. 3 Sinnesleistungen ... 13
3. 3. 1 Tasten/ Orientieren ... 13
3. 3. 2 Riechen ... 13
3. 3. 3 Hören ... 14
3. 3. 4 Schmecken ... 14
3. 3. 5 Sehen ... 14
3. 4 Ethologie ... 15
3. 4. 1 Kommunikation ... 15
3. 4. 2 Nagen ... 16
3. 4. 3 Wühlen ... 16
3. 4. 4 Körperpflege ... 16
3. 4. 5 Markieren ... 17
3. 4. 6 Klettern ... 17
3. 4. 7 Springen ... 18
3. 4. 8 Sozialverhalten ... 18
3. 4. 9 Paarungsverhalten ... 19
3. 5 Krankheiten ... 20

4. Didaktische und methodische Überlegungen ... 21
4. 1 Begründung des Einsatzes von lebenden Tieren im Unterricht ... 21
4. 2 Begründung des Einsatzes von Wüstenrennmäusen in der Schule ... 23
4. 3 Methodische Umsetzung in Form von Stationslernen ... 25
4. 4 Einbettung in den Lehrplan ... 27

5. Gesetzliche Regelung von Tierhaltung in Deutschland ... 31
5. 1 Tierschutzgesetz ... 31
5. 2 Bundes-Seuchengesetz ... 33

6. Vorstellung der Unterrichtseinheit ... 34
6. 1 Tabellarischer Überblick ... 34
6. 2 Vorstellung der einzelnen Arbeitsstationen ... 34

7. Vorstellung der Schülergruppe und Vorbereitung der Umgebung ... 39

8. Begründung der Untersuchungsmethoden ... 41

9. Darstellung der Ergebnisse ... 46
9. 1 Vorwissen ... 46
9. 2. Auswertung der Stationen ... 49
9. 2. 1 Wie frisst eine Wüstenrennmaus? ... 50
9. 2. 2 Was fressen Wüstenrennmäuse? ... 52
9. 2. 3 Fressen alle Rennmäuse das Gleiche? ... 54
9. 2. 4 Kletterverhalten ... 56
9. 2. 5 Putzverhalten ... 58
9. 2. 6 Verhalten von Rennmäusen in neuer Umgebung ... 60
9. 2. 7 Aussehen von Rennmäusen ... 62
9. 3 Überprüfung der Inhalte ... 64

10. Diskussion ... 68

11. Fazit ... 73

12. Literaturverzeichnis ... 74

Zusammenfassung

Anhang

 

Vorwort

Meine eigenen positiven Erfahrungen mit Tieren waren für mich Anlass, Unterrichtsmaterial zum Umgang mit Wüstenrennmäusen in der Schule in Form dieser Examensarbeit zu entwickeln.

Neben dem Bauernhof meiner Großeltern aufgewachsen, wurde ich selbst von klein auf an das Leben und den Umgang mit Tieren gewöhnt. Auch im Schulalltag, auf einer Gesamtschule, wurden Tiere (zum größten Teil Mongolische Wüstenrennmäuse) in den Alltagsablauf einbezogen. Schließlich kam ich an die Universität und konnte mit Freude feststellen, dass auch hier, in Form einer Arbeitsgemeinschaft eines Tierhaltungsraumes, der Umgang mit und die Pflege von unterschiedlichen Tieren als wichtig empfunden und praktiziert werden.
Die einzelnen Stationen meines bisherigen Lebens wurden also ständig von Tieren begleitet. Ich bin mir darüber im Klaren, dass ich in meinem nächsten Lebensabschnitt, dem Unterrichten, von Tieren begleitet und sogar unterstützt werden möchte. Der Umgang mit ihnen ist für mich selbstverständlich und ich sehe meine Verpflichtung darin, Tiere und Kinder zusammenzubringen. Ich möchte Schülern1 den Umgang mit Tieren ermöglichen, so wie er mir ermöglicht wurde. Sie sollen lernen Tieren Respekt und Verantwortung entgegenzubringen.

Mein besonderer Dank richtet sich an die Betreuerinnen der Tierpflege der Kooperativen Gesamtschule in Elmshorn und die Schüler der gebundenen Freizeitkurse, die das Material erprobten und sich damit kritisch auseinander setzten.

 

1. Einleitung

Die vorliegende Arbeit soll motivieren lebende Tiere in den Unterricht einzubeziehen. Obwohl Schüler in diversen Umfragen immer wieder an erster Stelle angeben, sie würden gern mit lebenden Tieren im Unterricht arbeiten und bekannt ist, dass das Berücksichtigen der Interessen von Schülern zu großen Lernerfolgen führt, werden im Biologieunterricht kaum lebende Tiere einbezogen.
Die von mir entwickelten Unterrichtsmaterialien geben Beispiele zur Umsetzung und sollen einen Einstieg an den Umgang mit Tieren im Unterricht erleichtern.
Die Sachinformation soll dazu dienen, dass sich die Lehrenden zunächst selbst ein Wissen über alle für diese Unterrichtseinheit relevanten Fakten dieser Tiere aneignen können, ohne auf eine möglicherweise zeitintensive Literaturrecherche angewiesen zu sein.

Die Arbeit soll dazu beitragen, Schülern Tiere als Subjekte nahe zu bringen und dementsprechend mit ihnen umzugehen. Durch den direkten Kontakt sollen sie deren Individualität erkennen, Verantwortung für Schwächere übernehmen und über einen längeren Zeitraum eventuell sogar eine emotionale Bindung zu Tieren entwickeln. Schüler sollen erfahren, dass Tiere Schmerzen und Leid empfinden können, denn:


„Solange Menschen denken, dass Tiere nicht fühlen, müssen Tiere fühlen, dass Menschen nicht denken.“ Paracelsus (http//:www.hunde-helfen-kidde)

Um zu erfahren, dass Tiere Individuen sind und Empfindungen haben, ist es meiner Meinung nach unabdingbar, Kinder und Tiere zusammenzuführen. Besonders in der heutigen Gesellschaft, die geprägt ist von Computern und Fernsehen, sollten Kinder von klein auf lernen Teil eines Ganzen zu sein und Tiere, Pflanzen, sowie Mitmenschen mit anderen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Kulturen schätzen zu lernen und zu unterstützen. Sie verlieren den Kontakt zur Umwelt, wissen die Natur
kaum noch zu schätzen und begreifen natürliche Zusammenhänge nicht. Die Natur wird in der heutigen Konsumgesellschaft zur Wegwerfware.
Jährlich werden in Deutschland zahlreiche Tiere von Tierhandlungen entsorgt, weil für sie keine Abnehmer gefunden wurden. Das Angebot ist in vielen solcher Geschäfte größer, als die Nachfrage, um dem Kunden eine vielfältige Auswahl zu bieten. Tiere haben hier das Nachsehen. Sie werden als Ware und nicht als Individuen betrachtet. Auf diesen herrschenden Missstand sollten Schüler aufmerksam gemacht werden, denn sie sind die Erwachsenen der Zukunft.

Die Kind-Tier-Beziehung sollte im gesamten Alltag, also auch in der Schule, als wichtigster Sozialisationsort neben der Familie, gefördert werden. Die Beziehung zu einem Tier ist nicht nur im Hinblick auf das Wohlbefinden von Tieren und in Bezug auf die Umweltbildung von Bedeutung, sondern trägt auch zur Persönlichkeitsentwicklung der Schüler bei. Sie lernen eigenverantwortliches Handeln und übernehmen den Schutz von Schwächeren, denn die Tiere in ihrer Obhut würden ohne die Versorgung der Schüler nicht überleben.

Für die Wüstenrennmaus habe ich mich entschieden, weil sie als besonders geeignet für Schulen gilt. Sie ist einfach zu halten und zu pflegen, überträgt auf den Menschen keine Krankheiten und ist ein sehr geselliges Tier, woraus viele Möglichkeiten der Beobachtung entstehen.

Die Forderungen nach offenen Unterrichtsformen werden immer größer. Ich habe mich daher entschieden Unterrichtsmaterial für handlungsorientierte Stationsarbeit zu entwickeln.

 

2. Ziele

Durch die Erprobung der Unterrichtsmaterialien soll herausgefunden werden, ob die Motivation bei Schülern im Umgang mit lebenden Tieren im Unterricht tatsächlich erhöht ist. Außerdem wird untersucht, ob ein Lernerfolg beim eigenständigen Lernen an Stationen auftritt. Dies wird durch den Vergleich des Wissens der Schüler vor und nach der Unterrichtseinheit gemessen.

 

3. Sachinformation

Die Mongolische Rennmaus (auch Gerbil oder Wüstenrennmaus genannt) stammt aus der Mongolei. In diesem dünn besiedelten Binnenland herrschen extreme klimatische Bedingungen. Es teilt sich auf in zwei unterschiedliche Plateaus: den hohen, bergigen Nordwesten und den niedrigen, flachen Osten und Südosten, der hauptsächlich aus Wüstengebieten und Steppen besteht. Letzteres bildet den Herkunftsort der Mongolischen Wüstenrennmaus. Sie kommt aber vereinzelt auch in Nordchina vor (vgl. Rohrbach, 1987).

Sie lebt dort nicht, wie durch den Namen Wüstenrennmaus zu vermuten, in den Wüsten, sondern in den Steppenregionen. In den Sommermonaten herrschen Temperaturen bis zu 50 Grad, im Winter fallen die Temperaturen bis auf minus 40 Grad ab. Vor der dort herrschenden extremen Witterung schützt sich die Rennmaus in selbst angelegten unterirdischen Gängen. Die Bauten der Rennmäuse erstrecken sich durchschnittlich über eine Länge von sieben Metern und reichen bis zu 1,70 m in die Tiefe (vgl. Kötter/ Ehrenstein, 1998).

Neben Gängen gibt es in solchen, von Mongolischen Rennmäusen angelegten Unterschlupfen, Kammern mit unterschiedlichen Funktionen, die zum Beispiel als Vorrats- und Schlafkammern dienen.
Das verzweigte Gangsystem bietet Rennmäusen in der freien Natur außerdem hervorragenden Schutz vor natürlichen Feinden, wie zum Beispiel Füchsen, Iltissen und Raubvögeln.

 

3. 1 Entdeckungsgeschichte

Im 19. Jahrhundert wurden erstmals Exemplare der Mongolischen Rennmaus entdeckt. Die heutigen Mongolischen Rennmäuse, die in Gefangenschaft leben, stammen vermutlich alle von nur 20 Paaren wilder Rennmäuse ab. Diese wurden 1935 von Japanern auf einer Expedition in der Mongolei gefangen und als Zuchtkolonie für Forschungszwecke nach Japan gebracht (vgl. Mettler, 1999). Um 1960 wurden Nachkommen dieser Zucht für Forschungszwecke über die USA auch in Europa eingeführt.

In den achtziger Jahren boten einige deutsche Tierhandlungen Rennmäuse probeweise an. Das Interesse an den Mäusen war auf Grund ihrer Lebhaftigkeit und ihrer einfachen Haltung enorm (vgl. Schulze Sievert, 2002). Einen zusätzlichen Aufschwung an Beliebtheit als Heimtier erfuhr die Rennmaus durch neue Farbvarianten, die aus Züchtungen resultierten.

Noch heute werden Mongolische Rennmäuse wegen ihrer Robustheit und wenig anspruchsvollen Haltung für Forschungszwecke eingesetzt.
In den USA werden jährlich ca. 100 000 Mongolische Wüstenrennmäuse für die Forschung verwendet. In Deutschland für Forschungszwecke eingesetzte Rennmäuse werden nicht gesondert aufgeführt, sondern fallen in die Kategorie andere Nager, so dass keine genaue Anzahl bekannt ist (vgl. ebenda).

[...]


1 Aus leseökonomischen Gründen ist der Text auf die männliche Form beschränkt.

Kommentare

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http://www.grin.com/e-book/50219/