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Vom 11.9. (1989) zum 11.9. (2001): Die USA, transatlantische Beziehungen und die Herausbildung einer neuen Weltordnung im Lichte der neorealistischen und der neoinstitutionalistischen Theorie

Autor: Julia Merkel
Fach: Politik - Int. Politik - Region: USA

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2004
Seiten: 22
Note: 2,25
Literaturverzeichnis: ~ 18  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 205 KB
Archivnummer: V50283
ISBN (E-Book): 978-3-638-46530-4
ISBN (Buch): 978-3-638-68468-2

Zusammenfassung / Abstract

Nah dem Fall der Berliner Mauer und dem Zerfall des Sowjetimperiums hat sich auch die bipolare Blockkonfrontation, die spätestens nach dem Beginn des Kalten Kriegs die Weltordnung strukturiert hatte, aufgelöst. Die internationalen Beziehungen schienen in dieser Situation ohne ein erkennbares Weltordnungsprinzip. Übrig geblieben waren die USA als einzige Supermacht in einer potentiell multipolaren Welt. Neben den USA hatten sich andere regionale Macht- und Gravitationszentren herausgebildet, die aber wie Europa ihre Macht weniger auf militärische Stärke, als auf wirtschaftlichen Einfluss (Europäische Union) oder die schiere Bevölkerungsgröße plus Nuklearwaffen (China) stützen. Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion suchte und sucht nach dem Verlust seines Status als Supermacht nach einer neuen Rolle in der Staatenwelt. Zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts war noch nicht klar, welches neues strukturierende Ordnungsprinzip sich innerhalb der Staatenwelt herausbildet oder welche „Macht“ (USA vs. UNO) in welchem Maße den Fortgang der internationalen Politik formen würde. Rund zehn Jahre später werden durch den Terroranschlag am 11.9.2001 der Stolz, das Selbstbewusstsein und vor allem das Sicherheitsgefühl der einzig verbliebenen Supermacht USA dramatisch erschüttert. Symbolisch wie faktisch begrenzen der 11.9. (1989), der Fall der Berliner Mauer und das damit eingeläutete Ende des Ost-West-Konfliktes, und der 9.11. (2001), der Anschlag auf das World Trade Center, und die Zeit unmittelbar danach die Untersuchungsperiode. Analysiert werden soll, welche Struktur der internationalen Beziehungen sich in den 12, bzw. 14 Jahren (Einschluss des Afghanistan- und Irak- Krieges) herausgebildet hat, beziehungsweise sich herauszubilden beginnt. Dabei soll im besonderen Maße das transatlantische Verhältnis zwischen Europa und den USA, aber vor allem auch der entscheidende Akteur der internationalen Beziehungen, die USA auf der Suche nach der „Grand Strategy“ berücksichtigt werden. Es soll damit die Frage beantwortet werden, ob sich eher uni- oder multilaterale Strukturen im transatlantischen Beziehungsgeflecht und der Weltordnung herausgebildet und etabliert haben.

Textauszug (computergeneriert)

Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main
Institut für Vergleichende Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen
Proseminar Transatlantische Beziehungen:
Geschichte, Gegenwart, Zukunftsperspektiven
SoSe 2004

Vom 11.9. (1989) zum 11.9. (2001): Die USA,
transatlantische Beziehungen und die Herausbildung
einer neuen Weltordnung im Lichte der neorealistischen
und der neoinstitutionalistischen Theorie

von: Julia Merkel

 


Gliederung

Einleitung S. 1

1. Theoretische Herangehensweise S. 2

1.1. Der Neorealismus S. 3
1.2. Der Neoinstitutionalismus S. 5

2. Methode und Hypothesen S. 6

3. Fallstudien: drei Schlüsselbereiche S. 7

3.1. Die WTO S. 8
3.2. Die Balkankriege S. 10
3.3. Der 11. September, Afghanistan und der zweite Irakkrieg S. 14

Fazit S. 17

Bibliographie S. 20





 

Einleitung

Nah dem Fall der Berliner Mauer (9.11.1989) und dem Zerfall des Sowjetimperiums (1991) hat sich auch die bipolare Blockkonfrontation, die spätestens nach dem Beginn des Kalten Kriegs die Weltordnung strukturiert hatte, aufgelöst. Die internationalen Beziehungen1 schienen in dieser Situation ohne ein erkennbares Weltordnungsprinzip. Übrig geblieben waren die USA als einzige Supermacht in einer potentiell multipolaren Welt. Neben den USA hatten sich andere regionale Macht- und Gravitationszentren herausgebildet, die aber wie Europa ihre Macht weniger auf militärische Stärke, als auf wirtschaftlichen Einfluss (Europäische Union) oder die schiere Bevölkerungsgröße plus Nuklearwaffen (China) stützen. Russland als Nachfolgestaat der Sowjetunion suchte und sucht nach dem Verlust seines Status als Supermacht nach einer neuen Rolle in der Staatenwelt. Zu Beginn der 90er Jahre des 20. Jahrhunderts war noch nicht klar, welches neues strukturierende Ordnungsprinzip sich innerhalb der Staatenwelt herausbildet (Multilateralismus oder Unilateralismus, Multipolarität versus hegemonialer Unipolarität) oder welche „Macht“2 (USA vs. UNO) in welchem Maße den Fortgang der internationalen Politik formen würde. Rund zehn Jahre später werden durch den Terroranschlag am 11.9.2001 der Stolz, das Selbstbewusstsein und vor allem das Sicherheitsgefühl der einzig verbliebenen Supermacht USA dramatisch erschüttert. In dem, mit einer analytisch problematischen, strategisch-propagandistisch jedoch erfolgreichen Wortwahl, danach ausgerufenen „Krieg“3 gegen den Terrorismus haben die USA mit rechtlichen Begründungen und unterschiedlichen internationalen Koalitionen mehrere Kriege geführt, um die „Welt sicherer“ zu machen.

Symbolisch wie faktisch begrenzen der 11.9. (1989), der Fall der Berliner Mauer und das damit eingeläutete Ende des Ost- West-Konfliktes, und der 9.11. (2001), der Anschlag auf das World Trade Center, und die Zeit unmittelbar danach4 meine Untersuchungsperiode. Analysiert werden soll, welche Struktur der internationalen Beziehungen sich in den 12, bzw. 14 Jahren (Einschluss des Afghanistan- und Irak- Krieges) herausgebildet hat, beziehungsweise sich herauszubilden beginnt. Dabei soll im besonderen Maße das transatlantische Verhältnis zwischen Europa und den USA, aber vor allem auch der entscheidende Akteur der internationalen Beziehungen, die USA auf der Suche nach der „Grand Strategy“ berücksichtigt werden. Es soll damit die Frage beantwortet werden, ob sich eher uni- oder multilaterale Strukturen im transatlantischen Beziehungsgeflecht und der Weltordnung herausgebildet und etabliert haben.

1. Theoretische Herangehensweise

Als theoretischen Zugang zu meiner Analyse greife ich auf zwei der einflussreichsten Theorien der Internationalen Beziehungen der vergangenen Jahrzehnte zurück: dem lange dominierenden Paradigma des Neorealismus, sowie dem theoretischen Ansatz des Neoinstittionalismus (beziehungsweise der Interdependenz- und Regimetheorien), wie er vor allem von Joseph Nye (1993) und Robert Keohane entwickelt wurde. Obwohl beide „Ansätze“ durchaus variierende theoretische Ausprägungen erfahren haben (vgl. u.a. Zürn/Zangl), werden sie hier auf ihre Kernannahmen reduziert und als „eine“ Theorie behandelt. Die beiden Theorien sollen im Folgenden in der gebotenen Knappheit dargestellt werden, da sie die theoretische Folie für meine Fallstudien in Kapitel 3 abgeben werden.

1.1. Der Neorealismus

[...]


1 Gemeint sind hier die realen Beziehungen zwischen den Staaten und nicht die Internationalen Beziehungen als Teildisziplin der politischen Theorie.

2 Unter „Mächte“ werden hier der „Staat“ USA als alleinige Supermacht oder die UNO als Organisation der internationalen Staaten subsumiert. Beide funktionieren natürlich intern wie nach außen nach unterschiedlichen Logiken und Prämissen.

3 Krieg wird hier deswegen in Anführungszeichen gesetzt, weil es sich nicht um klassische Kriege zwischen Staaten handelt, sondern um so genannte „asymmetrische Kriege“ zwischen dem Staat USA und dem Terrornetzwerk Al Quaida (vgl. Münkler 2003).

4 Dies schließt die Kriege gegen das Afghanistan der Taliban und den Irak unter Saddam Hussein mit ein, da diese als Reaktion auf den 11. September gesehen werden müssen.

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