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Arbeitslosigkeit im urbanen China

Termpaper, 2005, 22 Pages
Author: Claudia Felber
Subject: Politics - International Politics - Region: Far East

Details

Category: Termpaper
Year: 2005
Pages: 22
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 23  Entries
Language: German
Archive No.: V50295
ISBN (E-book): 978-3-638-46541-0
ISBN (Book): 978-3-638-94805-0
File size: 208 KB
Notes :
Die Arbeit führt systematisch in den für China spezifischen Begriff von Arbeitslosigkeit und die damit verbundenenen Probleme ein. Dabei steht die Frage im Zentrum inwiefern Arbeitslosigkeit als Faktor für soziale Instabilität gesehen werden kann und welche arbeitsmarktpolitischen Instrumente ihrem Anstieg entgegenwirken können.


Abstract

Arbeitslosigkeit ist eines der zentralen Probleme, mit dem sich sowohl die Bevölkerung als auch die politische Führung nahezu jeder Gesellschaft konfrontiert sieht. Sie ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil der Mange l an Beschäftigungsverhältnissen eine Schnittstelle verschiedener gesellschaftlicher Bereiche markiert. Arbeitslosigkeit berührt dabei wirtschaftliche Faktoren wie das soziale Sicherungssystem, soziale Faktoren wie die Entstehung neuer Konfliktlinien im Zuge eines steigenden Wohlstandsgefälles und auch politische Faktoren wie die Frage nach der Legitimität einer Führung, die nicht in der Lage ist, dieses Problem zu beheben. Diese Ansatzpunkte weisen bereits auf den destabilisierenden Charakter von Arbeitslosigkeit in jedem einzelnen der nicht von einander trennbaren, gesellschaftlichen Teilbereiche hin. Demnach kann Arbeit als Faktor sozialer Stabilität gewertet werden, in die sowohl ökonomische als auch politische Stabilität mit hinein spielen. Offensichtlicher wird dieser Zusammenhang von Arbeit und sozialer Stabilität wenn man die Funktion ersterer genauer betrachtet. Arbeit erlaubt es jedem Einzelnen, für seinen Lebensunterhalt selbstständig aufzukommen, und garantiert gleichzeitig nicht nur materiell bedingte gesellschaftliche Teilhabe. Sobald diese Möglichkeit nicht gegeben ist und gleichzeitig ein Mangel an sozialer Absicherung durch ein alternatives Versorgungssystem besteht, führt dies zu einer erheblichen Berührung der individuellen Sicherheit, welche in der Summe Einfluss auf die Sicherheitslage eines Landes und somit auf die soziale Stabilität erlangen kann. Soziale Stabilität ist also eng verknüpft mit der Verwirklichung einer Arbeitsmarktpolitik, die jedem ein weitestgehend selbst gestaltetes, würdiges Leben ermöglicht.


Excerpt (computer-generated)

Arbeitslosigkeit im urbanen China

von: Claudia Felber

 


Gliederung

1. Einleitung 2

2. Arten der Arbeitslosigkeit in China 4

2.1 Das Problem der Erfassung der Arbeitslosenzahl  4
2.2 Registrierte Arbeitslose 6
2.3 Verdeckte Arbeitslosigkeit 6

3. Gründe für die urbane Arbeitslosigkeit 8

4. Die chinesische Arbeitsmarktpolitik 10

4.1 Aktive Arbeitsmarktpolitik 11
4.2 Passive Arbeitsmarktpolitik 13

5. Arbeitslosigkeit als Faktor sozialer Instabilität 15

6. Fazit 17

7. Literaturliste 19



 

1. Einleitung

Arbeitslosigkeit ist eines der zentralen Probleme, mit dem sich sowohl die Bevölkerung als auch die politische Führung nahezu jeder Gesellschaft konfrontiert sieht. Sie ist deshalb von besonderer Bedeutung, weil der Mange l an Beschäftigungsverhältnissen eine Schnittstelle verschiedener gesellschaftlicher Bereiche markiert. Arbeitslosigkeit berührt dabei wirtschaftliche Faktoren wie das soziale Sicherungssystem, soziale Faktoren wie die Entstehung neuer Konfliktlinien im Zuge eines steigenden Wohlstandsgefälles und auch politische Faktoren wie die Frage nach der Legitimität einer Führung, die nicht in der Lage ist, dieses Problem zu beheben. Diese Ansatzpunkte weisen bereits auf den destabilisierenden Charakter von Arbeitslosigkeit in jedem einzelnen der nicht von einander trennbaren, gesellschaftlichen Teilbereiche hin. Demnach kann Arbeit als Faktor sozialer Stabilität gewertet werden, in die sowohl ökonomische als auch politische Stabilität mit hinein spielen. Offensichtlicher wird dieser Zusammenhang von Arbeit und sozialer Stabilität wenn man die Funktion ersterer genauer betrachtet. Arbeit erlaubt es jedem Einzelnen, für seinen Lebensunterhalt selbstständig aufzukommen, und garantiert gleichzeitig nicht nur materiell bedingte gesellschaftliche Teilhabe. Sobald diese Möglichkeit nicht gegeben ist und gleichzeitig ein Mangel an sozialer Absicherung durch ein alternatives Versorgungssystem besteht, führt dies zu einer erheblichen Berührung der individuellen Sicherheit, welche in der Summe Einfluss auf die Sicherheitslage eines Landes und somit auf die soziale Stabilität erlangen kann. Soziale Stabilität ist also eng verknüpft mit der Verwirklichung einer Arbeitsmarktpolitik, die jedem ein weitestgehend selbst gestaltetes, würdiges Leben ermöglicht.

China sieht sich bei der Realisierung einer solchen Politik vor besondere Probleme gestellt. Arbeitslosigkeit und soziale Unsicherheit fanden zu Zeiten des Kommunismus keine Thematisierung. Demzufolge kam es auch nicht zur Schaffung von sozialen Sicherungssystemen neben der Familie. Die seit den 70er Jahren stattfindende Umstellung der chinesischen Wirtschaft auf ein kapitalistisches Marktmodell ist verbunden mit einem kontinuierlichen Anstieg der Arbeitslosigkeit, welcher nicht durch ein steigendes Wirtschaftswachstum aufgefangen werden kann. Die chinesische Führung kann bis dato die grundrechtliche Garantie 1 auf einen Arbeitsplatz nicht mehr gewähren und hat parallel dazu immer noch keine Instrumente entwickelt, um effektiv Folgeproblemen wie Armut und Kriminalität entgegenzuwirken. Diese Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit führt auch zu einem neuen Verhältnis zwischen der Bevölkerung und der politischen Führung, das geprägt ist durch die Hinterfragung der Legitimität einer Herrschaft, die nicht in der Lage ist dringende Probleme des Landes zu lösen und dabei gleichzeitig gegen Grundpfeiler des chinesischen Wertesystems wie der Durchsetzung der sozialen Gleichheit verstößt. All diese Aspekte werden in der vorliegenden Arbeit systematisch entlang der Frage nach dem Einfluss der wachsenden Arbeitslosigkeit auf die soziale Stabilität untersucht.

Um dem nachzugehen wird im zweiten Teil erst einmal die spezifisch chinesische Auffassung des Begriffs Arbeitslosigkeit dargestellt und auf die unterschiedlichen daran orientierten Gruppen von Arbeitslosen eingegangen. Dies ist entscheidend, um die im dritten Teil angeführten Gründe für Arbeitslosigkeit den jeweiligen Gruppen zuordnen zu können und somit ein der Komplexität der Thematik gerechtes Puzzle zu entwerfen. Diese Überlegungen stellen auch die Basis für den vierten Teil dar, der den Umgang der chinesischen Führung mit der Problematik analysiert. Hierbei zentral ist die Frage, welche arbeitsmarktpolitischen Instrumente für welche Gruppe von Arbeitslosen von der Kommunistischen Partei implementiert wurden. Das Ziel dieses Abschnitts besteht darin zu zeigen, dass die Politik der Führung im Sinne des Erhalts der sozialen Stabilität erfolgt. Damit wird bereits auf den fünfen Teil der Arbeit verwiesen, in dem die Konsequenzen einer steigenden Arbeitslosigkeit dargelegt werden sollen. Dabei ist natürlich die Problemstellung in Form der Korrelation von Arbeitslosigkeit und sozialer Stabilität der Fokus des Abschnitts. Gleichzeitig können hier nochmals Rückschlüsse auf die anderen Teile der Arbeit gezogen werden, so dass die Verknüpfung aller Aspekte hier zusammenläuft, damit schließlich in einem Fazit eine Entwicklungstendenz formuliert werden kann.

Aufgrund der zur Verfügung stehenden Materialien, aber auch des immensen Umfangs, beschränkt sich die Arbeit auf die Untersuchung der Arbeitslosigkeit im urbanen China. Zudem wird es möglichst vermieden Zahlenmaterial zu präsentieren, aufgrund der bestehenden statistischen Probleme bei der Erhebung der Arbeitslosenzahlen, die in Abschnitt zwei näher erläutert werden. Des Weiteren ist die Literaturauswahl wegen mangelnder chinesischer Sprachkenntnisse eingeschränkt gewesen. Neben diesen zu vernachlässigenden Schwierigkeiten gibt es ein gravierendes Aktualitätsproblem, welches dazu führt, dass die vorliegende Analyse den ständigen Veränderungen auf dem chinesischen Arbeitsmarkt nicht gerecht werden kann und angeführte Einzelaspekte unter Umständen aktuell ihre Bedeutung verloren haben.

2. Arten der Arbeitslosigkeit in China

[...]


1 Opper, Sonja: Wirtschaftsreform und Beschäftigungswandel in der VR China, Baden-Baden 1999, S.61.


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