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Italienisch auf Korsika: die aktuelle Sprachkontaktsituation

Scholary Paper (Seminar), 2004, 16 Pages
Author: Daniela Scharnagl
Subject: Romance Languages - Italian and Sardinian Studies

Details

Event: Proseminar Italienische Sprachwissenschaft: Italienisch außerhalb Italiens
Institution/College: LMU Munich (Institut für Italianistik)
Tags: Italienisch, Korsika, Sprachkontaktsituation, Proseminar, Italienische, Sprachwissenschaft, Italienisch, Italiens
Category: Scholary Paper (Seminar)
Year: 2004
Pages: 16
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 7  Entries
Language: German
Archive No.: V50341
ISBN (E-book): 978-3-638-46581-6

File size: 139 KB


Excerpt (computer-generated)

Ludwig-Maximilians-Universität München
Institut für Italienische Philologie
Proseminar: „Italienisch außerhalb Italiens“
Sommersemester 2004

Italienisch auf Korsika: die aktuelle Sprachkontaktsituation

von: Daniela Scharnagl

 


Inhaltsverzeichnis

1 Italienisch außerhalb Italiens – Italienisch auf Korsika 3

2 Die historischen Hintergründe und die aktuelle Sprachkontaktsituation auf Korsika  4

2.1 Historische und sprachhistorische Hintergründe auf Korsika  4

2.1.1 Geschichtliche Aspekte der Insel 4
2.1.2 Sprachhistorische Entwicklung auf Korsika 6
2.1.3 Aktuelle gesellschaftspolitische Situation  7

2.2 Sprachkontakt Italienisch-Korsisch 8

2.2.1 Entwicklung des Italienischen auf Korsika  8
2.2.2 Beispiele italienisch-korsischen Sprachkontakts  9

2.3 Aktuelle Sprachkontaktsituation auf Korsika 11

2.3.1 Derzeitige Situation des Korsischen  12
2.3.2 Momentane Lage des Französischen  13
2.3.3 Gegenwärtiger Zustand des Italienischen auf Korsika  13

3 Wichtige Ergebnisse der Untersuchung der aktuellen Sprachkontaktsituation und der historischen Hintergründe auf Korsika 14

4 Bibliographie 16





 

1 Italienisch außerhalb Italiens – Italienisch auf Korsika

Betrachtet man die Gebiete, wo sich das Italienische außerhalb Italiens im Laufe der Jahrhunderte ansiedeln konnte, stellt man fest, daß es hauptsächlich außereuropäische Länder sind, in denen sich noch Elemente des Italienischen in fremden Sprachen finden lassen. Beispielsweise durch Einwanderung wurde die Sprache in Länder wie die USA, Kanada, Australien, Argentinien, Brasilien oder Mexiko getragen. Hier in Europa trifft man Italienisch sonst nur noch in der Schweiz oder in Deutschland an, wo diese Spuren aber auch von Immigration herrühren. Und auch auf Korsika lassen sich noch heute starke Tendenzen zur italienischen Sprache nachweisen. Um diese Mittelmeerinsel, um ihre Geschichte sowie um ihre aktuelle Sprachkontaktsituation im europäischen Gefüge soll es in der vorliegenden Arbeit gehen. Zunächst soll ein Überblick über die gesellschaftspolitisch-historischen Hintergründe auf Korsika geben, verknüpft mit einer Darstellung der sprachgeschichtlichen Entwicklungen und der aktuellen politisch-kulturellen Lage.

Im anschließenden Punkt geht es insbesondere um die Sprachkontaktsituation zwischen dem Korsischen und dem Italienischen, welche anhand der Entwicklung des Italienischen auf der Insel und zahlreicher Beispiele verdeutlicht werden soll. Abschließend wird die momentan herrschenden Sprachkontaktsituationen auf Korsika näher untersucht. Besonders hervorzuheben sind hier die wichtigsten drei Sprachen, nämlich das Korsische, Italienische und Französische. Von besonderer Wichtigkeit für die vorliegende Arbeit war die noch relativ junge Promotionsarbeit von Christian Jerger: „Zur Korpusplanung einer romanischen Minderheitensprache: Die Wörterbücher des Korsischen und ihre Leistung vor dem Hintergrund von Sprachkontakt und Sprachausbau“ sowie „Langue Corse – Une approche Linguistique“ von Marie-José Dalbera-Stefanaggi.

2 Die historischen Hintergründe und die aktuelle Sprachkontaktsituation auf Korsika

2.1 Historische und sprachhistorische Hintergründe auf Korsika

Die geschichtliche Entwicklung Korsikas ist äußerst vielschichtig und komplex. Als zentral gelegene Mittelmeerinsel war sie ein begehrter Stützpunkt verschiedenster europäischer Nationen. Als Spielball der großen Mächte wurde sie herumgereicht. Diese unstete Vergangenheit hinterließ nicht nur tiefe Spuren im historischen Nationalbewußtsein der Inselbewohner, sondern auch der sprachliche Bereich wurde stark geprägt durch die häufigen Besatzerwechsel. Im folgenden Punkt soll sowohl die gesellschaftspolitische sowie die kulturellsprachliche Vergangenheit Korsikas näher betrachtet werden.

2.1.1 Geschichtliche Aspekte der Insel

„Griechen, Römer, Goten, Vandalen, Byzantiner, Sarazenen, Spanier, Pisaner, Genuesen, Franzosen, sogar Deutsche und Engländer: Sie alle haben sich irgendwann auf Korsika blicken lassen und mehr oder weniger lange die Geschichte der Insel und ihrer Bevölkerung geprägt.“ (Nepaschink / Biehusen 1997, 24)

Dieses Zitat umschreibt wohl am prägnantesten die Situation der Insel während der vergangenen Jahrhunderte. Erste Funde auf Korsika lassen sich auf das 7. Jahrtausend v. Chr. zurückdatieren. Bereits ein Jahrtausend später gab es erste Handelskontakte zu Sardinien, der benachbarten Insel. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. beginnen die Perioden, die für unser Zeitverständnis besser faßbar sind. Als erste Fremdherrscher kamen die Griechen nach Korsika und gründeten Alalia, die heute noch existierende Stadt Aleria. Von nun an begann ein ständiges Wechselspiel der Besatzungsmächte. 259 v. Chr. wurde Korsika von den Römern erobert, aber die korsische Bevölkerung revoltierte wiederholt gegen die Besatzer. Dennoch konnte die einsetzende Romanisierung nicht verhindert werden und die Insel wurde als Stützpunkt für Handel und Militär genutzt. Im 5. Jahrhundert erreichte die Völkerwanderung die Insel und es kam zu mehrfachem Wechsel der Herrscher – Vandalen, Byzantiner, Germanen. Vom 9. Jahrhundert an breiteten die Sarazenen ihre Schreckensherrschaft über der Insel aus, so daß sich die Bewohner vermehrt ins Inselinnere zurückzogen. „Damit wurde die sich bereits zur Römerzeit andeutende Aufteilung der Insel in zwei Einflußbereiche verstärkt: die Korsen lebten in den Bergen […], während sich die fremden Herrscher der Küstenzonen bemächtigten. (Rother 1982, 68)

[...]


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