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Scholary Paper (Seminar), 2003, 19 Pages
Author: Daniela Scharnagl
Subject: History - Empire, Imperialism
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Neuere und neueste Geschichte)
Tags: Kriegervereine, Massenorganisation, Kaiserreich, Schnittpunkte, Vereinen, Proseminar, Neuere, Geschichte, Grundprobleme, Deutschen, Kaiserreichs
Year: 2003
Pages: 19
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 12 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-46582-3
File size: 164 KB
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Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Historisches Seminar, Abteilung Neuere und Neueste Geschichte
Proseminar: „Grundprobleme des Deutschen Kaiserreichs (1871-1918)“
Sommersemester 2003
Die Kriegervereine als größte Massenorganisation im
Kaiserreich - Schnittpunkte zwischen den
Vereinen und der Öffentlichkeit
von: Daniela Scharnagl
Inhaltsverzeichnis
1 Die Kriegervereine als größte Massenorganisation im Kaiserreich 3
2 Schnittpunkte zwischen den Kriegervereinen und der Öffentlichkeit 4
2.1 Öffentlichkeitsarbeit der Vereine und des Militarismus durch die Presse 4
2.1.1 Vereins- bzw. verbandsinterne Presseorgane 4
2.1.2 Allgemeine militaristische Zeitungen 5
2.2 Das Einwirken der Ideen der Kriegervereine in die Familien 6
2.2.1 Die Rolle des Vaters aus Sicht der Kriegervereine 6
2.2.2 Der Aufgabenbereich der Ehefrau und Mutter 7
2.2.3 Vorstellungen der Kriegervereine zur Kindererziehung 8
2.3 Das Vereinsleben als gesellschaftlicher Integrationsfaktor 9
2.3.1 Massenbeeinflussung durch Feste und Feiern 9
2.3.2 Vereinszugehörigkeit als Zeichen gesellschaftlichen Ansehens 10
2.3.3 Gesellschaftliche, quasi-staatliche Aufgaben der Kriegervereine 11
2.4 Beziehungen zwischen dem Militär und den Kriegervereinen 12
2.4.1 Veteranen als Initiatoren der Massenbewegung 12
2.4.2 Reservisten als Bindeglied zu Militär und Gesellschaft 13
2.4.3 Die Bedeutung des Militärs für Kriegervereine und Gesellschaft 14
3 Resümee 17
Quellen- und Literaturverzeichnis
1 Quellenverzeichnis
2 Literaturangaben
1 Die Kriegervereine als größte Massenorganisation im Kaiserreich
„Die Kriegervereine waren eine alltägliche Erscheinung in der wilhelminischen Zeit.“1 Dieses Zitat allein sagt bereits viel aus über die Verbreitung, Wirkung und Stellung des Kriegervereinswesens im Deutschen Kaiserreich. Die erfolgreichen Einigungskriege der Jahre 1864, 1866 und 1870/71 bildeten die Grundlage für die Hochachtung alles Militärischen, und diese Wertvorstellungen und Normen breiteten sich in der ganzen Gesellschaft bis hinein in die alltäglichen Gewohnheiten aus.2 „1913 zählte der Kyffhäuserbund, der 1899 gegründete Dachverband, fast 32000 Vereine mit über 2,8 Millionen Mitgliedern – die mit Abstand größte organisierte Massenbewegung im wilhelminischen Deutschland.“3 Die Tatsache, daß sich diese Vereinigung so stark ausdehnen konnte, um weite Bevölkerungsteile zu erreichen und zu durchdringen, wirft die Frage nach den Schnittpunkten und den Beziehungen zwischen Kriegervereinen und Gesellschaft auf.
Dieser Aspekt soll gleichsam der Leitgedanke der vorliegenden Arbeit sein. Bereits einige Autoren haben sich mit der Thematik der Kriegervereine im Deutschen Kaiserreich beschäftigt. Besonders hervorzuheben ist hier Thomas Rohkrämer mit seinem Werk „Der Militarismus der «kleinen Leute». Die Kriegervereine im Deutschen Kaiserreich 1817 – 1914“ und Harm-Peer Zimmermann mit „Der feste Wall gegen die rote Flut. Kriegervereine in Schleswig-Holstein 1864 – 1914“. Des weiteren fanden Publikationen von Dieter Düding, Thomas Nipperdey, Karl Buchheim und Volker R. Berghahn Verwendung.
Als Quellen wurden die Aufzeichnungen aus der Militärzeit von Kurt Ernst Gottfried von Bülow und die zeitgenössischen Kommentare von Ludwig Quidde hinzugezogen. Auch einige militaristische Zeitungen des Kaiserreichs werden zitiert. Zunächst beschäftigt sich die Arbeit mit der Presse als Mittel der Öffentlichkeitsarbeit und –beeinflussung der Kriegervereine, im darauffolgenden Abschnitt wird ein Einblick gegeben, wie die Vorstellungen dieser Vereine in die Familien Einzug hielten. Der vorletzte Aspekt bezieht sich auf das Vereinsleben als Mittel zur Gewinnung der Massen und abschließend werden die Beziehungen zwischen Militär und Kriegervereinen untersucht.
2 Schnittpunkte zwischen den Kriegervereinen und der Öffentlichkeit
Wie oben bereits erwähnt waren die Kriegervereine die größte Massenorganisation im wilhelminischen Deutschland. Es ist also offensichtlich „daß die Kriegervereine im Prozeß der Nationalisierung und Militarisierung breiter Bevölkerungsschichten […] eine exzeptionelle Rolle spielten.“4 Im folgenden sollen nun die Möglichkeiten aufgezeigt werden, die die Kriegervereine hatten, um in solchem Umfang die Gesellschaft für sich zu begeistern und zu vereinnahmen, denn es gab nicht nur in fast jeder Stadt des Reiches einen Kriegerverein, sondern auch in den ländlichen Gebieten war das Vereinswesen voll erblüht.5
2.1 Öffentlichkeitsarbeit der Vereine und des Militarismus durch die Presse
Im 19. Jahrhundert war die Presse das Medium zur Übermittlung von Informationen und zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung. Selbstverständlich machten sich auch die Kriegervereine diese Vorteile zu Nutzen und versuchten, die Ansichten ihrer Mitglieder auf diese Weise zu bestimmen oder zumindest zu durchsetzen. Doch diese Vorgehensweise war nicht nur ein probates Mittel der Kriegervereine, sondern auch der allgemein spürbare Militarismus der wilhelminischen Zeit konnte durch Veröffentlichungen in der Presse, Einfluß auf die Bevölkerung des Kaiserreichs nehmen.
2.1.1 Verbands- bzw. vereinsinterne Presseorgane
Es gab eine große Vielzahl von Veröffentlichungen seitens der Kriegervereine. „Dazu gehörten Geschäftsberichte, die Protokolle der Abgeordnetentage, die allmonatlich oder häufiger verschickten Rundschreiben […], die Flugblätter aus Anlaß von Reichstags- oder Landtagswahlen. Hinzu kamen Publikationen in Broschüren- oder Buchform […]“.6 Zu unterscheiden war hier stets nach sporadischen oder nach regelmäßig erscheinenden Publikationen. Das Ziel aller Veröffentlichungen war das gleiche: die Rekruten, entlassenen Wehrpflichtigen und Mitglieder sollten „erzogen“ und die Bevölkerung „aufgeklärt“ werden. Außerdem sollte so der Kampf gegen die Sozialdemokratie ausgefochten werden.7
Doch auch „viele «kleine Leute», die ihr Leben ansonsten nicht für so relevant hielten, daß sie es schriftlich festgehalten hätten, veröffentlichten ihre Kriegserlebnisse, einige auch Berichte von ihrer Militärzeit.“8 Das heißt, auch die Mitglieder konnten Berichte einsenden und zur Veröffentlichung bringen. Aber häufiger anzutreffen waren Schriften und Meinungen von – ehemaligen – Militärangehörigen, die sich professionell mit dem Krieg beschäftigten. Diese Verlautbarungen fanden eine zunehmend breitere Resonanz.9
[...]
1 Dieter Düding, Die Kriegervereine im wilhelminischen Reich und ihr Beitrag zur Militarisierung der deutschen Gesellschaft in Jost Dülffer: Bereit zum Krieg: Kriegsmentalität im wilhelminischen Deutschland 1890-1914, Beiträge zur historischen Friedensforschung, Göttingen 1986, S. 99-115, S. 101.
2 Volker Ullrich, Die nervöse Großmacht 1871-1918. Aufstieg und Untergang des deutschen Kaiserreichs, Frankfurt am Main 2001 (1 1997), S. 398.
3 Ebd., S. 401.
4 Düding, Kriegervereine, S. 101.
5 Ebd.
6 Harm-Peer Zimmermann, Der feste Wall gegen die rote Flur. Kriegervereine in Schleswig-Holstein 1864- 1914 (= Studien zur Volkskunde und Kulturgeschichte Schleswig-Holsteins, Bd. 22), Neumünster, 1989, S. 162.
7 Ebd.
8 Thomas Rohkrämer, Der Militarismus der „kleinen Leute“. Die Kriegervereine im Deutschen Kaiserreich 1817-1914 (= Beiträge zur Militärgeschichte Bd. 29), München, 1990, S. 19.
9 Thomas Nipperdey, Deutsche Geschichte 1866-1918: Band II., Machtstaat vor der Demokratie, München, 1992, S. 236.
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