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Scholary Paper (Seminar), 2004, 25 Pages
Author: Daniela Scharnagl
Subject: History - Middle Ages, Early Modern
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Mittelalterliche Geschichte)
Tags: Universitätsgründung, Neapel, Kaiser, Friedrich, Hohenstaufen, Proseminar, Mittelalterliche, Geschichte
Year: 2004
Pages: 25
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 16 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-46584-7
File size: 769 KB
Titel des Proseminars: Universitätsgründungen von Paris bis Ingolstadt
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Excerpt (computer-generated)
Ludwig-Maximilians-Universität München
Historisches Seminar, Abteilung Mittelalterliche Geschichte
Proseminar: „Universitätsgründungen von Paris bis Ingolstadt“
Wintersemester 2003/04
Die Universitätsgründung von Neapel durch
Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen
von: Daniela Scharnagl
INHALTSVERZEICHNIS
1 Universitäten im Mittelalter 3
2 Die Gründung der Universität zu Neapel als neuer Typus der 3 mittelalterlichen Universität
2.1 Gründungsurkunden und ihre Überlieferungen 4
2.1.1 Zur Person Richards von San Germano 4
2.1.2 Zur Person Petrus’ von Vinea 5
2.1.3 Die Überlieferung in den Briefen des Petrus von Vinea 5
2.1.4 Zusammenfassung aller originalen Überlieferungen 6
2.2 Die Universität von Neapel 7
2.2.1 Motive, Vorgehensweise und Besonderheiten im Zuge der Gründung 7
2.2.2 Fakultäten, Magister und Scholaren 8
2.2.3 Konkurrenten, Schwierigkeiten und Kritik an der Universität 10
2.2.4 Ausblick in die Zukunft der Universität von Neapel 11
2.3 Zur Person des Gründers – Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen 12
2.3.1 Friedrichs Bautätigkeit, Reichsverwaltung und Rechtsprechung 13
2.3.2 Das Interesse für Umwelt, Tiere und Medizin 14
2.3.3 Beschäftigung mit Geisteswissenschaften, Dichtkunst und Astrologie 16
2.3.4 Das Falkenbuch als Ausdruck kaiserlichen Wissensdurstes 17
3 Resümee 18
4 Quellen- und Literaturverzeichnis 20
4.1 Quellenverzeichnis 20
4.2 Literaturverzeichnis 21
5 Anlagen 22
5.1 Homepage der Universität Neapel Anhang
5.2 Homepage der Übersetzung des Regests 1537 Anhang
1 UNIVERSITÄTEN IM MITTELALTER
Die ersten Universitäten in Europa treten etwa um 1200 auf. Sie repräsentieren eine neue Form von Bildungseinrichtung, die nicht mehr nur auf klerikaler Basis geführt wird, sondern entweder durch den Zusammenschluß von Magistern und Studenten aus sich selbst heraus entsteht oder einem Akt fürstlicher Anordnung entspringt. Besonders im südlichen Europa bildeten sich zu Beginn des 13. Jahrhunderts rund zehn neue Hochschulen, wovon in der vorliegenden Arbeit eine, die bis in die heutige Zeit überdauert hat, Gegenstand der Untersuchung sein soll: Die Universität von Neapel – heute benannt nach ihrem einstmaligen Gönner „Università Federico II“. Ausgehend von den spärlichen Dokumenten und urkundlichen Überlieferungen der Gründungsgeschichte, tradiert durch Richard von San Germano und Petrus von Vinea, erfolgt anschließend eine umfassende Betrachtung des Studienbetriebes an der Universität von Neapel, und im dritten Teil der Arbeit wenden wir uns ganz dem Gründer, Friedrich II. von Hohenstaufen zu, um uns eingehend mit den Hintergründen zu befassen, die den Herrscher zu diesem Schritt bewogen haben mögen. Ausklingen wird die vorliegende Abhandlung mit einem Resümee der erörterten Sachverhalte. Hilfreich bei der Erstellung dieser Arbeit waren beim Thema Universitätsgründung insbesondere die Werke von Herbert Grundmann und Walter Rüegg, sowie – bezogen auf die Person Friedrichs II. – die Literatur von Wolfgang Stürner, Eberhard Horst und Klaus van Eickels / Tania Brüsch. Doch auch einige andere Werke wurden hinzugezogen, die ausführlich im Literaturverzeichnis angegeben sind. Jedoch existiert bedauerlicherweise relativ wenig spezifische Literatur zur Universitätsgründung Neapel im Speziellen.
2 DIE GRÜNDUNG DER UNIVERSITÄT ZU NEAPEL ALS NEUER TYPUS DER MITTELALTERLICHEN UNIVERSITÄT
Warum die Universität Neapel? Weil diese Hochschule die erste eines ganz neuen Typus war. Sie war die erste, die nicht aus einer eigenständigen Korporation von Magistern und Scholaren entstand, sondern sie wurde willentlich und zu einem vorherbestimmten Zweck von einem Fürsten gepflanzt. Zum ersten Mal steht eine Universität in völliger Abhängigkeit zu einem Fürsten, der sie finanziert, der sowohl für Lehrende wie für Lernende sorgt, der aber auch bestimmt, wer dort dozieren darf und welche Materien behandelt werden sollen. Diese neue Art von Universität gleicht einem Experiment, das Höhen und Tiefen erlebt, aber das schließlich geglückt zu sein scheint, denn unter dem Namen „Federico II“ besteht diese Hochschule auch im Die Universitätsgründung von Neapel durch Kaiser Friedrich II. von Hohenstaufen 21. Jahrhundert noch. Beginnen wir also nun mit der Untersuchung der Gründungs- und der Entwicklungsgeschichte der Universität sowie der Lebensgeschichte des Stifters, Friedrichs II.
2.1 GRÜNDUNGSURKUNDEN UND IHRE ÜBERLIEFERUNGEN
Aufschluß und Kenntnis über die Universitätsgründung von Neapel im Jahre 1224 erhalten wir nur aus zwei überlieferten Quellen. Die eine, etwas ungenauere ist die, die uns Richard von San Germano in der älteren Redaktion seiner Chronik beschreibt. Die andere, etwas ausführlichere, erhalten wir – in leicht abweichender Form – in der Briefsammlung des Petrus von Vinea überliefert. Leider ist jene unter der Federführung von Petrus von Vinea undatiert, wohingegen wir bei Richard von San Germano zumindest eine ungefähre Zeitangabe vorfinden, wenn auch in zweifacher Ausführung. Zum einen gibt er in der Einleitung den Monat Juli 1224, im Datum jedoch den 5. Juni als Gründungszeitpunkt an.1 Im sich anschließenden Teil folgt nun die Kurzbiographie der beiden Überlieferer – Richards von San Germano und Petrus’ von Vinea – sowie die Auseinandersetzung mit den jeweiligen Traktaten.
2.1.1 ZUR PERSON RICHARDS VON SAN GERMANO
Richard von San Germano – er selbst nannte sich Ryccardus – ist wohl im letzten Viertel des 12. Jahrhunderts bei San Germano auf Sizilien geboren worden. Großen Einfluß auf sein Leben hatte von frühester Jugend an das Kloster Monte Cassino, dessen schriftstellerische Güter er schon bald entdeckte. Durch seine Studien konnte er sich einen guten lateinischen Stil aneignen. Der Dichterberuf übte eine starke Anziehungskraft auf ihn aus. Unter Friedrich II. stieg Richard zum Notar des Kaisers auf.2 Besondere Bedeutung haben seine beiden überlieferten Redaktionen, welche zu den wichtigsten Quellen der Geschichte Süditaliens unter Friedrich II. zählen. Obwohl Richard stets kaisertreu war, bemühte er sich in den Texten, Briefen und Urkunden seiner Chronik um eine objektive Darstellungsweise der Konflikte zwischen Kaiser und Papst. Der Geschichtsschreiber verstarb am 7. Mai 1244.3
2.1.2 ZUR PERSON PETRUS’ VON VINEA
Über Petrus von Vinea ist uns heute einiges bekannt, da er nahezu ein viertel Jahrhundert der engste Vertraute Kaiser Friedrichs II. war. „Laufbahn und Aufstieg des Petrus von Vinea sind bemerkenswert, weil er nicht als privilegierter Adeliger, Kleriker oder zum höheren Dienst Berufener an den Hof kam.“4 Er stammte aus Capua, hat wohl vor seinen Diensten bei Hof in Bologna die Rechte studiert und erlangte Anfang der 1220er Jahre durch die Vermittlung des Erzbischofs von Palermo eine Notarstelle in der Kanzlei des Kaisers. Petrus war kein einfacher Urkundenschreiber, sehr bald wurde er zum Verfasser wichtiger kaiserlicher Schriftstücke und Briefe und durch den erfolgreichen Abschluß diverser diplomatischer Missionen erlangte er sehr bald das uneingeschränkte Vertrauen Friedrichs II.5 „Seit Mai 1243 leitete er als Pronotator die kaiserliche Kanzlei und war als Logothet der „Sprecher des Kaisers“, faktisch sein leitender Minister.“6 Leider scheint Petrus von Vinea aber kein unbestechlicher höchster Diener des Staates gewesen zu sein, denn obwohl die Umstände rätselhaft bleiben, steht doch fest, daß Friedrich ihn zu Beginn des Jahres 1249 verhaften und ein paar Monate später blenden ließ. Die Anschuldigungen lauteten auf Verrat und Bestechlichkeit. Sein umfangreiches Vermögen basierte wohl größtenteils auf korrupten Machenschaften, und den Verrat soll er durch geheime Beziehungen zur päpstlichen Kurie begangen haben. Die wahren Umstände seines Sturzes konnten wohl nie endgültig geklärt werden, doch ist sicher, daß Petrus kurz darauf starb, entweder durch Selbstmord oder an den Folgen der Blendung.7 Jedoch blieben uns durch seine ausgezeichneten Briefsammlungen viele Schriften aus der Regierungszeit Friedrichs II. erhalten, und mit dem Dokument, das sich auf die Universitätsgründung von Neapel bezieht, werden wir uns nun befassen.
2.1.3 DIE ÜBERLIEFERUNG IN DEN BRIEFEN DES PETRUS VON VINEA
[...]
1 Eickels / Brüsch, Kaiser Friedrich II., S. 132.
2 Loewe, Richard von San Germano, S. 1-5.
3 Lexikon des Mittelalters, Band 7, S. 824f.
4 Horst, Friedrich der Staufer, S. 175.
5 Stürner, Der Kaiser 1220 - 1250, S.43.
6 Eickels / Brüsch, Kaiser Friedrich II., S. 418.
7 Lexikon des Mittelalters, Band 6, S. 1987f.
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