Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 31 Pages
Author: Myrna Fuchs
Subject: German - Pedagogy, Didactics, Literature Studies
Details
Institution/College: University of Wuppertal
Tags: Rollenspiele, Szenisches, Spiel, Deutschunterricht
Year: 2005
Pages: 31
Grade: 1,7
Bibliography: ~ 10 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-46679-0
File size: 194 KB
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Excerpt (computer-generated)
Bergische Universität Wuppertal
Seminar: Szenisches Spiel im Deutschunterricht
Semester: WS 2004/2005
Rollenspiele
von: Myrna Fuchs
Inhalt
1. Einleitung 1
2. Definitionen und Erklärungen der Grundbegriffe 2
2.1 Soziale Rolle 2
2.2 Rollentheorie 2
2.3 Rollenspiel 4
3. Rollenspiel im Unterricht 7
3.1 Voraussetzungen 7
3.1.1 Gruppenvorbereitung 7
3.1.1.1 Spielvorschlag für das warm-up Erwachsener 8
3.1.1.2 Spielvorschlag für das warm-up im Primarbereich 9
3.2 Rollenspieltypen und -funktionen nach Morry van Ments 12
3.3 Rollenspieltechniken nach Anne Schützenberger 16
3.4 Lernphasen & methodische Schritte nach Werner Ingendahl 18
3.5 Vor- und Nachteile des Rollenspiels 23
3.5.1 Vorteile 23
3.5.2 Nachteile 26
4. Fazit 28
5. Literatur 29
1. Einleitung
Neben vielen unterschiedlichen Unterrichtsmethoden haben Rollenspiele ihren festen Platz in Lehrplänen für Schulen eingenommen. Seit dem Erscheinen des ersten Buches über Rollenspiele (Fanny und Georg Shaftel 1973 „Rollenspiel als soziales Entscheidungstraining“) in der BRD sind Rollenspiele zu einer Standardmethode im gelenkten Lernprozess geworden. Sie bleiben nicht nur auf den Bereich des sprachlichen Lernens beschränkt, sondern können fächerübergreifend eingesetzt werden. Im Gegensatz zu konventionellen Unterrichtsmethoden zielt der Einsatz von Rollenspielen im Unterricht neben der Förderung von sozialen und kognitiven Kompetenzen, auch auf die Erkenntnis, Aneignung und Festigung von positiven Verhaltensweisen und somit auf die Fähigkeit zur Selbstreflexion. Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Anwendung von Rollenspielen im Allgemeinen und im Unterricht der Primarstufe. Dazu werden zunächst die Begriffe „Soziale Rolle“ ,„Rollentheorie“ und „Rollenspiel“ erläutert und der Einsatz, die Wirkung und die Ziele von Rollenspielen aufgeführt. Der darauf folgende Teil der Hausarbeit wird mit den Voraussetzungen zur Durchführung des Rollenspiels eingeleitet und geht anschließend auf Rollenspieltypen, -techniken (nach Morry van Ments) und -funktionen (nach Anne Schützenberger) ein. Danach wird ein methodisches Phasenschema (nach Werner Ingendahl) für die Realisierung von Rollenspielen im Unterricht vorgestellt und Vor- und Nachteile, kommentiert durch eigene Erfahrungsbeiträge, des Rollenspiels aufgeführt. Den Schlussteil bildet das Fazit zum Thema.
2. Definitionen und Erklärungen
Zum Verständnis ist eine kurze Erläuterung verschiedener, im Rollenspiel-Diskurs häufig verwendeter, Begriffe unvermeidlich.
2.1 Soziale Rolle
Die soziale Rolle ist ein umfangreicher Begriff, und es existieren in der soziologischen Forschung unterschiedliche Definitionen. Zum weiteren Verständnis sollte die Folgende ausreichen: „Die soziale Rolle ist ein Begriff der Soziologie und umschreibt in einer einfachen Modellierung, vom Akteur her gesehen, welche Spielräume er in einer Position hat, und, von den anderen Akteuren her gesehen, was er daraus macht.“1 Für die Anwendung von Rollenspielen ist das Wissen notwendig, dass die soziale Rolle das soziale Verhalten von Personen charakterisiert. Soziale Rollen definieren sich aus der Menge von Erwartungen, die sich in einer gegebenen Gesellschaft an das Verhalten der Träger von Positionen knüpfen. Dabei wird das daraus resultierende sogenannte Rollenhandeln nicht nur von gesellschaftlichen Normen, die von einer Position, von anderen oder vom Positionsinhaber selbst, erwartet werden, beeinflusst, sondern auch von positiven und negativen sozialen Sanktionen, mit denen andere Akteure einen Rollenspieler beeinflussen wollen und können, bestimmt. Zum größten Teil wird das Rollenhandeln von den Erwartungen, die an einen Akteur in einer bestimmten sozialen Position gestellt werden, beherrscht.
2.2 Rollentheorie
Die Rollentheorie nach Wilfried Noetzel2 besagt, dass jeder Mensch innerhalb einer Gesellschaft soziale Rollen übernimmt bzw. „spielt“, die den Erwartungen und Normen dieser Gesellschaft entsprechen. Die Erwartungen z.B.
• an die Rolle des Arztes ist, seine Fähigkeit zu heilen
• an die Rolle des Lehrers ist, zu lehren und Vorbild für die Schüler zu sein
• an die Rolle der Mutter ist, fürsorglich und liebevoll im Umgang mit ihrem Kind zu sein.
Ein Mensch kann gleichzeitig verschiedene Rollen einnehmen. So ist ein Arzt ggfs. auch Familienvater, Ehemann und Mitglied eines Golfclubs, wodurch er, je nachdem in welchem gesellschaftlichen Kreis er sich befindet, verschiedene Rollen in seinem Leben übernimmt, unterschiedlichen gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen und somit seine Verhaltensweisen anpassen muss. Noetzel unterscheidet drei verschiedene Arten von Rollen:
• Statusrollen
• Positionsrollen und
• Situationsrollen
Statusrollen sind die Rollen, die „...jedem Menschen durch seine Zugehörigkeit zu einer gesellschaftlichen Schicht, zu einem Geschlecht, einer Rasse usw. „zugeschrieben“ werden, die er also nicht wählen kann.“3 Dazu gehören beispielsweise „die Frau“ oder „der Italiener“. Positionsrollen sind, im Gegensatz zu Statusrollen, erworbene Rollen. Sie unterscheiden verschiedene soziale Stellungen innerhalb einer Gesellschaft. Als Beispiele sei auf „den Chef“, „den Arbeitnehmer“ oder „den Schüler“ verwiesen. Zu den Positionsrollen gehören vor allem Berufsrollen. Diese Rollen sind abhängig von dem Einfluss, der an die Berufspositionen geknüpft ist. Hier spielt die Macht oder auch Ohnmacht innerhalb eines Berufsfeldes eine wichtige Rolle. Das Besondere am Verhalten von z.B. Menschen in niedrigen Berufsrollen ist, dass sie dazu neigen, die von anderen festgesetzten Normen zu erfüllen, da sie durch eine bestimmte berufliche Abhängigkeit dazu gezwungen werden. Situationsrollen werden, nach E. Goffmann4, auch als Interaktionsrollen bezeichnet, da sie im direkten zwischenmenschlichen Kontakt „gespielt“ werden. Jeder Mensch stellt sich innerhalb einer Gesellschaft besonders vorteilhaft dar und versteckt negative Eigenschaften um integriert zu werden. Dieses Verhalten ändert er, je nachdem in welcher Gesellschaft oder welcher Situation er sich gerade befindet.
2.3 Rollenspiel
[...]
1 http://www.lexikon-definition.de/Rollenspiel.html
2 Vgl. Noetzel, Wilfried: Spielen als soziales Lernfeld. In: Ingendahl, Werner: Szenische Spiele im Deutschunterricht. S. 43.
3 Noetzel, Wilfried: Spielen als soziales Lernfeld. In: Ingendahl, Werner: Szenische Spiele im Deutschunterricht. S. 46.
4 Vgl. Noetzel, Wilfried: Spielen als soziales Lernfeld. In: Ingendahl, Werner: Szenische Spiele im Deutschunterricht.
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