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Scholary Paper (Seminar), 2005, 21 Pages
Author: Heike Ewert
Subject: Romance Languages - Italian and Sardinian Studies
Details
Institution/College: Humboldt-University of Berlin (Institut für Romanistik)
Tags: Sterben, Italienisch, Italienische, Lexikologie
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 13 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-46698-1
File size: 198 KB
Proseminarsarbeit zu Tabuwörtern/Sprachtabus
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Excerpt (computer-generated)
Humboldt-Universität zu Berlin Philosophische Fakultät II
Institut für Romanistik, Hausarbeit im PS Lexikologie
SoSe 2005, 2. FS
Sterben auf Italienisch
von: Heike Ewert
Inhaltsverzeichnis
Einleitung 2
1 Der Tabubegriff und das Sprachtabu 2
2 Sprachliche Mittel zur Umschreibung von Tabubegriffen 4
2.1 Euphemismus und Dysphemismus 4
2.2 Metapher und Metonymie 4
3 Quellen 5
4 Semantische Kategorien 5
4.1 Weiterleben 6
4.1.1 Reise und Fortgehen 6
4.1.2 anderes Leben 7
4.1.3 anderer Ort 7
4.1.4 Gemeinschaft mit Gott und anderen Wesen 8
4.2 Vergeltung 9
4.3 Tod als Ende allen Seins 9
4.4 Biologische Vorstellung und körperlicher Zerfall 10
4.5 Verbildlichung des Toten im Grab , Bezugnahme auf Beerdigung 11
4.6 Tod als Schlaf und als Ruhe und Erlösung 12
4.7 Trennung von Körper und Seele 12
4.8 Sicht der Hinterbliebenen 13
4.9 Verschiedenes 13
Quellen 15
Literatur 15
Anhang 16
Einleitung
Diese Arbeit beschäftigt sich mit dem Tabuwort morire. Wieso der Tod als Tabu angesehen wird und welche Folgen, dass für den Sprachgebrauch hat, soll im Folgenden erläutert werden. Darüber hinaus wurde eine Wortliste für die Umschreibungen von morire erstellt (s. Anhang), deren Lexeme in semantische Kategorien eingeteilt worden sind. Da dieses Lexeminventar hauptsächlich aus Wörterbüchern stammt, nehme ich davon Abstand, näher auf den Sprachstil einzelner Lexeme einzugehen und sie verschiedenen Sprachebenen zuzuordnen. Die Untersuchungen von Radtke und Anders ergeben nämlich, dass die meisten Wörterbucheinträge Lexeme aus der höheren Sprachschicht enthalten.
Das gesammelte sprachliche Material ist auch nicht daraufhin untersucht worden, ob es noch gebraucht wird. Wenn manche Wörter also selten oder gar veraltet sind, so werden sie dennoch kritiklos in die Untersuchung aufgenommen.
1 Der Tabubegriff und das Sprachtabu
Ursprünglich stammt das Wort "Tabu" aus dem Polynesischen, wo es "verboten" bzw. "sanktioniert" bedeutet. In den Naturvölkern Polynesiens trafen diese Eigenschaften u.a. auf religiöse Symbole, Tiere und Pflanzen, auf sexuelle Handlungen, den Tod, die Namen von Toten, Geister und Dämonen zu. Diese Bereiche durften einerseits aus religiös-magischen Gründen (Dämonenabwehr und Aberglaube) nicht sprachlich realisiert werden, andererseits wurden sie auch gemieden, weil sie eine Domäne berührten, die etwas Nicht-Verstandenes und Unbewältigtes beinhaltet (s. H. Anders). Auch wenn unsere heutige Gesellschaft offenbar wenig mit der der Naturvölker gemeinsam hat, so gleichen sich dennoch die Tabubereiche auf auffällige Art und Weise. Der Sprachwissenschaftler Richard Spears (s. H. Anders, S. 25) teilt die in der westlichen Gesellschaft vorhandenen Tabus in folgende Kategorien ein:
1. sexuelle Themen (vgl. dazu die Untersuchung von Edgar Radtke über „membro virile“)
2. Religion (z.B. Gotteslästerung)
3. Begriffe für Exkremente
4. Tod
5. physische und mentale Behinderungen/Krankheiten
6. Prostitution (s. Edgar Radtke)
7. Homosexualität
Es sei aber darauf hingewiesen, dass nicht alle dieser Bereiche gleich stark tabuisiert sind und der Grad der Tabuisierung auch innerhalb verschiedener Gesellschaftsgruppen in Abhängigkeit von Alter, Geschlecht, sozialer und regionaler Herkunft des Sprechers und Hörers und der Gesprächssituation stark variieren kann. So spricht Radtke in seiner Untersuchung über den Wortschatz des Sexuell-Erotischen von einer partiellen (Ent-)Tabuisierung des Sexuellen, da zwar u.U. über dieses Thema gesprochen und geschrieben wird, aber die verwendeten Lexeme modifiziert oder substituiert werden, um den eigentlichen „verbotenen“ Begriff zu verschleiern. Da an einigen Stellen auf diese Art dieser „Verschleierung“ eingegangen wird, sollen im nächsten Kapitel die wichtigsten Begriffe noch einmal erläutert werden. Trotz dieser Enttabuisierung der oben erwähnten Bereiche des menschlichen Lebens, ist das Tabu um den Tod noch immer aktuell. Laut Heidi Anders (S. 26ff.) ist dieses Tabu logisch nur durch die Rücksichtnahme auf die Hinterbliebenen zu rechtfertigen; dass man also mit den Angehörigen des Toten nicht über dieses Thema spricht, um ihre Gefühle nicht zu verletzen. Weiterhin schreibt Anders allerdings, dass das Todestabu nicht nur mit Logik zu fassen ist und führt als Beispiele die Totenruhe, die „verbotene“ Berührung des Toten und die Tatsache, dass über einen Toten generell nicht schlecht gesprochen wird, an.
Als ein Grund für die Tabuisierung des Todes auch in unseren Zeiten, nennt Anders die allgemeinmenschliche Angst vor dem Tod. Was den Tod für den Menschen so beängstigend mache, sei das Unbekannte, dass mit ihm verknüpft ist. Der Mensch wisse weder, was mit ihm im Moment des Sterbens passiert, noch ob es etwas danach gibt. Die menschliche Psyche könne sich weder eine Nicht-Existenz vorstellen, noch eine ewige Existenz. Einen sehr starken Faktor mache auch die Unausweislichkeit des Todes aus.
2 Sprachliche Mittel zur Umschreibung von Tabubegriffen
2.1 Euphemismus und Dysphemismus
Laut Radtke sind die häufigsten sprachlichen Realisierungen, die aus einem Sprachverbot resultieren, der Euphemismus, der eine Möglichkeit darstellt, das Tabu beschönigend und zuweilen humorvoll zu umgehen, und der Dysphemismus, dessen herabsetzende, zynische Direktheit dem umschriebenen Begriff eine negative Konnotation (hin)zufügt. Gemeinsam ist diesen beiden Periphrasen, dass sie dem eigentlichen Begriff die Neutralität nehmen und wertend wirken. Gerade diese letzte Eigenschaft macht es schwierig, Euphemismus und Dysphemismus klar voneinander zu trennen, da es oft von der Intuition und der Einstellung des Individuums abhängt, ob ein Lexem als euphemistisch, dysphemistisch oder neutral gewertet wird. Dieser subjektive Faktor muss auch in der Klassifizierung der Lexeme in meiner Untersuchung berücksichtigt werden.
2.2 Metapher und Metonymie
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