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Scholary Paper (Seminar), 2002, 21 Pages
Author: Yvonne Strüwing
Subject: Art - Painting
Details
Institution/College: University of Münster (Kunstgeschichte)
Tags: Picasso, Traum, Lüge, Francos, Proseminar
Year: 2002
Pages: 21
Grade: 1,3
Bibliography: ~ 20 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-46736-0
File size: 288 KB
Abbildungen sind nicht enthalten. Dichter Text, einzeiliger Zeilenabstand.
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Excerpt (computer-generated)
Picasso - Traum und Lüge Francos
von: Yvonne Strüwing
WS 2001/02, 3. FACHSEMESTER
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung 2
2. Hauptteil 2
2.1 Historischer Hintergrund, bzw. politische Lage 2
2.2 Einleitung und allgemeine Intention zu „Traum und Lüge Francos“ 4
2.3 Die Entstehung der Radierungen – Szenen elf und zwölf 6
2.4 „Guernica“ und „Traum und Lüge Francos“ 7
2.5 Die Symbolik in Picassos Werken 9
2.6 Die Rolle des Stierkampfes in Picassos Werken und die Bedeutung von Stier und Pferd 9
2.7 Die letzten vier Szenen von „Traum und Lüge Francos“ und Bezüge zu anderen Werken 11
2.8 Die Franco-Satire: Stilmittel – die Darstellung Francos 14
2.9 Die einzelnen Szenen der Franco-Satire 15
3. Wirkung der Radierungen 18
4. Schlussteil 20
1. Einleitung
Thema dieser Hausarbeit ist der Radierzyklus „Traum und Lüge Francos“.
Die Radierungen sind auf 590+405mm, losen Lagen in einem dreiseitigen einschlagigen Umschlag aus blaulichem Karton mit einem fünf eckigen aufgeklebtem Titelschild Sueño y mentira de Franco gefertigt. Die Szenen sind auf Kupferplatten radiert und anschließend teilweise mit Aquatinta bearbeitet. Sie haben eine Auflage von 1000 Exemplaren. Auf der Platte sind sie datiert und außerhalb der Platte mit der Signatur Picassos gestempelt.1 Zunächst wird in der vorliegenden Arbeit auf den geschichtlichen Hintergrund, bzw. auf die damalige politische Situation eingegangen, da diese von großer Wichtigkeit für das Verständnis der Radierungen ist. Danach wird Picassos berühmtes Wandgemälde „Guernica“ vorgestellt, da es in enger Verbindung zu „Traum und Lüge Francos“ steht. Es werden in diesem Zusammenhang die Motive Picassos und deren Symbolik untersucht. Es wird geschaut, ob sich Bezüge zu anderen Werken erstellen lassen, und wenn dem so ist, stellt sich die Frage zu welchen. In diesem Zusammenhang wird sowohl das (?)uvre Picassos näher betrachtet als auch die Werke anderer Künstler. Auch wird ein näherer Blick auf den Stil Picassos in dem zu analysierendem Werk als auch in „Guernica“ geworfen. Zuletzt wird auf die Wirkung von „Traum und Lüge Francos“ eingegangen und sie wird kritisch betrachtet. Das vorliegende Werk wird im folgenden umfangreich analysiert.
2. Hauptteil
2.1 Historischer Hintergrund, bzw. politische Lage
Die Jahre 1931 bis 1939 wurden in Spanien von einem Kampf auf sozialer und ideologischer Ebene überschattet. Dieser kann als „fortgesetzter Kampf zwischen einer zentralistischmilitaristischen, katholisch-monarchistischen Rechten und einer bürgerlich-liberalen, regionalistisch-laszistischen, marxistisch-anarchistischen Linken“2 bezeichnet werden. Am 14. April 1931 wurde die Militärdiktatur durch die Erschaffung einer Republik abgelöst.3 Gleich an dieser Stelle ist anzumerken, dass der Kunsthistoriker Ludwig Ullmann in diesem Zusammenhang von dem Jahr 1930 spricht,4 was aber nicht als korrekt betrachtet werden kann, da Angaben aus dem Internet den 14. April 1931 als das Datum der Ausrufung einer Republik, die übrigens die zweite in der spanischen Geschichte ist5, bestätigen. Ullmann könnte mit dieser Zeitangabe den Januar 1930 gemeint haben als der Rücktritt des Generals Primo de Riviera, dessen liberaler Nachfolger zur Verfassung vor der Diktatur von 1876 zurückkehrte6, erfolgte. So gelang schließlich im darauffolgendem Jahr die Überwindung der Diktatur. Folge waren gewaltsame soziale und politische Auseinandersetzungen.1934 fand die Ablösung der bürgerlich-republikanischen und sozialistischen Regierung durch ein Bündnis aus Monarchisten und Rechtsrepublikanern statt. Sie widerriefen Reformen, was ein Bergarbeiteraufstand und einen Generalstreik mit sich führte, welcher als der größte Landarbeiterstreik in die Geschichte Spaniens einging.7 Dieser wurde vom Militär, welches unter der Leitung des Generals Francos stand und vom faschistischen Italien unterstützt wurde, blutig niedergeschlagen.1934 entstand die Falange Española, welche das faschistische Spanien vertrat.8 Im Februar 1936 kam die Volksfront, ein Wahlbündnis von Linksliberalen, sozialen Demokraten und einigen Kommunisten9 durch ihren Wahlsieg wieder an die Macht. Die rechtskonservative Nationale Front bestehend aus Besitzbürgertum, katholischen Konservativen, Adel und antidemokratischen Monarchisten, kastilischen Grundbesitzern und militant-katholischen Traditionalisten10 verlor. Terroranschläge der Falange waren die Folge.11 Am13. Juli 1936 wurde der Führer der Monarchisten ermordet, woraufhin es wenige Tage später zu einem Aufstand der Falange zusammen mit Nationalisten und Antirepublikanern kam. Diese Militärrevolte, unter der Führung Francos stehend, ging am 17. Juli von Spanisch - Marokko aus, und mit Hilfe Hitlers und Mussolinis, sprich deutscher und italienischer Truppen, eroberte er bald das spanische Festland.12 England, Frankreich und die USA entschieden sich zur Nichteinmischungspolitik.13 Folge des Bürgerkrieges war die weitere „Polarisierung der politischen Kräfte“14, und die Falange gewann zunehmend an Einfluss. Der Bürgerkrieg hielt bis zum 28. März 1939 an, verursachte die Verwüstung des Landes15 und forderte eineinhalb Millionen Opfer.16 Francos Ziel, die Republik und mit ihr die starken kommunistischen Tendenzen zu beseitigen, und ein katholisch orientiertes, konservatives und nationalistisches Regime zu etablieren, war nun erreicht. Er wurde zum „Caudillo“, d.h. zum Führer Spaniens, der die wesentlichsten politischen Entscheidungen allein traf und so der mächtigste Mann Spaniens bis zu seinem Tode im Jahre 1975 war.17
Die baskische Stadt Guernica wurde am 26. April 1937 von falangistischen Luftstreitkräften, bestehend aus spanischen, italienischen und deutschen Truppen unter deutschem Oberbefehl – der berüchtigten Legion Condor, die aus 4500 Mann bestand in nur 3 ½ Stunden vollständig zerbombt.18
Es war ein reiner Terrorakt und „Guernica“ wurde ein Synonym für die „Greuel des Bürgerkriegs“, bzw. des „modernen Massenvernichtungskriegs“19. Picasso malte daraufhin das gigantische Wandgemälde mit dem gleichnamigen Titel „Guernica“. Picasso stellte sich von Beginn des Krieges an auf die Seite der Republikaner. Er wurde zum Direktor des Prado in Madrid ernannt20, womit die republikanische Regierung die Hoffnung verbannt, mit Picassos Einfluss und Hilfe, wichtige Kulturgüter Spaniens vor der Zerstörung durch die Faschisten schützen zu können.21 Zitate wie „Der spanische Krieg ist der Kampf der Reaktion gegen das Volk, gegen die Freiheit“ im Mai 1937 oder „Man muß gegen den Faschismus kämpfen, wo immer er auftaucht“ von 194422 unterstreichen seine Stellung. Picasso schwor sogar, dass solange Franco regiere, er nicht mehr spanischen Boden betreten würde.23 So kam er 1936 auch nicht zur Ausstellung seiner Werke in der Sala Esteva in Barcelona.24
[...]
1 Vgl. Picasso, Pablo u. a.: Die illustrierten Bilder, Hatje Verlag, Ostfildern-Ruit, 1995, S. 58, 1. Sp.
2 http://www.fh-lippe.de/fhl/fb1/fb1i/expo/spanien/seiten/span_02.html, 26.10.01, 11:26, S.1.
3 Vgl. Warncke, Carsten-Peter: Pablo Picasso 1881-1973, Band II, Werke 1937-1973, Köln 1995, S. 387.
4 Vgl. Ullmann, Ludwig: Picasso und der Krieg, Karl Kerber Verlag, Bielefeld 1993, S. 57, 1. Sp.
5 Vgl. Anm. 2, S.1.
6 Ebenda.
7 Vgl. Anm. 2, S. 2.
8 Vgl. Warncke (wie Anm.3), S. 387.
9 Vgl. Ullmann (wie Anm. 4), S. 57, 1. Sp.
10 Vgl. Ebenda.
11 Vgl. Warncke (wie Anm. 3), S. 387.
12 Vgl. Ullmann (wie Anm. 4), S. 57, 2. Sp.
13 Vgl. Anm. 2, S. 3.
14 Ullmann (wie Anm. 4), S. 57, 2. Sp.
15 Vgl. Anm. 2, S. 3.
16 Vgl. Warncke (wie Anm. 3), S. 387.
17 Vgl. http://www.medicalnet.at/horvath/span.htm Horvath, Patrick: Spanien unter Francos Herrschaft, 1939-1975, S. 3.
18 Vgl. Anm. 17 und Warncke (wie Anm.3), S. 387f.
19 Warncke (wie Anm. 3), S. 388.
20 Vgl. Picasso, Pablo: Traum und Lüge Francos (mit Nachwort von Werner Spies), Frankfurt am Main, S. 30, 2. Sp.
21 Vgl. Ullmann (wie Anm. 4), S. 69.
22 Vgl. http://www.c-lab.net/extern/staatsgalerie.de/picasso/franco/franco1.htm Politische Agitation – Traum und Lüge Francos, 17.10.01, 13:33, S. 1.
23 Vgl. Brassaï : Gespräche mit Picasso, Reinbeck 1966, S. 186.
24 Vgl. Spies (wie Anm. 20), S. 28, 2. Sp.
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