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Schriftsteller und Liedermacher in der DDR - Vom Fall Biermann bis zur Wende

Autor: Nina Butzke
Fach: Politik - Pol. Systeme - Historisches

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Details

Kategorie: Hausarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 25
Note: 2,3
Literaturverzeichnis: ~ 19  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 248 KB
Archivnummer: V50600
ISBN (E-Book): 978-3-638-46793-3

Textauszug (computergeneriert)

Schriftsteller und Liedermacher in der DDR –
Vom Fall Biermann bis zur Wende

von: Nina Butzke

6. Semester

 


Inhalt

1 Einleitung  1

2 Schriftsteller und Liedermacher in der DDR   3

2.1 Die Bedeutung der Literatur in der DDR   3
2.2 Politische Lieder und Literatur   5

2.2.1 Robert Havemann   5
2.2.2 Rudolf Bahro 
2.2.3 Rolf Henrich   8
2.2.4 Der Fall Wolf Biermann 

2.3 Der Mythos vom „Leseland DDR“  10

2.3.1 Literaturförderung in der DDR  10
2.3.2 Das Beispiel Christa Wolf  11

3 Die letzten Jahre der DDR  12

3.1 Periodisierung der Ereignisse  13
3.2 Die Rolle der Schriftsteller  15

4 Schlussbemerkungen  19

Literatur

Anhang



 

1 Einleitung

Was mit dem ‚Fall Biermann’ begann, fand seinen Abschluss in den Ereignissen der Jahre 1989 und 1990 – oder doch nicht? Welchen Einfluss hatten die Schriftsteller und Liedermacher der DDR tatsächlich auf die Entwicklung des sozialistischen Staates bis hin zur deutschen Wiedervereinigung? In der homogenisierten und weitgehend gleichgeschalteten DDR-Gesellschaft waren die politischen Gegner vor allem in den Kreisen derer zu finden, die ihre individuelle Selbstbehauptung und die Unabhängigkeit ihres Denkens in den Vordergrund stellten. Die Sozialstruktur der DDR machte es fast unmöglich, eine Massenbewegung wie die polnische Solidarnosc hervorzubringen, die sich vor allem aus dem Arbeitermilieu zusammensetzte. Als letzter Versuch einer Selbstbefreiung von großen Teilen der Gesellschaft ist der Aufstand des 17. Juni 1953 zu sehen,1 der blutig vom Regime niedergeschlagen wurde und viele Todesopfer und Verletzte forderte. Schriftstellern und Liedermachern boten sich wie auch anderen Intellektuellen demgegenüber andere Möglichkeiten des Protestes. Zum Teil versteckt, zum Teil aber auch offen, nutzten viele von ihnen ihre Prominenz und die Medienöffentlichkeit, um auf die Missstände in der DDR hinzuweisen. Dennoch waren längst nicht alle von ihnen in der Opposition zu finden. Während einige ihre Freiheit riskierten und zum Teil schwere Repressalien erdulden mussten, stellten sich andere als Opportunisten oder Kollaborateure auf die Seite des Regimes, wurden zu Mitgliedern des Kaders der SED oder zu informellen Mitarbeitern des Ministeriums für Staatsicherheit. In dieser Hausarbeit soll auf letztere jedoch weniger eingegangen werden. Betrachtet werden sollen vor allem jene, die während all der Jahre versuchten, ihre Identität zu wahren und sich aus der geistig-ideologischen Gefangenschaft zu befreien. Aufgrund vieler schriftlicher Dokumente können die Schriftsteller und Liedermacher der DDR besonders gut untersucht werden. Zunächst soll am Fall Wolf Biermann dargestellt werden, wie die SED auf nonkonforme Intellektuelle reagierte, und welchen Einfluss dies auf die folgenden Entwicklungen nahm. So gibt es etwa die These, dass die Ausweisung Biermanns zu einem geistigen Aderlass führte, da viele intellektuelle Oppositionelle in der Folge die DDR verließen. Viele andere glaubten jedoch weiterhin an die Möglichkeit des Dritten Weges und an mögliche Reformen von innen. Schriftsteller und Wissenschaftler wie Robert Havemann, Rudolph Bahro und Rolf Henrich veröffentlichten Werke, in denen sie den real existierenden Sozialismus kritisierten und einen besseren Sozialismus forderten. Doch auch diese Forderungen gingen der SED bereits zu weit und die Autoren wurden abgestraft. Im Leseland DDR galt die Literatur als unabdingbare Voraussetzung für den Sieg des Sozialismus – allerdings des Sozialismus im Sinne der Parteiführung.

Einige Schriftsteller gingen zunächst konform mit den Vorstellungen der SED, veränderten ihre Einstellung jedoch im Laufe der Zeit unter dem Einfluss verschiedener Ereignisse wie etwa der Biermann-Ausweisung oder auch aufgrund der gängigen Zensurpraxis in der DDR, die zwar nicht kraft Gesetzes festgeschrieben war, faktisch aber in der Handhabe der Druckgenehmigung lag. Als Beispiel soll hier die wohl bekannteste DDR-Schriftstellerin Christa Wolf dienen, die sich zunächst aktiv in der SED engagierte, dieser jedoch im Wendejahr 1989 den Rücken kehrte. Anhand der Betrachtung verschiedener Ereignisse zwischen 1981 und 1989, an denen Schriftsteller der DDR aktiv beteiligt waren, soll verdeutlicht werden, welchen Beitrag zur Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten sie tatsächlich zu leisten imstande waren. Hier sollen bewusst nicht nur die wichtigen Begebenheiten wie der Schriftstellerkongress vom November 1987 und die Protestdemonstration auf dem Alexanderplatz am 4. November 1989 angeführt werden, sondern auch weniger wichtige Aktionen wie etwa die Berliner Begegnung zur Friedensförderung im Dezember 1981. Gerade letztere zeigen, wie viele Forderungen von den Intellektuellen oft nur halbherzig bzw. nicht konsequent genug vertreten wurden. Ob dies an den Bedrohungen durch das Regime oder an der Elfenbeinturmmentalität der Intellektuellen lag ist eine Frage, die es in der Hausarbeit zu klären gilt. Hat das Volk in der Zeit der rasanten Entwicklungen in den Jahren 1989/1990 seine eigenen „Vordenker“ überholt? Und konnten die Intellektuellen den Anforderungen, die an sie gestellt wurden überhaupt ausreichend gerecht werden?

2 Schriftsteller und Liedermacher in der DDR

Im diesem Kapitel soll zunächst auf die Funktion der Literatur eingegangen werden und dabei insbesondere auf die Vorstellungen der SED über die Inhalte und Wirkungen von Büchern und Texten. Daran anschließend soll die politische Literatur in der DDR genauer betrachtet werden. Welche Schriftsteller und Werke sind besonders bekannt, welche Inhalte, Interessen und Ziele waren zu finden und wurden verfolgt? Wie trotz aller Einschränkungen der Mythos des „Leselandes DDR“ erwachsen konnte, soll im Kapitel 2.3 geklärt werden.

2.1 Die Bedeutung der Literatur in der DDR

[...]


1 Vgl. Veen, Hans -Joachim, 2000, S. 33.

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