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Der Erste Golfkrieg

Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2003, 22 Pages
Author: Stephan Fischer
Subject: Politics - International Politics - Region: Near East, Near Orient

Details

Event: Konflikte und Konfliktregulierung in der Internationalen Politik
Institution/College: Dresden Technical University (Institut für Politikwissenschaft)
Tags: Erste, Golfkrieg, Konflikte, Konfliktregulierung, Internationalen, Politik, Arabische Liga, UNO, Iran, Irak, Naher Osten, UdSSR, USA, Regional, S
Category: Scholarly Paper (Advanced Seminar)
Year: 2003
Pages: 22
Grade: 1,5
Bibliography: ~ 28  Entries
Language: German
Archive No.: V50609
ISBN (E-book): 978-3-638-46800-8
ISBN (Book): 978-3-638-66112-6
File size: 137 KB
Notes :
Diese Arbeit befasst sich intensiv mit dem Ersten Golfkrieg zwischen Iran und Irak. Dabei wird ausführlichst auf die zugrundeliegenden Konfliktursachen und die herangezogenen Konfliktregulierungsmechanismen eingegangen.


Abstract

Die vorliegende Arbeit widmet sich einer Region, die seit Jahrzehnten durch ihr enormes Konfliktpotenzial gekennzeichnet ist: Der Golfregion. Im Mittelpunkt steht dabei eine kriegerische Auseinandersetzung, die besonders durch die Länge des Konfliktaustrags und durch vielfältige Interessenskollisionen charakterisiert war: Der Erste Golfkrieg zwischen Iran und Irak. Von besonderem Erkenntnisinteresse ist hierbei, welche Ursachen zum Ausbruch dieser blutigen Auseinandersetzung führten und welcher innen- und außenpolitische Entstehungskontext zugrunde lag. Vor allem die unterschiedlichen Phasen des Konfliktverlaufs bzw. Arten der Kriegführung werden analysiert und es wird hinterfragt, inwieweit der iranisch- irakische Krieg zwischen regionaler und internationaler Systemebene verortet werden muss. Durch die Einbeziehung der Interessenlage auf internationaler Ebene kann analysiert werden, inwiefern zwischen beiden Systemebenen Interdependenzen bestanden und welche Bedeutung diese wechselseitigen Abhängigkeiten für eine zügige institutionelle Konfliktregulierung hatten.


Excerpt (computer-generated)

Technische Universität Dresden, Philosophische Fakultät
Institut für Politikwissenschaft, Lehrstuhl für Internationale Politik
HS: Konflikte und Konfliktregulierung in der Internationalen Politik
SoSe 2003

Der Erste Golfkrieg

von: Stephan Fischer

 


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung und Erkenntnisziele

II Hauptteil

1. Konflikteinordnung

2. Konfliktgegenstände/ -dimensionen

2.1. Langfristig angelegte Ursachen des Krieges
2.2. Mittelfristig angelegte konkrete Ursachen
2.3. Kurzfristig wirkende Anlässe bzw. Auslöser

3. Der Kriegsverlauf und die Zielsetzungen der Kriegsakteure

3.1. Irak
3.2. Iran

4. Internationale Akteure

4.1. Die Interessenlage und das Verhalten der Supermächte
4.2. Die Staaten des Nahen und Mittleren Ostens
4.3. Die Staaten der Europäischen Gemeinschaft

5. Institutionelle Konfliktregulierung

5.1. Die Vermittlungsbemühungen der Vereinten Nationen
5.2. Die Vermittlungsbemühungen der Islamischen Konferenz Organisation
5.3. Die Vermittlungsbemühungen der Arabischen Liga (AL)

III Fazit

IV Anhang

 



 

I Einleitung und Erkenntnisziele

In der vorliegenden Arbeit wird der erste Golfkrieg zwischen Iran und Irak (1980- 1988) untersucht. Um dieser Aufgabe allumfassend gerecht zu werden, wird die Arbeit in ihrem Hauptteil einer Fünfteilung unterworfen. Nach der Konflikteinordnung werden die Konfliktgegenstände bzw. -dimensionen ausführlich dargestellt. Danach werden die Akteure des Krieges und der Kriegsverlauf vorgestellt, bevor ein besonderer Schwerpunkt auf die Internationalen Akteure und die institutionelle Konfliktregulierung gelegt wird. Mit Hilfe dieser Fünfteilung sollen im abschließenden Fazit folgende Leitfragen beantwortet werden:

1. Welche Ursachen führten zum Ausbruch des iranisch- irakischen Krieges und welcher innen- und außenpolitische Entstehungskontext lag diesem zugrunde?
2. Welche unterschiedlichen Phasen des Konfliktverlaufs bzw. Arten der Kriegsführung konnten beobachtet werden?
3. War der iranisch- irakische Krieg nur in der regionalen System- bzw. Konfliktebene verankert oder streifte dieser auch die internationale Ebene? Waren zwischen beiden Ebenen Abhängigkeiten zu erkennen?
4. Welche Folgen hatte die Internationalisierung des Krieges für die Region und das internationale System?
5. Weshalb nahm die institutionelle Konfliktregulierung eine so lange Zeitspanne in Anspruch?

II Hauptteil

1. Konflikteinordnung

Da in dieser Arbeit die Begriffe „Konflikt“ und „Krieg“ verwendet werden, ist es zunächst zwingend erforderlich, diese möglichst genau zu definieren. Von einem Konflikt kann man sprechen, wenn mindestens zwei Akteure (Menschen, Gruppen, Staaten etc.) „bezüglich derselben Angelegenheit miteinander unvereinbare Ziele verfolgen und ihre Interaktion durch feindliche Akte gekennzeichnet ist.“ Klettert man die „Eskalationsleiter“ nun weiter nach oben, so folgt als nächste Eskalationsstufe die Krise bzw. der Krisenzustand, „in dessen Verlauf man bis an das Risiko einer militärischen Auseinandersetzung herangeht, und in der man den Gegner daran hindern will, einen gewissen politischen, militärischen oder wirtschaftlichen Vorteil zu erringen.“ Eskaliert dieser Krisenzustand bis zur Anwendung von militärischer Gewalt zwischen den Gegnern innerhalb eines oder zwischen zwei oder mehreren Staaten, so spricht man von einem bewaffneten Konflikt bzw. von Krieg. Dieser ist, der Definition von Kende und Gantzel folgend, durch drei Charakteristika gekennzeichnet:

1. An den Kämpfen sind zwei oder mehr bewaffnete Streitkräfte unmittelbar beteiligt, bei denen es sich mindestens auf einer Seite um reguläre Streitkräfte handelt.
2. Auf beiden Seiten muss ein Mindestmaß an zentral gelenkter Organisation der Kriegführenden und des Kampfes vorhanden sein.
3. Die bewaffneten Operationen ereignen sich mit einer gewissen Kontinuierlichkeit und sind nicht nur gelegentliche bzw. spontane Zusammenstösse.

Diese Kriegsdefinition ist für die „neuen Kriege“ des 21. Jahrhunderts kaum noch zutreffend, für den iranisch- irakischen Krieg gleichwohl schon, denn der erste Golfkrieg war ein zwischenstaatlicher Krieg ohne Fremdbeteiligung. Zwar fanden Operationen durch Dritte oder gegen Dritte statt, z.B. israelische Bombenangriffe auf irakische Atomanlagen im Juni 1981 oder iranische Bombenangriffe auf Kuwait im November 1981, jedoch waren diese Operationen in ihrem Ausmaß und ihrer zeitlichen Dauer so sehr begrenzt, dass nicht von einer direkten Beteiligung einer Drittpartei gesprochen werden kann. Der erste Golfkrieg war einer der längsten und verlustreichsten konventionellen Kriege nach dem Zweiten Weltkrieg. Obwohl dieser Krieg in einer für das internationale System extrem bedeutenden Region (geopolitische Lage, Ölvorkommen) und in der Zeit des Ost- West Konflikts stattfand, kann keineswegs von einem Stellvertreterkrieg der Supermächte gesprochen werden. Es handelte sich um einen begrenzten Regionalkonflikt zwischen Iran und Irak, der 1980 in einen achtjährigen Krieg mündete. Somit war der Krieg im regionalen Subsystem des Nahen und Mittleren Ostens verankert. Dennoch hatte er Auswirkungen auf die internationale Systemebene, wie im Folgenden noch gezeigt wird. In der vorliegenden Arbeit soll also keineswegs nur die regionale Konfliktebene untersucht werden, sondern vielmehr auch deren Verbindung zur internationalen Ebene aufgezeigt werden.

2. Konfliktgegenstände/ -dimensionen

Die Konflikte zwischen Iran und Irak bilden eine multidimensionale Konfliktstruktur. Diese Struktur wird sowohl von nationalstaatlichen als auch von subnationalen Akteuren geprägt. Allgemein kann der Konflikt zwischen Iran und Irak als ein Hegemonialkonflikt verstanden werden. Innerhalb dieser Konfliktlinie, so Dierke, sind drei zentrale Dimensionen anzutreffen: die strategisch- territoriale (territoriale Souveränität über die Wasserstrasse Schatt el-Arab), die interkommunale (Konflikt zwischen den Kurden im Nordirak und der Zentralregierung) und die intrakulturelle Konfliktdimension (Gegensatz zwischen schiitischer Bevölkerungsmehrheit und der sunnitischen Führung im Irak). Diese Einordnung ist zwar exakt, gleichzeitig wird dadurch aber diesen Konfliktdimensionen ein Übergewicht eingeräumt. Seit langem wirkende historische Ursachen werden dabei vernachlässigt. Deshalb werden im Folgenden nicht nur die einzelnen Konfliktlinien untersucht, sondern auch deren zeitliche Reihenfolge beachtet. Es wird zwischen langfristig und mittelfristig angelegten Ursachen und kurzfristig wirkenden Anlässen bzw. Auslösern unterschieden. Nur so kann umfassend erklärt werden, weshalb es zum Ausbruch des ersten Golfkrieges kam.

2.1. Langfristig angelegte Ursachen des Krieges

[...]


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