Autor: Antje Minde
Fach: Geowiss. / Geographie - Bevölkerungsgeogr., Stadt- u. Raumplanung
Details
Jahr: 2005
Seiten: 21
Note: 1,7
Literaturverzeichnis: ~ 15 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 432 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-46813-8
ISBN (Buch): 978-3-638-79163-2
Zusammenfassung / Abstract
Das häufig in den Medien diskutierte Schlagwort „Demographischer Wandel“ ist ein Phänomen, das nicht nur in Deutschland, sondern auch in den meisten anderen Industrienationen, vor allem in Japan und praktisch allen Staaten Europas, zu verzeichnen ist. Demographische Entwicklungen entfalten sich in langen Zeiträumen. Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit und Wanderungen bestimmen den Umfang und den Aufbau einer Bevölkerung. Die resultierende Bevölkerungsstruktur setzt den Rahmen für die weitere Entwicklung. Im gesamten Bundesgebiet Deutschlands ist die zukünftige demographische Entwicklung durch niedrige Geburtenhäufigkeit und steigende Lebenserwartung geprägt. Die Folgen sind Alterung und Schrumpfung der Gesellschaft. In dieser Abhandlung wird im Folgenden dargestellt, was genau unter dem demographischen Wandel zu verstehen ist und von welchen Faktoren er abhängt. Dabei steht zunächst die allgemeine Beschreibung im Vordergrund, bevor explizit das Beispielland Deutschland analysiert wird. Um den demographischen Übergang zu erläutern, ist es notwendig bis ins 19. Jahrhundert zurückzugehen. Nach der generellen Behandlung der konstitutiven Merkmale einer Bevölkerung – Fertilität, Mortalität und Migration – wird, basierend auf der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistisches Bundesamtes, die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis zum Jahr 2020 bzw. 2050 analysiert. Den Abschluss bilden eine Betrachtung der Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Erwerbspersonenpotenzial und eventuelle Ansatzpunkte einer demographieorientierten Politik.
Textauszug (computergeneriert)
Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Geographisches Institut
Seminar: Stadt- und Regionalentwicklung – Strategien im demographischen Wandel
Wintersemester 2005/06
Semesterzahl: 7
Demographischer Wandel in Deutschland bis 2020
von: Antje Minde
Gliederung
1. Einleitung 3
2. Was ist der demographische Wandel? 3
2.1 Der Erste Demographische Übergang in Deutschland 5
3. Konstitutive Merkmale einer Bevölkerung 7
3.1 Die Geburtenentwicklung in Deutschland 8
3.2 Lebenserwartung und Alterung 9
3.3 Migration in Deutschland 10
4. Die Bevölkerungsentwicklung bis 2050 11
4.1 Die Fertilitätsrate bis 2050 12
4.2 Die Lebenserwartung bis 2050 13
4.3 Das Wanderungssaldo bis 2050 13
4.4 Die Entwicklung der Bevölkerungszahl bis 2050 14
5. Die Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Arbeitskräfteangebot 17
6. Politische Optionen beim demographischen Wandel 18
7. Fazit 19
Literaturverzeichnis 20
1. Einleitung
Das häufig in den Medien diskutierte Schlagwort „Demographischer Wandel“ ist ein Phänomen, das nicht nur in Deutschland, sondern auch in den meisten anderen Industrienationen, vor allem in Japan und praktisch allen Staaten Europas, zu verzeichnen ist. Demographische Entwicklungen entfalten sich in langen Zeiträumen. Geburtenhäufigkeit, Sterblichkeit und Wanderungen bestimmen den Umfang und den Aufbau einer Bevölkerung. Die resultierende Bevölkerungsstruktur setzt den Rahmen für die weitere Entwicklung. Im gesamten Bundesgebiet Deutschlands ist die zukünftige demographische Entwicklung durch niedrige Geburtenhäufigkeit und steigende Lebenserwartung geprägt. Die Folgen sind Alterung und Schrumpfung der Gesellschaft.
In dieser Hausarbeit wird im Folgenden dargestellt, was genau unter dem demographischen Wandel zu verstehen ist und von welchen Faktoren er abhängt. Dabei steht zunächst die allgemeine Beschreibung im Vordergrund, bevor explizit das Beispielland Deutschland analysiert wird. Um den demographischen Übergang zu erläutern, ist es notwendig bis ins 19. Jahrhundert zurückzugehen. Nach der generellen Behandlung der konstitutiven Merkmale einer Bevölkerung – Fertilität, Mortalität und Migration – wird, basierend auf der 10. koordinierten Bevölkerungsvorausberechnung des Statistisches Bundesamtes, die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis zum Jahr 2020 bzw. 2050 analysiert. Den Abschluss dieser Arbeit wird die Betrachtung der Auswirkungen des demographischen Wandels auf das Erwerbspersonenpotenzial und eventueller Ansatzpunkte einer demographieorientierten Politik bilden.
2. Was ist der demographische Wandel?
Das Altern der Bevölkerung kann synonym genutzt werden für das Schlagwort des demographischen Wandels. Sowohl in Deutschland als auch in anderen Gesellschaften Europas sind säkulare demographische Tendenzen aufzuzeigen, die durch zwei Merkmale geprägt sind:
1. Eine zunehmende alternde Bevölkerung, die zum einen durch einen Geburtenrückgang, zum anderen durch eine steigende Lebenserwartung hervorgerufen wird. Das hat einen Wandel in der Altersstruktur zur Folge, der nicht durch eine Zunahme der Zahl älterer Menschen, sondern durch Anteilsverschiebungen entsteht,
2. Zuwanderungen, die in mehreren Phasen stattfanden und ohne die Bevölkerung Deutschlands bereits in den 1970er Jahren zurückgegangen wäre. (DEUTSCHER BUNDESTAG 2002: 15)
Unter dem Begriff „Altern der Bevölkerung“ versteht man einen globalen, langsam und langfristig verlaufenden Wandel in einigen grundlegenden demographischen Verhaltensmustern. Dieser Prozess begann in Europa in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts und wird im Verlauf des 21. Jahrhunderts alle Länder dieser Welt in unterschiedlichem Ausmaß betreffen. Ausgangspunkt des heute mit zunehmender Dynamik verlaufenden Alterungsprozesses ist der sogenannte Erste Demographische Übergang. Dieser beschreibt das Zusammenspiel von Geburten- und Sterbehäufigkeiten bei ihrer Transition von einem sehr hohen zu einem niedrigen Niveau. In Deutschland fand dieser Übergang in der zweiten Hälfte des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts im damaligen Deutschen Reich statt (BUNDESINSTITUT FÜR BEVÖLKERUNGSFORSCHUNG 2004: 9). Idealtypisch verläuft dieser Übergang in fünf Phasen (s. Abb.1): Die Phase 1, auch Vortransformationsphase genannt, ist durch eine sehr hohe Geburten- und Sterbehäufigkeit charakterisiert, wobei die Geburtenhäufigkeit im Trend etwas höher als die Sterbehäufigkeit ausfällt. In diesem historisch gesehen langen Zeitraum stieg die Bevölkerungszahl, wenn auch durch Kriege, Seuchen und Hungersnöte unterbrochen, kontinuierlich an.
In Phase 2, der Frühtransformation, die zur Zeit der beginnenden Industrialisierung stattfand, beginnen anfangs die Sterbeanteile zu sinken, hervorgerufen durch ein steigendendes Lebensalter, während die Geburtenraten unverändert hoch bleiben und erst gegen Ende dieser Phase einem leicht rückläufigen Trend folgen. Phase 3 entspricht der eigentlichen Transformationsphase, die durch schnell sinkende Geburten- und Sterbeziffern gekennzeichnet ist, wobei die Sterberate weiterhin geringer ausfällt. In der vierten Phase nähert sich die Geburtenhäufigkeit dem bereits niedrigen Niveau der Mortalität, das nur noch geringfügig sinkt. Das Tempo des Geburtenrückgangs verringert sich einhergehend mit dem des Bevölkerungswachstums. Die fünfte Phase ist die sogenannte Nachtransformationsphase, in der sich Geburten- und Sterbeziffern auf einem gemeinsamen niedrigen Niveau eingependelt haben. Der demographische Übergang ist hier abgeschlossen (BUNDESINSTITUT FÜR BEVÖLKERUNGSFORSCHUNG 2004: 9f.)
Abb.1: Das allgemeine Schema des Ersten Demographischen Übergangs [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Im Durchschnitt aller Länder gesehen, nähert sich die Weltbevölkerung heute dem Ende der Phase 3 des demographischen Übergangs.
2.1 Der Erste Demographische Übergang in Deutschland
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