Autor: Daniel Fürstenau
Fach: Informatik - Wirtschaftsinformatik
Details
Institution/Hochschule: Universität Potsdam (WiSo Fakultät - Lehrstuhl Wirtschaftsinformatik und Electronic Government)
Jahr: 2005
Seiten: 19
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 24 Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 422 KB
ISBN (E-Book): 978-3-638-46815-2
ISBN (Buch): 978-3-638-93936-2
In dieser Arbeit wird auf den Einsatz betrieblicher Standardsoftware (ERP) in der öffentlichen Verwaltung eingegangen. Zunächst wird ausgehend von einer Untersuchung der generellen Marktdurchdringung von ERP-Software Ende 2005 auf die Verbreitung und Entwicklungen auf dem Gebiet der öffentlichen Verwaltung eingegangen. Anschließend wird vertiefend die Bewertung des Nutzens einer SAP-Einführung im Bereich der öffentlichen Verwaltung anhand einer Fallstudie vorgenommen.
Zusammenfassung / Abstract
Für die Unterstützung Ihrer Geschäftsprozesse setzen die meisten, insbesondere größere Unternehmen heute Enterprise Ressource Planning (ERP)-Systeme ein, die alle wesentlichen betrieblichen Bereiche umfassen [1]. Viele der weltweit führenden Unternehmen der Welt betrachten diese Systeme als essentiell für ihre IT-Infrastruktur, um in der heutigen Wirtschaft wettbewerbsfähig sein zu können. Verkaufzahlen und Marktdurchdringung belegen die Bedeutung von ERP-Systemen. Laut einer META GROUP Studie aus dem Jahr 2003 [17] hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Mehrzahl der Unternehmen ERP-Systeme im Einsatz, wobei nötige Upgrades zum Teil überfällig sind. Eine Untersuchung unter den Top 500 in der US-Zeitschrift FORTUNE gelisteten Unternehmen aus dem Jahr 2003 ergab, dass nahezu 80% dieser Unternehmen ein ERP-System implementiert haben [20]. Dabei ist davon auszugehen, dass der Markt für ERP-Systeme bei Großunternehmen weitgehend gesättigt ist. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ist das Bild jedoch nicht so eindeutig. So zeigte eine Studie im Auftrag des ERP-Systemherstellers SAGE SOFTWARE unter 1.500 Freiberuflern, Selbstständigen und Entscheidungsträgern in mittelständischen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, dass gerade bei kleineren Unternehmen der Einsatz von betriebswirtschaftlicher Anwendungssoftware noch nicht durchgängig verbreitet ist. Neben den Betrieben, die zur Betriebsführung gar keinen Computer einsetzen (12% der befragten Unternehmen), setzten von den verbleibenden Unternehmen bisher 43% Software zur Lösung kaufmännischer Problemstellungen ein [8]. Die Marktdurchdringung von ERP-Systemen variiert zudem deutlich von Branche zu Branche. Ein Report von COMPUTER ECONOMICS INC. aus dem Jahr 2000 [15] berichtet, dass 76% der Fertigungsunternehmen, 35% der Versicherungs- und Gesundheitsvorsorgeunternehmen und 24% der Bundesbehörden in den USA bereits ein ERP-System installiert haben oder sich zurzeit im Einführungsprozess befinden. Es kann davon ausgegangen werden, dass vor allem in produzierenden Unternehmen, ERP-Systeme eine weite Verbreitung aufweisen. Aber auch in anderen Branchen ist der Trend zu einer weitgehenden Unterstützung der Geschäftsprozesse durch betriebliche Anwendungssoftware sichtbar. So kann z.B. im Bereich des Bankwesens von einer zunehmenden ERP-Standardisierung ausgegangen werden. Eine Studie der EUROPEAN BUSINESS SCHOOL mit dem Untersuchungszeitraum 2004 gibt an, dass über 50% aller betrachteten Finanzdienstleister ERP-Software einsetzt oder eine Einführung in diesem Jahr plant [5].
Textauszug (computergeneriert)
Bewertung des Einsatzes von ERP im Bereich
der öffentlichen Verwaltung
von: Daniel Fürstenau
WS0506
Inhaltsverzeichnis
1 Einsatz von ERP-Systemen 3
1.1 Verbreitung von ERP in bestimmten Branchen 3
1.2 Bewertung des Einsatzes betrieblicher Standardsoftware 6
1.3 Case Study: Nutzen von ERP in der Fertigungsindustrie 9
2 Case Study: ERP in der öffentlichen Verwaltung 11
2.1 ERP-Projekte bei öffentlichen Verwaltungen 11
2.2 „Imagine PA“ in Pennsylvania (USA) als Beispiel einer ERP-Implementation bei öffentlichen Verwaltungen 13
1 Einsatz von ERP-Systemen
1.1 Verbreitung von ERP in bestimmten Branchen
Für die Unterstützung Ihrer Geschäftsprozesse setzen die meisten, insbesondere größere Unternehmen heute Enterprise Ressource Planning (ERP)-Systeme ein, die alle wesentlichen betrieblichen Bereiche umfassen [1]. Viele der weltweit führenden Unternehmen der Welt betrachten diese Systeme als essentiell für ihre IT-Infrastruktur, um in der heutigen Wirtschaft wettbewerbsfähig sein zu können. Verkaufzahlen und Marktdurchdringung belegen die Bedeutung von ERP-Systemen. Laut einer META GROUP Studie aus dem Jahr 2003 [17] hatte zu diesem Zeitpunkt bereits die Mehrzahl der Unternehmen ERP-Systeme im Einsatz, wobei nötige Upgrades zum Teil überfällig sind. Eine Untersuchung unter den Top 500 in der US-Zeitschrift FORTUNE gelisteten Unternehmen aus dem Jahr 2003 ergab, dass nahezu 80% dieser Unternehmen ein ERP-System implementiert haben [20]. Dabei ist davon auszugehen, dass der Markt für ERP-Systeme bei Großunternehmen weitgehend gesättigt ist. Bei kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) ist das Bild jedoch nicht so eindeutig. So zeigte eine Studie im Auftrag des ERP-Systemherstellers SAGE SOFTWARE unter 1.500 Freiberuflern, Selbstständigen und Entscheidungsträgern in mittelständischen Unternehmen aus verschiedenen Branchen, dass gerade bei kleineren Unternehmen der Einsatz von betriebswirtschaftlicher Anwendungssoftware noch nicht durchgängig verbreitet ist. Neben den Betrieben, die zur Betriebsführung gar keinen Computer einsetzen (12% der befragten Unternehmen), setzten von den verbleibenden Unternehmen bisher 43% Software zur Lösung kaufmännischer Problemstellungen ein [8].
Die Marktdurchdringung von ERP-Systemen variiert zudem deutlich von Branche zu Branche. Ein Report von COMPUTER ECONOMICS INC. aus dem Jahr 2000 [15] berichtet, dass 76% der Fertigungsunternehmen, 35% der Versicherungs- und Gesundheitsvorsorgeunternehmen und 24% der Bundesbehörden in den USA bereits ein ERP-System installiert haben oder sich zurzeit im Einführungsprozess befinden. Es kann davon ausgegangen werden, dass vor allem in produzierenden Unternehmen, ERP-Systeme eine weite Verbreitung aufweisen. Aber auch in anderen Branchen ist der Trend zu einer weitgehenden Unterstützung der Geschäftsprozesse durch betriebliche Anwendungssoftware sichtbar. So kann z.B. im Bereich des Bankwesens von einer zunehmenden ERP-Standardisierung ausgegangen werden. Eine Studie der EUROPEAN BUSINESS SCHOOL mit dem Untersuchungszeitraum 2004 gibt an, dass über 50% aller betrachteten Finanzdienstleister ERP-Software einsetzt oder eine Einführung in diesem Jahr plant [5].
Auch im Bereich der öffentlichen Verwaltungen, auf den ich im Rahmen dieser Arbeit noch genauer eingehen will, sind noch beträchtliche Wachstumstendenzen zu erkennen. Der Anteil der gesamten ERP-Verkäufe ist zwar hier noch vergleichsweise gering, allerdings darf damit gerechnet werden, dass er in den nächsten Jahren um mehr als 20% wächst [20]. Dabei handelt es sich in diesem Bereich oft um prestigeträchtige Großprojekte, wie das ERP-Einführungsprojekt des Bundesstaates Pennsylvania beweist, auf das ich im Abschnitt 2.2 („Imagine PA“ in Pennsylvania (USA) als Beispiel einer ERP-Implementation bei öffentlichen Verwaltungen) noch näher eingehen werde.
Abbildung 1: Entwicklung des ERP-Marktes in Deutschland [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
Das Volumen im deutschen ERP-Markt betrug im Jahr 2004 nahezu 1,9 Mrd. Euro [8]. Im Jahr 2005 wird mit einem leichten Wachstum gerechnet (Abbildung 1: Entwicklung des ERP-Marktes in Deutschland). Profitieren werden davon vor allem die großen Anbieter. So geht TORSTEN FRANKENBERGER, Analyst von DROEGE & COMP., davon aus, dass gerade im gehobenen Mittelstand die Dominanz von SAP weiter zunimmt [9].
Abbildung 2: ERP-Gesamtmarkt in Deutschland 2004 [Abbildung in der Downloaddatei vorhanden]
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