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Scholarly Paper (Advanced Seminar), 2005, 21 Pages
Author: Ivo Jarowinsky
Subject: Politics - International Politics - Region: Middle- and South America
Details
Institution/College: University of Hamburg (Institut für Politische Wissenschaft)
Tags: Bedeutung, Wahlrechtsreformen, Transformationsprozess, Mexiko, Hauptseminar, Qual, Wahl, Wahlen, Wahlrecht, Wahlrechtsreformen, Lateinamerika
Year: 2005
Pages: 21
Grade: 2,3
Bibliography: ~ 39 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-46829-9
File size: 381 KB
Ich möchte in dieser Arbeit anhand der Untersuchung der 5 Wahlreformen von 1987 bis 1996, die immer im Konsens zwischen Regierung und Opposition beschlossen wurden (wohlgemerkt unter verschiedenen Ausgangslagen), zeigen, daß es ohne die daraus entstandene Öffnung des Wahl und Parteiensystems nie zu so einer politisch-institutionellen Transformation in Mexiko, primär was die Wahlergebnisse von 1997 und 2000 angeht, hätte kommen können.
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Excerpt (computer-generated)
Universität Hamburg
Institut für Politische Wissenschaft, WS 2004/05
Hausarbeit zum Hauptseminar:
6. Semester
Die Bedeutung der Wahlrechtsreformen 1986-1996
für den politischen Transformationsprozess in Mexiko
von: Ivo Jarowinsky
Inhaltsverzeichnis
A. Einführung
Anzeichnen einer allmählichen Demokratisierung: Die Reform des Wahlsystems im Kontext der politischen Transformation in Mexiko 3
B. Hauptteil
1. Die Transformations-Theorie 4
2. Der Ablauf der mexikanischen Wahlen vor 1988 6
3. Der Beginn spürbarer Reformen 8
4. Die Wahlrechtsreformen von 1990 und 1993/94 9
5. Exkurs: Veränderungen auf der zivilgesellschaftlichen Ebene 12
6. Die Reform 1996: Das IFE und die Wahlen vom 6.7.97 13
7. Veränderungen im Senat 1988-2000 15
8. Der endgültige Wendepunkt am 2.7.2000 16
C. Zusammenfassung / Persönliche Bewertungen
Hat Mexiko die Phase der politischen Transformation vollständig abgeschlossen? 18
D. Anhang
1. Bibliographie 19
2. Bildnachweise 21
A. Einführung
Bereits seit seinem Bestehen vereinte das politische System Mexikos1 einige demokratische Elemente auf sich, wie zum Beispiel die seit 1936 alle sechs Jahre abgehaltenen Präsidentenwahlen, einen Senat, in dem alle 31 Staaten durch zwei Abgeordnete vertreten waren und ein für drei Jahre gewähltes Parlament. Neben diesem Wahlsystem bestand jedoch eine Regierung, die weder föderalistisch noch besonders demokratisch ausgerichtet war. Die Wahlen selbst waren von marginaler Bedeutung, die nur zur Legitimation des Einparteiensystems herangezogen wurde, als dass sie demokratischen Regeln folgten. Wahlbetrug war in dem von der PRI dominierten Wahlsystem an der Tagesordnung, ohne daß es von größerer Bedeutung für Proteste der Wähler gewesen wäre. Lange Zeit hielten sich diese autokratischen Strukturen. Waren noch bis 1994 alle Reformen und die Öffnung des politischen Systems sehr langsam und zäh vorangegangen, kam es unter Präsident Zedillo erstmals zu entscheidenden Neuerungen im Wahlrecht. Dass er ebenfalls den von Colosio (der eigentliche Präsidentschaftskandidat 1994, der während seines Wahlkampfes ermordet wurde2) angekündigten Weg der Reformen einschlagen wolle, hatte er bereits vor seiner Wahl angekündigt, und schon kurz nach seiner Wahl bekräftigte er dies durch die Aussage, dass er der letzte Präsident Mexikos sei, der von seinem Vorgänger durch Fingerzeig ernannt wurde. Doch welche Notwendigkeiten und Zwänge haben dazu geführt, dass die Staatspartei PRI ihre Macht nach und nach aus den Händen gab, obwohl der z.B. der Druck aus der eigenen Bevölkerung über Jahrzehnte nicht übermäßig war?
Ich möchte in dieser Arbeit anhand der Untersuchung der 5 Wahlreformen von 1987 bis 1996, die immer im Konsens zwischen Regierung und Opposition beschlossen wurden (wohlgemerkt unter verschiedenen Ausgangslagen), zeigen, daß es ohne die daraus entstandene Öffnung des Wahl – und Parteiensystems nie zu so einer politisch-institutionellen Transformation in Mexiko, primär was die Wahlergebnisse von 1997 und 2000 angeht, hätte kommen können. Aufbauend auf einer Einführung in die Transformationstheorie möchte ich eine chronologische Analyse der Wahlreformen vornehmen, die meiner Meinung den wesentlichen Eckpfeiler für die Demokratisierung bilden. Als Aufhänger gebe ich einen Einblick in die Gegebenheiten vor 1988, die ja zugleich die Ursache für den aufkommenden Reformdruck darstellten. Es soll aber in den weiteren Abschnitten deutlich werden, daß es sich in Mexiko um einen gemäßigten Prozeß handelte, deren wegweisende Bedeutung erst in der Reform von 1996 gesehen darf. Das kann man aber nicht isoliert von den vorherigen politischen Entscheidungen betrachten, weil man dann den Gedankengang weder bei der PRI, noch bei der Opposition noch bei der Bevölkerung (das Verhalten der Bürger soll in einem kurzen Exkurs, der die Situation von 1994 aufgreift, beschrieben werden) wirklich nachvollziehen könnte. Trotzdem ist die vorerst letzte Wahlreform vom November 1996 der Kulminationspunkt dieser Analyse. Hierbei möchte ich die größeren ökonomischen Einflüsse, die in der politischen Entwicklung Mexikos seit Anfang er 80er Jahre des Öfteren zum Tragen gekommen sind, außer Betracht lassen, denn mir scheint dies zu einer zu komplizierten Vermengung verschiedener Ursachen für Reformzwänge zu führen. Eine kurze Ab grenzung dazu erfolgt im 1.Abschnitt.3 Abschließend soll eine Betrachtung der historischen Wahlen von 2000 unter Verwendung zuvor erarbeiteter Ergebnisse mit dem Ziel erfolgen, zu klären, ob und wo sich Mexiko im Transformationsprozess befindet und welchen Einfluß darauf die untersuchten Wahlrechtsreformen hatten. Ausgehend von den Unterhauswahlen von 2003 möchte ich dann noch einen kurzen Blick in die Zukunft werfen, unter der Fragestellung, ob die Wahl 2000 zu einer Restrukturierung der politischen Elite geführt hat.4 Die Literatur, das ich hierfür primär verwende, setzt sich aus einer Vielzahl von Aufsätzen der deutschen Lateinamerikaforschung zusammen, die mir einen guten Überblick über die politischen Entwicklungen seit den 80er Jahren zugeben scheinen. Speziell die Analyse der 200er Wahlen baut hier drauf auf. Für eine detaillierte Betrachtung der Wahlreformen greife ich vor allem auf die Arbeiten von Horcasitas und Weldon im Sammelband Mixed-Member Electoral Systems, Dominguez`s Aufsatz im Sammelband Toward Mexico`s Democratization, die die Entwicklung bis 1997 betrachten, und die Bücher Democratizing Mexico sowie Mexican Politics, mit einer Darstellung bis 1994, zurück. Darüber hinaus gibt die Homepage der mexikanischen Bundeswahlbehörde Instituto Federal Electoral (IFE) einen umfassenden Einblick in das aktuelle Wahlsystem und ihre damit verbundenen Aufgaben.
B. Hauptteil
1. Die Transformations-Theorie
Der Begriff der Transformation ist in der Literatur u.a. als Beschreibung des Vorganges des Überganges von einem Autoritärem Regime zu einer Demokratie gebräuchlich, d.h., man versteht darunter den Übergang von einem nationalen politischen System zu einem anderen. Dieser neue Systemtyp impliziert grundlegend andere Normen zur Verteilung vorrangig politischer Macht. Die Entwicklungsrichtung wird anhand dessen nicht angeben. Dafür könnte man notwendigerweise den Begriff der Demokratisierung verwenden. Dies macht im vorlegenden Fall durchaus Sinn. Historisch-konkret kann man unter Systemwechsel oder eben Transformation die demokratischen Transitionen fassen, die man unter der Entwicklung der Vorgänge in Lateinamerika, Afrika und Asien für das letzte Viertel des 20. Jh. versteht5, die Huntington als dritte Welle der Demokratisierung6 angeführt hat. Die Transformation ist demnach vollzogen, wenn die Institution einer repräsentativen Demokratie in einem Politischen System in freien Wahlen und pluralistischem Parteienwettbewerb geschaffen worden sind, so zumindest definiert es Dahl.7
[...]
1 gemeint ist die Einführung der neuen republikanischen Verfassung 1917
2 vergleiche Nohlen, Lexikon Dritte Welt, S.518 und exakter Dominguez, Democratizing Mexico, S.177,182-184
3 für eine genauere Betrachtung der Unterschiede vgl. Merkel, Wolfgang: Systemtransformation, Opladen 1999
4 die Aussage von Bizberg bildet dafür die Basis. Vgl. Bizberg, Ilán: Transition or Restructuring of Society?
5 vgl. Nohlen, Kleines Lexikon der Politik , S.507
6 Es handelte sich um den gezielten Übergang vom Autoritarismus zur legitimierten Demokratie. Vgl. Huntington, S.P.: The Third Wave. Democratization in the Late Twentieth Century, Oklahoma City 1991
7 vgl. Dahl, R.A.: Polyarchie. Participation and Opposition, New Haven 1971
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