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Scholary Paper (Seminar), 2004, 15 Pages
Author: Christopher Späth
Subject: Tourism
Details
Institution/College: LMU Munich (Institut für Geowissenschaften)
Tags: Touristifizierung, Erlebniswelten, Beispiel, Dubais, Proseminar, Kulturgeographie
Year: 2004
Pages: 15
Grade: 2,0
Bibliography: ~ 25 Entries
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-46842-8
ISBN (Book): 978-3-638-81806-3
File size: 442 KB
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Abstract
Die Eignung einer Region für den Tourismus hängt nicht mehr nur von den natürlichen Gegebenheiten, wie geographische Lage, Vegetation oder Bevölkerung ab. Bei vielen neuen Tourismusprojekten wird nicht nach den vorhandenen Elementen gestaltet, sondern die Landschaft wird dem geplanten Projekt angepasst. Besonders bei der Konstruktion von touristischen Erlebniswelten spielt die Qualität der Umwelt nur eine untergeordnete Rolle. Die Natur bietet nur noch den Baugrund. Sämtliche Faktoren, die den Touristen in die Region, bzw. in die Einrichtung locken sollen, sind in der Anlage installiert. Ziel ist, dass sich der Urlauber zuhause an die ihm gebotenen schönen Erlebnisse erinnert, an eine paradiesische Welt in der es keine Unzufriedenheit und keine bösen Überraschungen gibt. Der Nutzer der Anlage wird schnell die ihn umgebende natürliche Landschaft vergessen und nur die für ihn inszenierte Welt wahrnehmen. Was neue Tourismusprojekte angeht, so richtet die Welt ihren Blick verstärkt auf Dubai. Das kleine Emirat am Persischen Golf errichtet eine Erlebniswelt nach der Anderen. Anfangs erreichte man Aufmerksamkeit durch den Bau riesiger Luxushotels, die neue Qualitätsstandards setzten. Angetrieben durch die Idee, aus Dubai ein Tourismuszentrum zu machen, gaben die Verantwortlichen immer größere Projekte in Auftrag. Mit dem Bau von „The Palm“, zwei riesigen, ins Meer ragenden künstlichen Inseln in Palmenform, auf denen die Reichsten dieser Welt ihren Urlaub in Luxushotels verbringen sollen oder sich gleich ihre eigene Villa kaufen können, schien die Grenze des möglichen erreicht. Doch mit „The World“, ein 5 Kilometer vor der Küste entstehender Nachbau aller Kontinente, geformt aus kleinen Inseln, ist ein noch gigantischeres Projekt in Planung. Es wird im Folgenden auf die Touristifizierung durch Erlebniswelten eingegangen. Das Beispiel Dubai soll die Ergebnisse veranschaulichen und den momentanen Stand der Entwicklung dieser Art des Tourismus darstellen.
Excerpt (computer-generated)
LMU München
Proseminar Einführung in die Kulturgeographie
SS 2004
Touristifizierung und touristische
Erlebniswelten am Beispiel Dubai
von: Christopher Späth
Inhaltsverzeichnis
I. Einleitung S. 3
II. Touristifizierung durch Erlebniswelten S. 4
1. Nutzung von für den Tourismus ungeeigneten Räumen S. 4
2. Wirkung der Erlebniswelten auf den Touristen S. 5
III. Dubai: Vom Ölstaat zum Erlebnisstaat S. 5
1. Geschichte und Gegenwart S. 6
2. Neue Einnahmequellen nach der Ölförderung S. 7
3. Tourismusprojekte S. 8
IV. Zusammenfassung S. 9
Literaturverzeichnis S. 11
Anhang: Fotos der Tourismusprojekte S. 13
I. Einleitung
Die Eignung einer Region für den Tourismus hängt nicht mehr nur von den natürlichen Gegebenheiten, wie geographische Lage, Vegetation oder Bevölkerung ab. Bei vielen neuen Tourismusprojekten wird nicht nach den vorhandenen Elementen gestaltet, sondern die Landschaft wird dem geplante n Projekt angepasst. Besonders bei der Konstruktion von touristischen Erlebniswelten spielt die Qualität der Umwelt nur eine untergeordnete Rolle. Die Natur bietet nur noch den Baugrund. Sämtliche Faktoren, die den Touristen in die Region, bzw. in die Einrichtung locken sollen, sind in der Anlage installiert. Ziel ist, dass sich der Urlauber zuhause an die ihm gebotenen schönen Erlebnisse erinnert, an eine paradiesische Welt in der es keine Unzufriedenheit und keine bösen Überraschungen gibt.
Die so genannten „Center-Parks“ verdeutlichen dies. Im platten holländischen Land, das offensichtlich außer der Möglichkeit zum Radfahren wenig zu bieten hat, wurden gigantische Erlebnislandschaften, teils freistehend, teils überdacht, errichtet. Der Tourist wohnt in ausschließlich für diesen Zweck erbauten Hotels und Ferienwohnungen, er kann das Angebot an Schwimmbädern und Sportmöglichkeiten wahrnehmen oder sich einfach nur entspannen. Zur besseren Verbindung der einzelnen Attraktionen fahren kleine Shuttle-Busse auf dem, den Park vernetzenden Straßensystem. Die tropischen Badelandschaften mit Palmen und Badegrotten sollen Südsee-Flair vermitteln und der Werbespruch, „Es ist immer Center-Parks Wetter“, macht die absolute Unabhängigkeit vom mitteleuropäischen Klima und anderen Umweltfaktoren deutlich. Der Nutzer der Anlage wird schnell die ihn umgebende natürliche Landschaft vergessen und nur die für ihn inszenierte Welt wahrnehmen. Das Projekt hat Schule gemacht und mittlerweile findet sich eine große Anzahl an derartigen touristischen Einrichtungen, die sich über den ganzen Globus verteilt. Weitere Beispiele für derartige Erlebniswelten sind thematisch gegliederte Freizeitparks, in denen sich jeder Besucher mit einem Aspekt identifizieren kann. Auch in sich geschlossene Hotelanlagen mit dazugehörendem Service, der es vermag, alle Bedürfnisse und Wünsche des Urlaubers zu erfüllen, und mit einem Freizeitangebot, das so vielseitig ist, dass der Tourist das Hotel nicht verlassen muss um Erlebnisse und Eindrücke von dem Ort zu erlangen, an dem er sich befindet.
Was neue Tourismusprojekte angeht, so richtet die Welt ihren Blick verstärkt auf Dubai. Das kleine Emirat am Persischen Golf errichtet eine Erlebniswelt nach der Anderen. Anfangs erreichte man Aufmerksamkeit durch den Bau riesiger Luxushotels, die neue Qualitätsstandards setzten. Angetrieben durch die Idee, aus Dubai ein Tourismuszentrum zu machen, gaben die Verantwortlichen immer größere Projekte in Auftrag. Mit dem Bau von „The Palm“, zwei riesigen, ins Meer ragenden künstlichen Inseln in Palmenform, auf denen die Reichsten dieser Welt ihren Urlaub in Luxushotels verbringen sollen oder sich gleich ihre eigene Villa kaufen können, schien die Grenze des möglichen erreicht. Doch mit „The World“, ein 5 Kilometer vor der Küste entstehender Nachbau aller Kontinente, geformt aus kleinen Inseln, ist ein noch gigantischeres Projekt in Planung. Es wird im Folgenden auf die Touristifizierung durch Erlebniswelten eingegangen. Das Beispiel Dubai soll die Ergebnisse veranschaulichen und den momentanen Stand der Entwicklung dieser Art des Tourismus darstellen.
II. Touristifizierung durch Erlebniswelten
An dieser Stelle soll der Begriff der Erlebniswelt definiert werden. Erlebniswelten sind Orte, an denen der Besucher auf gestaltete Umweltausschnitte trifft. Hier wird es ihm ermöglicht, das Erleben in den Vordergrund seiner Aktionen zu stellen. (Goronzy, 2003; Wöhler, 2003) Mit der Erschaffung von Erlebniswelten stellen die dem Tourismus gesetzten natürlichen Grenzen keine Hindernisse mehr da. Die Erlebniswelt kann an jedem Ort entstehen, der die zu ihrer Errichtung und Nutzung notwendige Infrastruktur bereitstellt.
1. Nutzung von für den Tourismus ungeeigneten Räumen
In der Vergangenheit hing die touristische Nutzung einer Region von ihren Vorzügen gegenüber anderen Regionen ab, sei es die Lage am Meer, an einem See oder im Gebirge. Aus den Gegebenheiten ergaben sich die Möglichkeiten zur touristischen Nutzung des Ortes. Eine neue Form des Tourismus entsteht, wenn Orte mit den Voraussetzungen für erlebnisorientierte Ereignisse ausgestattet werden. Die Installation einer Erlebniswelt kann überall erfolgen, denn diese Ereignisse sind ortsunabhängig und das Erleben hängt nicht zwangsläufig mit einem natürlichen Raum zusammen. Die Qualität einer Erlebniswelt hängt weniger von ihrer Lage ab, sondern mehr von den dort gebotenen Attraktionen. Dadurch wird die Vermarktung erleichtert, denn die Einrichtung ist frei von ortsbezogenen Vorbelastungen. (Wöhler, 2003, S. 5) Der Reiz für den Touristen, die Erlebniswelt aufzusuchen, liegt nicht in ihrer Lage, sondern an dem, was man dort erleben kann. Der Ort selbst erfährt einen Bedeutungsverlust. (Wöhler, 2003, S. 2) Viele Orte profitieren vom Tourismus, aber nicht wegen der natürlichen Gegebenheiten, sondern weil dort beispielsweise ein Freizeitpark zu finden ist. So bestimmen die örtlichen Voraussetzungen auch nicht das Handeln der Touristen. Dieser muss sich am Angebot der Anlagen orientieren.
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