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Musikvideoproduktion - Technik, Entwicklung und Hintergründe

Diploma Thesis, 2005, 81 Pages
Authors: Simon Wendler, Michael Kara
Subject: Communications: Movies and Television

Details

Category: Diploma Thesis
Year: 2005
Pages: 81
Grade: sehr gut
Bibliography: ~ 3(+39 Online-Quellen)  Entries
Language: German
Archive No.: V50671
ISBN (E-book): 978-3-638-46852-7

File size: 288 KB
Notes :
Musikvideos sind seit ihrer Entstehung, ein immer wichtigeres Instrument zur Promotion geworden und bilden dabei – von uninspirierter Massenware bis hin zu anspruchsvoller Kunst – eine große Vielfalt. !Download enthlält keine DVD!



Excerpt (computer-generated)

DIPLOMARBEIT
eingereicht an der FH JOANNEUM Fachhochschulstudiengang Informations-Design

Musikvideoproduktion Technik, Entwicklung und Hintergründe

vorgelegt von Simon Wendler und Michael Kara
2005

 

Kurzfassung

Musikvideos sind seit ihrer Entstehung, ein immer wichtigeres Instrument zur Promotion geworden und bilden dabei – von uninspirierter Massenware bis hin zu anspruchsvoller Kunst – eine große Vielfalt.

Die vorliegende Diplomarbeit besteht aus einer theoretischen Abhandlung, die sich mit der Musikvideoproduktion auseinander setzt.

Der theoretische Abschnitt dieser Diplomarbeit gibt einen Überblick über das Medium Musikvideo, setzt sich mit dessen technischen und gestalterischen Fragen auseinander und befasst sich schließlich mit der Analyse dreier ausgewählter Musikvideos. Dabei werden positive und negative Aspekte der Videos untersucht und aufgezeigt, um daraus auch Schlussfolgerungen für das eigene Werkstück zu ziehen.

 

Abstract

Since their appearance, musicvideos have become a very important tool for promotional purposes and they form a huge variety, which ranges from uninspired commodity to ambitous art.

This thesis consists of a theoretical part, which deals with the production of musicvideos.

The theoretical part of the thesis gives an overview of the musicvideo as a medium, deals with questions of technique and design and analyzes three selected musicvideos. Positve and negative aspects of these videos are examined and presented in order to draw conclusions for the own workpiece.

 

Musikvideoproduktion

Technik, Entwicklung und Hintergründe


„Ein gutes Musikvideo zeigt nicht einfach nur die Musiker bei der Arbeit, sondern findet Bilder, die eine Verbindung mit der Musik eingehen und ihre Wirkung verstärken, sodass ein völlig neues Musikerlebnis entsteht.“ 1

„There is nothing in it, it′s just a video.”2

 

Inhaltsverzeichnis

Deckblatt

Kurzfassung ... iii

Abstract ... iv

Inhaltsverzeichnis ... vii-ix

1. Das Musikvideo ... 1
1.1. Begriffsdefinition ... 1
1.2. Geschichtliches ... 2
1.2.1. Zeitleiste ... 4
1.3. Arten der Musikvideos ... 4
1.3.1. Das narrative Video ... 5
1.3.2. Das Performance-Video ... 6
1.3.3. Das abstrakte Video ... 7

2. Betrachtung dreier Musikvideos ... 9
2.1. Auswahl der Musikvideos ... 9
2.2. Thriller – Michael Jackson, 1983 ... 10
2.2.1. John Landis ... 10
2.2.2. Der Song und das Video ... 10
2.2.3. Erfolgsgeschichte ... 11
2.2.4. Plot ... 12
2.2.5. Analyse ... 12
2.2.6. Abschließendes ... 16
2.2.7. Beurteilung ... 17
2.3. Nirvana – Smells Like Teen Spirit, 1991 ... 18
2.3.1. Samuel Bayer ... 18
2.3.2. Der Song und das Video ... 19
2.3.3. Erfolgsgeschichte ... 19
2.3.4. Plot ... 19
2.3.5. Analyse ... 20
2.3.6. Abschließendes ... 23
2.3.7. Beurteilung ... 25
2.4. Fatboy Slim – Weapon of Choice, 2001 ... 26
2.4.1. Spike Jonze ... 26
2.4.2. Der Song und das Video ... 26
2.4.3. Erfolgsgeschichte ... 27
2.4.4. Plot ... 27
2.4.5. Analyse ... 28
2.4.6. Abschließendes ... 31
2.4.7. Beurteilung ... 32
2.5. Fazit ... 33

3. Werksdokumentation ... 39
3.1. Vorproduktion – Preproduction ... 39
3.1.1. Band, Songwahl (MK) ... 39
3.1.2. Ideenfindung (SW) ... 40
3.1.3. Konzept (SW) ... 41
3.1.4. Treatment (SW) ... 43
3.1.5. Storyboard (SW) ... 45
3.1.6. Moodboards (MK) ... 46
3.1.7. Location Scouting (MK) ... 46
3.1.8. Requisiten (MK) ... 47
3.1.9. Casting (MK) ... 49
3.1.10. Budget (MK) ... 50
3.1.11. Equipment (SW) ... 51
3.1.12. Dreherlaubnis, Infrastruktur (SW) ... 52
3.2. Dreharbeiten ... 54
3.2.1. Drehtag 1 (MK) ... 54
3.2.2. Drehtag 2 (MK) ... 55
3.2.3. Drehtag 3 (SW) ... 56
3.2.4. Drehtag 4 (SW) ... 57
3.3. Postproduktion – post-production ... 57
3.3.1. Schnitt (MK) ... 57
3.3.2. visuelle Effekte – visual effects (vfx) (SW) ... 59
3.3.3. Farbkorrektur – color correction (cc) (SW) ... 64
3.3.4. Sound (sfx) (MK) ... 66
3.3.5. DVD/Buch Produktion (MK/SW) ... 67

4. Literaturverzeichnis ... 68
4.1. Bücher ... 68
4.2. Abschlussarbeiten ... 68
4.3. Online-Texte ... 68

5. Abbildungsverzeichnis ... 72

 

1. Das Musikvideo

1.1. Begriffsdefinition

Das Musikvideo ist ein kurzer Videofilm zu einem Musiktitel, Popsong o.ä.

Anders gesagt sind Musikvideos Kurzfilme, die Musiktitel visuell untermalen. Sie sind meist genau auf die Dauer des Tracks abgestimmt, somit ungefähr drei bis fünf Minuten lang und haben die Musik als einzige oder Haupt-Tonquelle.

Obwohl jeder Musikvideos kennt, hat sich nie eine eigene, genau definierte Begrifflichkeit für diese Form des Videos gebildet.
Im deutschen Sprachraum dominierte – vor allem in den 80er Jahren, kurz nach dem massenhaften Aufkommen dieses Mediums – die in der Schreibweise noch uneinheitliche Bezeichnung „Video-Clip“ oder „Videoclip“. Schon alleinstehend reicht das Wort „Clip“, um eine hinreichende Umschreibung zu formulieren. So ergaben sich auch wieder Varianten, um diesen zentralen Begriff wie „Musik-Clip“ oder eben Video-Clip.
In England und den USA wurde zeitgleich vorwiegend von „Promotional Videos“ oder „Promos“ gesprochen. Mit dem zunehmenden Erfolg und der Bekanntheit der Musikvideos geriet diese Bezeichnung jedoch in den Hintergrund und wurde durch „Music-Video“ bzw. „Musicvideo“ ersetzt. Vielleicht durch die Begriffskomponente „Music“ in MTV, vielleicht einfach weil diese Bezeichnung nahe lag.
Diese Bezeichnung erreichte auch Deutschland und prägte die deutsche Fassung „Musik-Video“ bzw. „Musikvideo“ und auch „Video“ als Abkürzung, als Synonym für „Musik-Video“ wird verwendet. Aufgrund der Verwechslungsgefahr mit dem Bild-Aufzeichnungssystem ist eine Verankerung im Kontext hier allerdings wichtig.
Im englischsprachigen Raum bildete sich als Kurzform auch das Wort „Vid“, „Vids“ bzw. „Vidz“; auch die längere Variante „Music Vidz“ wird verwendet.3

 

1.2. Geschichtliches 4

Eine detaillierte Beschreibung der Musikvideogeschichte würde den Rahmen sprengen, lässt sich ihr Ursprung in der visuellen Darstellung von Musik doch sehr weit zurückverfolgen.
Ich möchte mich deswegen hier auf die kurzen, allgemein als Musikvideos bekannten Filme, die in etwa seit der Gründung von MTV im Jahre 1981 in Erscheinung traten beschränken.

„Die Videotechnik sollte in der Tat ähnlich tiefgreifende Auswirkungen auf die Popmusikentwicklung haben wie seinerzeit die Single-Schallplatte und das Kofferradio, denen der Rock’n’roll in nicht geringem Maße seine Existenz verdankte.“5

Die ersten, dem heute bekannten Musikvideo ähnlichen Clips entstanden durch die Musiksendung „Top of the Pops“, die es bis heute gibt.
Bei dieser Sendung wurden Auftritte aktueller Künstler auf einer Studiobühne gezeigt. Die Beatles allerdings schafften es terminlich nicht, ihren Auftritt in der Sendung wahrzunehmen, weshalb ihr Auftritt vorab woanders aufgezeichnet wurde, um diesen Film dann anstelle eines Live-Auftritts quasi in Vertretung zu zeigen.
Gegenüber Live-Auftritten ergaben sich so einige Vorteile. Die Künstler konnten in einem vorproduzierten Video viel vorteilhafter und besser dargestellt werden, Pannen konnte man ausschließen und außerdem war es möglich, dieses Video immer wieder und überall zu zeigen.
In den 70ern begann die Plattenindustrie auf die verkaufsfördernde Wirkung dieser, in den Fernseh-Shows gezeigten Musikvideos aufmerksam zu werden. Wo eine Band nicht auftreten konnte, wurde nun einfach ihr Video gezeigt. Dadurch konnte der Verkauf auch ohne einen Auftritt vor Ort überall und gleichzeitig einfacher und schneller angekurbelt werden.
Somit wurde im Gegensatz zu den anfänglich lediglich einfach abgefilmten und uninspirierten Auftritten bald mehr Geld und Energie in die Produktion solcher Videos gesteckt.
Entstanden aus der Not einiger Künstler, wie eben den Beatles, die nicht bei jedem Auftritt live dabei sein konnten, entwickelte sich aus dem jungen Genre, welches zunächst eine reine Werbemaßnahme ähnlich dem Trailer beim Kinofilm war, im Laufe der Jahre zunehmend ein visuell eigenständiges Medium, das gleichwohl mit dem zugehörigen Musikstück auf das Engste verwoben bleibt.
Lange Zeit unterlag das Medium Konventionen und Beschränkungen, was laut David Laing vor allem aus ökonomischen Zwängen entstand:
„Erstens waren die Bilder der Musik untergeordnet, die sie verkaufen helfen sollten; zweitens orientierte sich das Musikvideo als Vermarktungsinstrument von Anfang an der Ästhetik und den Techniken der älteren, hochentwickelten Form des Fernsehwerbespots.“6
Erst das Video zu Michael Jacksons Song „Thriller“, schaffte es, aus diesen vorherrschenden Zwängen auszubrechen und damit das ganze Medium zu revolutionieren.
Die Idee des Musikvideos als Werbemittel, um den Absatz der Alben zu erhöhen und zur Imagebildung der Bands, wurde immer wichtiger. Heute wirbt es dabei aber meist nicht nur für eine Single oder ein Album, sondern für eine ganze Produktpalette, indem es ganze Lebensstile verkörpert.
Vor allem in den 80ern nahm die Bedeutung von Musikvideos durch reine Musik-Fernsehsender wie MTV stark zu. Musikvideos entwickelten sich zunehmend zu einem neuen Medium der Musikverbreitung und zu einem großen Teil verhalfen die globalen Videokanäle wie MTV zum Beispiel afroamerikanischem HipHop aus den Großstadtghettos der USA zu ihrer weltweiten Verbreitung und Popularität. 7
Seit dem Sendestart von VIVA und dessen Schwerpunktsetzung auf lokale Produkte Anfang der 90er hat sich in Deutschland eine eigene Musikvideoszene entwickelt.
Das Genre des Musikvideos umspannt dabei einen großen Bogen, angefangen als eigenständige Kunstform bis hin zu uninspirierter Massenproduktion.

Die Gestaltung der Musikvideos veränderte sich im Laufe der Zeit, aufgrund steigender Bedeutung und damit zusammenhängend aus Budgetgründen deutlich. Es wurden, im Vergleich zu den anfänglich beliebten auftrittartigen Umsetzungen höhere Anforderungen an die inhaltliche Gestaltung gestellt. Viele Videos wurden spielfilmartig inszeniert und umgesetzt, doch diese Entwicklung nahm in den 90ern, vor allem mit dem Aufkommen neuer Computertechnologien, wieder ab.8 Es wurde begonnen, die Clips mit Effekten, die zuvor nicht möglich waren, zu gestalten und die Bilder wurden immer mehr elektronisch erzeugt. Teilweise wurden computergenerierte Effekte und Animationen aber bis zu einem unerträglichen Maß eingesetzt, sodass auch dieser Trend aufgrund von Übersättigung wieder abnahm. Heute existieren alle verschiedenen Trends nebeneinander und es gibt eine Vielfalt an Inhalten.


1 N.N., Orpheus Film, online
2 Buck, online
3 N.N., Der Begriff Musikvideo, online
4 N.N., Musikvideo Geschichte, online
5 Wicke, Video, online
6 Neumann-Braun, Popmusik, 209
7 vgl., Wicke, Video, online
8 N.N., Trends, online


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