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Termpaper, 2002, 20 Pages
Author: Christian Peters
Subject: Sociology - Media, Art, Music
Details
Tags: Kriminalisierung, Jugendlichen, Massenmedien
Year: 2002
Pages: 20
Grade: 1.0
Language: German
ISBN (E-book): 978-3-638-13086-8
File size: 263 KB
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Excerpt (computer-generated)
Kriminalisierung von Jugendlichen durch Massenmedien.
Zur Entwicklung einer allgemeinen Theorie
von Christian Peters
Gliederung
1. Einleitung
2. Gewaltdarstellung in den Medien:
2.1 Die Auswirkungen des sozialen Netzwerks auf die Massenkommunikation
2.2 Differenzierung des Gewaltbegriffs
2.3 Entwicklung der Gewaltdarstellung - der heutige Stand
3. Kriminalisierung durch Massenmedien:
3.1 Zur Wirkung von Gewaltdarstellungen auf das Verhalten von Kleinkindern
3.2 Der "Two Step flow of communication"
3.3 Auswirkung der Gewaltdarstellung auf Jugendliche
3.3.1 Gewaltverherrlichendes Fernsehen
3.3.2 Kriegsvideospiele und -computerspiele
3.3.3 Vom Hardrock/Heavy Metal zum Black Metal/Death Metal
3.3.4 Fantasy-Rollenspiele
4. Schluss
5. Bibliographie
1. Einleitung
Die Diskussion über die Auswirkung von Gewaltdarstellungen in den Massenmedien auf eine potenzielle Kriminalisierung von Jugendlichen ist ein Thema, welches immer wieder durch unterschiedliche Auslöser, sprich: Gewaltdelikte Jugendlicher nach Vorlage des Fernsehens, in der Öffentlichkeit auftaucht. So zum Beispiel betrat am 26. April 2002 Robert S. mit einer Pumpgun und einer kleinkalibrigen Faustfeuerwaffe bewaffnet das Gutenberg-Gymnasium in Erfurt. Er war mit einem schwarzen Ninja-Kostüm bekleidet. Im Schulzentrum schoss Robert S. gezielt auf Lehrer und Erwachsene und tötete hierbei 13 Lehrer, zwei Mitschülerinnen und einen zur Hilfe gerufenen Polizisten mit gezielten Schüssen, bevor er von einem Lehrer in einen Klassenraum gesperrt werden konnte, in welchem Robert S. sich schließlich selbst richtete. Seinen Amoklauf plante Robert S. seit ca. einem halben Jahr. Robert S. war begeisterter Spieler des Computer-Krieg-Spieles "Counter-Strike" und Fan der Death Metal-Band "Slipknot". Diese Aspekte sollen auf seine tödliche Entscheidung Einfluss genommen haben. So sehen die einen die neuen Massenmedien, so zum Beispiel das Fernsehen und das Internet, als Gefahren an, welche die Kultur zerstören und eine Bedrohung für die Menschheit darstellen, die anderen bestreiten eben diese Befürchtungen und sehen keine gefährlichen Auswirkungen der neuen Massenmedien auf die Menschen. Die Wirkung von Gewaltdarstellungen wird schon seit geraumer Zeit diskutiert: schon im antiken Griechenland wurde darüber nachgedacht, ob Märchenerzähler den Kindern durch Geschichten über Gräueltaten falsche Gedanken zuführten, die diese eigentlich nicht haben sollten. Deshalb sollten ,,nur die guten Märchen (...) eingeführt werden" und ,,die Dichter von Märchen und Sagen beaufsichtigt werden" (Kunczik, 1994, S.17).
Ich möchte in meiner Arbeit die Schwerpunkte auf das Fernsehen und Kriegs-Computerspiele legen, weil diese Medien in Bezug auf die Verbreitung und die Effekte von Gewaltdarstellungen scheinbar die wichtigsten Medien darstellen. Ferner werde ich auf die möglichen Auswirkungen von Metal-Musik und Fantasy-Rollenspielen auf kriminelle Handlungen eingehen.
Bei meinen Ausführungen werde ich eine kurze Übersicht über die Gewaltdarstellung in den Medien und deren Entwicklung geben und mich ferner mit den Auswirkungen dieser Darstellungen befassen. Es gibt hierbei eine Vielzahl von potentiell kriminalisierenden Medien, so zum Beispiel Kriegsvideospiele, Black-Metal- und Death-Metal-Musik, gewaltverherrlichendes Fernsehen, Fantasy-Rollenspiele und vieles mehr.
2. Gewaltdarstellung in den Medien
2.1 Die Auswirkungen des sozialen Netzwerkes auf die Massenkommunikation
Das soziale Netzwerk einer Person besteht aus formalen und persönlichen Beziehungen, welche soziologisch zwar getrennt beobachtet werden können, in der gesellschaftliche Realität jedoch häufig gemischt auftreten.
Formale Beziehungen binden den Menschen in Funktionssysteme ein, welche zur Erfüllung gesellschaftlicher Aufgaben dienen. Die Teilnehmer der Beziehung agieren stets sachlich und neutral in formalisierten Rollen. Beispiele für formale Beziehungen sind Dienstleistungs-, Verwaltungs- oder Arbeitsbeziehungen.
Persönliche Beziehungen binden in soziale Systeme oder Kollektive ein, welche ein Gefühl der Nähe und Verbundenheit durch die Gemeinsamkeiten der Gruppenmitglieder vermitteln. In den persönlichen Beziehungen unterschieden wir zwischen starken und schwachen Bindungen. Starke Bindungen sind gekennzeichnet durch starke Emotionalität, außerdem besitzen die Teilnehmer einer starken Bindung gemeinsame Interessen. Beispiele für starke Bindungen sind die Bindung zwischen zwei Ehepartnern oder die Bindung im engeren Freundeskreis. Schwache Bindungen hingegen beinhalten bloß sehr wenig Emotionalität und Intimität, der geringe Zeitaufwand für den Gegenüber ist gekennzeichnet durch ein ausschließlich temporäres Eigenengagement. Beispiele für schwache Bindungen sind entfernte Verwandte oder Nachbarn.
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