Grundschulkinder machen Fernsehen - Medienkompetenzförderung und Lernprozessdoku... close

Bitte warten

Bitte installieren Sie den Flash Player, wenn kein E-Book erscheint.

Grundschulkinder machen Fernsehen - Medienkompetenzförderung und Lernprozessdokumentation am Beispiel eines Videoprojekts zu einem Thema des Sachunterrichts in der Grundschule B.

Autor: Trond Weishaupt
Fach: Pädagogik - Medienpädagogik

Lesen Sie im E-Book



Details

Kategorie: Examensarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 99
Note: 1,3
Literaturverzeichnis: ~ 52  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 491 KB
Archivnummer: V50812
ISBN (E-Book): 978-3-638-46943-2
Anmerkungen :
Der Arbeit liegt ein mehrwöchiges Filmprojekt im Sachunterricht einer Grundschule zugrunde. Sie hat 3 Schwerpunkte: 1.Das Konzept Medienkompetenz wird vorgestellt, diskutiert und für die Grundschule nutzbar gemacht (durch aktive Medienarbeit). 2.Die Idee, wie Kinder das Lernen mithilfe der Videoanalyse lernen können, wird entwickelt. 3.Das Filmprojekt „Grundschüler machen Fernsehen“ wird begründet (anhand der Bedeutung und des Medienkonsums von Kindern), dargestellt und evaluiert.

Textauszug (computergeneriert)

Schriftliche Hausarbeit vorgelegt im Rahmen der Ersten Staatsprüfung für das Lehramt für die Primarstufe
Westfälische Wilhelms - Universität Münster

Grundschulkinder machen Fernsehen -
Medienkompetenzförderung und Lernprozessdokumentation am Beispiel eines Videoprojekts zu einem Thema des Sachunterrichts in der Grundschule Berg Fidel

von Trond Weishaupt
2005

 


„Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln. Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, d.h., er würde es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn in Beziehung zu setzen.“
(Brecht, Bertold: Der Rundfunk als Kommunikationsapparat. Zit. nach: Hauptmann, Elisabeth (Hrsg.): Gesammelte Werke. Schriften zur Literatur und Kunst I. Bd. 18 Frankfurt am Main 1967, S. 134.)

 

Inhaltsverzeichnis

Einleitung ... 1

1 Mediennutzung von Kindern ... 6
1.1 KIND 4 Studie 2003 ... 6
1.1.1 Situative Merkmale der Mediennutzung ... 7
1.1.2 Personale Merkmale der Mediennutzung ... 9
1.2 Auswirkungen der Mediennutzung  ... 11
1.3 Kinder brauchen Unterstützung ... 13

2 Schulische Medienerziehung ... 15
2.1 Das Konzept Medienkompetenz ... 15
2.1.1 Unschärfe des Konzepts ... 15
2.1.2 Medienkompetenz in der Grundschule ... 18
2.2 Aktive Videoarbeit ... 21
2.3 Medienpädagogische Projekte ... 23

3 Kinder lernen das Lernen – Die Bedeutung der Dokumentation von Lernprozessen ... 26
3.1 Aufgabe der Grundschule: Das Lernen lehren ... 26
3.2 Das Lernen lernen durch Videoarbeit ... 29
3.3 Überlegungen zur Videoarbeit mit Kindern ... 30
3.4 Das Forschen lernen ... 32
3.4.1 Zukunftsfähiger Sachunterricht am Beispiel der Forscherwerkstatt ... 32
3.4.2 Die Forschermethode ... 34

4 Das Projekt ... 37
4.1 Entstehung ... 37
4.2 Die Grundschule B. ... 38
4.3 Der Kooperationspartner [i:si] ... 39
4.4 Das Thema: Warum schwimmt ein Schiff? ... 40
4.5 Die technische Ausstattung ... 41
4.6 Ziele ... 42
4.6.1 Allgemeine Ziele ... 42
4.6.2 Fachspezifische Lernziele ... 42
4.6.3 Förderung der Medienkompetenz ... 43
4.6.4 Lernprozessdokumentation ... 45
4.7 Einzelne Methoden ... 45
4.7.1 Das Kamerateam ... 46
4.7.2 Die Schauspieler ... 47
4.7.3 Sichten und Überarbeiten der Aufnahmen ... 47
4.7.4 Nachbearbeitung ... 48
4.8 Projektverlauf ... 49
4.8.1 „Wir machen Fernsehen“ ... 49
4.8.2 Einführung in die Bedienung der Kamera ... 51
4.8.3 Bildgestaltung ... 53
4.8.4 Das Experiment in der Forscherwerkstatt ... 55
4.8.5 Nachbearbeitung durch Schnitte und Effekte ... 57
4.8.6 Der Vermutungen- Dreh ... 59
4.8.7 Moderationen ... 60
4.8.8 Der Off-Text ... 62
4.8.9 Lernen wie ein Forscher ... 63
4.8.10 Die Schauspieler ... 65
4.8.11 Effekte anwenden ... 66
4.8.12 Der Off-Text 2 ... 67
4.8.13 Der Legetrick ... 67
4.8.14 Der Abspann ... 68
4.8.15 Filmvorführung ... 69
4.9 Die Veröffentlichung auf der Schulfeier ... 69
4.10 Die Ausstrahlung bei TV-Münster ... 70
4.11 Probleme während Planung und Durchführung ... 71
4.12 Reflektion und Auswertung des Projekts ... 73
4.12.1 Nachbereitung mit den Kindern ... 73
4.12.2 Reflektion ... 76
4.13 Der Film mit Inhaltsangabe ... 81

5 Schlussteil ... 85

6 Literaturverzeichnis ... 87

7 Anhang ... 92

 

Einleitung

„Medienpädagogik war noch nie so opportun wie heute […]“1, so beschreibt Franz Josef Röll die momentane Situation der Medienpädagogik. Da Deutschland sich auf dem Weg zur Wissensgesellschaft befindet, wird die Medienkompetenz als eine für jeden Bürger 2 notwendige Schlüsselqualifikation betrachtet. Deren Förderung wird von Politikern aller Parteien zur nationalen Bildungsaufgabe erklärt. In der öffentlichen Diskussion und Berichterstattung nimmt dieses Thema daher einen festen Platz ein.3 Auch bei den Zeitungen in Münster stößt das Thema stets auf Interesse:

Zeitungsausschnitt in Downloaddatei enthalten.4

Einige Leser der Münsterschen Zeitung mögen sich gefragt haben, warum es notwendig ist, ein Videoprojekt an einer Grundschule durchzuführen, wo doch gerade Grundschüler viel wichtigere Dinge lernen sollten. Diese Frage wird auch immer wieder von Bildungspolitikern gestellt, z.B. forderte die ehemalige niedersächsische Bildungsministerin Renate Jürgens-Pieper von Grundschullehrern eine Rückbesinnung auf die Vermittlung der Grundfertigkeiten wie Lesen, Schreiben und Rechnen.5 Dem widersprechend will ich an dem Videoprojekt „Grundschulkinder machen Fernsehen“ zeigen, dass Medienkompetenzförderung bereits in der Grundschule sinnvoll und notwendig ist.

Das von David Prousch und mir durchgeführte Projekt gewinnt seine Bedeutung aus der Mediennutzung der Kinder. Deshalb werde ich im ersten Kapitel anhand von Daten zur Mediennutzung von Kindern begründen, warum schulische Medienerziehung bereits in der Grundschule notwendig ist. Dazu werde ich untersuchen, wie Kinder Medien nutzen, welche Auswirkungen die Nutzung hat und welche Funktionen die Medien für Kinder und Jugendliche erfüllen.

Wenn Medienkompetenz in der Grundschule gefördert werden soll, muss zunächst klargestellt werden, was die Schüler dabei lernen sollen. Eine ausführliche Diskussion der Medienkompetenz kann in dieser Arbeit nicht erfolgen, da allein die Debatten zu diesem Thema eine Examensarbeit füllen würden. Deshalb werde ich im zweiten Kapitel darlegen, warum der Medienkompetenzbegriff so schwer zu fassen ist und welche Probleme sich daraus für die Medienpraxis ergeben. Ich werde im Verlauf dieses Kapitels einen für die Grundschulpraxis nutzbaren Medienkompetenzbegriff vorstellen und so deutlich machen, welche Vorstellung von Medienkompetenz unserem Projekt zugrunde liegt. Abschließend werde ich die Ziele und Methoden der aktiven Videoarbeit erläutern.

Im dritten Kapitel werde ich herausarbeiten, welche Ziele wir außerhalb der Medienpädagogik verfolgt haben und wie die aktive Videoarbeit in ein ganzheitliches Lernkonzept integriert werden kann. Der Versuch, die schulische Medienerziehung in den Sachunterricht der Grundschule B. einzubinden, sollte den am Projekt teilnehmenden Kindern die Möglichkeit geben, ihre Lernprozesse mithilfe der Videokamera zu dokumentieren, um dadurch über das Lernen selbst nachzudenken. Welche Bedeutung das Lernen des Lernens in der Grundschule hat und wie dieses allgemeine Ziel in Verbindung mit den Zielen des Sachunterrichts und der aktiven Videoarbeit steht, werde ich am Ende des Kapitels erläutern.

Nachdem der theoretische Hintergrund der Arbeit geklärt ist, erfolgt die Schilderung des Projekts. Dabei werde ich der Frage nachgehen, inwiefern unser Vorsatz: „Grundschulkinder machen Fernsehen“, mit dem wir eine möglichst hohe Beteiligung und Eigenverantwortung der Kinder verbanden, in die Tat umgesetzt werden konnte. Dass dies in den meisten Fällen nicht gelingt, wird der aktiven Medienarbeit oft vorgeworfen.6 Dieser Kritik haben wir uns gestellt. Das Projekt sollte zeigen, dass schon Grundschulkinder bei hoher Eigenverantwortung und Beteiligung ein sehenswertes und qualitativ hochwertiges Medienprodukt herstellen können. Die Erfüllung dieses Anspruchs werde ich im fünften Kapitel diskutieren.

 

1 Mediennutzung von Kindern

Helga Theunert und Margrit Lenssen stellen fest, dass schon Vorschulkinder erste Erfahrungen mit Medien machen. Grundschulkinder nutzen bereits eine Vielzahl von Medien. Sie beschreiben die Kindheitsphasen von drei bis zehn Jahren so:


„Eine Fülle von Entwicklungsstadien wird in geradezu atemberaubendem Tempo durchlaufen, das Gros der geistigen und sozialen Fähigkeiten sowie moralische Grundhaltungen werden ausgebildet und zunehmend differenziert.“7

In diesem Zeitraum durchlaufen die Kinder auch im Umgang mit Medien eine rasante Entwicklung. Welchen Platz Medien im Lebensalltag von Kindern und Jugendlichen einnehmen, welche Funktionen sie erfüllen und welche Probleme sich daraus ergeben, soll im Folgenden geklärt werden.8

[...]


1. Röll, Franz Josef: Visionen zukünftiger Medienpraxis. In: medien + erziehung 15. Jg. (2003) H.4, S. 33.
2 Ich verwende im weiteren Verlauf dieser Arbeit bei Personenbeschreibungen die männliche Form, um eine bessere Lesbarkeit des Textes zu erzielen. Mit meinen Ausführungen meine ich natürlich beide Geschlechter.
3 Vgl. ebd. S.33f.
4 Petri, Kristina: Forschung und Medien praxisnah. In: Münstersche Zeitung. (Münster) Nr. 229 v. 30.09.2004.
5 Vgl. Brügelmann, Hans: Wehret den Vereinfachern! http://www.gggnrw. de/Qual/Bruegelmann.9811.html (Zugriff am 16.01.05).6 Vgl. Maresch, Rudolf: Gespenster-Pädagogik. Warum Medien-Pädagogen kleinere Brötchen backen sollten. In: medien + erziehung 1
6. Jg. (2004) H.1, S. 47.
7 Theunert, Helga/ Lenssen, Margrit: Medienkompetenz im Vor- und Grundschulalter. Altersspezifische Voraussetzungen, Ansatzpunkte und Handlungsoptionen. In: Schell, Fred/ Stolzenburg, Elke/ Theunert, Helga (Hrsg.): Medienkompetenz. Grundlagen und pädagogisches Handeln. München 1999, S. 60.
8 Vgl. ebd. S. 60f.

Kommentare

Dieser Text kann über folgende URL aufgerufen und zitiert werden:

http://www.grin.com/e-book/50812/