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Höflichkeit kontrastiv: Verbalisierungsformen von direktiven Sprechhandlungen in Deutschland und Spanien

Autor: Sarai Jung
Fach: Sprachwiss. / Sprachforschung (fachübergreifend)

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Details

Kategorie: Magisterarbeit
Jahr: 2005
Seiten: 149
Note: 1,0
Literaturverzeichnis: ~ 81  Einträge
Sprache: Deutsch
Dateigröße: 1107 KB
Archivnummer: V50875
ISBN (E-Book): 978-3-638-46995-1
ISBN (Buch): 978-3-638-72142-4

Zusammenfassung / Abstract

Wenn auch in unterschiedlicher Weise, so findet sich Höflichkeit doch in allen Gesellschaftsformen. Sie verfolgt das übergeordnete Ziel einer Gesellschaft, das soziale Miteinader einzelner Individuen auf der Basis von gemeinsamen Wertstrukturen zu sichern und so reibungslos wie möglich zu gestalten. In allen Kulturen haben sich dabei über Jahrhunderte hinweg Prioritäten hinsichtlich wegweisender Werte herauskristallisiert, die in ihrer Gesamtheit für den Inhalt spezifischer sozialer Normen verantwortlich sind. Sie haben zur Herausbildung sprachlicher Routinen und Konventionen, sowie zu kulturell bedingten Erwartungshaltungen und Interpretationsschemata geführt. Die vorliegende Arbeit versucht, einen ersten Ansatz für eine kontrastive Betrachtung des Deutschen und des Spanischen zu liefern. Die Grundlage für die Untersuchung bilden vor allem die klassischen Höflichkeitsmodelle von Lakoff (1973), Leech (1983), Brown & Levinson (1987) und Blum-Kulka et al. (1989) und die neueren Arbeiten im Rahmen der interkulturellen Forschung von Held (1994), Trosborg (1995) und Wierzbicka (1991). Diese theoretischen Grundlagen werden im ersten Teil ausführlich dargelegt. Zentrum der Arbeit bildet jedoch die Auswertung einer Untersuchung der tatsächlichen Sprachverwendung anhand einer Fragebogenerhebung, die an zwei Universitäten (Würzburg, Cádiz) durchgeführt wurde. Sie versucht einen eingehenden, aber sicherlich nicht erschöpfenden Einblick in sprachspezifische Realisierungsweisen der Bitte anhand von deutschen und spanischen Sprachdaten zu geben. Dabei wird zum einen das linguistische Repertoire gesammelt, zum anderen wird untersucht, ob sich klare kulturspezifische Differenzen und Präferenzen im Hinblick auf deren Verwendung zeigen, die Hinweise darauf geben könnten, dass sprachliche Strategien und Realisierungsweisen in den beiden untersuchten Sprechergruppen nicht das gleiche ‚höfliche’ Potential besitzen und grundlegend anderen Interpretationsschemata unterliegen.

Textauszug (computergeneriert)

Bayerische Julius-Maximilians-Universität Würzburg
Philosophische Fakultät II
 Fach: Deutsche Sprachwissenschaft
Wissenschaftliche Arbeit zur Erlangung
des Akademischen Grades eines Magister Artium (M.A.)

Höflichkeit kontrastiv:
Verbalisierungsformen von direktiven
Sprechhandlungen in Deutschland und Spanien

eingereicht von:
Sarai Nele Alessa Jung (6.FS)

2004

 

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung ... 4
1.1.Sprachliche Höflichkeit: eine Annäherung ... 4
1.1.1.Höflichkeit als positive Beziehungsgestaltung ... 4
1.1.2.Höflichkeit als Konfliktvermeidung ... 5
1.1.3.Normen, Wertstrukturen und interkulturelle Differenzen  ... 6
1.2.Methode, Gegenstand und Zielsetzung der vorliegenden Arbeit  ... 7

2.Theoretische Grundlagen ... 11
2.1.Grundlagen der Höflichkeitsforschung  ... 11
2.1.1.Die Sprechakttheorie  ... 11
2.1.2.Grice und das Kooperationsprinzip  ... 13
2.1.3.Goffmans soziologische Betrachtungen  ... 14
2.2.Die klassischen Höflichkeitsmodelle  ... 17
2.2.1.Lakoff  ... 17
2.2.2.Leech  ... 18
2.2.3.Brown & Levinson  ... 19
2.2.3.1.Der ‘face’ Begriff bei Brown & Levinson ... 19
2.2.3.2.‚Negative’ und ‚positive politeness’  ... 20
2.2.3.3.Das Konzept der ‚face threatening acts’ (FTA)  ... 21
2.2.3.4.Sprachliche Strategien zur Reduzierung des Konfliktpotentials  ... 21
2.2.3.5.Kalkulation des Konfliktpotentials ... 22
2.2.3.6.Kritische Betrachtung ... 23
2.3.Interkulturelle Ansätze  ... 24
2.3.1.Sprechakte interkulturell ... 25
2.3.2.‚Face’ und ‚face-work’ interkulturell  ... 27
2.3.2.1.Gruppenorientierte ‚face’-Bedürfnisse ... 27
2.3.2.2.Soziale Nähe ... 28
2.3.2.3.Betonung von Gegenseitigkeit und Interdependenz ... 29
2.3.2.4.Herzlichkeit und Emotionalität ... 30
2.3.3.Höflichkeit, Soziale Harmonie und Konfliktvermeidung ... 31
2.3.4.Zusammenfassung und Ausblick ... 32

3.Auswertung der Antworten  ... 34
3.1. Schwerpunkte der Analyse  ... 34
3.1.1.‚Negative politeness’ vs. ‚positive politeness’  ... 34
3.1.2.Struktur- und Handlungsebene  ... 36
3.1.3.Einbettung ... 37
3.1.4.Interne Modalisierung ... 38
3.1.5.Analyse des Direktheitsgrades  ... 38
3.1.6.Der Satzmodus ... 39
3.2.Direktheitsskala  ... 40
3.2.1 Vergleich und Interpretation der Antworten  ... 44
3.2.2. Perspektive: Vergleich und Interpretation ... 47
3.3.Strategien der ‚negative politeness ... 50
3.3.1. Abschwächung auf der Struktur- und Handlungsebene  ... 51
3.3.1.1.Vorbereitende Phase ... 51
3.3.1.2.Argumentation und Hauptsprechhandlung ... 53
3.3.1.3.Nachbereitende Phase ... 55
3.3.2. Interne Modalisierung: Minimalisierung ... 57
3.3.2.1. Herabsetzung der Verantwortung ... 57
3.3.2.3. Entaktualisierung  ... 58
3.3.2.2.1.Das Modalverbsystem  ... 59
3.3.2.2.2.Tempus- und Modusverschiebung  ... 60
3.3.2.2.3.Einschränkung der Gültigkeit ... 62
3.3.2.2.3.Präsequenzen  ... 63
3.3.2.2.4.Vergleich und Interpretation  ... 64
3.3.2.3.Kostensenkende und modifizierende Handlungsdarstellung ... 65
3.4.Strategien der ‚positive politeness’  ... 68
3.4.1. Maximalisierungstechniken ... 68
3.4.1.1.Temporale Angaben, Adverbien und Adjektive ... 69
3.4.1.2.Quantitative Adverbien und Gradpartikel Qualifizierung  ... 70
3.4.1.3.Deontische Modalverben ... 70
3.4.1.4.Die Negation ... 71
3.4.1.5.Verpflichtung zur Gültigkeit der Äußerung  ... 72
3.4.2.Verstärkung auf der Struktur- und Handlungsebene  ... 73
3.4.2.1.Vorbereitende Phasen ... 73
3.4.2.2.Hauptsprechhandlung  ... 74
3.4.2.3.Illokutionsindizierende Gesprächswörter ... 75
3.4.2.4.Argumentation ... 76
3.4.2.4.1.Notwendigkeit  ... 76
3.4.2.4.2.Appell an das Gewissen ... 78
3.4.2.4.3.Wünsche und Pläne des Sprechers  ... 80
3.4.2.4.5.Beziehungsdefinition ... 81
3.4.2.4.5.Vergleich und Interpretation der Antworten  ... 81
3.4.3.Explizite Beziehungsgestaltung ... 82
3.4.3.1.Zuwendungsstrategien ... 83
3.4.3.1.1. Anredesystem  ... 83
3.4.3.1.2. Nominale Anrede ... 85
3.4.3.1.3. Pronomina ... 88
3.4.3.2. Direkte Einbeziehung des Partners ... 89
3.4.3.2.1. Der Einsatz von ‚cajolern’  ... 89
3.4.3.2.2. Der Einsatz von ‚appealern’  ... 90
3.4.3.2.3. Evokation von geteiltem Wissen  ... 90
3.4.3.2.4. Emotionalisierung ... 91
3.4.3.2.5. Vergleich und Interpretation der Ergebnisse  ... 92
3.4.3.3. Beziehungsorientierte Nebensprechhandlungen ... 94
3.4.3.3.1. Entwaffnende Sprechhandlungen  ... 94
3.4.3.3.2. Darlegung der beziehungsstärkenden Konsequenzen  ... 97
3.4.3.4. Zusammenfassung und vergleichende Interpretation ... 100

4. Zusammenfassung, Interpretation und Ausblick ... 101
4.1. ‚Negative politeness’ oder ‚positive politeness’  ... 101
4.2. Das ‚face’-Konzept ... 103
4.3. Die Sprechhandlung  ... 105
4.4. Abschließende Bemerkungen ... 106

5. Anhang  ... 108
5.1. Der Fragebogen (deutsche Version)  ... 108
5.2. Die Antworten der Teilnehmer ... 110
5.3. Katalog der Untersuchungskategorien  ... 135
5.4. Literaturverzeichnis ... 143

 

1. Einleitung

Mit der Wende zur Pragmatik geht ein Wandel des Blickwinkels in der Linguistik einher, der die nahezu allgegenwärtige Diskrepanz zwischen der Form einer Äußerung und deren Bedeutung in den Brennpunkt des Interesses stellt. Als ein entscheidendes Motiv für die alltäglichen Abweichungen von den GRICEschen Konversationsmaximen tritt eine bisher vernachlässigte Funktion von Sprache in den Mittelpunkt: Sprache dient nicht nur dem effektiven Informationsaustausch, sondern sie spielt auch eine unverzichtbare Rolle in der Gestaltung zwischenmenschlicher Beziehungen. Damit rückt Höflichkeit1 ins Rampenlicht und etabliert sich als eigenständiger linguistischer Forschungsgegenstand. Doch was ist das eigentlich, Höflichkeit?

1.1. Sprachliche Höflichkeit: eine Annäherung

Die linguistische Forschung hat zahlreiche Definitionsansätze hervorgebracht, die zwar in einzelnen Punkten stark konkurrieren, jedoch alle eine harmonische zwischenmenschliche Beziehung als übergeordnetes Ziel hervorheben. Dabei handelt es sich zum Einen um den Erhalt des sozialen Gleichgewichts und die Bemühung um freundliche Beziehungen, zum Anderen um die Vermeidung von Konfrontation unddie Reduzierung von Konfliktpotential (vgl. Spencer-Oatey 2002: 87).

1.1.1. Höflichkeit als positive Beziehungsgestaltung

Was ist der Grund, weshalb ich mich neben einer fremden Person im Aufzug verpflichtet fühle, ein Gespräch über das Wetter anzufangen? Warum empfinde ich es als unhöflich, wenn mich eine bekannte Person nicht grüßt? Warum ist es so schwer, im Beisein anderer Personen still zu sein, obwohl man eigentlich nichts zu sagen hat? Das liegt daran, dass der Aufbau und Erhalt zwischenmenschlicher Beziehungen primär über Sprache vollzogen wird. Wenn ich jemanden auf der Straße grüße, oder mich mit einem Bekannten auf einen kurzen ‚small talk’ einlasse, dann vermittle ich damit, dass mein Gegenüber „soziale und persönliche Wertschätzung“ (Raible 1987: 149) genießt.

Menschen sind schlieβlich keine Computer, die nur Informationen prozessieren und dekodieren. Sie sind Teilnehmer an einem sozialen Geschehen und als ‚ens soziale’ (Raible 1987: 149) definieren sie sich immer auch in Bezug auf die Gemeinschaft, in der sie leben. Sie versuchen, durch ihr Verhalten dem universalen Bedürfnis nach sozialer Anerkennung und Akzeptanz gerecht zu werden. Diese Funktion von Höflichkeit fasst Lakoff (1973) in einer ihrer Maximen zusammen: Make A [= Alter] feel good! – Be friendly! Erst Höflichkeit als aktive Beziehungsgestaltung versichert uns der gegenseitigen Kooperationsbereitschaft und ermöglicht so eine erfolgreiche Kommunikation (vgl. Leech 1983):


„The CP [cooperation principle] enables one participant in a conversation to communicate on the assumption that the other participant is being cooperative […]. It could be argued, however, that the PP [politeness principle] has a higher regulative role than this: to maintain the social equilibrium and the friendly relations which enable us to assume that our interlocutors are being cooperative in the first place.” (Leech 1983: 82)

Höflichkeit ist in jeder harmonischen zwischenmenschlichen Begegnung gegenwärtig, die feinen Mechanismen jedoch, die Ausdruck eines kooperativen Gesprächsverhaltens sind, werden im alltäglichen Austausch kaum wahrgenommen. Ihre Bedeutung wird erst klar, wenn sie fehlen. Das ist vermutlich einer der Gründe, weshalb sich die meisten Höflichkeitstheorien auf eine viel konkretere Definition stützen, die sich hauptsächlich auf situationsspezifische Konfliktvermeidung konzentriert.

1.1.2. Höflichkeit als Konfliktvermeidung

Nach Lakoff (1979) geht es nämlich nicht nur darum, freundlich zu sein, sondern vor allem darum, jegliche Konfrontation und Kränkung des Gegenübers zu vermeiden2. Höflichkeit wird von Sprechern bewusst eingesetzt, um Konflikte in der Kommunikation zu reduzieren und ihren reibungslosen Verlauf zu garantieren, wobei der Höflichkeit ein höherer Stellenwert zukommt, als der von Grice geforderten ‚Klarheit’.


„politeness usually supercedes [clarity]: it is considered more important in a conversation to avoid offense than to achieve clarity.” (Lakoff 1973: 297 zitiert nach Fraser 2001: 1412)

Die Annahme eines ständig vorhandenen Konfliktpotentials in sozialer Interaktion bildet den Kernpunkt der Theorie von Brown & Levinson (1987), was die Autoren einschlägig in dem Begriff der ‚face threatening acts’ konzeptualisieren (kurz ‚FTA’ vgl. Kap. 2.2.3.3). Jeder Einzelne möchte schließlich seine Pläne und Ziele verwirklichen. Diese sind aber nicht immer mit den Zielen und Wünschen des Gesprächspartners vereinbar. Werden solche Konflikte nicht aktiv bearbeitet, gefährdet das nicht nur die Beziehung zwischen den Gesprächspartnern, sondern auch die Verwirklichung der kommunikativen Absichten des Sprechers. Es bedarf daher sprachlicher Signale, die symbolisch einen Ausgleich schaffen und den Teilnehmern versichern, dass trotz allem eine unveränderte Kooperationsbereitschaft besteht.

1.1.3. Normen, Wertstrukturen und interkulturelle Differenzen

Wenn auch in unterschiedlicher Weise, so findet sich Höflichkeit doch in allen Gesellschaftsformen. Sie verfolgt das übergeordnete Ziel einer Gesellschaft, das soziale Miteinander einzelner Individuen auf der Basis von gemeinsamen Wertstrukturen zu sichern und so reibungslos wie möglich zu gestalten. In allen Kulturen haben sich dabei über Jahrhunderte hinweg Prioritäten hinsichtlich wegweisender Werte herauskristallisiert, die in ihrer Gesamtheit für den Inhalt sozialer Normen verantwortlich sind. Sie haben zur Herausbildung spezifischer Verhaltensmuster geführt, die die zwischenmenschliche Interaktion innerhalb einer Gemeinschaft regeln und die sich in sprachlichen Routinen und Konventionen widerspiegeln. Das bringt aber auch kulturbedingte Erwartungshaltungen mit sich. Jedes Individuum lernt im Laufe seiner Sozialisation nicht nur emotionale Kontrolle und die Abstimmung seiner eigenen Bedürfnisse auf die der anderen Gesellschaftsmitglieder, sondern erfährt unter dem Einfluss der herrschenden Wertstrukturen die Formung und Überformung seiner persönlichen und sozialen Bedürfnisse. Wird in einer Kultur die individuelle Freiheit und Selbstverwirklichung groß geschrieben, so beanspruche ich diese Werte für mich. Steht an erster Stelle die Gruppe, so werde ich mich bemühen, diese nicht zu enttäuschen.

Soziale Werte und Normen beschreiben keine zwingenden Wege, sondern dienen lediglich als Richtlinien und Interpretationsschemata. In konfliktiven Gesprächssituationen können die Sprecher einerseits auf ein Repertoire von altbewährten Konventionen zurückgreifen. Andererseits werden diese aber oft als ‚leere Hüllen’ empfunden. Insofern spiegelt Höflichkeit die permanente Ambivalenz zwischen spontaner Kreativität und individueller Handhabung einerseits und formaler Routine andererseits wider. Sie ist also keine starre Normerfüllung, sondern eine Kunst. (vgl. Held 1994), bei der jedes Individuum auf seine zwischenmenschliche Intuition bauen muss. Mangelndes Fingerspitzengefühl oder absichtlicher Verzicht auf Höflichkeit führt im Allgemeinen zu sozialen Sanktionen.

1.2. Methode, Gegenstand und Zielsetzung der vorliegenden Arbeit

Aus diesen einleitenden Überlegungen zum Wesen der Höflichkeit geht bereits die Komplexität des Gegenstandes hervor. Der Vergleich zweier Sprachsysteme hinsichtlich höflicher Sprachverwendung ist ein Ziel, das sicherlich nicht erschöpfend dargestellt werden kann. Es gilt daher, sich auf ein paar wesentliche Aspekte zu beschränken und klare Ziele zu definieren. Die vorliegende Arbeit versucht, einen ersten Ansatz für eine kontrastive Betrachtung des Deutschen und des Spanischen zu liefern3. Sie konzentriert sich auf die Durchführung einer Sprechhandlung, die aufgrund ihres inhärent gesichtsbedrohenden Potentials besonders geeignet erscheint und daher immer wieder als Untersuchungsgegenstand herangezogen wurde: die Bitte. Die Grundlage für diese Untersuchung bilden vor allem die klassischen Höflichkeitsmodelle von Lakoff (1973), Leech (1983), Brown & Levinson (1987) und Blum-Kulka et al. (1989) und die neueren Arbeiten im Rahmen der interkulturellen Forschung von Held (1994), Trosborg (1995) und Wierzbicka (1991).

[...]


1 Höflichkeit ist selbstverständlich kein rein sprachliches Phänomen, sondern äußert sich allgemein in menschlichem Verhalten. Im Rahmen dieser Arbeit werde ich außersprachliche Höflichkeit jedoch weitgehend außer Acht lassen.

2 Politeness as „a device used in order to reduce friction in personal interaction“ (Lakoff 1979: 64 zitiert nach Fraser 2001: 1412)

3 Leider besteht vor allem in der Romanistk ein großes Forschungsdefizit, so dass es sich hier tatsächlich um einen ersten Versuch handelt, die sprachliche Umsetzung von Höflichkeit im Spanischen mit der im Deutschen zu vergleichen.

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